Fight Night Round 3
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Fight Night Round 3
Review vom 07.04.2006
Let's get reeaaady to ruuuumbbble!
Wenn sich in einer Arena Schaulustige aus aller Welt um einen Ring versammeln, weiß jeder, dass gleich die Fetzen fliegen. Die Meinungen zu Boxen könnten nicht verschiedener sein. Die einen vergöttern den sportlichen Wettkampf zweier Giganten im Ring, für die anderen ist es barbarisch und primitiv und die letzte Riege hält alles für eine Show, bei der nicht Schläge sondern Scheinchen ausgetauscht werden - und das in sechsstelligen Größen.
Electronic Arts versorgt nun die Fans von Ali, Frazier und Co. mit einem Boxspiel, das sich wirklich gewaschen hat. Nachdem Fight Night Round 3 schon auf den Konsolen gute Wertungen am laufenden Band erzielte und als renommiertes Spektakel gilt, wird nun auch Sonys Wunderhandheld mit dem neusten Teil der Serie beglückt. Rundumschlag oder eine KO-Niederlage in der ersten Runde? Wir standen für euch im Ring und haben uns mit dem Spiel auseinander gesetzt. Ob das Spiel uns umgehauen hat? Traut euch in den Ring und erfahrt die Wahrheit!
Die Konsolenversionen zeichneten sich durch realitätsnahe Kämpfe, eine vielfältige Steuerung und bombastische Grafik aus. EA versuchte alle guten Aspekte auch für die PSP Version umzusetzen um den Kampf für unterwegs für sich zu gewinnen. Dennoch geht die PSP-Version in Sachen Gameplay in eine andere Richtung. Anstatt eine reinrassige Simulation auf die UMD zu pressen, entschieden sich die Entwickler der Handheld-Fassung gegen eine Simulation, wie die auf der Xbox 360 und Konsorten. Ziel war es, das Spielgeschehen zwar realitätsnah zu gestalten, aber dennoch einen einfachen Einstieg zu garantieren, um sofort voll durchzustarten und auch unterwegs im Ring ein paar Haken schlagen zu können, ohne 50 verschiedene Kombinationen zu erlernen. Somit haben wir es hier eher mit einer Arcade-Ausgabe der Konsolenversionen zu tun. Doch keine Sorge, denn alle umwerfenden Schläge (und das kann durchaus wörtlich verstanden werden) wurden komplett übernommen - nur sind sie eben um einiges einfacher zu vollführen.
Gehen wir ein wenig tiefer ins Spielgeschehen und schauen uns genauer an, was Fight Night 3 für den boxinteressierten Spieler bereithält. Neben Standardauswahlmöglichkeiten wie einem schnellen Kampf, der Dank angenehmen Ladezeiten wirklich zu jeder Zeit auf eine gepflegte Runde einlädt, dem Anderen den Kiefer neu zu richten, ist der Modus, der euch die längste Zeit an der PSP fesseln wird der Karrieremodus. In dieser Auswahl habt ihr zudem die Möglichkeit zwischen zwei Varianten zu wählen. Entweder ihr erstellt einen eigenen Amateur und kämpft euch mit eurem Möchtegern-Rocky nach Silvester Stalone Manier vom Tellerwäscher zum Millionär bzw. vom Hinterbudenfighter zum gefeierten Meister der obligatorischen roten Handschuhe, oder aber ihr steigt in die Fußstapfen eines legendären Boxers und kämpft euch durch die Geschichte des Boxens. Unvergessliche Kämpfe, wie der „Rumble In The Jungle“, sind hier genauso von der Partie, wie jede andere in Erinnerung behaltene Schlacht zwischen den Muskelprotzen. An dieser Stelle sei kritisiert, dass Ohren-Terminator Mike Tyson leider keinen Auftritt im Spiel hat, wobei ihr jedoch mit Evander Holyfield durch den Ring tänzeln könnt. Da wir jedoch unsere eigene Karriere zum Laufen bringen wollen, versuchen wir uns im My History-Modus und erstellen erst mal unseren individuellen Recken. Gleich hier offenbart sich dem Spieler die Liebe zum Detail, mit dem EA das Spiel auf die PSP portiert hat. Wirklich jedes Detail kann der Spieler selbst bestimmen. Von Standardeigenschaften wie Haar- und Hautfarbe, Größe und Gewicht gibt es auch exotische Einstellungsmöglichkeiten wie die Breite und Länge der Nase, oder die Ausmaße des Kinns. Wer schon immer mal Chirurg spielen wollte oder liebend gerne erleben möchte, wie das opulenteste Teil in Schumi’s Gesicht einen deftigen Kinnhaken übersteht, kann sich hier austoben!
