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Mortal Kombat: Unchained


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Mortal Kombat: Unchained Review vom 11.01.2007

Sprengt Mortal Kombat: Unchained die Ketten?
Wenn man an den Distributor Midway denkt, kommt vielen Prügelfans nur eins in den Sinn: Mortal Kombat. Seit Anfang der 90er Jahre macht diese Serie durch die umstrittene Darstellung von Gewalt auf sich aufmerksam und hierzulande kassierte das Debütspiel direkt die digitale rote Karte und wurde auf den Index gesetzt. Das eigentliche Ziel von Ed Boon und John Tobias, den Urvätern der Mortal Kombat-Serie war es in den Arcardehallen der Neunziger aufzutrumpfen und sich vom großen Kuchen des Kassenschlagers Street Fighter II ein Stückchen abzuschneiden. Blood & Gore, sowie eine neue Grafiktechnik mit digitalisierten Kämpfern anstelle von gewöhnlichen Sprites, sorgten in den 90ern dafür, dass die Prügelpioniere sich einen Namen gemacht haben und Mortal Kombat sich als erfolgreiche, wenngleich sehr kontroverse Serie etablieren konnte.

Bei der ersten mobilen Umsetzung für die Playstation Portable handelt es sich, um eine erweitertes Remake des Titels Mortal Kombat: Deception, welches schon Ende 2004 erstmals in den USA veröffentlicht wurde. Während die Basisgeschichte immer gleich ist, ändert sich das Geschehen von Episode zu Episode:

Das Erdenreich ist den Mächten von Outworld ein Dorn im Auge und so wollen die finsteren Schergen dieser Dimension die Erde versklaven und überrennen. Die Elder Gods wollen den Menschen aber eine faire Chance geben und führten daraufhin die Motal-Kombat-Turniere ein. Erst wenn die Outworldkrieger es schaffen würden zehn Turniere in Folge zu gewinnen, würde eine Invasion der Erde nichts mehr im Wege stehen.

Donnergott Raiden stellte den Kriegern von Outworld eine mächtige Kampftruppe entgegen (Kitana, Kung Lao, Jax, Johnny Cage und Sonya Blade), doch gegen die vereinten Kräfte von Shang Tsung und Quan Chi als Deady Alliance haben selbst diese keine Chance und fallen in der Schlacht. Gegen den Willen der Elder Gods stellt Raiden selbst dem dunklen Duo entgegen und stellt zu spät fest, dass seine Macht alleine nicht ausreicht und somit verliert selbst der mächtige Donnergott den Kämpf gegen Quan Chi und Shang Tsung. Als die machthungrigen Verbündeten jedoch erkennen, dass ihr gemeinsamer Feind erledigt ist, greifen sie sich gegenseitig an und durch eine List gewinnt in diesem Duell Quan Chi die Oberhand und hält als Sieger das mächtige Amulett Onagas in den Händen.
Die Ironie des Schicksals ist, dass Onaga, der Dragon King daraufhin zu neuem Leben erweckt wird und das Amulett kurzerhand zurückerlangt, da Quan Chi seiner Macht nicht gewachsen ist. Während der Drachenkönig nun auf der Suche nach den Kamidogu, den sechs Artefakten, die zur Zerstörung des Erdenreichs und vielen anderen Welten von Nöten sind, müssen die überlebenden Kämpfer nun versuchen diesen teuflischen Plan zu vereiteln.


Come over here!
Nach einem eindrucksvollen Videointro landet man direkt im Hauptmenü und es lächeln euch eine ganze Palette an Auswahlmöglichkeiten entgegen. Neben dem bekannten „Kombat“-Modus, dem Herzstück des duelldurchstrebten Prüglers, wird dem Spieler auch mit „Kombat-Schach“ sowie "Puzzle-Kombat" etwas Abwechslung geboten. Für Neulinge wird auch sicherlich der "Eroberungs"-Modus interessant sein, denn dies ist eine Mischung aus Adventure und Einstiegstutorial. Die weiteren Optionen beschränken sich auf freischaltbare Goodies, Videos, den Profilen, dem Multiplayermodus oder auch den direkten Einstellungen.

Doch Eins nach dem Anderen: Zunächst betrachten wir den klassischen Kombat-Modus und starten ein neues Arcadespiel. Über 30 Kämpfer der Serie stehen zur Wahl und exklusiv auf der PSP sind noch vier weitere Charaktere im Vergleich zur damaligen Konsolenversion zu spielen: Blaze, Kitana, Frost sowie Jax stehen nun zum Kampf bereit.

Das Konzept ist einfach, man kämpft sich die Duellsäule nach oben, bis man Onaga erreicht, diesen aufhält die Dimensionen zu zerstören und schaltet somit auch ein Storyboard des jeweiligen gespielten Charakters frei. So simpel wie sich dies Anhört ist die Geschichte aber nicht, denn Mortal Kombat: Unchained verfügt über einen variablen und mehrstufigen Schwierigkeitsgrad. Sprich je weiter man im Spiel vordringt, desto härter werden die Duelle und man muss immer mehr auf seine Technik achten. Spätestens, wenn man auf Onaga trifft hat man es mit einem großen Problem zu tun, denn dieser übergewichtige Drachenkönig kann von vielen Attacken gar nicht getroffen werden. Umdenken ist angesagt.

