WWE Smackdown vs. Raw 2006
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WWE Smackdown vs. Raw 2006
Review vom 28.02.2006
Are you ready to rumble? THQ hat den Wrestlingsport voll im Griff, denn schon seit einigen Jahren werden wir in regelmäßigen Abständen mit den neuesten Prügelepisoden ausgestattet. Es war nur eine Frage der Zeit, wann dieser Show-Sport nun erstmals auf der Playstation Portable umgesetzt werden sollte. Nun ist es soweit und wir halten eine Version von WWE Smackdown vs. Raw in den Händen.
Wer erinnert sich nicht an Hulk Hogan, der Ikone aus den 80er Jahren in Sachen Wrestling. Bis heute hat sich so einiges getan, doch eines ist immer noch ähnlich. Die Kämpfe und Showeinlagen beim Wrestling erinnern in vielen Fällen eher an eine Seifenoper und haben in manchen Kreisen einen schlechten Ruf. Überdrehtes Marketing, Schaukämpfe und Dialoge, die manch Schulmädchen besser auswendig gelernt hätten. Für den Einen ist es der wohl abgedrehteste Sport nach den Hahnenkämpfen in Ecuador, für den Anderen ist es ein Fun-Sport mit ganz persönlichem Flair. Dennoch kann man die Popularität des Wrestlingsports in den USA, Japan und Europa nicht abstreiten und ob man lieber schwitzende Männer in einem Ring begafft oder die nächste Folge von Hinter Gittern anschaut sei einem selbst überlassen. Auf alle Fälle gehört jede Menge Körpergefühl zu diesem Sport, denn diese Showeinlagen sind oftmals härter als das Leben eines Stuntmans aus Hollywood.
Genug Gequatsche rund um den Wrestlingsport hin zum Videospiel. Die Playstation 2 Variante von WWE Smackdown vs. Raw hat so manchen Genrefan überzeugt. Die ernorme Spieltiefe, die vielen Charaktere und freischaltbaren Events und diversen Editoren sorgten dafür, dass man eine ganze Weile vor der Konsole gefesselt wurde. Bei der Playstation Portable Version erwarten uns ähnliche Spezifikationen und Features. So gibt es zahlreiche Events und Spielmodi, massenhaft Charaktere, Multiplayerfähigkeiten, Minispiele, Showeinlagen und die Möglichkeit eigene Kämpfer zu erstellen. Bis man sich hier durch die zahlreichen Optionen geklickt und wirklich jedes Detail herausgefunden hat, vergeht schon eine ganze Spanne an Zeit.
Was nicht passt, wird passend gemacht!
Schaut man sich das Kader an, so findet man einige bekannte Wrestler wieder, doch so manches mal wundert man sich über die Aktualität. So sind zwar alt bekannte und legendäre Kämpfer wie Hulk Hogan, der Undertaker oder Tripple H enthalten, doch "Neulinge" wie die Mexicools, dem aktuellen Tag Team Champions MNM oder der verlorene Sohn Matt Hardy fehlen.
Über diese Tatsache muss der Fan jedoch nicht allzu lange trauern, denn zahlreiche Editoren sorgen dafür, dass man nahezu jedes Detail im Spiel nach seinen Wünschen ausbessern kann. Beispielsweise das Create-A-Wrestler Feature sorgt dafür, dass man mit viel Liebe zum Detail und reichlich Geduld auch seine eigenen Lieblinge basteln kann. Eine Idee, die eigentlich sehr lobenswert ist und schon seit den Sims weiß man, dass viele Fans sich stundenlang damit beschäftigen können sich den einen perfekten Charakter zu erstellen. Schritt für Schritt, Move für Move und sogar ein Einmarsch-Editor sorgt dafür, dass man mit genügen Pyro- und Lichteffekten für Spannung sorgen und den aktuellen Gegebenheiten des TV-Spektakels anpassen kann.
Leider hat sich aber just in diesem Sektor bei der Playstation Portable Version ein böses Manko eingeschlichen. Was ist der Erzfeind eines jeden Handhelds? Natürlich die Ladezeiten und jene werden gerade bei selbst kreierten Protagonisten schnell zum Alptraum. Sollte man hier in den Optionen nicht so einiges an optischen Schnickschnack (Beispielsweise den mit Show-Effekten überladenen Einmarsch in den Ring mit Vorstellung der Kämpfer) deaktivieren, so hat man gut und gerne je nach Speichergröße und Schnelligkeit des Memory-Sticks über fünf Minuten Ladezeit am Hals. Das müsste eigentlich nicht sein, oder?
