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Jagdfieber


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Jagdfieber Review vom 14.11.2006

Was ist passiert mit den klassischen Zeichentrickverfilmungen? Sie wurden schlichtweg vom boomenden Markt der Animationsfilme überrannt und versauern nun in einer staubigen Kiste im Archiv. Jedes Jahr erwarten uns mehrere dieser, vor Humor nur so strotzenden Filmchen, die ohne Computer nicht mehr auskommen würden. Egal ob „Cars“, „Ab durch die Hecke“, „Flutsch und Weg“ oder im jüngsten Falle „Jagdfieber“ - zu fast jedem Kinofilm kommt die passende Versoftung für Konsolen und Handhelds.
„Jagdfieber“ ist das Debüt des neugegründeten Sony Pictures Animation-Studio und flimmert derzeit fröhlich durch die Kinosäle Europas. Wir haben uns in die Rollen des städtischen Bär Boogs und dem tollpatischen Elch Eliot gestürzt und berichten, ob wir es mit einem gelungenen Lizenztitel zu tun haben.

Ein Grizzly auf Abwegen.
Wer noch nicht die Chance hatte ins Kino zu gehen, bekommt von uns eine kurze Einleitung zur Story des neuen Animationsfilms:
Der handzahme und übergewichtige Graubär Boog lebt als „Haustier“ seiner menschlichen Adoptivmutter Beth im idyllischen Städtchen Timberline. Ihren 900 Pfund-Teddy liebt sie abgöttisch und lässt ihn regelmäßig in einer unterhaltsamen Bärenshow auftreten. Leider sollte sich eines Tages das Leben des Großstadtbären schlagartig ändern. Grund dafür ist der frech-tollpatschige Hirsch Eliot mit seinem abgebrochenen Geweih. Der finstere Jäger Shaw hat nämlich diesen tapsigen Bock sprichwörtlich „auf die Haube genommen“ und auf den Kühler seines Trucks geschnallt. Als Boog feststellt, dass Eliot gar nicht tot ist und um Hilfe winselt, übermannt ihn sein großes Bärenherz und er rettet ihn.
Als dank folgt Eliot dem großen Bären nach Hause und zeigt ihm die wunderbare Welt der Schokoriegel und anderen Leckereien. Doch das Problem an der Sache nimmt seinen Lauf: Im Zuckerschock wüten die Waldbewohner durch die Stadt, mit der Folge, dass Boogs Adoptivmutter ihn nun auswildern muss. Der urbane Bär muss sich nun im Wald zurecht finden und das gerade rechtzeitig zum Beginn der Jagdsaison. Ein Abenteuer mit Hirsch und Bär nimmt seinen Lauf…


Zwar ist die Story von Steve Bencich, welcher unter anderem für „Bärenbrüder“ und „Himmel und Huhn“ verantwortlich war, nicht wirklich von der Muse geküsst worden, doch hier kommt es bekanntlich auf den Spielspaß an. Die PSP-Variante des Spiels setzt sich von den Konsolenvertretern ein wenig ab und so darf man kein animiertes Introvideo erwarten und bekommt die Story in Comicform mit Sprachausgabe aufgetischt. Auch ansonsten hat man das Spielprinzip ein wenig abgewandelt und so bekommt der Spieler ein Jump `n Run der etwas kürzeren Sorte.

Als das Dreamteam aus Hirsch Elliot und dem Problembär Boog macht man sich nun auf dem Weg diverse Aufgaben zu erfüllen. So gibt es zahlreiche Teamattacken, die ein Vorankommen in den Leveln erleichtern oder erst ermöglichen. Ein wenig erinnert das Spielprinzip, an die Teamarbeit, bekannt vom dem Klassiker „Lost Vikings“. Beispielsweise kann man das geschwätzige Einhornhirschlein in der Gegend umher werfen, um so an höher gelegene Orte zu gelangen, Objekte einzusammeln oder Pfade zu erschießen. Unser fetter Teddybär ist so plump und übergewichtig, dass er nicht springen, aber halt Objekte aufsammeln oder angreifen kann. Während also das dynamische Duo durch den Wald wandert, wird man auf zahlreiche, zugegebenermaßen recht einfache Rätselelemente stoßen, die es gemeinsam zu lösen gilt.

Später im Abenteuer können Boog und Elliot auch neue Fähigkeiten erlernen, an Lebensenergie hinzugewinnen und somit gestärkt durch das Gehölz wandern. An manchen Stellen ist es ein wenig fragwürdig, warum Teamarbeit angesagt ist und man nicht schlichtweg mit den einzelnen Charakteren, das erreichen könnte was angedacht ist. Aus dem Dickicht munkelt man, dass die Entwickler die Spielzeit ein wenig in die Länge ziehen wollten.

Um das Spiel ein wenig übersichtlicher für die jüngere Generation zu gestalten, hat man das Konzept so aufgebaut, dass nach und nach kleinere Missionen zu erfüllen sind. Unser Großstadtbär will natürlich wieder nach Hause und unter den Menschen leben, doch bis dahin ist es ein recht moderater und rech einfacher Weg. Dennoch wollen einige Waldbewohner wie die Stinktiere, Enten, Eichhörnchen und Bieber Boog und Elliot einige Steine in den Weg werfen. Hat man diese kleinen Biester aber überzeugt, dass der große Tanzbär hier nicht her gehört und ihr Vertrauen gewonnen, hat man die Möglichkeit auf die Fähigkeiten dieser Tierarten zurückzugreifen und mit Duftattacken, den bösen Jäger zu vertreiben, mit den Bibern ein großes Beben anzuzetteln oder gar die Enten als Schutzschild zu missbrauchen.

