Tenchu: Time of Assasins
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Tenchu: Time of Assasins
Review vom 08.08.2006
Seit mehr als zehn Jahren hält die Tenchu Serie auf des Zockers liebstem Stück Einkehr und konnte bisher zumindest die Fans der Serie überzeugen. Schon auf der Playstation 1 konnte die Mischung aus Sam Fishers Abenteuern gekreuzt mit einer großzügigen Priese japanischem Flair und edlen Kampfeinlagen vollends überzeugen. Bis dato erschienen zwei Teile für die PSX und Playstation 2 sowie ein Ableger für Microsofts schwarze Kiste (in Fachkreisen X-Box genannt) - auch Nintendos Doppelbildschirmer bekam ein eigenes Spiel aus der Reihe spendiert. Nun feiert das asiatische Schleichabenteuer sein Debüt auch auf Sonys kleiner Wunderkiste. Doch ob sich ein Kauf wirklich lohnt, oder ob man das Spiel lieber im Regal des Händlers versauern lassen sollte, wollen wir euch in folgenden Zeilen berichten.
Als Fan der Playstationteile war es wie Geburtstag und Weihnachten zusammen, als das Spiel endlich in meiner kümmerlichen Wohnung eintrudelte. Keine Sekunde durfte ungenutzt verstreichen, also wurde der kleine Silberling gleich in das Laufwerk der PSP eingelegt und das Spiel gestartet. Ein kleines Intro begleitet uns auf dem Weg hin zur Charakterauswahl. Gleich zu Beginn scheint der Spielumfang relativ üppig und man hat sich der Entscheidung zu stellen, mit welchem der insgesamt fünf Charaktere man sein Schleichabenteuer durchleben
möchte. Neben den aus den Vorgängerspielen bekannten Charakteren; Ayame, Rikimaru, Rin und Tesshu habt ihr in "Tenchu: Time of the Assassins" erstmals auch die Möglichkeit, in die Rolle des verächtlichen Onikage zu schlüpfen welcher allerdings erst verfügbar ist, sobald man die Story mit allen anderen Kämpfern überstanden hat. Dabei wurde jeder Charakter mit einer eigenen, meist sehr öden Storyline beschenkt, welche sich untereinander zwar nicht direkt ähneln, jedoch in den Grundzügen sehr ähnliche Aufträge beinhalten. Das Grundkonzept der Tenchu Serie wurde auch auf dem Handheld beibehalten und so geht es auch bei „Time of the Assassins“ je nach Art des Auftrags wieder darum einen gekonnten Raubzug zu veranstalten, ein Treffen mit einer vorbestimmten Person abzuhalten oder Bösewichten den gar auszumachen. Das ganze läuft ziemlich linear ab und man muss sich lediglich von einem Startpunkt hin zu einem Zielpunkt bewegen. Zweiteres wird auf einer Karte markiert, um einem eine ewige Suche nach dem heiligen Gral zu ersparen.
Wer seine Schleichkunst schon in älteren Teilen unter Beweis stellen durfte, erinnert sich sicherlich noch an die Anzeige im linken unteren Eck. Diese ist auch auf dem Handheldableger wieder mit an Bord und übernimmt die wichtige Aufgabe euch darüber zu informieren, ob sich gegnerische Charaktere in der Nähe befinden und ob sich diese in Alarmbereitschaft befinden oder man vorerst ohne größere Ängste umhertappen kann. Es dürfte eigentlich kein Problem darstellen, sich an einen Gegner heranzupirschen und diesem mit einem gekonnten Schnitt durch die Kehle ins Jenseits zu schicken, doch falsch gedacht! Die geringe Weitsicht verdirbt euch den Spaß und ihr werdet es in den seltensten Fällen erleben, dass ihr einen Rivalen aufspürt und euch diesem leise nähert, bevor er euch entdeckt und euer trauriges Dasein beendet. Es bleibt also nur die Möglichkeit, auf gut Glück loszusprinten und alles klein zu schlagen, was einem Feind ähnelt. Zwar geht hierdurch die Tarnung verloren - was sich am Ende eines jeden Levels in einer knallharten „Statistik“ widerspiegelt - doch eine andere Möglichkeit ist ganz einfach nicht geboten. Als ob das alles nicht schon für genug Frust sorgt, kommen noch zu lange andauernde Ladezeiten hinzu, die einen immer dann erwarten, wenn man einen Auftrag erneut starten muss. Es dauert eine ganze Weile, bis man den Storymode erledigt hat, doch wer danach immer noch nicht genug geschlichen ist, hat unter einem anderen Menüpunkt noch mal rund 50 verschiedene Missionen zur Auswahl – es gibt also immer etwas zu tun!
