Worms: Open Warfare
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Worms: Open Warfare
Review vom 04.04.2006
Irgendwie hat es die Playstation Portable mit den Remakes. Es fing an mit den aufgewärmten Strecken in Ridge Racer, ging weiter mit den bereits zwei Titel zählenden Mega Man Games und macht auch vor Team 17 nicht halt, deren bekannteste Viecherei jetzt ihr Debut feiern darf. Die Würmer sind ein weiteres Mal los und wüten ab sofort in jedem gut sortierten Kaufhaus. Ob sie dort bleiben sollten, klärt der Test.
Zunächst bleibt festzuhalten, dass trotz des neuen Titels Worms Open Warfare prinzipiell beinahe schon als Remake von Worms 2 gesehen werden kann. Dieser Titel konnte als Nachfolger des erstaunlich erfolgreichen ersten Teils dank neuer Grafik viele Spieler für sich gewinnen und ist heute ein moderner Klassiker. Das Spielprinzip ist recht simpel: Ähnlich des guten, alten Tanks oder Gorrilas stehen sich bis zu vier Parteien auf einem 2D-Schlachtfeld gegenüber und müssen den oder die Anderen mit verrückten Waffen aus dem Weg räumen. Eigentlich eine Art Lemmings, nur anders herum: Nicht retten, zerstören lautet die Devise.
Den Witz erhielt Worms durch das immer irrer werdende Hinzufügen von allen möglichen Waffen. Berühmt wurden die Heilige Handgranate, die man einfach aus Monthy Pythons Ritter der Kokosnuss entwendete, sowie das Superschaf, die alte Frau oder die Stinktier- und Rinderwahnsinnparaden. All diese wunderbar einfallsreichen Waffen wird man auf der Playstation Portable Variante nicht finden. Mit gerade einmal 20 Gerätschaften muss man hier auskommen. Wer verzweifelt im Optionenmenü nach einer Möglichkeit sucht, zumindest die Superbanane zu bekommen, der wird schnell enttäuscht sein. Back to the roots, daher auch der Vergleich mit dem Klassiker Worms 2. Bei Team 17 nennt man so etwas „handheldgerecht“, dabei gab es schon Versionen für Unterwegs, die einiges mehr auf dem Kasten haben. Allen voran die Fassung für den N-Gage, die neben einem Online-Modus über ein komplettes Waffenarsenal verfügt und jedem Würmer-Fan ans Herz gelegt sein darf.
Da ist doch irgendwo der Wurm drin…
Und zwar ein ganz gewaltiger, fadenscheiniger. Waren bisherige Spiele der Serie bereits nicht besonders berühmt für ihren Solomodus, setzt Open Warfare noch einen oben drauf. Bis auf ein kleines Tutorial gibt es einfach nur Missionen, in denen die Gegner nach und nach zahlreicher und intelligenter werden. Gut, letzteres nicht unbedingt. Denn wenn einer der gegnerischen Superwürmer in einem Moment einen Kunstschuss durch das ganze Level schafft und sich im nächsten mit einer Kugel selbst das Leben nimmt, beginnt man ernsthaft an der Künstlichen „Intelligenz“ zu zweifeln. Außerdem überlegen die Viecher noch immer viel zu lang, was den Spielfluss hemmt und wohl auf Ewig ein Problem dieser Serie sein wird…
Neben den „Herausforderungen“ (die den Namen nicht wirklich verdienen, was einen ganzschön wurmen kann…) gibt es die Option „Schnelles Spiel“, bei der man mit einem Zufallsteam auf eine Zufallskarte gesetzt wird. Außerdem „Spiel erstellen“: Dieser Modus beinhaltet auch den Hot-Seat-Multiplayermodus, in dem man an einer einzigen PSP zusammenspielen kann. Bis zu vier Wurm-Matadoren dürfen sich vor dem Bildschirm zusammenrotten und die Waffen sprechen lassen. Als letzten Spielpunkt gibt es noch den „Wireless-Mehrspieler“, in dem vier Worms- sowie PSP-Besitzer das Gleiche tun dürfen, wie die vier im Hot-Seat-Modus. Ohne Gamesharing ist es jedoch fraglich, ob es zu der Wireless-Konstellation jemals kommen wird…
PSP-technisch ist das Spiel von den Ladezeiten her sehr gut angepasst, doch neben dem Witz von Solomodus und der Kastrierung des Waffenarsenals wurde ein Punkt komplett vergessen: Die Möglichkeit, online mit der Playstation Portable um die Wette zu ballern! Wofür hat man eigentlich eine Konsole mit dieser tollen Erfindung „Infrastructure-Modus“, den man einsetzen könnte? Gerade dieser Punkt war es, der der N-Gage Fassung so viele Sympathiepunkte einbrachte. Flutsch, weg, vergessen oder auf Grund der nicht vorhandenen Zeit wegrationalisiert. Zwar immer noch verschmerzbarer als der Waffenverlust, trotzdem eine Schande. Wie toll hätte das Ganze werden können: Mit dem Leveleditor selbst gemachte Schlachtfelder hochladen und dann… Moment, Level-Editor? Nööök, falsch! Auch nicht vorhanden! Womit die Beweisführung abgeschlossen wäre: Worms Open Warfare für die PSP ist Käse.