Die Aufgaben, die hinter den Missionen stehen sind aber spielend zu erfüllen, da man nicht nur eine Beschreibung erhält was zu tun ist, sondern auch zeitgleich mit Orientierungspfeilen auf dem Boden, den Weg gar nicht verfehlen kann. Hat hier etwa jemand im Wald eine Schnitzeljagd veranstaltet? Meist müssen einfach bestimmte Tiere gesucht, Objekte gefunden oder kleinere Sprungpassagen mit Elliot bewältig werden, nichts was den Alltagsspieler auf die große Probe stellen würde, aber für Kinder sehr geeignet ist. Hier und da kommen diverse Minispiele zum Einsatz, die den tristen Waldgang ein wenig aufpeppen sollen. So muss eventuell mal ein Rennen abgehalten werden oder man gleitet auf einem Baumstamm den Fluss entlang und schießt á la Duckhunt auf diverse Enten. Selbst vor einer Lorenfahrt ist unser Dreamteam nicht sicher.

Das größte Manko des Spiels ist eindeutig die kurze Spieldauer, denn nach knapp 3 bis 5 Stunden hat man alles gesehen und darf den Abspann betrachten. Selbst die junge Generation wird es wohl schaffen unter 10 Stunden Boog und Eliot zum Ziel zu begleiten. Für ein wenig Langzeitmotivation sollen freischaltbare Artworks sorgen.

Gameplay:
Das kooperative Gameplay des Spiels ist eigentlich keine schlechte Idee und die Umsetzung stellenweise gelungen, doch die Monotonie und Kürze des Spiels, bricht Jagdfieber das Genick. Wie die diversen Tierarten genutzt werden, um im Wald voranzukommen ist recht ansehnlich und lustig, hätte aber bei weitem noch ausgebaut werden können.

Grafik:
Optisch gesehen hat man es mit einem sehr ansprechenden Titel zu tun. Ubisoft weiß wie man den Titeln auf der PSP mit den richtigen Lichteffekten so ausgestaltet, dass diese einen guten Eindruck hinterlassen. Jadgfieber kommt mit niedlichen Figuren daher und recht ansehnlichen Hintergrund und Levelgrafiken. Am Anfang hat man mit den Details nicht gegeizt, um Ende her wird das Spiel jedoch etwas trister.

Sound:
Die Sprachausgabe sorgt für die nötige Stimmung im Spiel und hält die Kleinen bei der Stange. Ältere Semester werden die immer wiederkehrenden Sätze schnell auf den Geist gehen und man sehnt sich danach, dass der Sohnemann die Geräuschkulisse abstellt. Ansonsten bekommt man den typischen Lizenzsound mit klirrend und krachender Action.

Features und Besonderheiten:
Man bekommt zwei Charaktere geboten, die mit Hilfe von tierischen Freunden sich den Weg durch den Wald bahnen müssen. Es gibt freischaltbare Extras, Minispiele und einen Multiplayermodus auf den wir nun näher eingehen werden.

Multiplayer:
Wie es fast schon zum PSP-Standard gehört, braucht jeder Spieler seine eigene UMD die im Laufwerk des Edelhandhelds rotieren muss. Ist diese Hürde übersprungen kann man die zahlreichen Rennen, Geschicklichkeits- und Gedächtnisspiele auch gegeneinander austragen.

Fazit:
An sich bekommt man mit Jagdfieber kein schlechtes Spiel für die junge Generation geboten. Das Jump ‚n Run mag sogar kurzweilig zu unterhalten, doch die sehr moderate Spieldauer und die Linearität brechen dem Titel eindeutig das Genick im Wertungssektor. Grafisch macht das Spiel einen mehr als passablen Eindruck, doch auch in der sonstigen technischen Umsetzung hat man mit einigen Mängeln zu kämpfen. Man hier und da Soundruckler und Ladepausen in Kauf nehmen. Es sieht einfach so aus, als hätten die Entwickler ihre zeitlichen Kapazitäten unterschätzt und mussten bis zur Deadline einen gehörigen Zahn zulegen. Schade, denn hier wurde leider viel Potential verschenkt.

Kevin Jensen für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
6 von 10
Lustig aber sehr kurzes Waldabenteuer.
GRAFIK
8 von 10
Hübsche Umgebungen und Protagonisten.
SOUND
5 von 10
So wie es in den Wald hineinschallt, schallt es auch wieder raus.
FEATURES
6 von 10
Artworks und mehrere Charaktere. Nichts neues.
MULTIPLAYER
5 von 10
Mehrere UMDs sind gefragt.
GESAMT-
WERTUNG:
67%
Mobilitätsfaktor: [6 /10]
"Auch unterwegs gut Spielbar, aber mit Ladehemmungen. "







Details
Spielname:
Jagdfieber

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Ubisoft

Genre:
Jump 'n Run

Release:
30.10.2006 (erschienen)

Multiplayer:
ja

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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