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MicroMachines V4


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MicroMachines V4 Review vom 23.07.2006

Mit Micro Machines V4 geht die Lizenzversoftung um die kleinen Spielzeugautos in eine weitere Runde. Ob das Entwicklerteam Supersonic Software gute Arbeit geleistet hat, sei nachfolgend einmal beleuchtet.

Nach dem Einschalten der PSP landet man nach einigen Logos recht fix im Hauptmenü von Micro Machines V4. Nachdem wir uns ein Profil erstellt haben dürfen wir uns auch schon austoben! Der gesessene Einzelspieler hat eigentlich nur die Möglichkeit sich auf den gleichnamigen Modus zu stürzen. Hier kann er in vielen Pokalrunden mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen sein Können unter Beweis stellen und dabei Fahrzeuge freischalten. 750 Vehikel verschiedenen Typs, von der Luxuskarosse bis zum Van wollen hier erspielt werden. Zudem können in der Werkstatt Testfahrten und Strecken auf Zeit gefahren werden.

Das Ganze geht dabei in 3 verschiedenen Varianten von statten. In den Kampf-Duellen besitzt ihr und euer KI-Gegner eine Anzahl an Punkten und müsst euch die restlichen Punkte vom Gegner klauen. Dies passiert während des Rennens. Ihr könnt euren Gegner den Abhang hinunter rempeln oder ihn mit Waffen bearbeiten. Eine weitere Methode ist das Schlichte davonfahren, wodurch ihr euren Gegner quasi aus dem Bildschirm kickt. Habt ihr dies geschafft, bekommt ihr einen Punkt und das Rennen wird am letzten Checkpoint neu gestartet. So ergeben sich kleine Duell-Runden in denen ihr Punkte erobert oder aber auch Punkte verliert, bis einer der Kontrahenten die festgelegte Punkteanzahl erreicht.

In Checkpoint-Rennen müssen möglichst viele der Checkpoints abgefahren werden, die sich auf der Strecke befinden und im klassischen Rennmodus gilt es einfach nur, nach Rundenanzahl XY als erster über die Ziellinie zu brettern.

Soweit zur Theorie, aber wie sieht es mit der Praxis aus? Schon nach kurzen Spielen merkt man: Micro Machines präsentiert sich wie auch die Vorgänger sehr dynamisch und schnell. Das führt auch zu einem satten Schwierigkeitsgrad und selbst auf leichter Stufe braucht es meist mehrere Anläufe, bis man eine Herausforderung meistert. Das haben sich auch die Entwickler gedacht und das Spielsystem schön aufgelockert. So könnt ihr trotz den einzelnen Einteilungen in Pokalrunden jede einzelne Herausforderung des jeweiligen Cups beliebig wiederholen und durch eine Punktezählung müsst ihr gar nicht mal jede Herausforderung mit dem ersten Platz bestehen um voranzuschreiten. So wird man zwar nicht gefrustet, wenn man an einer Herausforderung hängen bleibt, allerdings schafft ihr es auf diese Weise sicher nicht, alle Fahrzeuge freizuschalten.

Nachdem man sich einem Level angenommen hat, muss man eine etwas längere Ladezeit in Kauf nehmen, danach kann’s aber losgehen. Das geladene Level bleibt schönerweise im Speicher der PSP, sodass ihr bei einem neuen Versuch nicht wieder die Ladezeiten ertragen müsst. Das Spiel präsentiert sich in bester Micro Machines-Manier. Dies fällt schon beim Leveldesign auf: Detailreich und verspielt wie eh und je. Rennen zwischen Cerankochfeldern, Badewannen, Gartenanlagen oder Supermarktkassen stehen auf dem Programm. Dabei kommt vor allem die Kreativität der Entwickler beim Leveldesign zu Tage. So fungiert das Nudelholz als tödliche Walze, die euch von der Strecke schiebt, eine Küchenschublade dient als Fahrstuhl und Bügeleisen sollten aus Gründen des Brandschutzes mit den kleinen Vehikeln besser gemieden werden.