Gameplay:
Sie haben’s ja versucht: Von der Belegung kann man bei Worms nicht wirklich viel falsch machen und daher ist man recht schnell und intuitiv im Geschehen. Anleitungen braucht man nicht, selbst einem Anfänger erschließt sich das Spielsystem in Minuten.
Etwas Anlass zur Kritik gibt es dennoch: Die Steuerung des Bildschirms mit dem Analog-Pad ist einfach zu popelig geraten und kommt einfach nicht in die Gänge. Da man permanent unter Zeitdruck steht, kann einen diese Schnarchnase so manchen Zug kosten.
Grafik:
Noch der netteste Punkt am ganzen Spiel: Dank der Lemmings-Engine hat man wunderschöne Arenen auf den Bildschirm gezaubert, die über toll aussehende Hintergründe verfügen. Durch den Einsatz von 3D-Elementen wirkt alles immer ein wenig lebendig, was besonders für den London-Level spricht.
Die Würmer selber sind putzig animiert und dank des hochauflösenden PSP-Bildschirms jederzeit gut zu erkennen. Die Waffen haben einen eigenen Comic-Look, der sich in den schönen Explosionen fortsetzt. Wie viel Potential hätte dieses Spiel gehabt… *seufz*
Sound:
Ein Ohrwurm war sie ja schon immer, die eingängige Titelmelodie der Worms-Serie. Im etwas neuen Gewand erschallt sie auch hier. Ansonsten bietet das Game Standard-Ware, die vor sich hin dudelt, während man in den Kämpfen lieber den Sprüchen der Würmer lauscht. Diese verständigen sich mit den verschiedensten Dialekten und Sprachen, die sich in den Profil-Einstellungen dem eigenen, erstellten Team zuordnen lassen. Vielleicht beim nächsten Mal eine Spur lauter, danke.
Features und Besonderheiten:
Viel ist nicht drin. Open Warfare spielt sich wie eine Light-Version eines großen Klassikers. Freizuschalten gibt es außer den „Herausforderungen“ auch nichts. Selbst die hübsch gemachten Videos sind alle bereits von Beginn an verfügbar. Zusammen mit dem Waffen-Debakel und den nicht vorhandenen Online- und Gamesharing-Modi eine Episode, die man hinter sich lassen sollte…
Das Einzige, was das Spiel etwas aus dem Sumpf zieht, ist der Hot-Seat-Modus. Hier kommt teilweise wieder das gute, alte Wormsfieber auf und man kann dank des großen Bildschirms auch mal zu viert um das Gerät herumstehen, nur um schadenfroh zu lachen oder ein „Das wirst du NICHT tun!“ anzubringen.
Fazit:
Was für ein verschenktes Potential! Worms Open Warfare ist wie ein Spiel der Deutschen gegen die italienische Nationalmannschaft. Eigentlich kann es was, aber am Ende hat man doch nur eine herbe Enttäuschung, die man wegstecken muss. Tolle Grafik und Aufmachung ergeben gepaart mit derben Feature-Einbußen nun mal kein tolles Spiel. Etwas mehr Entwicklungszeit, PSP-exklusive Features und die Wertung wäre anders ausgefallen. So bleibt nur das Hoffen auf die Fortsetzung, die bestimmt noch in dieser Hardwaregeneration erscheinen wird. Bitte, Team 17: Gebt uns ein „richtiges“ Worms!
Christian Nork [Trunx] für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Intuitive Steuerung mit einem einschlafenden Scrolling. |
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GRAFIK
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Wunderschöne Hintergründe und tolle Animationen. |
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SOUND
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Düdelnde Musik, tolle Sprachsamples. |
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FEATURES
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Kein Online, nur 20 Waffen, kein Gamesharing… |
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MULTIPLAYER
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Immerhin viel Spaß im Hot-Seat-Modus. |
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GESAMT-
WERTUNG:
62%
Mobilitätsfaktor: [8 /10] "Kurze Ladezeiten und ordentlich große Grafik lassen einen Überall spielen."
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Details
Spielname:
Worms: Open Warfare
Publisher:
THQ
Developer:
Team17 Software
Genre:
Strategie
Release:
24.03.2006 (erschienen)
Multiplayer:
1-4 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:
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