Schauen wir uns die aktuellen Spielmodi näher an und lassen die Bastler in Ruhe werkeln. Bis man sich für den endgültigen Spielmodus entschieden hat kann einige Zeit vergehen, denn hier gibt es allerlei zu entdecken. Neben dem üblichen „Singlematch“ kann man beispielsweise auch mit seinem Manager in den Ring steigen, der üblich nur passiv dabei ist, aber ab und zu den Ringrichter mal eben ablenkt oder hinterrücks den Gegner attackiert. Abgesehen von den Solo-Fights gibt es auch die klassische „Tag Team“ Varianten, die wiederum in den 2 gegen 2, dem 6-Man Tag und Elimination unterteilt wurde.
Wer zu dritt oder zu viert in den Ring steigen und erfahren möchte wer als letztes übrig bleibt, sollte die Spielmodi „Triple Threat“ oder „Fatal 4-Way" ausprobieren. Die reinste Massenschlacht gibt es im „Royal Rumble", denn hier können bis zu 30 kampflustige Wrestler gleichzeitig kämpfen. Damit diese Tatsache jedoch nicht zum Massengedränge wird, können maximal sechs Kämpfer gleichzeitig in der Arena stehen.
Für den heimischen Sofa-Zocker gibt es noch diverse Hauptspielmodi, wie beispielsweise die „Main Events“ oder „Title Matches“. In insgesamt 18 unterschiedlichen Matcharten kann man hier sein können unter Beweis stellen und allerhand Goodies freispielen. Was wäre ein THQ-Wrestlingspiel ohne Storymodus? Eindeutig langweilig, denn die seifenoperartigen Einlagen gehören zu dem Sport dazu und sorgen für das nötige Salz in der Suppe. THQ hat aus den Fehlern des letzten Jahres gelernt und so hat man hier einige Verbesserungen parat. Die besten Neuerungen sind wohl die eindeutig verbesserten Dialoge der diversen Charaktere. Sogar einige Originalstimmen konnte man für die Synchronrollen finden und so dem Ebenbild in Games-Format ein wenig mehr Realität einhauchen. Während des Storymodus an sich hat man auch die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen und so sich beispielsweise einer Gruppe anzuschießen oder als Alleingänger auf die Tour zu gehen.
Raus aus dem Menü rein in den Ring
Beim Kampfsystem stehen wie gewohnt zahlreiche Schläge, Würfe, Waffen, Specialmoves und Kontermöglichkeiten zur Verfügung. Man sollte genau aufpassen, wo der nächste Schlag platziert wird, damit man sich nicht in der nächsten Sekunde wie eine hilfslose Schildkröte auf dem Rücken wieder findet. Das neueste System hier ist die Einführung von Ausdauer. Das Stamina-System sorgt dafür, dass jede Aktion, jeder Schlag, Sprint oder selbst das Greifen des Gegners, Ausdauer verbraucht. Sollte man sich nicht rechtzeitig ausruhen, oder im Ring den Select-Button betätigen, kann es zu einem körperlichen Zusammenbruch kommen und man ist nicht nur ohne Deckung, sondern auch sehr leicht verwundbar. Dieses System bringt einiges an taktischen Möglichkeiten mit sich, da auch der Gegner sich auspowern kann. Sollte man in Kombination hierzu noch das Publikum anheizen und mit den verschiedensten Moves für sich gewinnen, kann man zum richtigen Zeitpunkt einen vernichtenden Specialmove einsetzten. Sollte man jedoch immer mit der gleichen Technik fighten, so werden die Zuschauer dies ablehnen und dem großen Ego im Ring werden zusätzliche Moves verwehrt.
Zeit für die Sonderausstattung
Auch für die Playstation Portable Variante gibt es noch den neuen General Manager Modus. Hier heißt es Partei ergreifen und sich entweder für den General Manager der "Smackdown"-Show, Theodore Long, oder Eric Bishoff dem Genral Manager von "Raw" zu entscheiden. Ähnlich wie bei einem Fußballmanager agiert man nur vom Chefposten aus und sorgt dafür, dass die konkurrierende Show nicht so erfolgreich wird, wie die eigene. Hier wird um Einschaltquoten gebuhlt wie bei Big Brother und man muss sich um die Verträge kümmern, Pay-per Views einholen, anschauen wie die aktuelle Stimmung im Fanlager ist, etc. Als Spieler kann man dann selbst entscheiden, ob man bei den eigentlichen Kämpfen selbst mitagiert, oder nur zuschaut. Doch das eigentliche Ziel ist es mit der anfänglich gewählten Show als Quotensieger und Geldscheffler hervorzugehen. Eigentlich eine nette Abwechslung, doch auch diese wird nach einiger Zeit nervtötend.
