Midway Arcade Treasures: Extended Play
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Midway Arcade Treasures: Extended Play
Review vom 16.03.2006
"Früher war alles besser!" Dieser Satz entweicht oft den Lippen eines gestandenen Zockers. Und teilweise hatte er auch recht. Wer erinnert sich nicht an die langen Zockernächte, die man mit Paperboy, Gauntlet und Co. verbracht hat? Über Pixel hat sich keiner beschwert. Die Technik war allgemein viel zu begrenzt und um ehrlich zu sein nicht der Kern des Spieles. Unschlagbares Gameplay zeichnete diese Art von Spielen aus.
Midway hat ein Herz für die Retrohasen und bringt mit Midway Arcade Treasures: Extended Play, eine Sammlung mit 18 Klassikern auf die PlaystationPortable. Ob unser Herz beim Rotieren der UMD von Nostalgie erfüllt wird, erfahrt ihr im Back-to-the-Roots Test der Superlative.
Da wir euch an dieser Stelle alle 18 Klassiker, die es auf die UMD geschafft haben, vorstellen wollen, ersparen wir uns weitere Reisen in die "gute alte Zeit" und starten sofort mit handfesten Fakten!
Den Anfang unserer Odyssee macht 720. Als Skater beginnt ihr in Skate-City und könnt von hier aus in die verschiedenen Parks, die verschiedenen Herausforderungen für euch warm halten, gelangen. Erschwert wird euch die Aufgabe durch ein Zeitlimit und Hindernisse, die überall im Park verteilt auftreten. Unterstützung könnt ihr in Form von verschiedenen Items, die überall im Park nur darauf warten von euch eingesammelt zu werden, erhalten.
Arch Angels befasst sich mit einer anderen Sportart. Basketball steht hier im Mittelpunkt. Nachdem man eine Mannschaft aus 2 Sportlern gewählt hat, geht es auch schon ans Eingemachte. Das tolle an Arch Rivals sind die recht lockeren Regeln in Sachen Körperverletzung. "Foul" ist ein Wort, dass der Schiedsrichter noch nie gehört hat - wir Spieler freuen uns über die Freiheit!
Der nächste Titel aus dem Jahre 1986 nennt sich Championship Sprint und stellt eine Art Urversion von Micro Machines dar. Viel mehr muss ich an dieser Stelle wohl nicht sagen, da sich jeder eine Vogelperspektive mit winzigen Vehikeln vorstellen kann, die im Kreis rasen und sich auf den ersten Platz kämpfen wollen.
Cyberball 2072 klingt zwar wie ein futuristischer Titel von EA, präsentiert sich jedoch als ein Footballspiel aus dem Jahr 1988. Von taktischen Rundumschlägen muss man hier natürlich absehen und so findet man auf dem Feld 2 Teams die einfach wie wild übers Feld rasen und sich gegenseitig die Beine vom Boden reißen.
Defender gehört ganz klar zu den meist bekanntesten Spielhallenhits. Ein kleines Raumschiff fliegt im Sidescrollingverfahren nach links und rechts und entledigt sich seiner Feinde, die natürlich böse Pixelaliens sind, mit Lasern und Raketen. Defender gehört ganz klar zu den besten Titeln der ganzen Collection.
Achja, von manch Redakteur vernimmt man ein nostalgisches Seufzen und leuchtende Augen, wenn man das Wort "Gauntlet" auch nur in den Mund nimmt. Die Ballerei aus der Vogelperspektive hat ein unglaubliches Suchtpotenzial und kann beim Versuch den Highscore zu knacken, mehrere Stunden vor die PSP fesseln. Ganz wie in den guten alten Zeiten.
In Joust schlüpft ihr in die Rolle eines Ritters und seines treuen Reittiers, das an einen Pfau erinnert. Wirklich definierbar ist das Wesen, aufgrund des Pixelbreis natürlich nicht. Eure Feinde sind Geier und der gefürchtete Pterodaktylus, die ihr mit viel Anlauf und einem kräftigen Stoß beseitigen könnt. Nebenbei müsst ihr darauf achten, dass ihr selbst nicht in die heiße Lava stürzt und euch alles verkohlt, was euch lieb und teuer ist.
