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Capcom Classics Collection Reloaded


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Capcom Classics Collection Reloaded Review vom 29.11.2006

Retro-Sammlungen sind in aller Munde. Seit Jahren schon rollt die Retrowelle über Handheld und Heimkonsole und vermag auch in naher Zukunft nicht zu brechen. Fast jeder Hersteller brachte bereits eine eigene Zusammenstellung seiner "besten" Titel, gepresst auf eine Scheibe, heraus. Während diese Spiele für die reizüberfluteten Kids des 21. Jahrhunderts der "reinste Schrott" sind, den man auch auf dem Gameboy Advance hätte spielen können, freuen sich die Gamer des älteren Semesters jedes Mal erneut auf diese Spielesammlungen. Erst vor wenigen Monaten konnten wir 71 Punkte an Capcoms „ Classic Collection Remixed" vergeben und jetzt, kurz vor Weihnachten, hatten wir auch die Möglichkeit, uns die "Capcom Classics Collection Reloaded" genauer anzusehen.

Capcom lässt sich nicht lumpen und packt gleich stattliche 19 Titel auf die kleine Scheibe. Allesamt Spiele, die vor vielen Jahren schon tausende Menschen vor die Bildschirme fesseln konnten. Gespannt wird die Verpackung aufgerissen und der enthaltene Datenträger findet auch ganz flott seine neue Heimat. Nach einer relativ kurzen Wartezeit befindet man sich dann auch schon im schlichten Hauptmenü. Spielname in "Logoform" und rechts ein kleines Video zu diesem Titel sind das einzige, was man hier findet. Intuitiv wird die Liste durchgeklickt und viele mehr oder minder bekannte Spielnamen treffen auf die Netzhaut und verpassen dem Betrachter funkelnde Äuglein. Doch genug geschwafelt - von 19 verschiedenen Titeln war die Rede und dieses Versprechen hält der japanische Spielehersteller auch. Jedoch fällt schon beim ersten Scrollen durch die Spieleliste auf, dass man nicht auf knapp zwanzig grundverschiedene Spiele trifft, sondern manchmal auch den ersten, zweiten und dritten Teil einer Spieleserie zu Gesicht bekommt. Lassen wir Fakten sprechen: 1942, 1943, 1943 Kei, Commando, Eco Fighters, Exed Exes, Ghosts 'n Goblins, Ghouls 'n Ghosts, Super Ghouls 'n Ghosts, Gun.Smoke, King Of The Dragons, Knights Of The Round, Mercs, Higemaru, Son Son, Street Fighter II, Street Fighter II: World Championship Edition, Street Fighter II: Hyper Fighting, Vulgus sind Namen der enthaltenen Titel.

Was war 1942 nicht für ein Spiel? Zeitlich während des "Pazifikkrieges" eingeordnet, klemmt man sich hier hinter das Ruder einer Lockheed P-38 und ballert alles nieder, was einem auf den Bildschirm kommt. Viel Geschick und etliche Stunden Spielzeit sind nötig, um die Idee von Yoshiki Okamoto zu Ende zu bringen. Besonders nett ist auch, dass es möglich ist, das Bildschirmformat anzupassen. So kann man den Bildschirm entweder bis zu allen Ecken gefüllt betrachten, das Spiel im Originalzustand zocken, oder den ganzen Handheld drehen, um das Spektakel hochkant zu erleben. Natürlich auch enthalten, die direkten Nachfolger dieses Titels, die die ehrwürdigen Namen 1943 und 1943 Kei tragen dürfen. Zwar bieten letztere eine Hand voll Neuerungen, jedoch bleibt das beliebte Spielprinzip der Vertikal-Shooter weiterhin erhalten.

Wer in vergangenen Zeiten ein Spiel suchte, das die Nerven manches Mal so richtig beanspruchte, griff nicht selten zu einem Titel der "Ghosts'n..."-Reihe. In diesen geht es mit dem edlen Ritter Arthur auf die "Reise". Wie - zu damaliger Zeit - für ein Spiel Jump 'n' Run Genres üblich, so bewegt man sich auch hier von links nach rechts über den Bildschirm und erledigt herannahende Gegner. Packt die Lanze ein und schwingt euch durch die drei Spiele, die auf der Disc Platz fanden. Jedoch sollten sich Spieler mit schwachen Nerven und wenig Kondition erst langsam an Ghosts 'n Goblins, Ghouls 'n Ghosts und Super Ghouls 'n Ghosts heranwagen. Nicht umsonst zählt die Reihe zu einer der schwierigsten in ihrem Genre.

