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X-Men Legends 2: Rise of the Apocalypse


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X-Men Legends 2: Rise of the Apocalypse Review vom 20.12.2005

Mutabor!
Kaum eine andere Superhelden-Combo ist so erfolgreich wie sie. Spätestens durch die beiden erfolgreichen Kinoverfilmungen sind die X-Men auch Nicht-Comic-Freaks bestens bekannt, der dritte Teil erscheint 2006 und soll ein weiteres Mal für volle Lichtspielhäuser sorgen.
Auf der Playstation Portable ist es schon der dritte Auftritt von Marvel-Superhelden, doch dieses Mal eindeutig der stimmigste. Denn X-Men Legends 2 – Rise of Apocalypse ist eines der besten Games des Jahres 2006 und die Fortsetzung eines Rollenspiels, das bereits im Vorjahr auf dem Nokia N-Gage zu ersten Handheldehren kam. Auch, wenn X-Men Legends 2 eine weitere „beinahe 1:1 Umsetzung“ der Playstation 2 Version ist, schafft es dieses Spiel mit Leichtigkeit, den noch recht einsamen Thron der Rollenspiele zu erklimmen.

Die Story ist dabei noch das Banalste am ganzen Spiel: Der unsterbliche Übermutant Apocalypse (Prädikat: Unglaublich Böse und furchtbar sauer) hat es sich in den Kopf gesetzt, die Welt mit Angst und Schrecken zu überziehen, um in Ruhe auf den Ruinen herrschen zu können (auch irgendwie blöd: Da hat man sämtliche Sklaven getötet und muss sich jetzt seinen Kaffee alleine machen…). Die X-Men, ihres Zeichens Wächter des Guten und mit einigen wilden Fähigkeiten ausgestattet, verbünden sich mit ihren Erzfeinden, der im letzten Teil noch bekämpften Bruderschaft unter Führung von Magneto, um dem Treiben des Ägypters ein Ende zu setzen. Bis es nach zahlreichen Missionen heißt „Auftrag erledigt“ vergeht viel Zeit, denn die Legenden der X-Men sind umfangreicher als der Untergrund unter der „Schule für besonders Begabte“.

Das Geschehen wird regelmäßig von schicken Render-Filmchen weiter getrieben, die qualitativ erste Sahne sind und nach jedem erfolgreichen Akt (es gibt derer fünf) auftauchen. Zu Beginn bekommt man im Schnelldurchlauf die Steuerung verklickert, was nicht unbedingt schwer fällt, jedoch die eine oder andere Überraschung vermeidet (gerade Fliegen und Brücken bauen sind zwei seeehr wichtige Fähigkeiten).
Gesteuert wird, im Gegensatz zu ähnlichen Spielen wie Untold Legends, nicht nur ein einziger stolzer Recke, sondern eine ganze Gruppe von derer vier. Zwischen ihnen kann man jederzeit wechseln, dann steuert der Computer sogar recht intelligent und hilfreich mit. Oder man schnappt sich drei Kumpel mit jeweils einer PSP, einem X-Men Legends 2 UMDchen und los geht die muntere Multiplayer-Keilerei. Wer so etwas nicht zur Hand hat (oder wessen Freunde einfach zu geizig sind, sich eine PSP zu kaufen (Banausen!)), der greift auf den schmucken Online-Modus zurück, der von GameSpy geliefert wird. Leider war zum Testzeitpunkt nicht ein einziger Mutant online, weshalb wir diesen Teil leider für später aufsparen müssen.

Überhaupt läuft alles, wenn man es denn so will, automatisch, selbst das Anziehen der Rüstungen, das Aufleveln und das Heilen. Praktisch, so muss man für die anderen drei nicht immer die Nanny spielen und kann sich auf seinen persönlichen Liebling konzentrieren. Als Nicht-X-Men Kenner kann das Finden von diesem auch ein Weilchen dauern, dann X-Men Legends 2 verfügt über eine ganze Palette an Superhelden (Stichwort „Im Dutzend billiger“). Praktisch jedoch auch, weil man durch den Automatismus nicht ständig ins Helden-Menü braucht, welches wie das ganze Game an einem besonderen Punkt krankt: Die Ladezeiten. Hier kommt voll zu Tage, wo der Ursprung des Spiels liegt, nämlich im Heimbereich. 30 Sekunden für einen Wechsel von Abschnitt zu Abschnitt liegen noch im Rahmen des Erträglichen, schließlich sind diese recht umfangreich. Aber warum die UMD jedes Mal ordentlich zu rotieren anfängt, wenn ich Wolverine einen neuen Gürtel anlegen will und das bis zu sechs Sekunden dauern kann, entzieht sich dem Verständnis eines Testers. Beim Speichern wird’s besonders schlimm, denn danach werden während des Weiterspielens Daten von der Disc geschaufelt und das sonst flüssige Geschehen gerät immens ins Stocken! Wenn jetzt Gegner auftauchen verwandelt sich der Kampf in eine Stop-Motion-Komödie, bei der sogar der King Kong von 1933 einen Lachanfall bekommen würde. Ein ganz, ganz dickes Minus auf der Mobilitätsfaktor-Seite!