Das Puzzlespiel Klax ist anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick scheint. Die Spielregeln sind ganz einfach: Reiht 3 gleichfarbige Kacheln aneinander und erreicht dadurch ein Klax. Erschwert wird das ganze durch verschiedene Anweisungen, die bestimmte Kachelfarben verlangen oder eine bestimmte Anzahl von Klax fordern.
Marble Madness könnte der Urgroßvater von Mercury für die PSP sein. Das selbe Spielprinzip nur mit einer für das Jahr 1984 möglichen Technik macht trotzdem genauso viel Spaß wie das Spiel aus dem Jahre 2005. Doch Vorsicht! Marble Madness übertrifft Mercury in Sachen Anspruch besonders in den späteren Leveln um Einiges.
Paperboy kennen sogar die jüngeren Gamer noch vom MegaDrive, oder vom SuperNintendo. Ein kleiner Junge trägt auf einer von 3 Straßen, die die verschiedenen Schwierigkeitsgrade symbolisieren, Zeitungen auf seinem Fahrrad aus. Auf seiner Tour muss er nicht nur Versuchen die Zeitungen in direkt vor die Tür oder in den Briefkasten zu befördern, sondern auch darauf achten, dass er mit seinen Wurfgeschossen nicht die Fenster der Nachbarschaft demoliert. Gleichzeitig spielt man noch den Retter von unkontrollierten Kinderwägen und muss des Weiteren auf sein eigenes Heil aufpassen.
Ihr wollt mir Godzilla und Co. eine Stadt ins Chaos stürzen und die Bewohner nicht nur terrorisieren, sondern gleich als kleinen Snack verspeisen? Dann ist Rampage genau euer Milieu. Mit einem wildgewordenen Ungeheuer macht ihr Hochhäuser dem Erdboden gleich und zerstört nebenbei eine ganze Armee von Hubschraubern und Panzern. Aggressionsabbau der Extraklasse ist angesagt.
Rampart erinnert ein wenig an das Minigame Canons. Im ersten Spielzug baut ihr eine Mauer um eure Festung, die ihr im zweiten Spielzug mit Kanonen ausstattet. Dann geht es in die Schlacht! Feindliche Schiffe und Vehikel zu Land versuchen nun euren Schutzwall zu durchdringen und eure Festung zu zerstören. Mit den Kanonen dürft ihr nun in bester Feldwebelmanier auf die Feinde Kanonenkugeln schleudern, was das Zeug hält. Nach jeder überlebten Runde bekommt ihr einen Teil eurer Mauer zurück und dürft noch ein paar Kanonen bauen. Das Ziel sollte klar sein. Zerstöre, oder werde zerstört. Sieg oder Niederlage. Du hast die Wahl!
Und wieder verlassen wir den Planeten Erde und machen uns in Sinister auf in den Kampf gegen die bösen grünen Männchen. Dieses Mal geht es jedoch um einen ganz bestimmten Fiesling. Das Weltraum-Phantom Sinister muss in diesem Spiel mit Hilfe von Suchbomben, die aus Mineralien geformt werden, aufgehalten und in einzelne Atome zerteilt werden.
Spy Hunter hat schon einen überarbeiteten Auftritt auf dem GBA gehabt. Hier gibt es das Original, in dem man als guter Bulle die bösen Spionen wörtlich von den Straßen bringen muss und das mit Gewalt. Gleichzeitig achtet man auf Zivilisten und schon bald sollte euch die Ehrenauszeichnung als Hüter des Gesetzes und Freund und Helfer des Volkes sicher sein.
Toobin' präsentiert sich als feucht-nasser Ritt durch einen Fluss auf einem Schwimmring. Punkte wollen eingesammelt und Hindernisse umschwommen werden. Interessant ist, dass man die PSP bei diesem Spiel senkrecht halten muss. Der Nachteil ist die miserable Steuerung, die trotz fröhlicher Thematik keinen Spaß aufkommen lässt.
PacMan mit Laserwaffe und blutrüstigen Monstern. So könnte man Wizard of War am besten beschreiben. In einem Labyrinth streift man mit seinem gelben Helden umher und ballert den bösen Aliens und Monstern in den Allerwertesten. Anfangs noch vollkommen anspruchslos, wird das Spiel in den späteren Leveln sehr schnell und extrem schwer. Frustfaktor hoch zehn!
