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Der Herr der Ringe - Taktiken


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Der Herr der Ringe - Taktiken Review vom 15.02.2006

Alle Jahre wieder...

Bei dem Stichwort "Der Herr der Ringe" werden Buchliebhaber hellhörig, geraten Film-Fans ins Schwärmen und Southpark-Kenner bekommen leichte Zuckungen in den Mundwinkeln. Der Otto-Normal-Videospieltester verzieht jedoch leicht schmerzverzerrt das Gesicht und stöhnt ein "nicht schon wieder" zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervor. Heisa, die Elben sind wieder da. Auch 2006 verschonen uns Legolas, Arwen und Mr. Smith, pardon, Elrond aus Bruchtal, nicht mit ihrer Anwesenheit im Videospielbusiness.

Nach zahlreichen Game Boy Advance Titeln war es nur eine Frage der Zeit, bis Sonys Handheld auch sein Fett weg bekommt und Electronic Arts sich "erbarmt", die Ringe auf der Playstation Portable klimpern zu lassen. Anders als die Konsolen-Umsetzungen, die allesamt mit simplem Haudrauf-Ichprügeldichweg-Gameplay aufwarten konnten, orientiert sich Der Herr der Ringe - Taktiken mehr am letzten GBA-Teil Das dritte Zeitalter. Dieser (leicht dreiste) Fire Emblem Klon war ein nettes Strategiespiel für Zwischendurch, das jedoch über manche Spielhürden stolperte und am Ende eine gute Wertung auf PlanetGameboy.de in den Sand setzte. Hoffe wir, dass die PSP-Fassung hier aus anderem Holz geschnitzt ist.

Beginnen tut das ganze Brimborium gar nicht einmal schlecht: Gleich zu Spielbeginn zeigt sich, wofür so eine UMD mit 1,8 GB Speicherplatz so alles gut ist, nämlich für digitalisierte Filmsequenzen. Zwar erreicht deren Auflösung nicht einmal annähernd UMD-Film-Niveau, trotzdem ist bei Fans die Wiedererkennung da und der "Ringer" freut sich. Electronic Arts packte sämtliche Filme in ein Spiel, so dass man nicht nur auf der Wetterspitze kämpfen darf, sondern auch die Reiter von Rohirin in die Schlacht führt und am Ende gegen Saurons Armee vor den Toren der Weißen Stadt Gondor antritt. Leider werden Film-Unkundige etwas allein gelassen, da die Story-Bruchstücke der bewegten Sequenzen recht harsch zusammengeschnitten wurden (und ab und an auch mal ein Satz plötzlich unterbrochen wird, weil die deutsche Synchronisation noch nicht mit ihm fertig war). Die Kenntnis der (Film-)Vorlage ist also Pflicht!

Das Spiel selber ist eine Mischung aus Advance Wars, Fire Emblem und einem Rollenspiel wie Baldurs Gate: Auf einer großen Mittelerde-Karte wählt man sein nächstes Reiseziel aus, bearbeitet die Helden und kauft im Shop (dazu später mehr), bekommt eine Zwischensequenz präsentiert und landet bereits mitten im Kampfgetümmel. Meist hat man einen speziellen Auftrag zu erfüllen (töte alle Feinde, entkomme, halte 10 Runden aus, etc.), der sich alles andere als einfach gestaltet. Zum Glück gibt es drei verschiedene Schwierigkeitsgrade, die einem dabei helfen, den Ring zu zerstören... oder wieder zu erlangen! Denn wie jedes gute Strategie-Spiel ermöglicht auch Der Herr der Ringe - Taktiken das Schlüpfen in die Haut des Feindes, inklusive Hexenkönig und Sauron, dem dunklen Herrscher.

Während der Level wird rundenweise gezogen, was für einen Handheld vorteilhafter als Echtzeitstrategie ist. In der schmucken 3D-Grafik teilt sich das Spielfeld meist in zwei Hälften, die jeweils von einer Partei besetzt ist. Auf der Seite des Spielers stehen grundsätzlich einer oder mehrere Helden, die wie erwähnt im Vorfeld ausgerüstet werden können. Im Shop gibt es dazu Heil- und Aufputschmittel (Dopingkontrollen in Mittelerde? Vergiss es!) sowie neue Fähigkeiten zu kaufen. Nach jedem erfolgreichen Kampf erhalten die Helden Erfahrungspunkte und steigen Level auf, so dass sie von Mal zu Mal stärker werden (was durchaus nötig ist, denn auch die Gegner machen diese Schritte mit, so dass sich das Gleichgewicht eigentlich immer die Wage hält...). Neue Sonderfähigkeiten werden so nach und nach freigeschaltet, trotzdem wirkt es etwas befremdlich, wenn ein Obermotz wie Sauron oder der Balrog mit ihren Angriffen, die im Film ganze Armeen zerfetzten, gerade einmal 30 oder weniger Schaden machen - oder sogar nicht treffen! Hier musste der Realismus dem Spielprinzip weichen, denn auch ein Legolas kann einmal daneben schießen.

