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Kolumne: Warum die PSP Minis zum Scheitern verurteilt sind


Autor: Jakob Koch

Kategorie: Kolumnen
Umfang: 1 Seiten


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PSP Artikel vom 26.02.2010

Als es am 1. Oktober 2009 die PSPgo in der insgesamt vierten Ausführung des Handhelds auf den Markt schaffte, startete Sony ebenfalls mit dem Angebot der PSP Minis. Nach dem Erfolg von Apples Appstore mit den unzähligen kleinen Programmen und Spielen für wenig Geld, wollte Sony nach Nintendo (DSi Ware) ebenfalls auf diesen Erfolgszug aufspringen. Dabei war das Konzept ursprünglich noch etwas anders geplant. Sony wollte ähnlich wie Apple neben Spielen auch kleine Programme für die PSP anbieten. Denkbar waren wohl „Apps“ wie die Uhr oder der Kalender der PSPgo.

Die PSP Minis sollten als einfache Spielehäppchen für zwischendurch erscheinen, welche für wenig Geld aus dem PlaystationStore geladen werden können. Sony versprach vor dem Launch der Minis, dass man vor allem auch kleinen Entwicklern die Chance geben wolle, eigene PSP Minis zu entwickeln – dafür senkte man z.B. den Preis der Development-Kits. Ebenfalls sollten wohl viele iPhone-Entwickler von Apples Wundergerät abgezogen werden, was ja in der Realität zumindest zum Teil funktioniert hat – es erscheinen immer mehr Portierungen ehemaliger iPhone-Titel auch als PSP Mini. Doch warum ließ Sony den Entwicklern nicht den nötigen Freiraum?



Kurz vor Launch der Minis im Oktober wurde bekannt, dass man für die kleinen Spiele erhebliche Beschränkungen verlangt: So dürfen die Entwickler keinen Wireless-Multiplayer, Download-Content oder Software-Updates für die Minis anbieten. Auch eine Datenbeschränkung von 100 MB ließ man sich nicht nehmen. Sony erklärte diesen Schritt damit, dass man so für die Freigabe nur noch drei bis fünf Tage anstatt bis zu zwei Wochen benötigen würde. Nur welchen Sinn macht es für die Spieler? Ich warte doch lieber auf ein gutes Spiel ein paar Tage länger, als auf diese Features zu verzichteten – gerade den Mehrspielermodus vermisse ich bei einigen Titeln schmerzlich.

Als dann am 1. Oktober die ersten 15 Minis im PSN-Store erschienen, war die Ernüchterung groß. Nicht nur, dass es sich bei den meisten Titeln um iPhone-Ports handelte, viel ärgerlicher war bzw. ist der Preis: Man verlangte nämlich zwischen drei und fünf Euro für die Titel, was im Vergleich mit Apples Pendant regelrechte Abzocke darstellt. Interessant waren vor allem die Argumente der beteiligten Protagonisten: Während Sony die Schuld in die Schuhe der Entwickler schob (diese würden den Preis selbst bestimmen), machten beispielsweise die „Fieldrunners“-Entwickler die ESRB dafür verantwortlich – die Alterseinstufung hier würde schnell mal 2.500 US Dollar verschlingen. Das müsste eben an anderer Stelle wieder reingeholt werden. Natürlich dementierte die ESRB dies sofort und verwies darauf, dass man reduzierte Gebühren für Ratings von Spielen verlangt, die weniger als 250.000 US-Dollar in der Entwicklung kosten. Wer ist also Schuld an dem Preisdesaster? Vermutlich haben sowohl Entwickler als auch Sony ein Interesse daran, möglichst viel für die Minis zu verlangen.



Dass allerdings Sony selbst mit den Verkaufszahlen unzufrieden war, merkte man ziemlich schnell: Noch vor Ende des vergangenen Jahres kündigte man an, dass die PSP Minis auch auf der Playstation 3 spielbar sein werden – ein kluger Schachzug? Wohl kaum! Wir haben uns das Ergebnis einmal näher angeschaut und kamen zu dem Ergebnis, dass man nun seine Minis auf einem HD-TV in pixeliger PS1-Grafik „genießen“ kann. Zudem kam noch die Sonderbehandlung von EA: Diese haben mit Tetris bekanntlich ein eigenes PSP Mini veröffentlicht. Doch der Publisher darf diesen Titel für PS3-Nutzer sperren, da man auf Sony’s Heimkonsole einen eigenen Teil veröffentlichte.

Anfang 2010 machte sich dann auch der Unmut der Entwickler breit: So beschwerte man sich u.a. darüber, dass die PSP Minis unter der massiven Piraterie leiden würden und auch die bereits erwähnten Beschränkungen seitens Sony einem Erfolg im Weg stünden. Wohl auch infolge dessen reagierte Sony mit einer Preisoffensive. Man rief den Februar zum „Minis Monat“ aus und bietet seitdem einige Minis zu einem etwas geringeren Preis an. Dass diese Maßnahme ebenfalls nicht den erwünschten Erfolg brachte, kann man schon an den Top 10 des (deutschen) PSN-Stores sehen – mit Dracula – Undead Awakening befindet sich zurzeit gerade einmal ein einziges PSP Mini in diesen Charts.



Zum Schluss stellen wir die Frage, wie Sony diesem augenscheinlichen Misserfolg der PSP Minis entgegenwirken kann. Erst einmal muss trotz der aktuellen Preissenkungen weiter an der Preisschraube gedreht werden – man muss hier zumindest mit den Spielen aus Apple’s Store preislich ebenbürtig sein. Ebenfalls sollte Sonys ursprüngliches Motto „Qualität statt Quantität“ nicht zu wörtlich genommen werden. Im Februar erschienen gerade einmal sieben neue Minis im Store, der Januar hielt sogar nur ein neues Spiel für die PSP Minis bereit. Um diesem Missstand entgegenzuwirken sollte Sony vielleicht auch mal das ein oder andere eigene PSP Mini auf den Markt werfen. Bisher hielt man sich hier vornehm zurück. Wir können nur hoffen, dass Sony sowohl Entwicklern als auch Kunden wieder mehr Anreiz für die PSP Minis geben wird. Immerhin haben es ja schon einige wirklich brauchbare Titel in den PSN-Store geschafft – vor allem Fieldrunners sticht hier meiner Meinung nach besonders heraus.

Jakob Koch für PlaystationPortable.de
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