Zur Mitte der 80er Jahre, genauer gesagt 1985 erschien ein Klassiker, für den die eingefleischten Fans noch heute ihren alten C64 vom Dachboden holen. Commando, das aufgrund eines Lizenzstreits in Deutschland den Namen "Space Invasion" trug, darf sich zu seinen Kameraden der Shoot'em Ups stellen und besteht eigentlich - wie des Genre schon vermuten lässt - auf jeder Menge (sinnlosem) Geballere. Der hohe Erfolg wurde mit dem Nachfolger Mercs fortgesetzt, das zwar viele Änderungen beinhaltet, jedoch wieder das gleiche Spielprinzip vertritt.

Beim Anblick aktueller Prügelspiele wie Tekken oder Dead or Alive erinnern sich viele Nostalgiker an die schönen Tage zurück, die sie mit ihren geliebten "Street Fighter" Spielen verbracht haben. Fehlten diese Spiel auf der Collection, die mit "Remix" endet, so lassen sich auf der neuen Scheibe Street Fighter II, Street Fighter II: World Championchip Edition und Street Fighter II: Hyper Fighting finden. Von vielen als beste Beat 'em Up-Reihe betitelt, bietet das Spiel im Großen und Ganzen (fast) alles, was dem grafikgeblendeten Spieler von heute auch geboten wird. Die Kämpfer können Attacken blocken, Specialmoves anwenden und selbst die Hintergründe sind mit viel Liebe gestaltet worden und an die jeweilige Region angepasst. Bis man so viele Menschen und Mutationen verprügelt hat, dass man sich am Ende des Spiels befindet, werden in jedem Falle ein paar Stunden vergehen.

Sicherlich werden sich einige alteingesessene Spieler noch an Son Son erinnern? Falls nicht, so kann man seine verschwommenen Erinnerungen mit einer kleinen Runde des Action Jump 'n' Runs auffrischen. Gegen Ende der 80er Jahre fand das Spiel via Nec seinen Weg auf die Konsole und konnte sich unzählige Male verkaufen. Jedoch darf man sich hier nicht nach den ersten fünf Minuten täuschen lassen und das Spiel zur Seite legen. Nachdem man keine Vergleiche mehr mit den "Spring und Renn" Spielen der heutigen Zeit anstellt, beginnt der Spaß!

Für Capcom begann die goldene Ära mit der Veröffentlichung des Vertikal-Shooter Volgus, dass im Jahre 1984 in den Spielhallen auftauchte. Leider relativ simpel gehalten, bietet dass Spiel wenige hervorzuhebende Aspekte und findet seinen Platz in der Spiele-Speisekammer direkt neben dem Einheitsbrei.

Higemaru, das in Japan ebenfalls vor mehr als 22 Jahren veröffentlicht wurde und sich nie einen Weg nach Europa oder Amerika bahnen konnte, lässt sich in die Kategorie der Actionspiele einordnen. Mit dem hilflosen, japanischen Segler "Momotaro" geht es auf die Reise, um Piraten zu bekämpfen. Hilflos deshalb, weil der Protagonist selbst nicht in der Lage ist, Attacken auszuführen. Immerhin ist er bärenstark und kann Fässer oder andere Gegenstände packen und die Gegner damit eliminieren.

Ein weiterer futuristischer Shooter bekam den interessanten Namen Exed Exes zugeschrieben. Leider ist das wohl ein Titel, der nur wenig überzeugen kann. Die Gegner, die es zu zerstören gilt, wiederholen sich ständig und vor allem die Musik geht einem jeden Spieler recht schnell gegen den Strich. Aufgrund der hohen Auswahl an Shootern, wird man wohl nur wenig Zeit mit diesem verbringen.

Ab in den "wilden Westen" und rauf aufs Pferd bei Gun Smoke. Leider handelt es sich bei diesem Shooter wieder um eine lieblose Arbeit in virtueller Form. Das Spiel an sich macht kaum Spaß und die Gegner sind nur dann zu treffen, wenn man wenige Meter vor ihnen die Zielscheibe spielt.

