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Viewtiful Joe : Red Hot Rumble


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Viewtiful Joe : Red Hot Rumble Review vom 14.06.2006

Henshin a go-go, baby!
Comichelden begeleiten einen das ganze Leben. Von klein an nimmt man sie als Vorbild, hält sich an Moralvorstellungen und den guten Vorsätzen. Help the helpless: Stark hilft schwach, arm hilft reich und Toleranz und Akzeptanz sind die wichtigsten Grundsätze. Was könnte die Welt schön sein, wenn jeder Mensch ein Comicheld wäre... Auch Capcom hat sich diesen Grundgedanken zu Herzen genommen, und im Jahre 2003 mit Viewtiful Joe eine einzigartige Videospielserie mit dem speziellen Comicflair ins Leben gerufen. Joe der bekannte Held der Serie hat von Spiel zu Spiel neue Freunde, Mitstreiter und Gegner mit auf den Weg bekommen, bis man eines Tages einen ganzen Stammbaum an Helden vor Augen hatte. Mit Viewtiful Joe: Red Hot Ruble hat man ein stückweit Abstand von der bekannten Jump ‚n Run Action des Spiels genommen und sich im vollen Maßen auf die Prügeleinlagen des Cell-Shading-Titels konzentriert. Erstmals erschien das aktuelle Viewtiful Joe nicht parallel auf Game Cube und Playstation 2, sondern diesmal auf dem kleinen Bruder der PSP. Hybridtitel oder haben wir es qualitativ mit einem Heimkonsolentitel zu tun?

Zunächst sollte man den geneigten Joe-Fans erklären, dass es beim aktuellen Vertreter nicht darum geht, durch zahlreiche Level zu streifen und Gegner mit diversen FX-Sepcialmoves zu vermöbeln. Keine Sorge die Special-FX Kampfmanöver sind noch ein Bestandteil des Spiels, doch kann man das Spielprinzip am Ehesten mit der von Nintendo bekannten Serie Super Smash Bros. oder dem Dreamcast-Titel Power Stone vergleichen.
Die Story des Spiels beginnt, nach den beiden digitalen „Comicstreifen“ und Captain Blue arbeitet an seinem neuesten Film. Da er sich nicht entscheiden kann, wer die Hauptrolle übernehmen soll, veranstaltet er ein großes Turnier. Der Gewinner des Wettbewerbes wird also der neue Star aus dem Viewtiful Universum und zahlreiche Groupies werden ihn oder sie umgarnen. Nach den ersten Duellen wird den Helden jedoch klar, dass irgendetwas Faul ist und jemand anderes seine Finger mit im Spiel haben muss...

Mann gegen Mann, oder besser gesagt, Superheld gegen Superheld treten in einem großen Schaukampf, um die Krone der Haudegen an. Nach und nach werden verschiedene Szenen eingespielt indem es gilt kleinere Aufgaben zu lösen. So heißt es mal möglichst viele Kristalle einzusammeln, KI-Gegner zu erledigen oder einen Endboss zu vernichten. Eure Kontrahenten stehen zeitgleich im Ring und wollen natürlich verhindern, dass der Spieler mehr Punkte kassiert als sie selbst. Punkte ergattert man in allen Farben und Formen, doch meist prügelt man diese in Münzform aus seinen Opfern heraus. In den ersten Leveln geht es eigentlich nur darum auf der Highscoreliste einen höheren Stand zu erreichen als die diversen Mitstreiter. Im späteren Verlauf gibt es noch diverse Regieanweisungen, die einem das Leben ein wenig schwerer machen. Es ist schon hart im Rampenlicht zu stehen. Nun gilt es in drei Leveln mindestens aus zwei siegreich hervorzugehen, bestimmte "Zwischenmissionen" zu erfüllen oder ein Minimum an Score zu erzielen.

Capcom sucht den Comicheld.
Die weitere Story des Spiels ist eher nebensächlich und die große Rauferei immer intensiver. Zahlreiche Specialmoves warten darauf ausgeführt zu werden, diese unterscheiden sich auch von Charakter zu Charakter. Zusätzlich tauchen während der Kampfhandlungen diverse Objekte auf, die den Verlauf der Schlacht beeinflussen können. Auch bekannte „Special FX"-Moves sind wieder mit von der Partie. Zum Spielealltag geworden ist der Zeitlupenmodus, auch gerne Bullet-Time genannt. Nutzt man dieses Item verlangsamen sich die Gegner und der Spieler kann somit gezielte Schläge machen, größeren Schaden anrichten oder für bessere Platzbeschaffung sorgen. Auch Mach-Speed ist wieder mit von der Partie. Sammelt man dieses Item ein, kann man für kurze Zeit umherfliegen und seinen Gegnern kräftig eins auf die Mütze geben. Flugangst sollte man also nicht haben. Der neueste Effekt aus der Filmkiste sind die "Sound-FX". Per Knopfdruck können diese spontan abgeschossen oder durch längeres Drücken aufgeladen werden. Das Resultat dieser Attacke, sind riesige Noten, die alle Opfer mit einigem Schaden zu Boden werfen. Für etwas mehr Chaos sorgt ein Item, welches ein schwarzes Loch erzeugt und zufälliges Button-Smashing erfordert. Ein zufälliges Minispiel wird ausgewählt und der Sieger, wird mit zahlreichen Münzen bzw. Punkten ausgestattet. Last but not least gibt es den Zoom-Effekt. Hier wird der Charakter plötzlich riesengroß und nahezu unverwundbar. Oftmals sehr hilfreich im Kampf, um das Ruder noch rum zu reißen.