Hat man den eigenen Boxer erschaffen, geht es gleich an die ersten Verträge! Für jeden Kampf gibt es ein signiertes Stück Papier, das einem sowohl Regeln als auch finanzielle Aussichten verdeutlicht. Anfangs dümpelt man noch in dunklen Sporthallen rum und kassiert Geld in Form von mickrigen Peanuts, doch steigert sich der Gewinn im Laufe der Karriere erheblich, sodass ihr in der Schwergewichtsklasse locker mal 2 Millionen pro Kampf kassiert. Doch was tun, wenn man Millionär ist und weder Partys, Kühlschrankorgien oder Sonstiges veranstalten darf? Nein, man kauft keine Jahresration Steroide, sondern investiert die hart verdiente Knete in Trainer, einen Cutman, der den Schützling in der Pause zwischen den Runden versorgt und die Wunden und Schwellungen mit kaltem Eisen und Wattestäbchen. Sind beide Helfer für eine bestimmte Zeit unter Vertrag genommen worden, kann man an der Ausrüstung und der Bühnenpräsenz arbeiten. Ersteres erlaubt euch neue Handschuhe, Shorts, Tattoos und anderes Zeug zu erwerben, das entweder eure Attribute erhöht oder einfach den stählernen Körper verschönert. Apropos stählerner Körper. Vor jedem Kampf legt man eine Trainingssession ab, die jedoch vollkommen automatisch abläuft. Man kann nur den Härtegrad und die Spezialisierung festlegen. Ein Vorher-/Nachher-Bild zeigt die Ergebnisse. Doch auch hier gibt es einige Tücken. Stellt man den Trainingsgrad zu hoch ein, steigt die potenzielle Gefahr, dass der angehende Rocky sich verletzt und somit eine Pause einlegen muss, in der er natürlich an Leistung verliert. Von einem muskulösen und flinken Ali-Nachfolger kann so ganz schnell ein moppeliger Wicht werden, der kaum die Handschuhe oben halten kann und genauso viel Schläge verarbeiten muss, wie der Magen eines Klischee-Polizisten Donuts in seiner Mittagspause. Hat man sich in den ersten Kämpfen gut behauptet und an Respekt gewonnen, muss man natürlich auch an der Bühnenpräsenz feilen. Ein einfacher Lauf plus Winken ist mehr als nur unangebracht. Wer Moneten hat, kann auch protzen. Eine halbnackte Tänzerin, eine bunte Lasershow und die passende Begleitmusik gehören einfach dazu. All diese Einstellungen erhöhen natürlich auch eure Motivation, die sich positiv auf eure Attribute auswirkt.
Gameplay:
Auf dem Weg nach oben ist eine geschmeidige Technik natürlich Voraussetzung Nummer 1, und ohne intuitive Steuerung ist diese wiederum unvorstellbar. Doch hier kann der Zocker beruhigt aufatmen, denn die Steuerung des Boxers geht schon nach wenigen Minuten in Finger und Blut über. Gesteuert wird mit dem Analogstick, wobei die Aktionstasten für die einzelnen Schläge verantwortlich sind. Gepaart mit der linken Schultertaste kann man die so genannten Haymaker, extra starke Schläge durch Ausholen, ausführen. Die rechte Schultertaste in Kombination mit dem Analogstick sorgt für die nötige Verteidigung. Doch auch das Steuerkreuz hat seine Daseinsberechtigung. Jede Richtungstaste dient für spezielle Aktionen, wie zum Beispiel den Signature-Move, der zwar langsam, aber extrem wirksam ist, oder für illegale Schläge wie zum Beispiel einen Knietritt. Ein kleines Manko gibt es dennoch. Zwar kann dies von Spieler zu Spieler variieren, doch hatte ich persönlich bei längeren Kämpfen leichte Krämpfe in der linken Hand, weil man sowohl Schultertaste, Digikreuz wie auch Analogstick gleichzeitig bedienen muss.