Zug um Zug geht nun der Kampf um die besten Plätze. Untergrund und Stellung müssen beachtet werden: Der Pfeil eines Bogenschützen hat nun einmal mehr Wucht, wenn er von weiter oben geschossen wird, als wenn ein Warg-Reiter im Schlamm stecken bleibt und einen Großteil seiner Wendigkeit verliert.

Jede Runde unterteilt sich in zwei Phasen, die Bewegungs- und Angriffsphase. Während der ersteren werden die Figuren in Stellung gebracht, was strategisches Geschick erfordert. Treffen zwei Gegner aufeinander, unterbrechen sie ihr Bewegungsmuster und stehen sich grimmig gegenüber. Das hat den Vorteil, dass man spezielle Figuren blockieren kann, damit sie z.B. den zu beschützenden Frodo nicht erreichen. Es wirkt aber spätestens dann lächerlich, wenn ein Pimpf wie Sam Gamdschie eine Horde Orks allein durch seine Anwesenheit vor seinem Kumpel davon abhalten kann, diesen einfach kalt zu machen und ihm den Ring zu mopsen.
In der zweiten Phase, dem Kampf, kann sich der Spieler entscheiden, welchem Gegner er mit Knüppel, Schwert, Stein, Axt, Bogen, etc. eins über die Rübe geben will. Doch Vorsicht: Entfernungsangriffe sind nur dann möglich, wenn a) Sichtkontakt besteht, b) niemand gerade im Weg herumlungert und c) niemand gerade genau vor einem steht und wild mit dem Schwert fuchtelt. Hier soll man gefälligst diesem Kumpan eins über den Schädel klopfen.

Hat man seine Wahl getroffen (es steht u.a. auch frei, einen Heiltrank zu schlucken), dann geht sie los, die wilde Keilerei. Mit Gegrunze und Geschrei gehen die zwei Parteien aufeinander los und geben sich gegenseitig Schadenspunkte, hauen auch mal daneben oder benutzen ihre Spezialfähigkeiten, um den Gegenüber mal so richtig bluten zu sehen.

Gameplay:
Wer am Ende gut gekämpft hat, wird besonders belohnt: Gute Kämpfer erhalten Bonus-Missionen, in denen sich die Erfahrungspunkte so richtig aufstocken lassen. Das ist auch bitter notwendig, denn gegen Ende werden die an die Filme angelegten Schlachten immer härter und fordern so einiges an taktischem Geschick ab. Der richtige Spielspaß will aber nur dann aufkommen, wenn man es endlich geschafft hat, ein paar mächtige Angriffe zu bekommen. Vorher vermöbeln einen die Orks oder Rohirin/Elben/etc. ganz schön, was nicht gerade für Motivation sorgt. Außerdem ist der Tod eines Gefährten längst nicht so tragisch wie in einem Fire Emblem, wo die Figur dann auch für den Rest des Spiels aussetzt. Damit verlieren die Charaktere an Substanz und man schickt lächeln einen Zwerg wie Gimli ins Verderben - er kommt ja bei der nächsten Gelegenheit wieder!
Immerhin lässt sich das etwas blutleere Geschehen (obwohl es doch recht brutal gehalten ist) einigermaßen gut steuern. Dank des Analog-Nubs, der ein Rotieren der Kamera erlaubt, hat man meistens eine ganz gute Übersicht über die Figuren. Ab und zu kann es jedoch vorkommen, dass diese durch Level-Teile verdeckt werden, was vor allem die Bewegungsphase zu einem Geduldspiel werden lässt.
Die Tastenanordnung ist logisch und ermöglicht ein flüssiges Spielen. Dank der Durchschaltmöglichkeit mit den L und R Tasten ist man auch nicht so darauf angewiesen, zu erkennen, wer denn jetzt eigentlich zu einem gehört und wer nicht.

