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Innocent Life: A futuristic Harvest Moon


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Innocent Life: A futuristic Harvest Moon Review vom 27.04.2007

Jean-Jacques Rousseau gehörte zu den großen Denkern seiner Zeit und er verabscheute die zeitgenössisch, etablierte Kultur und damalige Gesellschaft. Seine Sozialkritik ging sogar soweit, dass es ein berühmtes Zitat hervorbrachte: "Solange der Ackerbau geehrt wurde, gab es weder Elend noch Müßiggang, und es gab weit weniger Laster." Der Frieden des kleinen Mannes, die Unbetrübtheit der Natur und die Selbstbestimmung eines jeden Individuums zählten zu seinen Idealen. Ein Stückweit trifft diese Art von natürlicher Unabhängigkeit auf die wundersame und heile Welt des „Harvest Moon“-Makrokosmoses wieder. Marvelous Interative hat in den frühen 90ern eine Serie entwickelt, die es geschafft hat aus der Bedeutungslosigkeit zu entfliehen und zu einem Kult avancierte. Der kleine Mann, der die Freiheit genießt und Ackerbau sowie Viehzucht betreibt, bannte zahlreiche Spieler vor den Bildschirm. Stunden um Stunden vergingen, wobei die Spieler mehrere Blütezeiten durchlebten, ihre Welt pflegten, um am Ende glücklich und zufrieden ihren Lebensabend ausklingen zu lassen. Auf Wunsch mit einer liebevollen Wegbereiterin, die die Einsamkeit durchbrach, oder gänzlich auf sich gestellt, zurückgezogen als verbitterter Bauerngreis.

An dem Konzept hat sich bis heute nicht viel verändert und Harvest Moon gehört wie eh und je zu den Spieleserien, die die Massen begeistern und zahlreiche Fans immer und immer wieder vor die Bildschirme locken. Doch dieses Mal war es Zeit für Veränderung, es war Zeit für eine kleine Revolution im Hosentaschenformat. Was Marvelous Interactive diesmal auf die Beine gestellt hat, sollte die Mauern der Monotonie einreißen und eine Serie im neuen Glanze erstrahlen lassen. Das Konzept nennt sich Innocent Life: A futuristic Harvest Moon und spielt im Jahre 2022, Dr. Hope steht die Hoffnung ins Gesicht geschrieben. Der einsame Inselbewohner und Wissenschaftler hat den Durchbruch geschafft und sich seinen eigenen „Sohn“ kreiert. Dieser Junge, der weder Roboter noch Android zu sein scheint, soll die Welt zueigen machen, indem er in die Bauernstiefel schlüpft. So ackert er sprichwörtlich vor sich hin, interagiert mit anderen Inselbewohnern und muss auf eigene Faust die Bedeutung von menschlichen Eigenschaften wie Liebe, Kreativität oder Humor erkunden. Neben den typischen Aspekten eines Harvest Moons wie Ackerbau sowie Viehzucht, gilt es auch, einen Storyabschnitt zu durchleben und die Geheimnisse der Insel zu ergründen. Viele Locations können erst besucht werden, wenn die nötigen Siegel gebrochen werden und man im Spiel weiter fortgeschritten ist. Der Nachteil an dieser Geschichte ist, dass das Spiel sehr schleppend in Fahrt kommt. Zwar sorgt ein ausführliches Tutorial, dass selbst Neulinge sich schnell eingewöhnen und sich auf der Insel gut zurechtfinden, dennoch wird man erst nach und nach das gesamte Potential von Innocent Life freispielen. Ohne Moos nichts los: Zunächst geht alles darum, etwas Geld zu verdienen, denn neue Werkzeuge und andere Gegenstände warten darauf, erworben zu werden. So bekommt der Protagonist sein eigenes Stückchen Land zugewiesen und darf dieses Fleckchen Erde nun bemuttern. So wird der Boden gepflügt, Feldfrüchte angepflanzt, täglich bewässert und wenn die Zeit reif ist, kann mit der Ernte begonnen werden. Erst mit den richtigen Hilfsmitteln schafft man es, die ganzen Hindernisse auf dem Feld zu beseitigen und Rohstoffe zu gewinnen. So macht Recycling Spaß.