Trotzdem macht X-Men Legends 2 unheimlich viel Laune. Das liegt vor allem auch daran, dass die sehr schön gestaltete Umgebung sich freudig zertrümmern lässt. Ob Kisten, Fässer oder Steine, man muss sich nur trauen, kräftig drauf zu hauen. Meist wird man mit ein paar TechBits belohnt, dem mutantischen Äquivalent zum Euro, mit denen man im Hauptquartier beim Handels-Mutanten neue Waffen, Energie- und Magie-Tränke kaufen kann.
Wobei Magie nicht das richtige Wort ist, „Mutantenkraft“ trifft es eher: Bei jeder Anwendung der speziellen Fähigkeiten eurer Helden geht ein wenig blauer Saft verloren, den man erst nach und nach wieder gewinnt. Im Prinzip also nichts anderes als Zauberkraft für alle! Durch die zahlreichen Kräfte experimentiert man immer wieder einmal mit den Figuren herum, bis man am Ende die beste Superhelden-Combo gefunden hat, die einem Spaß macht. Je nach Figuren ändern sich auch hin und wieder ein paar Kommentare im Spiel, so dass es sich lohnt, nach dem Abspann mit einem anderen Gespann auf Gegner-Hatz zu gehen.

Sind die Legenden ein Rollenspiel? Jein, eigentlich ist X-Men Legends 2 nichts anderes als ein waschechtes Hack n Slay in bester Diablo-Tradition! Wer auf das Sammeln von Gegenständen und das heitere (und unblutige) Vermöbeln von Gegner steht, der ist hier auf jeden Fall richtig.

Gameplay:
Steuerungstechnisch hat man einfach die PS2-Version übernommen und den fehlenden zweiten Stick, der für eine rotierende Kamera sorgte, durch eine Tastenkombination ersetzt. Bis auf ein paar Szenen ist das auch sehr gut gelungen und man hat die meiste Zeit den vollen Überblick, den man besonders in den gelungenen Endgegner-Kämpfen benötigt.
Durch Shortcuts hat man schnell die Mutanten-Fähigkeiten zur Hand, auch Tränke und Säfte lassen sich im Schnellverfahren anwählen. Durch die langen Menü-Ladezeiten vergeht einem jedoch recht schnell die Lust, bei jeder Levelerhöhung (die es Anfangs fast im Minutentakt gibt) Punkte und Attribute zu verteilen. Das übernimmt zum Glück der Computer und macht das gar nicht einmal schlecht. Wem’s nicht passt, der kann das über den Laden-Besitzer auch wieder ändern lassen. Meistens funktioniert es jedoch einwandfrei.

Die Kämpfe gestalten sich abwechslungsreich und dank des großen Displays auch übersichtlich, so dass hier keine Klagen aufkommen. Ab und an hätte man sich jedoch gewünscht, dass die Figuren einen Zacken schneller reagieren, wenn man ihnen befielt, per Eisattacke oder Psychokinese den nächsten Gegner platt zu machen.

Grafik:
X-Men Legends 2 ist das, was die Amis „gorgeous“ nennen: Einfach atemberaubend schön. Wunderbare Grafik mit tollen Schatteneffekten holen einiges aus dem Maschinchen heraus, so dass die PSP sogar die PS2 Fassung übertrifft. Kleine Details erfreuen immer wieder das Auge, Flammen züngeln in der Gegend herum und die grandiosen Endgegner laden geradezu zum Einschlagen ein. Das Ganze geht auch die meiste Zeit gut, nur bei übermäßig vielen Gegnern oder manchen Endkämpfen kommt es zu Slowdowns, die jedoch beim Spielen eher helfen, als behindern. Trotzdem hat man das Gefühl, dass hier der PSP manchmal ein wenig zu viel abverlangt wird.
Das zeigt sich besonders, wenn man versucht, bei hellem Licht zu spielen. Das… geht… einfach… nicht! X-Men Legends 2 ist eines der dunkelsten PSP-Spiele, die bisher erschienen sind. Selbst bei guter Beleuchtung sieht man ab und zu nicht, ob sich dort jetzt noch ein Gegner versteckt oder nicht! Etwas bessere Handheldanpassung hätte hier Not getan.