Auch im Bereich der Fantasy-Prügler mischte Capcom mit. Als tapferer, gestandener Kämfper nimmt man es hier mit fast allem auf, was sich das Spielerherz wünscht. Das ganze läuft via Sidescrolling ab und spiegelt sich in dieser Sammlung in gleich zwei Titeln wieder - King Of The Dragons und Knights Of The Round.

Zu guter Letzt findet man noch das Spiel Eco Fighters auf dem Silberling. Hier geht es wieder auf die Jagd nach wild gewordenen Maschinen, die euch während dem Flug mit einem raumschiffartigen Gefährt über den Weg schwirren. Wer auf Dauerfeuer steht und dabei noch möglichst wenig seiner Hirnmasse nutzen möchte, ist hier genau richtig. Vielen Anderen wird das Spiel wohl zu futuristisch angehaucht sein.

Gameplay:
Capcom hat Ahnung, was Portierung und Emulation betrifft und so findet man eine simple Steuerung wieder, die natürlich - je nach dem, welches Spiel man zockt - variiert. Leider ist das Feature, dass man die PSP drehen kann, nicht wirklich gut umsetzbar, jedoch wurde das Beste daraus gemacht. Natürlich sind die Spiele wahlweise via Analog-Nub oder Digital-Kreuz steuerbar.

Grafik:
Nostalgiker und Liebhaber werden sich darüber freuen, dass die meisten Spiele in der gleichen optischen Form auftauchen, wie sie sie von "früher" kennen. Jedoch wirken, zur Freude aller anderen, manche Titel grafisch stärker, als das Original. Da es sich aber nach wie vor um eine Sammlung von Spielen längst vergangener Tage handelt, sollte man seine Erwartungen wohl etwas herunterschrauben.

Sound:
Die musikalische Untermalung reicht von motivierend schön bis nervtötend. Die Qualität ist dabei durchaus akzeptabel, obwohl man das frische Brot "nur" mit alter Butter schmierte. Zusätzlich besteht die Möglichkeit bei einem kleinen Glücksspiel bestimmte Tracks einzeln frei zu schalten.

Features und Besonderheiten:
Hui! Hier gibt es wirklich jede Menge. Capcom hat scheinbar wirklich darauf geachtet, dem Spieler für sein Geld auch etwas Passendes zu bieten und so findet man neben den Klassikern auch noch ein Mini-Spiel, mit dessen Hilfe man bei einer siegreichen Runde allerhand interessanter Dinge frei schalten kann. Ob man sich nun für erste Konzeptskizzen eines Spiels interessiert oder sich in die Musik verliebt hat und man diese gerne öfter hören möchte - alles ist mit diesem einen Mini-Game möglich. Des Weiteren hat man einen Gamesharing-Part eingebunden, der es ermöglicht, Teile eines Titels per W-Lan an Freunde zu verschicken.

Fazit:
Im Vergleich zu anderen Retro-Sammlungen kann sich Capcom's neuer Streich auf jeden Fall behaupten! Während das Spiel sicherlich von vielen - vor allem jüngeren - Spielern einfach übersehen wird, strahlt es für Fans der "alten" Spiele sicherlich einen enormen Reiz aus, sich das Spektakel einmal näher anzusehen. Natürlich kann man nicht pauschal sagen, dass das Spiel ein Muss für jeden Nostalgiker ist, da sich die einzelnen Titel stark voneinander unterscheiden, jedoch sollten neugierige Nasen auf jeden Fall mal auf Tuchfühlung gehen!

Max Zeschitz für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
8 von 10
Jede Art von Steuerung ist vertreten und auch gut umgesetzt.
GRAFIK
6 von 10
Zwar kein Grafikwunder, jedoch werden sich Liebhaber dafür begeistern können.
SOUND
6 von 10
Schon damals nervte der Sound so manchen Spiels gewaltig!
FEATURES
8 von 10
Die Slot Machine ist der Weg zum Glück!
MULTIPLAYER
7 von 10
Gamesharing bei manchen Titeln vorhanden
GESAMT-
WERTUNG:
73%
Mobilitätsfaktor: [9 /10]
"Viele Spiele sind perfekt für eine kurze Pause."







Details
Spielname:
Capcom Classics Collection Reloaded

Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Sonstiges

Release:
2005 (erschienen)

Multiplayer:


Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

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