PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de
SONY PSP
Playstation Portable.depowered by 4players translate2english
Home News Spiele PSN UMDs Artikel Community RSS
Jetzt anmelden!   |   Login:   Nickname:    Passwort:      Passw. vergessen?   
Du bist nicht eingelogged.

Miami Vice: The Game


  • Testbericht
  • Screenshots (6)
  • News & Videos (3)
  • User (52)
  • Spiel Kaufen
Miami Vice: The Game Review vom 04.08.2006

Zwei hinreißend verdorbene Schurken

Die 80er. Schrill, bunt, laut und voll mit den verrücktesten Klamottenkreationen jenseits der 70er. Flanellhemden und Lederschuhe ohne Socken waren in, zum Kult geworden durch eine TV-Serie aus den USA: Miami Vice mit dem Frauenschwarm Don Johnson als James „Sonny“ Burnett Crockett und Philip Michael Thomas als sein Partner Ricardo Tubbs. Produziert wurde der Serienhit zwischen 1984 und 1989 von Michael Mann, der sich in der letzten Zeit mit guten Kino-Thrillern zurückmeldete. Allen voran Heat und der von Kritik und Publikum stark unterschätze Film Collateral.

Passend zum derzeitigen Remake-Wahnsinn kommt am 24. August 2006 eine Neuverfilmung unter der Regie von Mann in die Kinos. In den Hauptrollen die derzeit wohl beliebtesten Hollywood-Stars, vor allem beim weiblichen Publikum, Colin Farell und Jamie Foxx. Die Story, der Look und vor allem die in den 80ern heißgeliebte Musik von Jan Hammer mussten der Modernisierung weichen. Miami Vice präsentiert sich 2006 cooler und erwachsener. Das versuchte man auch auf die Videospielumsetzung zu übertragen, die natürlich nicht fehlen darf. Voila, Miami Vice The Interactive Video Game ist da.

Wenn ein Spiel als "Interaktives" bezeichnet wird, dann klingeln beim Tester die Alarmglocken. Prinzipiell ist jedes Videospiel interaktiv, doch diesen Begriff vereinnahmten bisher Games wie Dragons Layer oder Space Ace für sich, in denen man zum simplen Knöpfchendrücker ohne viel Verstand (sozusagen ein Anti-Kawashima, Nintendos Gehirnjogger) verkam. Zum Glück ist das bei Miami Vice The Video Game etwas anders. Wenn auch nicht viel.

Welcome to Miami

Aus der Traum in Pastellfarben, willkommen im 21. Jahrhundert: Das Action-Game von Rebellion (unter anderem für das hierzulande nie erschienene Dead to Rights verantwortlich) erzählt eine eigene Geschichte und spielt zeitlich vor dem Kinofilm: Crocket und Tubbs sind zwei knallharte Undercover-Polizisten, die ganz tief in die Drogenszene Miamis eintauchen. Zu Fuß oder per Boot jagen sie Verbrecher der üblen Sorte und sind dabei nicht allzu zimperlich: Rebellion hat eifrig mit dem Farbeimer herumhantiert und so spritzt das Blut an allen Ecken und Enden. Nichts für junge und empfindliche Gemüter!

Zu Beginn kann man seinen Lieblingshelden wählen, den man bis zum Schluss begleitet. Die Missionen bauen sich dabei meistens relativ ähnlich auf: In einer 3rd Person Perspektive sieht man seinem Helden bei der Arbeit über die Schulter. Grafik und Ambiente erinnern ein wenig an GTA, wer San Andreas auf der PS2 gespielt hat, fühlt sich geradezu heimisch.
Dann kommt es zum ersten Feuerwechsel: Anstatt eine automatische Zielvorrichtung zu benutzen wie andere 3D-Shooter auf der PSP, hat man das Konzept von Resident Evil 4 dreist übernommen. Soll heißen: Stehen bleiben, mit dem Analogstick dank Laserpointer genau zielen und abdrücken. Hätten wir Game-Kopie Nummer 2, es folgt Nummer 3: Denn schließlich kann man nicht einfach so in der Gegend herumstehen und Leute abballern - die schießen trotz der schwachen künstlichen Intelligenz nämlich auch zurück. Daher hat man in jedem Levelabschnitt Deckungsmöglichkeiten, die per Knopfdruck einfach eingenommen wird. Dort ist man geschützt und kann jederzeit hervorlugen, um die Feindeschar gezielt unter Beschuss zu nehmen. Man fühlt sich ein wenig an einen Lightgun-Shooter wie Time Crisis oder Virtua Cop erinnert.

