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Astonishia Story


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Astonishia Story Review vom 15.08.2006

Die guten alten Rollenspiele hatten ihre Blütezeit auf dem Super Nintendo Entertainment System. Square Soft war die Entwicklerschmiede der Stunde, Final Fantasy gewann immer mehr an Popularität und auch die Spiele aus dem Hause Enix konnten Fans begeistern. Mittlerweile ist die 16-Bit-Ära lange vergangen, doch immer wieder findet man Vertreter aus dieser Generation. Aktuelles Beispiel ist Astonishia Story, welches UbiSoft neu für die PSP aufgelegt hat. Mit Tales of Eternia wurde schon gezeigt, dass auch Rollenspiele auf der Playstation Portable hohe Qualität haben und für viele Tage oder gar Wochen hinweg ans Gerät fesseln können. Schafft UbiSoft dies auch mit dem aktuellen Titel?

Wie es nun leider schon so häufig auf der PSP der Fall war, handelt es sich bei Astonishia Story nicht um ein neues Spiel sondern um ein Remake. Das eigentliche Rollenspiel wurde schon 1994 von der koreanischen Entwicklerschmiede Sonnori für den PC veröffentlicht und erschien auch schonmal im Jahre 2002 auf einem Handheld, dem GP32. Dieses Gerät war in Europa ein eher unbekanntes Nischenprodukt, und konnte sich trotzt überragender Funktionen nicht gegen den Game Boy Advance aus dem Hause Nintendo durchsetzen. Dennoch hat man das Spiel von damals aufgegriffen und auf das 16:9 Bildformat von der Playstation Portable angepasst. Olle Kamellen oder doch ein interessantes Spiel?

Die Geschichte dreht sich um den edlen Ritter Lloyd, der mit seinem Herrführer ein wichtiges königliches Relikt transportieren soll. Der so genannte “Stab von Cainan” soll heile zu seinem neuen Bestimmungsort gelangen. Natürlich wäre es kein Rollenspiel, wenn an dieser Stelle nicht einiges schief gehen würde. Die ritterliche Truppe wird offensichtlich in einen Hinterhalt gelockt und da man Befehle in einem fürstlichen Herrschaftsregime nicht verweigern sollte, stapft man besonnen in den Tod. Nur unser Protagonist Lloyd hat überlebt und als Edelherr will er nun seine Mission trotz der herben Verluste zu Ende bringen. Ein recht lineares Abenteuer, ohne wirkliche Sidequests, oder andere Spielereien hat nun seinen Anfang. Die zweckmäßige Story dient nur zur Ablenkung und schmückt die Kampfhandlungen ein wenig aus. Man spürt wie der Zahn der Zeit an diesem Spiel genagt hat, wenn es zum x-ten Male heißt “finde Objekt XY und bringe es zu Ort Z”.

So konzentriert man sich weniger auf die eigentlichen Storyinhalte und setzt den Fokus auf die schnellen und intuitiven Kampfeinlagen. Ähnlich wie bei anderen taktischen Rollenspielen betritt der Spieler auch hier ein in Kästchen aufgeteiltes Spielfeld. Wenn die Runde beginnt, darf man ran an den Feind, eine neue Position einnehmen und eine Aktion starten. Üblicherweise sind die Helden mit Nahkampfwaffen ausgestattet, doch weitere Objekte wie Steine oder Wurfmesser machen aus jedem Frontmann einen Fernkämpfer. Setzt man diese geschickt ein, kann dies über Sieg oder Niederlage entscheiden. Das Kampfgeschehen auf der Weltkarte ist auf eher mäßigem Niveau. Die Feine sind leicht besiegt und gehen sogar in eine Konterstellung, wenn sie schwer verletzt sind. In der nächsten Runde kann man sie dann mühelos erledigen. Die Endgegner haben ein wenig mehr auf dem Kasten und können sich sogar ab und an selbst heilen, aber gegen mächtige Zaubersprüche oder Komboattacken sehen auch diese alt aus.
Was manchmal in den Kämpfen recht nervig sein kann, sind die Ladezeiten. Wenn man schon auf den Sourcecode eines alten Spiels zurückgreift, sollte man diesen zumindest so anpassen, dass er flüssig auf einer deutlich leistungsstärkeren Konsole läuft. So muss man vor einem grafisch aufwändigen Zauberspruch leider immer etwas Wartezeit einplanen. Gerade im mobilen Sektor sollte man sich so was nicht erlauben und auf dem technisch deutlich schlechteren GP32 lief das Spiel vor vier Jahren flüssig.

