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Kao Challengers


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Kao Challengers Review vom 15.11.2005

Das Aufgebot an Jump 'n Runs ist auf der Playstation Portable noch äußerst dürftig. Umso geschickter war die Aktion von Atari, das kleine Knuddelkänguru Kao aus der Mottenkiste zu kramen und entsprechend für Sonys Wundermaschine zu konvertieren. Auf einem Handheld, bei dem man sich vor Mario nicht fürchten muss, sicherlich eine löbliche Idee. Doch kann das 1 zu 1 Remake von Kao the Kangaroo: Round 2 im Miniformat für Freudensprünge sorgen?

Was zum Geier ist Ziel des Spiels?
Unser kleiner Freund mit extra starker Sprungmuskulatur ist in Gefangenschaft geraten. Nur er kann die Tierwelt vor den bösen Machenschaften des Jägers retten, doch dazu muss erst er selbst aus einem Käfig befreit werden. Doch der Papagei ist schon unterwegs, ihn aus seiner misslichen Lage zu retten. Aus dem Käfig geholt, kann es dann losgehen. Kao muss nun über 20 Welten von der Arktis bis zu den trockenen Gefilden des australischen Outbacks durchstöbern, zahlreiche zottelige und weniger behaarte Tierfreunde befreien und dabei die Fäuste schwingen lassen.

Die Story des Spiels wird komplett in deutscher Sprachausgabe wiedergegeben, doch scheinen die Synchronstimmen nicht ganz bei der Sache gewesen zu sein. Die Erzählungen kommen so trocken und langweilig herüber, als trage die Enkelin ihrem Großvater zum 80. Geburtstag ein Gedicht vor. Leider geht hier schon viel von der Stimmung verloren und es kommt einem so vor, als nehme sich das Spiel nicht so ernst wie zum Beispiel das französische Hüpfpendant mit dem gliedmaßenlosen Helden Rayman.

Das Spiel an sich ist ein Plattformtitel mit allen Basics. So gibt es eine Oberwelt, in der es gilt die weiteren Level auszusuchen. Das eine oder andere Mal benötigt man zum Weiterkommen, erst eine gewisse Anzahl von sammelbaren Objekten, bevor sich die Tür zur nächsten Ebene öffnen lässt. So ist beispielsweise das erste Ziel, über 3000 Münzen einzusammeln, um innerhalb der Docks ein weiteres Tor zu öffnen. Um dieses Ziel zu erreichen, heißt es Hüpfen, Springen, Schlagen… Nicht nur grafisch ähnelt das Spiel dem wohl offensichtlichen Vorbild Rayman. In den anfänglichen Leveln werden dem Spieler nach und nach die diversen Moves erklärt, man lernt Gegenstände wie Kastanien oder den Bumerang zu nutzen und rettet die ersten tierischen Begleiter. Dem tapferen Känguru stehen auch wieder der hilfreiche Papagei und das niedliche Glühwürmchen zur Seite. Mit ihrer Hilfe können Türen geöffnet oder Rätsel gelüftet werden. Das Leveldesign an sich bietet viel Abwechslung und nach und nach lernt man neue Fähigkeiten kennen, die einem das Spiel erleichtern.

Zwischen den Leveln gib es immer mal wieder einige spaßige Geschicklichkeitseinlagen. Hier müsst ihr beispielsweise in einem Fass den Fluss hinab schwimmen, auf einem Snowboard den Hang hinunter rasen, auf dem Rücken eines Pelikans fliegen oder mit einem Motorboot um die Wette fahren.

Im Spiel gibt es keine Lebensanzeige, denn unser Känguru ist quasi unkaputtbar. Wenn man all seine Lebensenergie verliert oder in ein Loch stürzt, so fängt man an speziellen Rücksetztpunkten des Levels erneut an. Diese werden in Form von bimmelnden Glöckchen am Wegesrand dargestellt. Schafft man einen Level, so hilft eine Statistik zu sehen, welche der einsammelbaren Items man alles ergattern konnte. Ist man mit seiner Leistung unzufrieden, so kann man zurück in ein schon besuchtes Level reisen und die fehlenden Objekte ergattern.