Als zusätzliches Feature gibt es die Möglichkeit die Playsation Portable Variante mit derer auf der Schwesterkonsole PS2 zu verbinden. Neben der Möglichkeit Charaktere freizuschalten und zu übertragen, kann man auch seine aktuelle Season von der PS2 auf die PSP oder umgekehrt überspielen und dort weitermachen. Solche Features sind nicht nur sehr löblich, sondern auch ein Kaufgrund, obwohl man schon die eine oder andere Version besitzt.
Gameplay:
Die Steuerung des Spiels ist recht komplex und man braucht etwas Zeit, bis man sich damit anfreunden kann. Die unzähligen Moves und Kontermöglichkeiten müssen erst einmal gelernt und verinnerlicht werden. Ansonsten hat man mit dem Analogstick fast alles im Griff, nur selten läuft man am Gegner vorbei aufgrund unpräziser Steuerung. Nützliche Tipps und Tricks werden während der Ladezeiten eingeblendet und sorgen dafür, dass man auch kniffligere Specialmoves beherrschen kann.
Grafik:
Auf einem Handheld darf man eindeutig nicht erwarten, dass man die gleiche Qualität geboten bekommt, wie auf den heimischen Konsolen. Doch was die Entwickler hier geleistet haben kann sich sehen lassen. Die Wrestler an sich kommen mit großem Wiedererkennungswert daher und die Einlaufeffekte sind ansehnlich, wenngleich später zeitraubend und nervig. Clippingfehler gehören zwar zur Tagesordnung, sind aber nicht im groben Maße störend. Slowdowns sind eher die Seltenheit, jedoch vorhanden.
Sound:
Die musikalische Begleitung ist aggressiv und fetzig, so wie sich das der Genrefan erhofft. Die Soundeffekte sind passabel, wenngleich recht monoton. In Sachen Sprachsamples hat man einiges getan und die Mankos des Vorgängers ausgebessert. Wie schon erwähnt, kann man beispielsweise die Originalstimmen von Wrestlern wie Steve Austin hören.
Features und Besonderheiten:
Hier bekommt man alles geboten, was das Wrestling-Herz begehrt. Zahlreiche Spielmodi, Kämpfer, Ringe, eigene Gestaltungsmöglichkeiten, der General Manager Modus exklusiv für die PSP, Verbindungsmöglichkeiten zur PS2, Minispiele und Multiplayer über WiFi. Die Editoren sind zwar praktisch, jedoch sorgen sie für wirkliche Probleme im Bereich der Ladezeiten. Fehlt eigentlich nur der Onlinemodus.
Fazit:
Die Vielfalt und Komplexität des Spiels ist vorbildlich und auch das Gameplay an sich kann sich tapfer mit dem auf den großen Konsolen messen. Die Anpassung für Sonys Edelhandheld sind beinahe perfekt, solange man nicht die eigens kreierten Wrestler nutzt. Sollte man dies dennoch wünschen, so sollte man einiges an Geduld mit sich bringen, denn die Ladezeiten werden dann zum Albtraum. Ansonsten bekommt man ein ausgesprochen gelungenes Spiel mit viel Tiefgang und Langzeitmotivation, welches das Potential gehabt hätte die 90er-Grenze zu knacken, doch aufgrund der besagten Mängel leider kleinere Abzüge bekommt. WWE Smackdown vs. Raw ist für Genrefans ein eindeutiges Muss.
Kevin Jensen [Iceman] für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Komplex, Tiefgängig und mit reichlich Langzeitmotivation |
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GRAFIK
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Wrestler mit gutem Wiedererkennungswert und gelungen Animationen. |
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SOUND
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Monotone Sounds, rockige Musik und gute Sprachsamples. |
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FEATURES
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Die volle Packung für jeden Wrestlingfan. |
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MULTIPLAYER
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Kein Onlinemodus, aber spaßige Multiplayerkämpfe. |
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GESAMT-
WERTUNG:
83%
Mobilitätsfaktor: [4 /10] "Recht lange Ladezeiten, gerade bei eigens kreierten Kämpfern inakzeptabel."
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Details
Spielname:
WWE Smackdown vs. Raw 2006
Publisher:
THQ
Developer:
Yuke's Media Creations
Genre:
Sport
Release:
12.12.2005 (erschienen)
Multiplayer:
bis 4 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:
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