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Def Jam Fight for NY: The Takeover


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Def Jam Fight for NY: The Takeover Review vom 29.09.2006

PSP-Spiele gibt es mittlerweile so zahlreich wie Pommes bei der wohl bekanntesten Fast Food Kette. Fast jedes Genre wurde wie eine Kuh bis zum bitteren Gameplayexitus gemolken. Schon zahlreiche Fans haben wegen liebloser Lizenzversoftungen und allerlei eher schlechten als rechten Konvertierungen das Weite, bzw. die Konkurrenz gesucht. Wirkliche Perlen oder Schätze haben sich zwischen den zahlreichen Titeln allerdings auch ziemlich versteckt. Doch man muss sie nur suchen, kaufen und anschließend in dem heimischen UMD Laufwerk versenken. Klingt eigentlich ganz einfach, oder?

In unserem aktuellen Review haben wir das neueste Werk der auf der PSP eher unbekannten Spieleschmiede Arc Corporation mit dem klangvollen und vor allem langen Namen „Def Jam: Fight for New York: The Takeover“ unter die Lupe genommen. Ob dieser Prügler „Tekken: Dark Resurrection“ den schon fast sicheren Königsrang im Genre abnehmen kann oder ob dabei nicht mehr als ein blaues Auge für die Redaktion und das Spiel herauskam – das sagt euch der Test:

Die Hip Hop Szene – alles andere als ein Zuckerschlecken. Nicht selten fliegen neben allerlei verbalen Attacken auch die Fäuste durch die Gegend. Obwohl dieses eher schubladenhafte Denken gern als Klischee abgetan wird, muss man trotz allem feststellen, dass es in manchen Städten und Vorstädten des US-Amerikanischen Teils unserer Welt genau so zugeht, wie beschrieben.

„Def Jam: Fight for New York: The Takeover” treibt das Thema auf die Spitze und stellt in bester Tekkenmanier solch eher fiktiven Fights zwischen diversen Rappern der Szene unverblümt dar. Dass es sich hierbei nicht unbedingt um ein nacktes Klischee auf UMD gepresst zu handeln scheint, beweisen teils sehr bekannte Namen aus der Hip Hop Szene wie zum Beispiel LiL´Kim, Fat Joe, Method Man und auch Crazy Legs (Anmerkung der Redaktion: B-Boy lässt grüßen). Genau hier steckt der Teufel im Detail: Wer wollte nicht schon immer seine Lieblinge gegeneinander antreten sehen? Somit sollten auch Anti-Fans der Szene voll auf ihre Kosten kommen, denn immerhin geht es in dem Spiel äußerst rau und mit bekannten Gesichtern zur Sache.

Eine sehr gute Nachricht vorweg – das Spiel benötigt keine Firmware 2.8x. Direkt nach dieser erfreulichen Feststellung befinde ich mich auch schon in einem sehr übersichtlichen Menü – die Inszenierung weiß schon zu Beginn sehr zu gefallen. Einziger Wehrmutstropfen: Das Spiel leidet unter einer nicht vorhandenen Synchronisation. So wird der eigentliche rote Faden zwar für ein reines Prügelspiel recht nett in diversen Standbildern vorangetrieben, aber dies leider auf teilweise derbem Slang, sodass das gute alte Schulenglisch nur manchmal weiterhelfen kann. Zum Glück ist der rote Faden in diesem Genre eher so wichtig wie eine umgeknickte Weizenähre auf einem Feld, und außerdem ist die amerikanische Synchronisation sehr gut gelungen und realistisch.

Es macht großen Spaß zu beobachten, wie Entwickler Arc Corporation überwiegend erfolgreich versucht hat, die extreme Arcadelastigkeit dieses Genres zu regulieren. Somit haben wir es neben einem knappen Storymode auch mit der Gestaltung unseres zuvor selbst erstellten Fighters zu tun, welchem man sogar eine eigene Stimme aussuchen darf. Der obligatorische Profilname wird als Kämpfername verwendet, was das Spiel deutlich persönlicher bezogen wirken lässt. Im späteren Verlauf ist es sogar möglich, Kleidung, Tätowierungen und sogar Schmuck zu erwerben – natürlich nur gegen harte Dollars, welche man sich in den einzelnen Fights erkämpfen muss (Pimp my Rapper sozusagen).

