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Zwei Ansichten zur 'PSP go'


Autor: Jakob Koch

Kategorie: Hardware
Umfang: 2 Seiten


Kommentare:

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PSP Artikel vom 10.06.2009


KONTRA:


Selten hat mich eine Handheldankündigung so dermaßen kalt gelassen wie die der PSP Go. Außer vielleicht die praktisch gar nicht veränderten 2000er und 3000er Varianten - jawohl, bei mir ist immer noch die alte Launchversion der PSP im Einsatz und sie wird es, so wie es momentan aussieht, auch noch eine ganze Weile bleiben.

Warum mich die PSP Go nicht anspricht? Sie bietet einfach keine einzige sinnvolle Verbesserung, aber dafür jede Menge Verschlechterungen. Fangen wir mit dem Design an: Es ist zwar neu, aber es ist einfach nicht hübsch. Böse Stimmen behaupten, dass sie aussieht wie Eric Cartman und auch mir fehlt einfach das gewisse Etwas, das sie wirklich schick macht. Da wäre deutlich mehr drin gewesen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der kratzanfällige Bildschirm auch bei der PSP Go völlig ungeschützt an der Oberfläche liegt - ein Clamshell-Design wäre deutlich sinnvoller gewesen und wieder muss man sich mit diversen Schutzfolien oder klobigen Schutztaschen rumschlagen.

Technisch kann die PSP Go genau das, was auch meine alte 1000er kann. Die von der Fangemeinde heiß ersehnten Features wie ein zweiter Analogstick oder ein Touchscreen wird es anscheinend erst mit der PSP2 geben. Dafür wurde der UMD-Slot eingespart und damit jede Menge Probleme geschaffen: Was mache ich als Besitzer einer alten PSP mit meinen bisherigen Spielen? Sony hat zwar ein Austauschprogramm angekündigt, die Details liegen aber noch im Argen.

Höchstwahrscheinlich wird es daraus hinauslaufen, dass ich meine UMDs an Sony schicke und dafür Downloadcodes bekomme. Ansonsten könnte sich jeder in einer Videothek eine riesige Sammlung an PSP Go-Spielen zusammenleihen oder die alten Spiele gebraucht weiterverkaufen. Das Problem dabei ist, wie Sony mit Importen, Demo-UMDs oder den hier massenhaft rumliegenden Presse-UMDs umgeht. Ich hege jedenfalls keine Hoffnung, dass man auch obskure japanische Spiele umtauschen kann - Sony ist eben nicht ohne Grund gegen Importe vorgegangen. Gleichzeitig verhindert die Download-Strategie natürlich auch effektiv, dass man günstige gebrauchte Spiele kaufen kann. Für Sony ist das natürlich höchst erwünscht, ich als Kunde ärgere mich natürlich extrem.

Dazu kommen die üblichen Probleme der digitalen Downloads, die momentan noch völlig ungeklärt sind: Was passiert, wenn ich meine PSP Go verliere, sie defekt ist oder sie geklaut wird? Kann ich meine Spiele dann trotzdem behalten oder muss ich alles teuer neu kaufen? Und was mache ich, wenn Sony irgendwann den Support für die PSP einstellt? Wie komme ich dann an neue Spiele? UMDs bekomme ich dann immer noch, aber bei der Go bleibt mir dann nur ein Update auf die nächste PSP.

Die letzte Unverschämtheit am Schluss: Die PSP Go soll 250$ kosten, was bei der bisherigen Preispolitik auf 250€ hinauslaufen wird. Eine "alte" Playstation Portable kostet hingegen im Angebot mittlerweile um die 140€ mit einem Spiel, selbst der normale Straßenpreis liegt nur ein paar Euro drüber. Mit der PSP Go spart Sony einiges an Kosten ein - die Produktionskosten dürften seit 2004 auch gefallen sein, UMDs müssen nicht mehr gepresst, an die Händler geliefert werden und die Händlermarge fällt auch weg. Wieso sollte ich mehr für eine Konsole zahlen, die weniger kann?

Satan Claus für PlaystationPortable.de
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