Geschickte Ackerbauer und Handwerker sollen belohnt werden.
Parallel zu den typischen „Harvest Moon“-Elementen kann der Charakter noch einen Ausflug in die Stadt machen, Leute treffen und den roten Faden der Story durchleben. So wartet man gespannt auf das Frühlingsfest, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und auch unser kleiner Farmer wird seinen Beitrag leisten müssen. Tage verstreifen, Jahreszeiten vergehen, die Art der Ernte ändert sich ständig und dennoch kann man als Spieler noch viel mehr leisten, als sich um seine Flora und Fauna zu kümmern. Der Faktor Menschlichkeit muss ergründet werden und so sorgen Tätigkeiten wie zwischenmenschliche Besuche, das Schauen des täglichen TV-Programms und der tägliche Fleiß dazu, dass der kleine Maschinenjunge immer menschlicher wird. Ähnlich wie in einem Rollenspiel kann man mit Geduld und schweißtreibender Arbeit die Attribute des Jungen erhöhen, neue Spielelemente freieschalten und die Insel tiefer ergründen. Nach und nach lernt man beispielsweise die Kunst des Kochens, beginnend mit einem Teekurs bis hin zum deftigen Barbecue.

Im späteren Spielverlauf werden also immer größere Bereiche der Insel aufgedeckt, der Aufwand erhöht sich und der Tag kann voll ausgenutzt werden. Selbst ein Farmroboter steht dem kleinen Maschinenmensch tapfer beiseite. Während die schier unendlichen Laufwege zu Beginn des Spiels sehr störend und demotivierend sein können, sorgt später ein Buggy für die nötige Geschwindigkeit. Mit dem fahrbaren Untersatz kann man auf der Insel umher fahren und so schneller zu den wichtigen Orten, wie beispielsweise das Kaufhaus, gelangen. Doch gerade hier haben die Entwickler ein Shopsystem auf die Beine gestellt, dass noch von Kinderkrankheiten durchzogen ist. Mit seinen Finanzen streift man durch den Laden, packt alles in den Wagen und an der Kasse angekommen werden die Objekte der Begierde herausgenommen und bezahlt. Hat man das nötige Kleingeld nicht, so wird der Kauf abgebrochen. Nicht weiter schlimm, wenn man beim Einkauf an sich nicht jedes Mal die Informationen zu den Objekten lesen müsste und auch keine Zwischensumme errechnet wird. Gerade im späteren Verlauf des Spiels, wenn große Mengen an Samen gekauft werden, kann diese Tatsache störend sein. Zudem sind die Unterhaltungen zwischen den Charakteren nicht immer gehaltvoll und wenn man sein Attribut „Liebe“ steigern möchte, ist Interaktion immens wichtig. Erst mit dem Freischalten von neuen Storyelementen kommt ein wenig Pepp ins Spiel.

Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
Zu den Neuerungen im Konzept zählt auch das Schienensystem, dass beim Ackerbau für Unterstützung sorgen soll. Ähnlich wie bei Vergnügungsparksimulationen gilt es, mit den nötigen Bauteilen ein Schienennetz aufzubauen, um so schneller und effizienter auf dem Feld arbeiten zu können. Wenn zudem der Hilfsroboter seine mechanischen Arme schwingt, verdient man im Handumdrehen eine Stange von Geld. Bei der Viehzucht wird leider keine Hilfe angeboten, da diese Angst vor technischem Schnickschnack haben.

Gameplay:
Man hat den Kern der Serie eingefangen und gekonnt ins Hosentaschenformat umgesetzt. Zwar wird man ohne die nötige Geduld bei Innocent Life: A futuristic Harvest Moon schnell die Lust verlieren, doch wer die Serie kennt und mag, findet einen grundsoliden Ableger, mit dem man zahlreiche Stunden verbringen kann. Andere werden den monotonen Spielverlauf und das tägliche Pflanzen und Ernten verfluchen. Ungeachtet der Tatsache sind die Ladezeiten des Spiels besonders löblich, denn die Entwickler haben es endlich geschafft, dass man nicht die Hälfte einer Spielzeit damit verbringt, auf ein blinkendes „Loading“ zu starren. Weiter so.