Beeindruckend sind auch die Animationen, wobei hier natürlich die X-Men als Helden besonders hervorstechen. Denn die Gegner sehen alle relativ gleich aus, verfügen über das selbe Modell, auf das einfach nur andere Texturen geklatscht wurden, bringen durch ihre Kommentare aber trotzdem gute Stimmung rüber.

Sound:
Was uns zum Sound bringt. Wie gerade erwähnt werden die Kämpfe immer wieder von gesprochenen Kommentaren untermalt, die die Stimmung des Spiels noch weiter anheizen. Das Voice-Acting ist ausgezeichnet, verzichtet aber auf die Sprecher der Filme, was ein wenig schade ist. Die Alternativen machen ihren Job trotzdem sehr gut, großes Lob an die deutsche Lokalisierung!
Ab und an hängt der Ton in den Missions-Briefings etwas hinterher, fängt sich nach einer Weile aber wieder ein. Während des Spielens hat man zusätzliche Texttafeln, so dass man auch ohne Ton durch die Dungeons hetzen kann.

Musikalisch ist für Abwechslung gesorgt. Stimmungsvolle Gesänge, packende Rhythmen und ein im Kampf anziehender Soundtrack machen Kopfhörer zur Pflicht. Doch auch aus den kleinen PSP-Lautsprechern dringt der Ton erstaunlich laut und knackig.

Features und Besonderheiten:
Wer ein Feuerwerk an Zusatz-Features sehen will, der kauft sich dieses Spiel: Überall auf der Welt liegen die verschiedensten Items herum (eigentlich seltsam: Was sucht eine CD für den Gefahrenraum im Dschungel??), mit denen sich zusätzliche Missionen, Outfits und Zeichnungen freischalten lassen. Besonders beeindrucken sind die spielbaren Comic-Missionen, in denen Original-Geschichten aus den bunten Heftchen nachgestellt wurden. Besser kann man einen Fan eigentlich nicht bedienen. Viele Stunden Spielzeit, gut positionierte Speicherpunkte, drei Schwierigkeitsgrade… Herz, was begehrst du mehr?

Multiplayer:
Wie Eingangs erwähnt scheitert der Online-Multiplayer bisher an weiteren Mitspielern. Also: Kaufen und bei uns im Forum melden!
Im lokalen Mehrspielervergnügen können bis zu vier Mutanten gleichzeitig miteinander um die Wette prügeln. Einziger Wehmutstropfen: Man darf bloß nicht ins Menü gehen! Denn sonst hält das Spiel für alle an und man kann sich die nächste Zeit mit Pixelfehler-Suchen vertreiben…

Fazit:
Der Aufstieg des Apocalypse ist geglückt, er hat den RPG-Thron erklommen und wird ihn wohl eine ganze Weile nicht einfach so hergeben. Tolle Grafik, erstklassiger Sound und mehrere Eimer voll mit Features lassen auch die mangelhafte Handheld-Anpassung des Spiels vergessen. Fans der Comics sollten auf jeden Fall sofort zugreifen, allen anderen sei ein Probespielen beim Händler des Vertrauens nahe gelegt. Aber Vorsicht! Es macht süchtig und lässt einen auch nach 20 Stunden noch nicht los!

Christian Nork für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars



GAMEPLAY
6 von 10
Lange Ladezeiten schmälern das Vergnügen
GRAFIK
8 von 10
Tolle Effekte, Animationen, Details, einfach alles
SOUND
8 von 10
Erstklassiges Voice-Acting, komplett in Deutsch
FEATURES
9 von 10
Herausragend! Besser geht es eigentlich kaum!
MULTIPLAYER
7 von 10
Online und Offline um die Wette prügeln macht Laune
GESAMT-
WERTUNG:
86%
Mobilitätsfaktor: [3 /10]
"Zu Dunkel und mit zu langen Ladezeiten merkt man dem Spiel zu sehr die Herkunft von der Playstation 2 an. Etwas bessere Handheldanpassung wäre gut gewesen."







Details
Spielname:
X-Men Legends 2: Rise of the Apocalypse

Publisher:
Activision

Developer:


Genre:
Rollenspiel

Release:
25.11.2005 (erschienen)

Multiplayer:
ja (auch online)

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

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