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Kolumne zum 3.Advent: PSPgo – Ein erstes Zwischenfazit


Autor: Jakob Koch

Kategorie: Kolumnen
Umfang: 1 Seiten


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PSP Artikel vom 13.12.2009



So, nun ist das Jahr 2009 fast vorbei und PSP-Besitzer können sich zumindest in Sachen Spiele-Neuerscheinungen nun wirklich nicht beklagen. Gerade Sony hat einige wirklich brauchbare Spiele für den Handheld auf den Markt geschmissen, die eindrucksvoll zeigen, zu was die PSP im Stande ist. Ein eher unrühmliches Kapitel dürfte aber die Einführung der PSPgo gewesen sein: Als vor der E3 2009 erste Details zur PSPgo bekannt wurden, war die Begeisterung eher verhalten – nicht nur das Aussehen schreckte viele ab, vor allem das fehlende UMD-Laufwerk sorgte dafür, dass nicht wenige den neuen Handheld schon im Vorfeld verschmähten. Allerdings machte Sony von Anfang an deutlich, dass die PSP 3000 nicht ersetzt werden solle, sondern man die PSPgo parallel verkaufen wolle. Sicherlich hatte Sony damals noch andere Pläne. Denn wäre die PSPgo ein Kassenknüller geworden, hätten die Verantwortlichen wohl lieber früher als später die „alte“ PSP fallen gelassen. Die PSPgo besitzt gegenüber der 2008 erschienenen 3000er-Reihe neben der fehlenden UMD-Unterstützung noch weitere Unterschiede:



Als dann am 1. Oktober 2009 der Launch der PSPgo anstand, investierte Sony noch einmal ordentlich in eine entsprechende Werbekampagne und natürlich stand auch ein umfassendes Update für den PSN-Store an – im Vorfeld kündigte man immerhin an, dass "viele UMD-Titel" im PSN-Store verfügbar sein würden. Zudem sollten "alle kommenden Spiele" auch in digitaler Form veröffentlicht werden. Doch das, was dann am 1. Oktober in den PSN-Store kam, war nicht zufriedenstellend. Auch die darauf folgenden Wochen boten kaum Besserung hinsichtlich der ehemaligen UMD-Titel. Viel schwerwiegender war allerdings die Tatsache, dass Neuerscheinungen nicht automatisch im PSN-Store veröffentlicht wurden. So erscheinen bis heute beispielsweise Konami-Spiele überhaupt nicht als digitale Versionen und werden somit PSPgo-Käufern vorenthalten (z.B. PES 2010, Yu-Gi-Oh! 5D’s Tag Force 4). Zwar ist die Situation z.B. in den USA um einiges besser, allerdings ist dieser für viele hiesige Zocker keine Alternative. Dies liegt nicht zuletzt an den ebenfalls eingeführten PSN-Cards: Diese Karten erschienen passend zum Launch in den Wert-Einheiten 20 sowie 50 Euro und lassen sich lediglich im länderspezifischen Store verwenden. Allerdings sorgen neben den vergleichsweise wenigen Inhalten ebenfalls die gesalzenen Preise im Store für Missstimmung - denn so sind Spiele oftmals viel teurer als ihr Pendant auf UMD, das natürlich den Vorteil hat, auch gebraucht für wenig Geld erstanden werden zu können.



Überraschend kam im Zuge des Launches zu Tage, dass Sony nicht wie zuvor angekündigt Umsteigern die UMD-Spiele ersetzt. Es wurde lediglich das so genannte Reward-Programm ins Leben gerufen, welches es ermöglichte, aus vorgegebenen Titeln drei Spiele auszuwählen. Somit mussten Umsteiger auf die PSPgo dann entweder ihre alte PSP behalten, um ihre UMD-Titel spielen zu können oder eben auf diese verzichten. Sony begründete diesen Schritt übrigens mit der technischen Umsetzbarkeit – als ob man das nicht schon vorher wusste. Alle PSPgo-Käufer hatten zudem die Möglichkeit sich für einen begrenzten Zeitraum ein kostenloses Exemplar des Rennspiels Gran Turismo zu sichern. Mit dem Verkaufsstart der PSPgo zeigte sich Sony nach eigenen Angaben zufrieden – der neue Handheld habe sich den Erwartungen entsprechend verkauft.

Dass dies aber nicht unbedingt gleichbedeutend mit einem wirtschaftlicher Erfolg ist, zeigten die Verkaufszahlen aus Japan, wo die PSPgo einen Monat später, also am 1. November erschien. Aus dem Land der aufgehenden Sonne erreichen uns bekanntlich jede Woche die absoluten Zahlen der dortigen Hardwareverkäufe: Und bereits die Zahlen des ersten Verkaufstages ließen erahnen, dass die PSPgo nicht den Massengeschmack traf: „Nur“ rund 29.000 Einheiten wanderten dort am ersten Tag über die Ladentische, was für japanische Verhältnisse erstaunlich wenig war. Mittlerweile (Stand: Mitte Dezember) ist die PSPgo in Japan bei wöchentlichen Verkäufen von rund 3.500 Stück angekommen und liegt somit noch unter den Zahlen der Xbox 360 – Nur zum Vergleich: Von der PSP 3000 verkaufte Sony in Japan wöchentlich zwischen 40.000 und 50.000 Einheiten.



Bei uns sorgte anfangs vor allem der Preis für Missstimmung: Ganze 250 Euro wollte Sony für die PSPgo zum Launch haben – das ist der selbe Preis gewesen, wie Anno 2005 für das erste PSP Modell verlangt wurde. Doch seit einigen Tagen hat man ordentlich an der Preisschraube gedreht: Mittlerweile verlangen viele Händler durchschnittlich rund 180 Euro für die PSPgo, was im Hinblick auf den gerade einmal etwas mehr als zwei Monate zurückliegenden Launch dann doch überraschend war. Dennoch bleibt anzuwarten, ob die PSPgo den verpatzten Start wieder wettmachen kann – Sony hat vor kurzem eine neue Aktion für alle Besitzer und Neukäufer gestartet: So kann man sich noch bis Mitte Januar entweder MotorStorm: Arctic Edge, LittleBigPlanet oder Gran Turismo gratis herunterladen. Eine Besserung des Angebots im PSN-Store ist aber nach wie vor nicht in Sicht: Nur spärlich veröffentlichen Sony und die Dritthersteller ihre ehemaligen UMD-Spiele im Playstation Store. Erste Gerüchte um eine PSP 4000 mit UMD-Laufwerk kursieren bereits seit längerem im Netz. Ob die PSPgo bereits im nächsten Jahr wieder ersetzt wird, kann zurzeit noch nicht gesagt werden. Geht es nach den Spielern, sollte Sony schleunigst wieder stärker auf das UMD-Format setzen – das „Experiment PSPgo“ ist jedenfalls nach hinten losgegangen und Sony muss in vielen Punkten dringend nachbessern, will man nicht noch mehr Spieler an die Konkurrenz verlieren. Denn bekanntlich mischt Apple mit iPhone und iPod Touch seit einiger Zeit kräftig den Handheldmarkt auf – und das ausschließlich mit digitalen Angeboten...

Jakob Koch für PlaystationPortable.de
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