Das größte Problem für Neulinge bei Micro Machines ist die dürftige Fahrphysik. Denn wenn man hier den Dreh nicht rausbekommt, fährt man schneller in den Abgrund als einem Lieb ist. Im Gegenzug dessen fährt man den Gegnern davon, wenn man den Bogen raus hat und die meisten Kurven perfekt nimmt. Ist man an diesem Punkt angelangt, bietet das Spiel natürlich höhere Schwierigkeitsgerade und noch mehr freizuschalten. Allerdings bleibt es mir persönlich ein Rätsel, wer 750 fast identisch anmutende Fahrzeuge sammeln möchte, wenn man das Spiel weitestgehend auch mit dem Standart-Boliden meistern kann.

Da wir bei Micro Machines von einem Fun-Racer reden, bieten sich für alle diejenigen, denen das normale Rumheizen zu doof ist verschiedene Items an. Plasmakanone, Maschinengewehr oder ein auf Knopfdruck zu betätigender Hammer sind nur einige der vielen Möglichkeiten, um euren Kontrahenten Lebensenergie zu klauen. Das schaltet diese zwar nicht komplett aus, allerdings werden gegnerische Fahrer mit wenig Energie bedeutend langsamer und lassen sich dementsprechend leicht abhängen. Auf ungefähren 50 Kursen dürft ihr dieses Spektakel über euch ergehen lassen. Einige Kurse lassen sich zudem nur freischalten, wenn ihr eure PSP via USB an eine PS2 anschließt, auf der selbiges Spiel betrieben wird.
Die Gefahr, dass Micro Machines eintönig wird, besteht leider. Denn irgendwo fehlt es dem Spiel an Witz und etwas mehr Tiefgang. Zu routiniert kommt der Spielablauf rüber und Miniaturvehikel mit dynamischer Vogelperspektiven-Kamera durch diverse Parcours jagen ist beim Spielgefühl nicht ansatzweise so Spaßig und unterhaltsam wie ein Funracer der Klasse Mario Kart. Zudem sind die verschiedenen Items nicht gerade das Gelbe vom Ei. Sie kommen einfach zu kurz oder haben keine gravierenden Wirkungen, die das Spielgeschehen noch im letzten Moment kippen. Und jeder, der schon einmal einen Funracer gespielt hat weiß, das es gerade darauf ankommt: Im letzten Moment mit Hilfe eines fiesen Items den Gegner kurz vor der Ziellinie überholen. Solche Momente fehlen Micro Machines einfach und verwehren hier den Sprung in die wirklich guten Wertungsareale beim Gameplay.

Gameplay:
In allen Belangen ist Micro Machines ein recht simples Spiel. Im Menü findet man sich sofort zurecht und auch die Steuerung bietet ein überschaubares Spektrum, wobei das Spiel zugegebenermaßen ohnehin sehr kurzweilig ist und wenig Tiefgang bietet. Es kann wahlweise mit dem Digipad oder dem Analogstick gelenkt werden. Beschleunigt wird mit dem X-Knopf, Bremsen darf man mit dem Viereck. Items setzt man mit der rechten Schultertaste ein und im Prinzip war’s dass dann auch, was die wichtigsten Dinge angeht.

Grafik:
Recht ansehnlich kommt das Spiel daher und nach dem eher dezenten Menüs ist man doch relativ überrascht, welch mitunter Detailreiche Levels man serviert bekommt. Viele Objekte liegen als Hindernisse auf den Strecken, von der Zahnbürste bis zur Gartenschaufel oder Obstschale. Viele dieser Objekte lassen hier erkennen, dass sich die Entwickler recht gut überlegt haben, mit welchen Alltäglichen Dingen man halsbrecherische Strecken für Miniautos kreieren kann. Ebenfalls erwähnenswert ist der Flüssige Spielablauf, der sich nur bei 4 Fahrern auf einem Screen, welche alle ihre Items vom Stapel lassen, verabschiedet.

