Gitaroo Man Lives!
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Gitaroo Man Lives!
Review vom 08.11.2006
Eigentlich ist es typisch: Da entscheidet sich der vor allem für Musikspiele bekannte japanische Entwickler iNiS dazu, auch die aktuellen Handhelds von Sony und Nintendo mit Spielen zu versorgen. Und was kommt dabei rum? Der Nintendo DS bekommt mit Osu! Tatakae! Ouendan! ein brandneues, auf den Touchscreen optimiertes Spiel spendiert, das zu allem Überfluß auch noch einen Nachfolger bekommt. Und die Playstation Portable wird mit einer Playstation 2-Portierung bedacht. Eigentlich Zeit, um als PSP-Besitzer in die Tischkante zu beißen, aber vielleicht taugt Gitaroo Man Lives! ja was und entschädigt für die kaputten Zähne.
Gitaroo Man erzählt die Geschichte von U-1, einem introvertierten, liebeskrankem Schüler, dessen einziger Freund ein sprechender Hund namens Puma ist. Im Laufe des Spiels findet er heraus, dass er der letzte der legendären Gitaroo Men ist und dass er das Universum vor unglaublich bösen Bösewichten retten muss. Ihr merkt - es hat einen Grund, warum der türkische Autor Orhan Pamuk den diesjährigen Literaturnobelpreis verliehen bekam und nicht der Storyschreiber von Gitaroo Man. Die Geschichte ist nur ein halbwegs nettes Extra, aber ist weder besonders tiefgreifend noch besonders überzeugend.
Wichtiger ist das Spielprinzip. Gitaroo Man Lives ist ein "Duell-Musical". Es geht darum in jedem Level einen Gegner durch möglichst fehlerfreies Gitaroo-Spielen zu besiegen. Dabei ist (fast) jedes Level in verschiedene Stufen unterteilt. In der „Charge“-Stufe laden wir durch Gitaroo-Spielen unseren Energiebalken auf. Um das zu machen müssen wir mit dem Analog-Nub einer Linie folgen und mit der Kreistaste rhythmisch mitdrücken. Gelingt uns das, ist unser Energiebalken gefüllt und wir können zum Angriff übergehen – der verläuft genauso, allerdings wird uns durch schlechtes Spielen Energie abgezogen. Dann geht der Gegner in einer an Dance Dance Revolution-ähnliche Tanzspiele erinnernden Sequenz zum Gegenangriff über. Von den Bildschirmseiten fliegen Kreis, Viereck, Dreieck und Kreuzsymbole auf die Mitte zu und der Spieler muss die passende Taste drücken, wenn diese die Bildschirmmitte erreicht haben.
Hier bemerken Veteranen des PS2-Originals auch den größten Unterschied: Ursprünglich ist das Spiel für einen 4:3-Fernseher gedacht und die Symbole brauchten ungefähr gleich lange bis zur Mitte. Auf dem 16:9-Display der Playstation Portable hingegen benötigt man ein völlig anderes Timing, da die Symbole von recht und links deutlich länger unterwegs sind als die von oben und unten.
Wenn wir den Gegner dann durch stetige Angriffe besiegt haben und das Lied vorbei ist, gibt es natürlich musikspieltypisch eine Bewertung und dann das nächste Level. Und das führt uns zum größten Problem von Gitaroo Man Lives! - es ist schlicht zu kurz.
Im Storymodus warten nur zehn Level auf den Spieler, zwei weitere gibt es im Multiplayermodus. Das ist allerdings für ein Vollpreisspiel sehr wenig und wer etwas talentiert ist, kann das Spiel locker in 2 Stunden durchspielen. Es gibt zwar nach dem Durchspielen einen härteren Schwierigkeitsgrad, aber insgesamt ist für die verlangten 40€ schlicht und einfach zu wenig in der Tüte. Wäre das Spiel eine Neuentwicklung, könnte man sicherlich darüber hinwegsehen – aber als Remake ist das einfach zu wenig.
Grafik:
Gitaroo Man erschien 2002 auf der Playstation 2 und so sieht es auch aus. Das ganze Spiel ist in 3D gehalten, an dem der Zahn der Zeit schon kräftig genagt hat. Es fehlen einfach die kleineren Details, die Texturen sind zu grob aufgelöst und auch die Charaktere haben ein paar Polygone zu wenig. Und im Vergleich zu einem PAL-Fernseher, den man immer mit einem gewissen Abstand betrachet, zeigt der PSP-Bildschirm das auch schonungslos. Alles in allem ist die Grafik keine totale Katastrophe und sie erfüllt ihren Zweck, aber sie ist auch nicht sehr hübsch.
Sound:
Dafür kann der Soundtrack überzeugen. Dieser wechselt gekonnt zwischen verschiedenen Musikstilen, von mexikanisch angehauchtem Getrommel zu elektronischen Beats über Gitarrengezupfe hin zu E-Gitarren. Alle Lieder überzeugen und mit Kopfhörern klingt das ganze auch ordentlich – für die Probleme der PSP-Lautsprecher mit Musik kann man das Spiel ja nicht verantwortlich machen. Nutzt Kopfhörer, es klingt einfach besser!
Features und Besonderheiten:
Es gibt diverse Features, die allerdings eher weniger begeistern. Die Möglichkeit sich die Songs nochmal im Jukebox-Modus in Ruhe anzuhören ist gut, das gleiche gilt für die Zwischensequenzen. Die „Collection“, in der diverse freispielbare Extras gesammelt werden ist nett, aber führt auch nicht zu Begeisterungsstürmen. Der Vierspielermodus der PS2-Version wurde gestrichen und durch einen Zweispieler-Wifi-Multiplayer ersetzt – dummerweise braucht ihr dafür zwei UMDs.
Fazit:
Gitaroo Man Lives! ist ein ordentliches Spiel, dem allerdings der geringe Umfang das Genick bricht. 10 Lieder sind für einen Vollpreistitel einfach viel zu wenig. Wenn ihr das Spiel irgendwann aber im Budgetregal findet und es noch nicht auf der PS2 habt, dann dürft ihr bedenkenlos zuschlagen.
Michael Schmalenstroer für PlaystationPortable.de
Herzlichen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Tanz zum Beat. |
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GRAFIK
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It's 2002 again! |
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SOUND
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Allererste Sahne, so muss es sein. |
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FEATURES
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Alles in Allem ok. |
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MULTIPLAYER
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Zwei Spieler, Zwei UMDs. Schade ums Gamesharing. |
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GESAMT-
WERTUNG:
70%
Mobilitätsfaktor: [7 /10] "Mit Kopfhörern auch in der Bahn spielbar."
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Details
Spielname:
Gitaroo Man Lives!
Publisher:
THQ
Developer:
Koai
Genre:
Sonstiges
Release:
03.10.2006 (erschienen)
Multiplayer:
ja
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (30)
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