Insgesamt gesehen haben wir es somit eher mit einem 08/15 Abenteuer zu tun. Es heißt neue Freunde finden, Waffen aufrüsten, haufenweise Feinde erledigen und Stückchen für Stückchen dem Ziel näher kommen. Interessant ist das Upgradeverfahren. Denn wer geschickt mit seinen Mannen umgeht, wird belohnt. Der Kämpfer, der sich in der Schlacht am Besten behaupten konnte, erhält zum Schluss zusätzliche Erfahrungspunkte. Somit kann man ein klein wenig steuern, welcher der Charaktere schneller neue Fertigkeiten erlernt oder nicht.
Leider fehlt dem Spiel ein gewisser Charme. Die Ansätze sind zwar da, sind aber eher Randerscheinungen. Beispielsweise bei einer Szene, die aus einem Lukas Arts Spiel der 90er Jahre stammen könnte. So geschieht es, dass Ylenne, eine Gefährtin unseres tapferen Ritters, beim Baden überrascht wird. In guter fernöstlicher Manier bleibt Lloyd also verliebt stehen und schaut sich das Spektakel an. Er wird mit Wasser übergossen und bewegt sich kein Stück. Erst als die Herzensdame, eine versteckte Axt aus der Badewanne zückt, ändert sich diese prekäre Lage schlagartig.
Einzig und allein die Raubkopierer werden noch ein wenig verarscht. So gibt es immer wieder Szenen, die illegales Spielen auf sarkastische Weise verabscheuen. Ein netter Herr mit Wasserkopf, möchte beispielsweise ein Codewort aus der Anleitung wissen, bis er von seinem „Update“ verjagt wird. Wenn man diesen Humor durchweg genutzt hätte, wäre eventuell mehr drin gewesen.

Zumindest ist die Spielzeit angenehm, doch das monotone Spielprinzip Marke “gehe von A nach B” kann so manchen zum Aufgeben bringen. Nur die echten Fans werden hier von Anfang bis Ende gefesselt sein.

Gameplay:
Die Steuerung des Spiels ist sehr intuitiv. Die Kämpfe hat man schnell im Griff und das Menüsystem, welches dem Ringsystem aus Spielen wie Secret of Mana oder Secret of Evermore (beide SNES) nachempfunden ist, hat man schnell erlernt. Die Menüführung geht locker von der Hand und auch sonst wird man keinen größeren Herausforderungen gegenüberstehen. Was sehr nervtötend sein kann, ist die Tatsache, dass herum laufene Charaktere oder Tiere den Weg versperren können. Hier heißt es geduldig sein und warten bis das Gegenüber die Passage frei geräumt hat.

Grafik:
Gegen eine optisch ausgereifte 2D-Welt gibt es eigentlich keinen Einwand. Doch grafisch sieht man hier dem Spiel sein Alter an. Zwar hat es einen ganz persönlichen Stil und wurde für die PSP-Version angepasst, doch auf der Höhe der Zeit ist man dennoch nicht. Die Level und Hintergründe sind mit vielen Details bestückt. Hier fliegt eine weiße Taube umher, dort weht eine Fahne im Wind. Manchmal wird der Bildausschnitt von all den Nebeneffekten sogar ein wenig überladen. Die Animationen wirken manchmal ein wenig karg und lieblos. Dazu kommen noch Ladezeiten zwischen den Abschnitten, die Gott sei Dank recht kurz ausgefallen sind.

Sound:
Die Zeiten waren noch schön, als die Ohren noch nicht von orchestralen Klängen verwöhnt wurden. Hier konnte man sich mit schnödem Gepiepse anfreunden ohne dabei einen Vergleich ziehen zu müssen. Die Musik des Spiels hat schon etwas an und für sich, doch auch hier bewegt man sich im Retro-Sektor. Geschmacksache pur. Wer damit aufgewachsen ist, wird seine Freude haben, andere nicht.

Features und Besonderheiten:
In Sachen Features hat man ein wenig zurückgesteckt. Erneut hat UbiSoft darauf verzichtet das Spiel ins Deutsche zu übersetzen und somit gibt es eine gewisse Sprachbarriere. Wer des Englischen nicht mächtig ist, kann also gleich einen großen Bogen um das Spiel machen. Ansonsten bekommt man ein lineares, langatmiges und recht veraltetes Spielprinzip geboten.

Fazit:
Astonishia Story ist ein klassisches Rollenspiel, dass man leider nicht der breiten Masse empfehlen kann. Genrefans, die schon im Besitz von Tales of Eternia, Popolocrois und Breath of Fire III sind können einen Blick wagen, doch wer noch kein Rollenspiel auf der PSP ausprobiert hat, sollte erstmal zu den Alternativen greifen. Es hat zwar seine gewissen Reize, doch die kleineren Mängel und die 08/15-Story reichen nicht aus, um das Spiel in die höheren Wertungsregionen hinaufzusteigen. Schade eigentlich.

Kevin Jensen für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars



GAMEPLAY
6 von 10
08/15-Story und lineares Abentuer
GRAFIK
5 von 10
Einfach nicht auf der Höhe der Zeit
SOUND
6 von 10
Nette Retroklänge stimmen den Spieler ein.
FEATURES
5 von 10
Auch hier hätte man mehr erwarten können.
MULTIPLAYER
0 von 10
Nicht vorhanden
GESAMT-
WERTUNG:
63%
Mobilitätsfaktor: [4 /10]
"Zwar kurze Ladezeiten, dennoch benötig ein Rollenspiel viel Zeit und Pflege. Eher ein Sofaspiel."







Details
Spielname:
Astonishia Story

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Sonnori

Genre:
Rollenspiel

Release:
20.06.2006 (erschienen)

Multiplayer:
-

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (11)

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