Um etwas Abwechslung einzubauen hat Rebellion ein paar Boot-Missionen integriert, denn was wäre Miami Vice ohne Boote? Diese Abschnitte sind wie der Rest des Spiels recht einfach und flott durchgezockt.
Während jeder Missionen können zahlreiche Dinge gesammelt werden, die euch auf einer Miami-Karte helfen können. Dazu gehören die Flash-Rams (einfache USB-Sticks), auf denen sich z.B. die Verstecke namhafter Drogenbosse oder Waffenerweiterungen befinden.
Außerdem darf man als Polizist Drogen einsacken - und anschließend an den meistbietenden Dealer weiterverkaufen! Was bei einem GTA womöglich cool wäre, wirkt in einem Spiel, bei dem es um Polizisten geht, leicht merkwürdig. Als "Drug Tycoon" muss man Handel treiben und innerhalb weniger Züge den günstigsten Verkäufer und den besten Käufer finden. Mit dem so gewonnenen Geld kann man Waffen und Kleidung kaufen, sowie per Drogen-Auswahl einen Spitzel bestechen, der einem daraufhin gern den Code für die Kameras im nächsten Level spendiert.

Viel Anspruch bietet Miami Vice nicht: Hat man sich an das Stop and Go-System gewöhnt, macht es zwar eine kleine Weile Spaß, aber diese ist viel zu schnell wieder rum: Mehr als ein Wochenende sitzt man nicht mit Crocket und Tubbs zusammen. Zu schwach sind die Gegnerhorden programmiert, zu einfach ist das ganze System. Immerhin bietet der Multiplayer-Modus Kurzweil, in dem Crocket und Tubbs gemeinsam auf Verbrecherjagd gehen können. Dann kommt das alte Time Crisis Feeling für wenige Stunden wieder auf.

Gameplay:
Aller Anfang ist schwer: Wer ein reines Run 'n Gun-Game erwartet, wird im ersten Moment das Spiel zurück geben wollen - wer Resident Evil 4 kennt, sich dagegen heimisch fühlen. Das Konzept ist zwar nicht gänzlich neu, dafür aber ausgezeichnet an die PSP mit ihrem einzelnen Analog-Stick angepasst.
Sauer stößt einem dann doch eher die schwache Kollisionsabfrage sowie die unterschiedliche Robustheit der Gegner auf: Wenn Rothemd Nummer Eins nach einem Kopfschuss sofort den Löffel abgibt, muss das nicht bedeuten, dass Rothemd Nummer Zwei genau die selbe Nummer macht. Meistens ist das nämlich nicht der Fall und selbst zwei oder drei Schüsse auf die Birne lassen ihn nur taumeln. Außerdem sind die Knaben dumm genug, den Spieler in aller Seelenruhe nachladen zu lassen, obwohl sie einfach nur um die Deckung spendende Kiste herumlaufen müssten, um ihn mit Blei vollzustopfen.