Der Spieler prügelt sich also von Level zu Level und schaltet Neues frei: Charaktere, Missionen, Spielmodi. Nach und nach wird das Spiel also umfangreicher und komplizierter. Im Vergleich zur Game Cube Version sind auf der PSP noch zahlreiche Charaktere wie beispielsweise Dante, Plasma oder Vergil aus Devil May Cry. Selbst die Charaktere, die auf der Nintendo DS Version von Viewtiful Joe das erste Mal vorgestellt wurden, haben hier eine Gastrolle erhalten. Hat man es satt nur im Storymodus zu kämpfen, kann man auch sein Glück in den Nebenrollen des Titels versuchen. So gibt für fast jeden Charakter Aufgaben die zu erfüllen sind und bei dem es weniger um das große Vermöbeln anderer Superhelden geht. Etwas Abwechslung, wenngleich nicht der wahre Hochgenuss.

Zusammenfassen kann man sagen, dass Viewtiful Joe: Red Hot Rumble einiges bieten kann, doch gibt es nicht nur positives zu vermelden. Die Screengröße der PSP mag für einen Handheld schon enorm sein, doch merkt man ab und an einfach, dass das Spiel für die große Konsole konzipiert und dann umgewandelt wurde. Oftmals sind die Helden zu klein, die Minispiele zu konfus und der Bildausschnitt einfach nicht optimal. Besonders, wenn zeitgleich vier Superhelden umhertummeln und dazu noch zahlreiche Gegner das Kampffeld schmücken, weiß man nicht mehr wo vorne und hinten ist.

Gameplay:
Nach einigen Stunden wilden Tastengehämmerns hat man schon ein wenig Mitleid mit der PSP und hofft, dass diese noch lange durchmacht. Exzessivzocker kennen bestimmt das Phänomen des Controllerverschleißes und bei einem Handheld, kommt ein Austausch wesentlich kostspieliger daher als bei einer Heimkonsole einfach ein neues Pad zu kaufen. Ansonsten ist die Umsetzung gelungen. Die Tasten reagieren präzise, der Analogstick ist genau, alles was der Spieler sich sonst wünscht. Wenn da nicht das ständige Rumgehämmer auf den Knöpfen wäre...

Grafik:
Optisch hat man erneut beweisen können, dass man auch mit den aktuellen Heimkonsolentiteln mithalten kann. Gegenüber der GameCube-Fassung des Spiels braucht sich die portable Variante nicht verstecken. Zwar hat man es ab und an mit Slowdowns zu tun, die auf der Heimversion, nicht an der Tagesordnung sind, dennoch bekommt man eine sehr gelungene Cell-Shading-Optik geboten. Der typische Viewtiful Joe Look wurde somit auch im Hosentaschenformat übernommen und gekonnt in Szene gesetzt.

Sound:
Krach, Bumm, Bang, Zack, Peng und Puff. Die Kampflaute des Spiels sind unüberhörbar. Die Sprachsamples wurden von den Vorgängerversionen übernommen und so haben Fans der Serie Heimspielvorteil. Die Story wird anfänglich mit einem Introvideo mit Sprachsamples gut in Gang gebracht und schafft eine prima Atmosphäre. Im Spiel selbst wird man auf Dauer von der Monotonie verfolgt.

Features und Besonderheiten:
Zahlreiche Fighter aus dem Viewtiful-Joe-Universum, spezielle PSP-exklusive Chrakaktere, einen ausgedehnten Storymodus und diverse "Sidequests machen Red Hot Rumble auch zu einem passablen Singleplayertitel. Gamesharing und packende Multiplayerduelle runden das Gesamtkonzept hinsichtlich der gebotenen Features ab.

Multiplayer:
Ein Onlinemodus wäre bei diesem Spiel ein echtes Verkaufsargument gewesen. Ein Spielprinzip á la Smash Bros. weltweit gegen Kontrahenten auszutragen, wäre für Viele ein erfüllter Traum. Leider ist diese Blase geplatzt und man konzentriert sich auf lokale Fights.

Fazit:
Viewtiful Joe: Red Hot Rumble hat seine Glanz- und Schattenseiten. Das Spielprinzip ist derweil auf der PSP einzigartig und Konkurrenz im Sinne eines Super Smash Bros. wird es wohl nicht geben. Dennoch wird man von Kinderkrankheiten geplagt wie ein zu hektisches Spielprinzip, fehlende Übersicht und gelegentliche Slowdowns. Auf dem großen Bildschirm macht dieser Titel mehr Freude, doch wer sich als wahrer Genrefan outen kann, wird seinen Spaß am Spiel finden.

Kevin Jensen für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
9 von 10
Gut umgesetzt, wenig zu beklagen.
GRAFIK
8 von 10
Cell-Shading-Comic-Action pur!
SOUND
6 von 10
Nette Sprachsamples, monotone Soundeffekte.
FEATURES
7 von 10
Viel drum, viel dran. Selbst Gamesharing.
MULTIPLAYER
7 von 10
Auch mit Freunden nettes Button-Smashing.
GESAMT-
WERTUNG:
70%
Mobilitätsfaktor: [7 /10]
"Kurze Fights und knappe Ladezeiten sind ideal für unterwegs."







Details
Spielname:
Viewtiful Joe : Red Hot Rumble

Publisher:
Capcom

Developer:
Clover Studio

Genre:
Action Jump 'n Run

Release:
16.06.2006 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

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