Alle zur Wahl stehenden Kämpfer verfügen über insgesamt drei verschiedene Angriffsstile, einer davon mit Waffenunterstützung. Ein kurzer Druck auf die L-Taste genügt und man hat völlig neue Kombos die man auf die Tasten des kleinen Edelhandhelds eindreschen kann. Während die obere Leiste die Lebensenergie anzeigt, werden auch zusätzliche Infos durch kleine Leuchten angezeigt. Wann ist ein Gegner besonders verwundbar, wann kann ich einen „Breaker“-Block starten? Diese Informationen kann der Profizocker den Kontrollleuchten entnehmen und seine Angriffe genauestens koordinieren.

Rache ist angesagt – Fatality
Bei den ganzen Tastenkombinationen kann einem schon fast schwindelig werden und umso besser ist es, dass eine sehr ausführliche Liste an Moves während des Pausenmenüs betrachtet werden kann. Einzig und allein die blutigen Finishing-Moves müssen dem Spieler von Haus aus bekannt sein oder man besorgt sich diese über eine alternative Informationsquelle. Hat man seinen Gegner so verdroschen, dass er taumelnd in der Ecke steht, so kann man sein Leben aushauchen indem man einen meist total irrsinnigen Move startet und sein Gegenüber in kleine Stücke über den Arenaboden verteilt. Ob man hier von Geschmacklosigkeit oder Unterhaltung reden kann ist ein Gang auf Messer Schneide und wohl jedem selbst überlassen. Aber wenn schon kontroverse Filme wie SAW im Kino zugelassen werden, ist dass hier im Vergleich Kinkerlitzchen. So weit ist es schon mit der Abstumpfung auf der Welt gekommen, dass ist aber ein anderes Thema.

In der Ruhe liegt die Kraft: Zeit für ein Abenteuer
Der Eroberungsmodus ist die Mischung aus direkten Duellen, einem kurzen Tutorial sowie einer Art Adventure. Als Spieler übernimmt man die Rolle eines Kampflehrlings, der die große weite Welt erkunden möchte. Bevor er jedoch in die unwirsche Gegend außerhalb seines Dorfes gelassen wird, muss er einige Aufgaben bestehen, Prüfungen meistern und zeigen, dass er kämpfen kann. Jeden Tag bringt der Lehrmeister neue Tricks und Kniffe bei, die auch später in den normalen Kämpfen als Basiswissen dienen. Auf dem Weg durch das Dorf können Schatztruhen geöffnet, spezielle Schlüssel oder Münzen für die Krypta gefunden werden. In der Krypta, kann der Spieler zahlreiche Goodies freikaufen, wie alternative Kostüme der Charaktere, Storyboards, Videos und mehr.

An sich ist das Abenteuerspiel für zwischendurch recht unterhaltsam, wäre da nicht die katastrophale Kameraführung. Hätte man dem Kameramann nicht klarmachen sollen, dass während der Arbeit der Genuss von Hochprozentigem untersagt ist? So wackelt und eiert das Sichtbild etwas unbeholfen durch die Gegen und der Spieler muss selbst ein wenig mit den L- und R-Tasten nachhelfen, um eine eigenständige Justierung vorzunehmen.
Ansonsten ist das Spiel recht simpel gestrickt. Trainieren, Aufgabe erfüllen, Kämpfen, bis man das Ziel erreicht hat.

Battle Chess, blutbefleckter Denkspaß?
„Auf dem Schachbrett der Meister gilt Lüge und Heuchelei nicht lange. Sie werden vom Wetterstrahl der schöpferischen Kombination getroffen, irgendwann einmal, und können die Tatsache nicht wegdeuteln, wenigstens nicht für lange, und die Sonne der Gerechtigkeit leuchtet hell in den Kämpfen der Schachmeister.“ Auch bei der Kombat-Chess-Variante von Mortal Kombat: Unchained findet man wahre Worte im Zitat von Emanuel Lasker. Doch wenn man sich die Regel dieser Version anschaut, hat es weniger etwas mit dem königlichen Brettspiel zu tun. Zwar spielt man auch hier in einem Duell gegen einen Mitspieler, doch gehen die Spielzüge etwas anders von Statten. Hier können Fallen aufgestellt werden, bei denen sogar Trapper Toni vor Neid erblassen würde. Zaubersprüche sorgen für den nötigen Überraschungseffekt und wenn Figuren sich auf dem Feld begegnen heißt es „Are you ready to rumble? Fight!“
Dieses Konzept mag zwar nicht so durchdacht sein, wie das normale Schach, denn auch wenn man vermeintlich eine Figur schmeißen könnte, sorgt ein schlechter Kampf für den Verlust der Figur. Dennoch kann man daran Freude finden und ertappt sich immer mal wieder dabei eine Runde zu spielen.

