Street Riders
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Street Riders
Review vom 10.04.2006
Wie sehr sich doch die Jugend verändert hat. In den 70er Jahren hatten die Kinder noch andere Ideale als heute. Astronauten wurden wie Superstars zelebriert und klein Franzi brennte darauf ein Autogramm von dem Mann mit der edlen Mütze zu bekommen, der für seine Brötchen nicht in einem Büro sitzt, sondern in einem Flugzeug durch die Welt fliegt. "Arzt" und "Anwalt" bekam man zu hören, wenn man die 15 jährigen nach ihrem Traumberuf befragte. 30 Jahre später befinden wir uns im Jahr 2006. In vielen Schulen herrscht Chaos und Anarchie wird groß geschrieben. An eine Zukunft als Mediziner denken nur die Wenigsten. Die Medien stellen eine ganz andere Zukunft dar. Anstatt Leben zu retten, oder für die Gerechtigkeit zu kämpfen, kämpft man lieber in einer Gang und malträtiert die potenziellen "Feinde". Gangster sein ist nun angesagt und nachdem man sich natürlich für sein "gepflegtes" Image am besten 56 mal anschießen lässt und als Krönung noch ein paar Jahre hinter schwedischen Gardinen verbringt, ja genau dann steht der Rapperkarriere nichts mehr im Wege.
Seit ein paar Jahren ist Gangster sein richtig cool. Während Randgruppen in Ghettos ihr Leben ruinieren, weil sich ihnen keine richtige Chance bietet, finden es Kids aus einer guten Umgebung umso toller 50 Cent und Co. zum Märtyrer gegen die achso gemeine Gesellschaft zu erheben und nebenbei noch mit lustigen Mittelchen zu experimentieren. Um einen Kleinkrieg zu vermeiden, sollte natürlich klargestellt werden, dass nicht jeder Fan von Rapmusik diese Sichtweise hat, aber wenn man einen Blick in die Nachrichten wirft, kann die Zahl der desorientierten Jugendlichen einem wirklich Sorgen bereiten.
Doch nicht nur die Musikbranche treibt diese Gruppe an und versorgt sie mit der gewollten Portion Hass und Gewalt. Auch die Videospielbranche hat den kommerziell schmackhaften Braten gerochen und wirft sich mit ins Getümmel. Street Riders gehört ganz klar zu dieser Gruppe von Spielen und möchte auch dem kleinsten Buben das Gefühl vermitteln, dass auch er ein böses Gangmitglied sein kann und in einem schicken Schlitten reihenweise andere Gangster wegpusten kann.
Als Port von dem bekannten 187 Ride or Die Spiel von den stationären Konsolen schlüpft man genauso wie auf der PS2 und Co. in die Rolle eines Gangmitgliedes, dass für den großen Boss mit der dicken fetten Zigarre und noch dickeren Klunkern um den Hals "ehrenwerte" Aufträge in feindlichen Vierteln erledigt. Auf gut deutsch bedeutet das für das Spielziel bei Street Riders, dass man mit einer hübschen Fahrerin in ein Auto steigt und der Beifahrer, der Protagonist, geschmeidig aus dem Autofenster guckt und den feindlichen Fahrern die Birne wegpustet. Müsste man an dieser Stelle noch etwas zu dem Spielablauf sagen? Eigentlich ist das alles, was einen bei Street Riders erwartet. Ein stupider Auftrag jagt den anderen. Einmal hat ein böser Columbianer ein schlechtes Wort über den Boss verloren und nun muss seine Gang dafür büßen, ein anderes Mal ist euch einfach nur jemand auf den Schuh getreten und deshalb sollte er es anscheinend verdient haben, dass man ihm die Beine wegreißt. Moralisch vollkommen verwerflich wird das Spiel jedoch erst beim Highscore, der nicht, wie man anfangs denken könnte, Punkte fürs gute Fahren zählt, nein, das wäre natürlich nicht gangstermäßig genug. Stattdessen darf man sich Belohnungen für Leichenmassaker, die man während der Fahrt verursacht hat, abholen.