Der Schwierigkeitgrad des Spiels ist sehr angenehm, nur die Spieldauer kann je nach Spielertyp von niedrig bis mittel tendieren. Erfahrene Spieler können das Abenteuer in weniger als 10 Stunden schaffen. Wenn man jedoch jedes Item einsammeln möchte, um alles zu 100% geschafft zu haben, braucht man einige Stunden länger.

Steuerung:
Da könnte man doch glatt im Achteck springen. Die Steuerung von Kao Challengers ist durchaus gelungen. Doch manchmal kommt es doch zu Frustpassagen, wenn mal wieder die Kameraführung nicht so möchte wie der Spieler will. Bei entscheidenden Sprungpassagenn kann diese Unachtsamkeit sehr nervtötend sein. Die vielen Moves des wuschligen Kängurus erlernt man schnell und einfach, da man bei den diversen Tierfreunden einige Lehrstunden absolvieren muss.

Grafik:
Im Direktvergleich mit den Konsolenfassungen hat man grafisch kleinere Abzüge verzeichen müssen. Ansonsten bekommt man ein buntes Spektrum an Farben präsentiert. Niedliche Charaktere, die man sonst wohl eher von Nintendo kennt, gehören hier zum Alltag. Die Umgebungsgrafiken sorgen für Abwechslung und sind auch recht hübsch anzusehen. Zwar kratzt man hier nicht in den oberen Regionen der PSP Leistung herum, dennoch bekommt man ein niedliches Gesamtkonzept geboten. An die Klasse eines Mario oder Rayman kommt man jedoch nicht heran.


Sound:
Die Sprachausgabe ist zwar nett gemeint, dennoch sorgt sie eher für einen negativen Eindruck. Die Sprecher kommen einfach zu gelangweilt herüber und Sprechen mit dem Vokabular eines Erstklässlers. Die Soundeffekte sind knallig und peppig, wie man so was von einem Jump 'n Run erwartet.

Multiplayer:
Kommen wir zur einzigen Neuerung seit der Konsolenversion vor knapp einem Jahr. Im Multiplayermodus kann man zwischen einem Wettrennen oder dem Kampfmodus wählen. Auf den diversen Karten kann nun mit unterschiedlichen Charakteren um den Thron gekämpft werden. Ein nettes Feature, jedoch kein wirklicher Kaufgrund.


Fazit:
Kao Challengers kommt nicht ganz an die Klasse eines Marios oder eines Raymans herran. Besitzer von Kao the Kangaroo: Round 2 können den 1 zu 1 PSP-Ableger getrost außer Acht lassen. Viel hat sich seit der Veröffentlichung auf den Konsolen nicht getan - egal ob in positiver oder negativer Hinsicht. Das Spiel wendet sich im Handheldformat auch weiterhin an eine jüngere Zielgruppe. Doch auch ältere Semester, die gerne mal eine Runde Jumpen und Runnen möchten, sei der Titel mangels würdiger Genre-Konkurrenz und dem günstigen Preis von ca. 30€ ans Herz gelegt.

Kevin Jensen für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Atari für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars



GAMEPLAY
7 von 10
Lustiges Jump 'n Run mit allen Basics
GRAFIK
7 von 10
Bunte Texturen & niedliche Charaktere
SOUND
5 von 10
Seltsame Sprachausgabe, amüsante Soundeffekte
FEATURES
7 von 10
Recht kurzes Abenteuer mit einigen Abwechlsungsmomenten
MULTIPLAYER
6 von 10
Kurzweilig spaßige Action
GESAMT-
WERTUNG:
70%
Mobilitätsfaktor: [6 /10]
"Recht lange Ladezeiten, die Level sind zu umfangreich für kurze Busfahrten."







Details
Spielname:
Kao Challengers

Publisher:
Atari

Developer:
Atari

Genre:
Jump 'n Run

Release:
27.10.2005 (erschienen)

Multiplayer:
ja

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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