Der Kampf der Steinchen
Puzzle-Kombat ist die nächste Spielvariante, die man aufgetischt bekommt. Capcom hat es im Jahre 1996 mit Puzzle Fighter vorgemacht und da musste doch sofort vom Vorbild abgekupfert werden. In Mortal Kombat: Unchained ist es auch möglich, sich die Steinchen um die Ohren zu pfeffern, wobei es gilt bestimmte Farben zu kombinieren und dann mit einem speziellen Block aufzulösen. Ist das Ziel erreicht, kommt der nächste Gegner an die Reihe, aber zwischendrin muss immer mal wieder ein echter Kampf gewagt werden…

Gameplay:
An sich überzeugt die Technik des Spiels, es gibt nur hier und da ein paar kleinere Tücken, wenn man versucht diverse Kombos über verschiedene Kampfstile hinweg zu meistern. Die Tasten der PSP reagieren dann scheinbar nicht so schnell wie sie sollten und es kann Frust aufkommen. Positiv ist, dass die Handheldversion über das größte Repertoire an Kämpfern verfügt, wenn man in Betracht zieht, dass es sich um eine überarbeitetes Remake von Mortal Kombat: Deception handelt. Einzig und allein die Ladezeiten hätten ein wenig flotter sein können.

Grafik:
Optisch gesehen macht Mortal Kombat Unchained eine recht gute Figur. Zumindest wenn man sich den Kombat-Modus betrachtet. Hier gibt es verschiedenste Arenen mit mehreren Unterebenen. Passt man nicht auf, so kann ein Kämpfer schnell mal durch die nächste Wand verschwinden und im nächsten Abschnitt der Arena schmerzhaft aufwachen. Noch schlimmer trifft es den Duellanten, wenn er sich in einer tödlichen Falle wieder findet und nur in Stückchen heraustropft. Die Figuren sind recht detailreich und nett anzuschauen, hier und da hat man mit Clippingfehlern zu kämpfen.

Ein optisches „No-Go“ ist der Abenteuermodus, welcher in Sachen Kameraführung und Design völlig versagt. Die Entwickler von Mortal Kombat sollten nicht auf die Idee kommen mit dieser Engine in naher Zukunft ein Action Adventure zu kreieren, es würde kläglich scheitern.

Sound:
Krachende Musik und knackige Soundeffekte gehören einfach dazu. Auch diesmal hat man es mit einer gesunden Mischung zu tun und den bekannten Sprecher aus allen bekannten Mortal Kombat Teilen wird man nicht los. Ein besonderes Schmankerl ist der Soundtest und weitere freispielbare Musikstücke in der Krypta.

Features und Besonderheiten:
Fans der Serie werden größtenteils begeistert sein. Das Spiel bietet jede Menge Modi, viel freispielbare Objekte wie Videos, Artworks, Storyboards, alternative Kostüme, etc. Allein in der Krypta, dem Shop für Gegenstände kann man über 100 Sachen erwerben und sich eine ganze Weile aufhalten. Wer es weniger blutig mag, kann die Gewaltdarstellung in den Optionen regulieren. Etwas was völlig daneben ist, ist die Profilverwaltung. Denn jeder Spieler kann ein Profil anlegen, aber nur mit einer bestimmten Tastenkombination abrufen. Doch was passiert, wenn man sein Passwort vergisst? Man muss neu anfangen! Ein einfaches Speichern und Laden wäre hier die bessere Alternative.

Multiplayer:
Der einzige Haken am Multiplayer ist, dass man auf einen Onlinemodus verzichtet hat, so kann man alle normalen Spielmodi wie Kombat, Puzzle-Kombat oder Kombat-Chess auch gegen einen Freund austragen, doch mehr nicht.

Fazit:
Mortal Kombat: Unchained ist technisch gesehen ein überdurchschnittlicher Titel. Die Entwickler wollten dem Spieler möglichst viel bieten und haben die UMD mit zahlreichen Features vollgepackt. Fans der Serie werden sofort zugreifen können, falls sie zuvor nicht in Kontakt mit Mortal Kombat: Deception gekommen sind. Denn sollte man diesen Teil kennen, wird man auf der PSP nicht viel Neues sehen und schnell enttäuscht werden. Für alle anderen volljährigen Blutsauger da draußen, die mal wieder dem todbringenden Duell ins Auge schauen wollen, kann eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Vielen Dank an Midway für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Kevin Jensen für PlaystationPortable.de



GAMEPLAY
8 von 10
Blutbefleckt, aber ansonsten technisch sauber.
GRAFIK
7 von 10
Im Hauptmodus gut, der Adventurepart hingegen eher primitiver Natur.
SOUND
8 von 10
Gelungene Mischung.
FEATURES
9 von 10
Viel drum und dran, um den Spieler lange bei Stange zu halten.
MULTIPLAYER
7 von 10
Packende Duelle, aber kein Online-Multiplayer.
GESAMT-
WERTUNG:
82%
Mobilitätsfaktor: [6 /10]
"Auch unterwegs kann man immer ein Duell wagen, wenn die Ladezeiten mitmachen."







Details
Spielname:
Mortal Kombat: Unchained

Publisher:
Midway

Developer:
Midway

Genre:
Fighting

Release:
01.12.2006 (erschienen)

Multiplayer:
2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Screenshots:

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