Somit gestaltet sich das Spiel als eine Art GTA ohne Stil und Klasse und nur als Aneinanderkettung von Drive-By Gemetzel ohne jeglichen Anspruch. Zwar variieren die Missionsziele und man muss einmal einfach nur in einem abgesperrten Gebiet seine Kreise ziehen und dabei so viele Autos in die Luft jagen, wie nur möglich, ansonsten erwartet einen aber immer nur ein simples Rennen, bei dem man als erster durchs Ziel fahren muss. Regeln gibt es keine und so braucht man keinerlei fahrerisches Können an den Tag legen, da man den Vordermann mit einer Schrotflinte einfach in die Luft jagen kann. Items die über die ganze Strecke verteilt sind, versorgen den Spieler mit Waffen, Medipacks und Turboschüben. Gerade die Turboschübe erinnern doch sehr arg an Need for Speed Underground, sind jedoch gänzlich irrelevant für das Spiel selbst, da es summa summarum nur ums Töten und Zerstören geht.
Gameplay:
Die Steuerung von Street Riders entpuppt sich als genauso bescheiden, wie der Spielinhalt selbst. Die Autos lassen sich zwar recht annehmlich steuern, doch der Scharfschütze mit der kalten Schnauze (wer so viele Menschen umgebracht hat, muss einfach ein Hundeleben führen) ist mehr als nur träge bei der Sache. Bis er mal den Gegner anvisiert hat dauert es viel zu lange, sodass man sich schon nach wenigen Minuten dabei erwischt, wie man einfach nur noch den Finger auf der rechten Schultertaste verankert und eine Kugel nach der anderen durch den Lauf jagt, in der Hoffnung einfach eine davon im Benzintank des Gegners zu versenken.
Grafik:
Grafisch macht Street Riders zwar keine schlechte, dafür aber eine extremst monotone Figur. Während die Autos und die Strecken schön anzuschauen sind und auch die Animationen der schießwütigen Gangster überzeugen können, sieht fast jede Strecke nahezu identisch aus. Alle paar Meter ist ein und die selbe Tankstelle zu sehen und auch die Gebäude an den Straßenseiten ähneln sich wie ein Ei dem anderen. Positiv anzumerken wären noch die schicken Zwischensequenzen, die wiederum vieeel zu selten auftreten.
Sound:
Gerade bei einem Spiel wie Street Riders erwartet man, dass die Musik noch das Beste am Spiel ist. Doch genau hier wird man erheblich falsch liegen und schon nach kurzer Zeit den Lautstärkeregler betätigen und den geliebten Mp3-Player als Musikersatz verwenden.
Läuft im Menü noch mittelmäßige Rapmusik, sind die instrumentalen Melodien im Spiel nicht auszuhalten und reizen nicht nur die Nerven.
Features und Besonderheiten:
30 Autos und ein umfangreicher Storymodus sprechen für eine positive Bilanz. Dennoch wird man nicht lange Freude an der Gangsterhatz haben, da das Spielgeschehen einfach unglaublich langatmig und öde ist. Nach wenigen Runden hat man alles gesehen und ärgert sich grün und blau, dass man gerade knapp 50 Euro für Müll auf UMD bezahlt hat.
Die frechen Ladezeiten geben dem gutmütigen Spieler dann endgültig den Rest. Höchstens der Multiplayer für bis zu 8 Spieler kann hier über längere Zeit motivieren. Bleibt nur die Frage, ob ihr wirklich jemals genug Spieler zusammenbekommen werdet, um diese Möglichkeit ausschöpfen zu können.
Fazit:
Alle Spieler, die Lust darauf haben, ein paar Ganoven den Gar aus zu machen und schon mit Street Riders geliebäugelt haben, möchten wir an dieser Stelle warnen. Kauft euch lieber GTA LCS, denn dieses Spiel grenzt nicht nur an den Rand des guten Geschmacks, sondern ist schon über diesen ins trostlose Tal der Flops verschwunden. Urban Street Racing hat seinen Tiefpunkt erreicht!
Paul Schütz [Juste Belmont] für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an UbiSoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Annehmbare Fahrphysik, aber stupides Dauerfeuer. |
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GRAFIK
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Recht hübsch, aber dunkel und monoton wie die Nacht. |
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SOUND
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Eine Beleidigung für Rapfans. |
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FEATURES
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Umfangreicher, aber langweiliger Storymodus. |
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MULTIPLAYER
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Unterstützung für bis zu 8 (wohl unauffindbare) Spieler. |
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GESAMT-
WERTUNG:
47%
Mobilitätsfaktor: [4 /10] "Dunkel und lange Ladezeiten. Noch Fragen?"
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Details
Spielname:
Street Riders
Publisher:
Ubi Soft
Developer:
Ubi Soft
Genre:
Racing
Release:
21.03.2006 (erschienen)
Multiplayer:
2-8
Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (6)
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