Die Featureliste ist allerdings noch lange nicht beendet, sondern fängt gerade erst an: Insgesamt gibt es fünf verschiedene Kämpferstile, welche allesamt ihre Vor- und Nachteile besitzen. Hierbei haben wir es allerdings nicht mit einem simplen „Papier-Stein-Schere“ Prinzip zu tun, sondern mit einem ausgeklügelten System. Man spürt deutlich die frische Brise, welche dem Spieler durch die geöffnete Zockertür entgegenweht. Insgesamt wurden in diesen fünf verschiedenen Stilen – welche man nebenbei gesagt auch noch erwerben kann – sehr viele Kampfrichtungen platziert. Somit wird zum Beispiel der kundige Wrestlingfan so manchen Move wieder erkennen. Insgesamt haben wir es hier schon mit fast untypischen Moves in diesem Genre zu tun, welche allerdings allesamt einem realen Vorbild entsprungen sind und in diesem Maße auch tatsächlich durchzuführen sind (liebe Kinder, macht das bitte nicht zuhause nach). Feuerbälle, ein plötzliches Aufleuchten des Helden oder utopische Moves sucht man in Def Jam vergebens – dazu muss man allerdings mehr als deutlich sagen, dass das Spiel an sich dadurch in keiner Weise an Spaß oder Staunen verliert, denn die Moves sind, obgleich praktisch ohne grafische Effektuntermalung, trotz allem mehr als sehenswert.

Wer denkt, als typischer Einzelkämpfer im Sturm die Leiter zum Ruhm erklimmen zu können, hat sich hier „def“tig geirrt. Eine ganze Crew will früher oder später ausgehoben und trainiert werden. Nicht selten kommt es bei den einzelnen Fights auf die Ausgewogenheit der unterschiedlichen Kampfstile an, wenn man nicht relativ schnell in Grund und Boden gestampft werden möchte.

Neben dem Herz des Spiels, dem Storymodus, kann ganz nebenbei auch noch ein freier Kampfmodus eingenommen, und dabei neben vielen Kämpfern auch allerlei freigespielt werden. Dies gehört allerdings schon fast zum guten Ton des Genres.

Eingefleischte Tekkenfans werden mit dem Titel zunächst einige Probleme haben. Die extremen Kombofolgen wichen einem deutlich realistischeren, aber deswegen nicht wesentlich langsameren Gameplay. Die Kämpfer verfügen insgesamt über eine beachtliche Ausdauer, welche sich in einem dicken Lebensbalken niederschlägt. Der Spielfluss ist trotz dieser etwas anderen Aufmachung aber mehr als gegeben. Dies wird durch die überwiegend knapp gehaltene Ladezeiten unterstrichen.

Die Inszenierung der einzelnen „Kampfarenen“ ist makellos umgesetzt, mehr noch – die Arena lebt! Die „Crowd“, ein aufgeheizter Mob von Schaulustigen, welcher alles andere als ein freundlicher Haufen gut gesinnter Sonntagsspaziergänger ist, weiß sich zu behaupten. Kommt man den einzelnen Zuschauern zu nahe, wird man schon einmal in den Schwitzkasten genommen oder festgehalten, zur Freude des Gegners. Außerdem ist sogar möglich, einen mächtigen Komboangriff mit Hilfe eines „freundlichen“ Helfers aus dem Mob zu starten. Passend dazu kann man unter Verwendung der richtigen Tasten Gegenstände wie zum Beispiel einen Lautsprecher werfen oder vereinzelte Waffen wie eine Flasche, einen Besen oder einen Baseballschläger zweckentfremden – wie war das noch einmal mit „bitte nicht nachmachen?“.

Selbst in Sachen Knock out herrschen andere Regeln: Ein Kampf gilt nur dann als gewonnen, wenn man seinen Kontrahenten am Ende seiner Lebensleiste mit einem besonders harten (Finish)move dazu animiert, auch auf dem Boden liegen zu bleiben. Unter Verwendung der schon fast obligatorischen Leiste für Specialmoves aller Arten kann ein frühzeitiges Ableben äußerst schnell herbeigeführt werden – vorausgesetzt, die Leiste ist voll.

Gameplay:
Insgesamt ist die Steuerung etwas anspruchsvoller als bei vergleichbaren Prüglern ausgefallen. Das mag in erster Linie daran liegen, dass es in Def Jam nicht ganz so viele Moves wie in anderen Genre-Vertretern gibt und man den Grad an Realismus durch schwierige Kombinationen unterstreichen wollte. Die Tastenbelegung ist dafür aber reichlich umständlich ausgefallen. Man muss sich schon mehr als ein bisschen mit dem Spiel Auseinadersetzen, um auch wirklich damit klar kommen zu können. Denn – die KI tut es auf jeden Fall und glänzt schon fast mit Fairness, aber auch mit realistischen Verhaltensweisen für ein Prügelspiel.