Grafik:
Es ist unheimlich schön in Miami: Rebellion hat eine flüssige Grafikengine entwickelt, die Level nicht nur sehr schnell laden lässt (womöglich rekordverdächtig auf der PSP), sondern die auch noch schön anzusehen ist. Viele Details erfreuen das Auge, lassen sich aber leider nicht "interaktiv" einsetzen (man erinnere sich nur an das Klavier oder die Billardtische in Max Payne). Man kann nur hoffen, dass auch andere Spiele von der Engine gebrauch machen werden.
Die Boot-Missionen fallen dabei etwas ab, was vor allem an der Entfernung liegt, aus der man das Geschehen beobachtet.

Sound:
Jan Hammer sucht man vergebens: Das berühmte Miami Vice Thema wurde schon nicht in den Film gepackt, also hat es im Spiel noch weniger zu suchen. Trotzdem wissen die Rhythmen zu gefallen und geben dem Spiel viel Action. Leider nimmt die Musik einem auch die Überraschung: Sind alle Gegner eines Abschnittes erledigt, werden heitere, heldenhaftere Klänge angestimmt.

Apropos Gegner: Diese rufen einem so einiges an den Kopf ("explicit lyrics" nennt man das auf CDs...), wiederholen sich aber dann recht schnell, was der Stimmung einiges nimmt.
Das Krachen der Kanonen könnte außerdem eine ganze Spur "saftiger" klingen. Die Soundeffekte halten sich etwas dumpfer im Hintergrund.

Features und Besonderheiten:
Neben dem bereits erwähnten Drogenhandel, der fast mehr Spaß macht als die eigentlichen Missionen, gibt es die Möglichkeit, die gefundenen Flash-Rams zu hacken. Dies geschieht in einem Geschicklichkeitsspiel, das jedoch nie besonders anspruchsvoll wird. Hier müssen Quadrate mit Hilfe kleiner Schockwellen vernichtet werden, um Codes zu entschlüsseln. Wenn doch nur Alles im Leben so einfach wäre...

Außer den Waffenupgrades kann man sich Kleidung kaufen, pro Spielfigur einen Anzug und eine Schutzausrüstung. Letztere nimmt einem jedoch ziemlich viel Ruf. Dieser ist wichtig, um die Drogendealer zu beeindrucken. Also greift man lieber zum Anzug nebst cooler Sonnenbrille sowie zur praktischen Pistole, da natürlich Maschinen- und Scharfschützengewehre nur etwas für Weicheier sind.

Multiplayer:
Hat man einen Kumpel und ein zweites Miami Vice zur Hand, darf gemeinsam geballert werden. In Bootmissionen sitzt dabei einer am Ruder und der andere an der Pistole. Zwar kein Ersatz für die kurze Spielzeit, aber trotzdem ein nettes Gimmick, das länger unterhalten kann.

Fazit:
Miami Vice The Movie ist kein typisches Filmspiel von der Stange. Rebellion hat sich einige Dinge ausgedacht und auch viel Zeit und Mühe in die Grafik und das Ambiente investiert. Film-Fans werden sich heimisch fühlen.
Leider trübt besonders die viel zu kurze Spielzeit das Vergnügen dann doch drastisch. Und wer ein anspruchsvolles Spiel erwartet hat, der darf auch weitergehen: Es gibt hier nichts zu sehen.


Christian Nork für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Vivendi Universal für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
5 von 10
Sehr linear und mit wenigen Möglichkeiten.
GRAFIK
8 von 10
Flüssig, schön und passend.
SOUND
6 von 10
Treibende Rhythmen und redundante Effekte.
FEATURES
5 von 10
Drogenhandel und Minispielchen.
MULTIPLAYER
5 von 10
Einfacher Zweispielermodus ohne Gamesharing.
GESAMT-
WERTUNG:
67%
Mobilitätsfaktor: [6 /10]
"Ultrakurze Ladezeiten, aber meist zu dunkle Grafik, um unterwegs spielen zu können."







Details
Spielname:
Miami Vice: The Game

Publisher:
Sierra

Developer:
Rebellion

Genre:
Action Adventure

Release:
21.07.2006 (erschienen)

Multiplayer:
1 - 2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

Jetzt Bestellen:
Zum Shop