Gameplay:
Insgesamt macht das Gameplay auch auf dem Handheld keine schlechte Figur. Wer Tenchu schon einmal auf einer stationären Konsole von Sony gespielt hat, dürfte sich relativ schnell heimisch fühlen. Alle anderen haben ihren Protagonisten nach einer kleinen Übungsphase insoweit unter Kontrolle, dass fast alle Bewegungen und Attacken leicht von der Hand gehen. Doch um seinen Charakter einwandfrei durch die Level bewegen zu können, benötigt es immer auch eine akzeptable Kameraführung…
Grafik:
Die ersten Screenshots sahen ja wirklich nicht übel aus, doch was das fertige Spiel bietet, geht auf keine Kuhhaut. Die Charaktere sehen sind überraschenderweise noch recht annehmbar und man kann sich über ein ganz kleines Bisschen Detailreichtum freuen. Die Animationen stimmen nicht wirklich mit dem überein, was der Ton uns vorgaukelt und auch die Umgebung ist eher kantig und detailarm ausgefallen. Einige Grafikbugs tun hier das Übrige. Das allergrößte Manko allerdings ist die Weitsicht. Obwohl, als Weitsicht kann man das, was man bei Tenchu geboten bekommt, keinesfalls als solche bezeichnen. Der Versuch, durch einen Level zu schleichen um euch vorsichtig an einen Gegner heranzutasten, wird kläglich scheitern. Bevor ihr überhaupt merkt, dass sich ein Rivale in der Nähe befindet, wurdet ihr in die ewigen Jagdgründe geschickt. Leider muss ich vorige Aussage, in der ich schrieb, dass dies das größte Manko sei, an dieser Stelle berichtigen. Natürlich gibt es noch mehr zu bemängeln: da wäre zum Beispiel noch die wirklich miese Kamera, die einem das manchmal ganz interessante Spielgeschehen immer von genau dem Blickwinkel präsentiert, den man in der aktuellen Situation nicht braucht. Nachjustieren ist leider auch nicht möglich. Diese ganzen Punkte machen das Spiel praktisch unspielbar und rauben selbst dem fundierten Profispieler den letzten Funken Motivation!
Sound:
Schon vorweg muss gesagt werden, dass die musikalische Untermalung mitunter das Beste am gesamten Spiel ist. Wunderschöne, japanische Kultklänge trillern in die Lauscher, wenn die Disc im Laufwerk rotiert. Zwar sind die Hintergrundgeräusche - wie bereits angesprochen - nicht immer mit dem Synchron, was gerade wirklich geschieht und so bekommt der Begriff „eiserne Faust“ eine vollkommen neue Bedeutung, doch insgesamt sind auch diese mehr als gelungen und immer wieder sehr nett anzuhören. Sogar über eine Sprachausgabe verfügt das Spiel! Diese ist allerdings zum Leidwesen aller deutschstämmigen Zocker leider nur in englischer Sprache verfügbar.
Features und Besonderheiten:
Wenn man es genau nimmt, so hat das Spiel doch einiges zu bieten. Man hat von Anfang an die Möglichkeit mit einem von vier verschiedenen Charakteren die mehr oder minder aufregende Story zu durchleben. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, einen weiteren Charakter frei zu schalten, welcher in den bisher veröffentlichten Teilen der Serie nie in spielbarer Form verfügbar war. Auch ein viel versprechender Level Editor wurde mit auf den kleinen Silberling gepresst. Leider aber kommt dieser nicht in der gewünschten Komplexität und dem erhofften Umfang daher, wie man es sich vor Veröffentlichung erhofft hatte. Schön ist auch, dass man die erstellten Level mit anderen Spielern via Wlan Verbindung austauchen kann.
Fazit:
Es hätte so schön sein können! Wie gerne würde ich an dieser Stelle eine knallharte Kaufempfehlung aussprechen, doch bei aller Liebe ist „Tenchu: Time of the Assassins“ kein Spiel, für das man in seinem Schrank Platz halten sollte. Zumindest nicht, wenn man kein Vollblutfan der Serie ist und sowieso zurzeit knapp bei Kasse ist. Es hapert hauptsächlich an der technischen Umsetzung, denn was man hier vor Augen bekommt, ähnelt einem Riesenfiasko! Der Umfang ist zwar recht ansehnlich, doch trotzdem bleibt der wirkliche Spielspaß aus und die Motivation geht nach dem ersten Durchspielen fast komplett flöten. Hier sollten wirklich nur jene zugreifen, die sich als Fans der Serie bezeichnen können, technische Fehler übersehen und einfach mal abschalten wollen.
Max Zeschitz für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Akzeptabel, aber nicht das Gelbe vom Ei |
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GRAFIK
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Eine Katastrophe! |
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SOUND
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Das Beste am ganzen Spiel |
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FEATURES
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Guter Umfang und ein netter Level-Editor |
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MULTIPLAYER
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Zwei Spieler ohne Gamesharing |
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GESAMT-
WERTUNG:
47%
Mobilitätsfaktor: [2 /10] "Lange Ladezeiten und die dunkle Atmosphäre sind unterwegs unerträglich"
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Details
Spielname:
Tenchu: Time of Assasins
Publisher:
Sega
Developer:
FROM Software
Genre:
Sonstiges
Release:
23.06.2006 (erschienen)
Multiplayer:
2 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Screenshots:
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