Grafik:
Grafisch trumpft Arc Corporation´s PSP-Werk auf. Realistische Bewegungen, scharfe Texturen und ein klasse Ambiente in jeder Hinsicht lassen das Zockerherz um zehn Takte höher schlagen. Erstaunlich – dabei gibt es keinen einzigen Ruckler und das Spiel schnurrt wie ein kleines Kätzchen. Diverse Screens lassen zwar Zweifel aufkommen, aber wenn man das Spiel erst einmal in seinem UMD Schacht hat, wird man rein grafisch gesehen absolut begeistert sein.

Sound:
In diesem Zusammenhang darf natürlich auch nicht die musikalische Untermalung fehlen. In welcher Szene bewegen wir uns noch einmal? Ah ja, richtig – in der Hip Hop Szene. Entsprechende, qualitativ sehr hochwertige und zahlreiche Tracks – 16 an der Zahl - von allerlei bekannten Künstlern schmeicheln daher dem Ohr und sind absolut passend in das Werk eingearbeitet. Praktisch: Damit man weiß was man gerade auf die Ohren bekommt, wird auch noch der entsprechende Künstler, der Track und sogar das Album eingeblendet. Wegen der sehr guten Qualität der einzelnen Stücke samt lückenloser Umsetzung lässt sich über diese Schleichwerbung allerdings mehr als locker hinwegschauen.

Features und Besonderheiten:
Den freundlichen Multiplayermode von nebenan hat die UMD natürlich auch noch im Gepäck – zwar nur via Ad-Hoc 1on1, aber besser als gar nichts.

In aller Deutlichkeit muss man sich vor Augen halten, dass „Def Jam: Fight for New York: The Takeover“ ein äußerst brutales Spiel ist – aus diesem Grund hat die USK das rote Viereck mit der Aufschrift „keine Jugendfreigabe“ gezückt. Somit haben wir es hier zu Recht mit einem Spiel ab 18 Jahre zu tun. Zwar bekommt man kein Blut zu sehen, die Moves sind aber Dank des hohen Detailgrades, der butterweichen und schonungslosen Darstellungen und auch wegen der Verherrlichung dieser Gewaltszenen sehr direkt präsentiert.

Schon nach wenigen Stunden – die eigentliche „Trainingszeit“ nicht mit einberechnet – macht sich aber das kleine Arcadeteufelchen bemerkbar und man hat sich deftig zum Finishscreen durchgeschlagen. Was übrig bleibt sind viele Extras und Kämpfer, welche freigespielt werden möchten. Also los – ran an den Feind!

Fazit:
„Def Jam: Fight for New York: The Takeover“ macht insgesamt einen guten Eindruck und überzeugt in praktisch allen Belangen. Ob es die außergewöhnlich gute Grafik, die schmalen Ladezeiten, die sehr gute Soundkulisse samt passenden Tracks, die diversen Features oder der gelungene Versuch, das Genre ein wenig vom „Arcadetum“ zu entführen, ist. Entwickler Arc Corporation hat hierbei eigentlich alles richtig gemacht. Doch wie es in der Natur von Spieletestern nun einmal so ist, muss es auch Raum und Platz für berechtigte Kritik geben. Da ist zunächst die fehlende deutsche Synchronisation, die (genretypisch) kurze Spieldauer für den Storymode, die überwiegend ungünstig belegte Steuerung und das damit verwundende „No No“ für Gelegenheitszocker. Wer über diese Mankos allerdings hinwegschauen kann, wird ein gutes Spiel erhalten.

Malte Latton für Playstationportable.de

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
8 von 10
Frischer Wind im Genre und gut umgesetzt.
GRAFIK
8 von 10
Klasse Grafik, lässt kaum Wünsche offen.
SOUND
8 von 10
Prima Sound- und Musikkulisse.
FEATURES
7 von 10
Etliche Kämpfer und Goodies zum Freispielen.
MULTIPLAYER
6 von 10
Actiongeladene Duelle
GESAMT-
WERTUNG:
82%
Mobilitätsfaktor: [4 /10]
"Dank konzentrationslastigem Gameplay wenig vorhanden."







Details
Spielname:
Def Jam Fight for NY: The Takeover

Publisher:
Electronic Arts

Developer:
Electronic Arts

Genre:
Beat 'em Up - Sidescroller

Release:
23.09.2006 (erschienen)

Multiplayer:
ja

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (11)

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