Sound:
Wenn man die Vertonung als Zweckmäßig bezeichnet, ist das noch übertrieben. Das Menü plätschert mit einigen Synthesizer-Beats vor sich in und in den Strecken fehlt Musik manchmal komplett. Stattdessen bekommt der Spieler Ambientgeräusche, zum Beispiel das Piepen der Supermarktkasse, wenn er auf selbiger entlang brettert. Die Soundeffekte überzeugen auch nicht gerade und ein weitere dicker Minuspunkt, der sich auch auf das Gameplay und die Gesamtwertung niederschlägt. Denn wer will schon einen Funracer spielen, der nicht einmal stimmige Hintergrundmusik bietet? Ich nicht.

Multiplayer:
Wie es sich für ein Spiel dieses Schlages gehört, gibt es natürlich einen Multiplayer-Modus. Aber gleich vorweg: Kein Game-Sharing. Schade, oder? Fast. Denn die Entwickler haben sich etwas sehr Kreatives ausgedacht: Micro Machines zu zweit an einer PSP. Hä, wie? Jawohl! In dieser Multiplayer-Variante wird die PSP einfach vertikal gehalten. Spieler 1 steuert mit Digipad und Analogstick, welche verschieden belegt sind, Spieler 2 darf mit den Einzelnen Aktionstasten daddeln. Funktionieren tut das nach einiger Eingewöhnung sogar super und volle Punktzahl für so eine Idee! Natürlich lassen sich auch normale Netzwerkspiele ausführen. Hier braucht jeder seine eigene Spiel-UMD. Dafür können dann aber auch 4 Leute gleichzeitig mitspielen. Zudem gibt es die Tausch-Funktion. Hier könnt ihr euch im Netzwerk mit einem anderen Spieler verbinden und die Wagen eurer Sammlung nach Lust und Laune tauschen.

Fazit:
Auf die Alternative zu Mario Kart müssen Sony-Veteranen wohl noch ein Weilchen warten, doch ein guter Ansatz ist schon einmal vorhanden. Micro Machines V4 ist ein grundsolider Funracer mit guter Grafik und solidem Gameplay. Allerdings ist die Präsentation des Titels recht fad und ermüdend ausgefallen. Mit anderen Worten einfach nur langweilig. Viele Feinheiten, die einen Funracer erst gut machen fehlen hier völlig. Unter’m Strich bleibt ein Spiel der Kategorie „Is’ ganz Ok…“. Gegenteiligerweise muss aber gesagt werden: Das Spiel eignet sich super für zwischendurch und die Idee mit dem Multiplayer an nur einer PSP ist auch sehr fein. Wer schon einmal mit Micro Machines seine Freude hatte, der darf hier gern einen Blick riskieren, alle Anderen spielen vorher Probe.

Lars Peterke für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Codemasters für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
6 von 10
Grundsolide ohne Macken, allerdings zu trocken und eintönig für einen guten Funracer.
GRAFIK
7 von 10
Solide, detailreich und bis auf winzige Ausnahmen Flüssiger Spielablauf.
SOUND
3 von 10
Meist nicht einmal Melodien sondern nur Ambient-Sounds im Hintergrund.
FEATURES
3 von 10
Langweilige Items und 750 Fahrzeuge zum sammeln. Spannend…
MULTIPLAYER
7 von 10
Multiplayer mit nur einem PSP-System! Daumen Hoch!
GESAMT-
WERTUNG:
69%
Mobilitätsfaktor: [7 /10]
"Ladezeiten ein wenig zu lang geraten, ansonsten super für zwischendurch"







Details
Spielname:
MicroMachines V4

Publisher:
Codemasters

Developer:
Supersonic Software

Genre:
Fun-Racing

Release:
28.06.2006 (erschienen)

Multiplayer:
2 - 4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

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