Grafik:
Neben schicken Zwischensequenzen, deren Auflösung ungefähr an die von eigenen konvertierten Filmen herankommt, präsentiert sich die Grafik für PSP-Verhältnisse recht ordentlich. Ab und an trüben Ruckler und Slowdowns das Geschehen, was bei einem Runden basierten Spiel jedoch nicht weiter ins Gewicht fällt. Die Helden sind gut als ihre Film-Pendants zu erkennen, nur von den Animationen her hätte man den Polygon-Männchen etwas mehr mitgeben können.

Die Umgebungsgrafik schwankt zwischen Details und Leere: Einerseits sind manche Level wie der Kampf in Moria recht schön gestaltet, andererseits sind die Hintergründe farbliches Einerlei und bestechen nicht gerade durch schönes Ambiente, das man von Mittelerde her kennt. Viel Platz zum Erkunden bleibt aber eh nicht, insgesamt verfügt Der Herr der Ringe - Taktiken über eine zweckmäßige Grafik.

Sound:
Aaah, da ist er wieder. Herr der Ringe-Spieler und Fans werden die vertrauten Melodien sofort erkennen (ich kann sie selber langsam nicht mehr hören...), die bisher in ihren Weg in jede Versoftung fanden. Trotzdem fühlt man sich sofort heimisch und irgendwie geborgen. Je nach Spielsituation wird mal heftiger mal schwächer an der Sound-Schraube gedreht. Die Zwischensequenzen klingen etwas leise, dafür versteht man die Sprache sehr gut.
Apropos Sprache: Diese ist während der Kämpfe so gut wie nicht vorhanden. Ein paar Kampfschreie, das war's. Hier hätte etwas mehr Interaktion auch zwischen den Figuren gut getan und dem Spiel etwas mehr "Seele" gegeben.
Die Soundeffekte klingen teilweise etwas dumpf und lassen die Klarheit aus den Filmen vermissen.

Features und Besonderheiten:
Dank der verschiedenen Schwierigkeitsgrade, der unterschiedlichen Parteien und der daraus resultierenden vielen Levels (inklusive freischaltbarer) ist man eine ganze Weile beschäftigt. Die vielen Sonderfähigkeiten laden zum Kauf ein. Leider besitzt man nie annähernd genug Geld, um wirklich alle Figuren komplett hochzupowern, was schade ist, da (wie erwähnt) der Reiz der Rollenspielelemente genau in dieser Aufrüstbarkeit liegt.


Multiplayer:
Wetzt die Schwerter, meine tapferen Gesellen! Bis zu vier PSP-Jünger mit jeweils einer UMD dürfen sich ins Schlachtengetümmel stürzen. Dabei ist es egal, ob mal die Mächte des Bösen gemeinsam mit denen des Guten kämpfen. Hier kommt dem der Fleiß zu Gute, den manch einer vorher in das Aufrüsten seiner Figuren gesteckt hat. Denn deren Werte können entscheiden über Sieg und Niederlage.


Fazit:
Electronic Arts liefert mit dem ersten (und sicher nicht letzten) Herr der Ringe-Auftritt auf der Playstation Portable ein ordentliches Stück Software ab. Auf Grund mangelnder Alternativen (einzige Metal Gear Ac!d schlägt in die selbe Kerbe) sollten Taktik-Fans einmal einen Blick riskieren. HDR-Fans werden sowieso zuschlagen, sich aber auf Grund der leicht blutleeren Präsentation etwas verwirrt fühlen. Das Ambiente und das Epische der Film-Trilogie können auch die zahlreichen Zwischensequenzen nicht aufrecht erhalten, zu wenig wurde hier zur Stimmungsmache reingepackt. Insgesamt ein nettes Spiel ohne besondere Höhen und Tiefen.

Christian Nork [Trunx] für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
7 von 10
Akzeptable Ladezeiten und gute Steuerung
GRAFIK
6 von 10
Etwas blutleer, aber mit Wiedererkennungswert
SOUND
7 von 10
Fans werden sich über bekannte Melodien freuen
FEATURES
8 von 10
Zwischensequenzen, viel zu Sehen und Freizuspielen
MULTIPLAYER
6 von 10
Schade: Jeder benötigt ein eigenes Spiel für packende Schlachten
GESAMT-
WERTUNG:
77%
Mobilitätsfaktor: [7 /10]
"Strategie ist für Handhelden ideal. Die noch im Rahmen des Vernünftigen liegenden Ladezeiten und die Steuerung tun ihr Übriges."







Details
Spielname:
Der Herr der Ringe - Taktiken

Publisher:
Electronic Arts

Developer:
Electronic Arts

Genre:
Strategie

Release:
10.11.2005 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

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