Grafik:
Optisch gesehen bekommt man eine Mischung aus Tales of Eternia mit Legend of Heroes. Eine grafisch ansprechende, wenngleich sehr bunte und japanisch angehauchte Inselwelt erwartet die Spieler. Viel Liebe zum Detail sorgt dafür, dass die Erkundung der Insel sehr lange dauern kann. Zahlreiche Videosequenzen in Spielgrafik untermalen die Geschichte und sorgen für den nötigen Flair.

Sound:
Anfangs wird die Akustik des Spiels noch begeistern können, doch wenn man ein oder zwei Jahre hinter sich gebracht hat, ist das Limit erreicht. Zu oft wiederholen sich die Musikstücke und der Griff zum Lautstärkeregler schleicht sich doch ab und an ein. Die Sounds an sich sind typischer Durchschnitt, nichts Besonderes aber auch nicht schlecht.

Features und Besonderheiten:
Der Storymodus ist das Filetstück des Spiels, man wird lange daran sitzen, bis man alles erlebt hat und wie Pinocchio von sich behaupten kann, sich wie ein „richtiger Junge“ zu fühlen. Die Spielmechaniken wiederholen sich oft und somit wird ab und an der Geduldsfaden strapaziert. Auf der Insel gibt es viel zu entdecken, seien dies Charaktere, versteckte Räume oder andere Elemente. Wer gehofft hätte, man könne seine Erlebnisse mit anderen Bauern teilen, der irrt. Denn einen Multiplayermodus bietet Innocent Life leider nicht.

Fazit:
Harvest Moon gehörte seit jeher zu der Art von Spielen, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Der Umfang ist schier unendlich, denn wenn man die Geduld aufbringen kann, täglich bei Wind und Wetter seine Felder zu bestellen, wird man immer wieder die PSP in die Hand nehmen. Der Storymodus mag zwar in mancher Hinsicht noch seine Mängel haben, so dass man Leerjahre durchleben muss und viel Zeit verloren gehen kann, doch sorgt dieses Feature für die nötige Abwechslung und etwas mehr Pepp. Die Entwickler haben es geschafft, das gewohnte Acker- und Viehzuchtkonzept in die Zukunft zu versetzen und dennoch die Kernaspekte der Serie beizubehalten. Solche Spiele stellen die Pulsader der PSP dar. Einzigartig, genau abgestimmt auf das System und vor allem mit viel Liebe zum Detail. Die Remakewelle mag zwar unaufhaltsam sein, doch ab und an schafft es ein Spiel, den müden Alltag zu überwinden. Serienfans und Meister in Sachen Ausdauer werden lange, lange Zeit mit dem Spiel verbringen können. Actionfreunde hingegen werden schon nach kurzer Zeit Innocent Life verzweifelt in die Ecke legen.

Kevin Jensen für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an dtp für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
8 von 10
Stark repetitiver Spielverlauf, der dennoch motivieren kann.
GRAFIK
8 von 10
Sehr schöne Welt, mit viel Liebe zum Detail.
SOUND
5 von 10
Auf die Dauer leider sehr eintönig.
FEATURES
7 von 10
Ein umfangreicher Storymodus und jede Menge zu entdecken.
MULTIPLAYER
0 von 10
Nicht vorhanden.
GESAMT-
WERTUNG:
80%
Mobilitätsfaktor: [8 /10]
"Sehr gute Ladezeiten und überschaubarer Spielverlauf."







Details
Spielname:
Innocent Life: A futuristic Harvest Moon

Publisher:
Interactive Marvelous

Developer:
ArtePiazza

Genre:
Rollenspiel

Release:
28.03.2007 (erschienen)

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (24)

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