Als eine Mischwesen aus E.T. und Alf wandert man in Xenophobe von einem Raum zum anderen und vernichtet mit seiner minimalistischen Laserschusswaffe einen übergroßen Käfer nach dem anderen. Leider benutzt das Spiel im Singleplayer nur das obere Drittel des Bildschirmes, da die unteren 2 Drittel für den zweiten und dritten Mitspieler gedacht sind.
Als letztes Spiel stellen wir euch den Third-Person-Shooter Xybots vor. In einem Labyrinth, dass an einen Bildschirmschoner eines bekannten PC-Betriebssystems erinnert und Aliens stellen sich dem blonden Helden in den Weg. Ausgerüstet mit einer Laserwaffe (irgendwie ging es damals fast immer nur um Laserwaffen und Aliens...) bahnt man sich seinen Weg durch die Schrecken des futuristischen Irrgartens.
Gameplay:
Die Steuerung gestaltet sich bei den meisten Spielen sehr simpel und intuitiv. Mehr als der Analogstick oder das Steuerkreuz und 2 Aktionsknöpfe werden nur selten gebraucht. Dennoch scheitern Spiele wie Toobin' an der ungenauen und langsamen Steuerung und machen das Game unspielbar.
Grafik:
Von der Grafik und dem Sound kann man natürlich nicht schwärmen. Nostalgiker freuen sich jedoch alte Titel wie Paperboy auf dem tollen PSP-Screen zu spielen. Noch nie sahen Arcadegames so gut aus, wie auf der PSP. Schade ist jedoch, dass viele Spiele nicht die ganze Größe des PSP-Screens ausnutzen und man sich mit einem kleinen Bildschirmausschnitt begnügen muss. Kann man bei der Grafik noch einen Funken Nostalgie herauskitzeln, nervt der Sound nur. Furchtbares Gepiepse ohne Pause zwingt den Spieler förmlich den Ipod aus der Tasche zu zücken und als Soundersatz zu gebrauchen.
Multiplayer:
14 der 18 Titel können auch im Multiplayer genossen werden. Doch wer glaubt, dass es sich hier um ein Paradies für Gamesharingnutzer handelt, hat sich getäuscht. Keines der Spiele unterstützt die nützliche Funktion und erfordert somit für jeden Gamer eine eigene UMD. Gerade bei einer Arcadespielesammlung eine wahre Unverschämtheit und Vergeudung des Potenzials, denn gerade Spiele wie Rampage machen im Multiplayer erst so richtig Spaß.
Traurig ist auch, dass es die in der USA Version enthaltenen Mortal Kombat Teile 1-3 nicht auf die deutsche Version geschafft haben. Dank der Indizierung bleiben den deutschen Zockern wohl die besten Titel der ganzen UMD verwehrt.
Fazit:
Midway Arcade Treasures: Extended Play ist wirklich nur etwas für die wahren Retrofans. Paperman, Rampage und ein paar andere Titel können zwar auch die grafikverwöhnte Masse überzeugen, rechtfertigen aber nicht einen Kauf der UMD. Dennoch sollte man, wenn man auch nur ein wenig der alten Blütezeit der Arcadespielhallen hinterhertrauert einen Blick riskieren. Dadurch, dass das Spiel auch zu einem günstigen Preis von 30 Euro angeboten wird, fällt die Entscheidung für Fans auch nicht mehr so schwer, wie bei einem Vollpreisgame.
Paul Schütz [Juste Belmont] für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an Midway für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Einfach, intuitiv, aber manchmal frustig. |
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GRAFIK
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Ein Genuss für Retrofans. |
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SOUND
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Nervenstrapazierendes Gepiepse. |
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FEATURES
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18 Games plus Highscorejagd. |
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MULTIPLAYER
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Ohne Gamesharing nur halb so erfreulich. |
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GESAMT-
WERTUNG:
61%
Mobilitätsfaktor: [6 /10] "Die Arcadespielhalle für unterwegs mit kurzen Ladezeiten."
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Details
Spielname:
Midway Arcade Treasures: Extended Play
Publisher:
Midway Games
Developer:
Backbone Entertainment
Genre:
Sonstiges
Release:
12.12.2005 (erschienen)
Multiplayer:
2 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:
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