Grafik:
Ein wahrer Augenschmaus eröffnet sich dem Spieler, wenn Final Fight Round 3 im Laufwerk rotiert. Die Entwickler haben es wirklich geschafft die optische Qualität der Konsolenfassung nahezu perfekt auf die PSP zu portionieren. Schon auf den Screenshots macht das Spiel einen famosen Eindruck, doch in Bewegung sieht alles noch mal einen Zacken besser aus. Gerade die Replays kitzeln wirklich eine Menge aus dem Grafikchip der PSP heraus und wenn man den Gegner mit einem Signature-Move zu Boden bringt und dabei Blut und Schweiß fließen und dabei eine geschwollene Stelle im Gesicht des "Feindes" platzt, muss man wirklich darauf achten, dass man nicht auf den Screen sabbert. Eine wahre Glanzleistung haben die Mädels und Jungs von EA hier auf die Beine gestellt.
Sound:
Auch im Faktor Sound muss sich das Boxinferno nicht verstecken. Knackige Soundeffekte, Schlaggeräusche mit Gänsehautfaktor und eine recht aggressive HipHop Musik spornen zum Spielen an. Zwar mag diese Musik nicht Jedermanns Geschmack entsprechen, passen tut sie sprichwörtlich wie die bandagierte Faust aufs geschwollene Auge.
Features und Besonderheiten:
Neben dem Singleplayer-Modus mit zig Stunden Spielspaß dank motivierendem Karrieremodus und der kurzen Runde für Zwischendurch kann außerdem der Multiplayer durchaus überzeugen. Denn neben dem standardisierten Zweispielermodus über Ad-Hoc, unterstützt das Gerangel um die ganz Großen des Boxsports den beliebten, doch nur selten enthaltenen Infrastructure-Modus. Ihr habt richtig gelesen. Mit Fight Night Round 3 habt ihr die Möglichkeit euch mit einem Gegner zu messen, der nicht 2 Meter von euch entfernt ist, sondern zig tausend Kilometer weit entfernt auf eure Herausforderung wartet. Einziger Nachteil ist die längere Ladezeit, die dadurch resultiert, aber für dieses Feature kein Dorn im Auge darstellen sollte.
Fazit:
Boxfans aus aller Welt versammelt euch und kauft Fight Night Round 3. Massig Features, herausragende Technik und angenehme Steuerung machen den neusten Titel von EA zu mehr, als nur einem Prügelspaß für Zwischendurch. Was bleibt an dieser Stelle noch zu sagen? Eigentlich solltet ihr an dieser Stelle schon längst auf dem Weg zum Händler eures Vertrauens sein, und genau aus diesem Grund halte ich mich an den Vorschlag von EA: "Reden ist Silber, Schlagen ist Gold!" Vollkommene Kaufempfehlung für alle Besitzer, die auch nur einen Funken Begeisterung für den Boxsport in sich tragen.
Paul Schütz [Juste Belmont] für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Intuitiv und dennoch umfangreich. |
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GRAFIK
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Ein Fest für Motion-Capturing Fans. |
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SOUND
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Geniale Soundeffekte und passende Musikuntermalung. |
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FEATURES
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Im Ring gibt es immer etwas zu tun. |
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MULTIPLAYER
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Infrastructure-Modus ermöglicht weltweite Duelle. |
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GESAMT-
WERTUNG:
85%
Mobilitätsfaktor: [7 /10] "Angenehme Ladezeiten verwandeln selbst eine Mittagspause zum Sportevent der Extraklasse!"
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Details
Spielname:
Fight Night Round 3
Publisher:
Electronic Arts
Developer:
EA Canada
Genre:
Fighting
Release:
20.02.2006 (erschienen)
Multiplayer:
1-2 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:
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