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GUN Showdown


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GUN Showdown Review vom 19.01.2007

Er reitet über die trockene Steppe, den Colt im Anschlag, das Lasso am Sattel des Pferdes befestigt, ein ernster Blick unter dem Stetson und der Sheriffstern reflektiert das Restsonnenlicht der Dämmerung. Sein Ziel: Für Recht und Ordnung sorgen ohne Rücksicht auf Verluste, denn Korruption und Raubmord gehören zum Alltag. Doch der neue Ordnungshüter ist in der Stadt und steckbriefgesuchte Banditen sollten auf der Hut sein, denn es heißt „Dead or Alive“. Die Blütezeit der guten alten Cowboys war um 1860 kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Hohe Kriegsschulden knabberten am Geldbeutel der Bewohner und die Lösung des Problems war der Viehhandel. Preisunterschiede im ganzen Land machten aus den draufgängerischen Rinderhirten richtige Cow-Broker und so gehörte die Viehwirtschaft zu den Haupteinnahmequellen.

Während in der Faschingszeit das Cowboykostüm weiterhin in den Top-10-Verkleidungen zu finden ist, hält das Genre in den Medien schon länger Winterschlaf. Mit Brokeback Mountain sorgte Ang Lee für weltweites Aufsehen, denn es wurde die Liebesgeschichte zweier Cowboys erzählt. Wo ist er hin der Draufgänger, Wildnisliebhaber und Marlboromann? Dies hat sich wohl auch die von der Tony-Hawk-Serie bekannte Entwicklerschmiede Neversoft gefragt und Ende 2005 das Spiel GUN auf dem Markt gebracht. Nachdem die anderen Konsolen alle mit dem Cowboy-Kult versorgt wurden, ist nun auch Sonys Edelhandheld in den Fokus von Activision geraten und ein Umsetzung des Gunslinger-Spiels mit zusätzlichen Sidequests, einem Multiplayermodus sowie anderen kleinen Neuerungen ging an den Start. Wir haben uns in die Prärie gestürzt, aufs Pferd geschwungen und erzählen euch, ob der PSP-Cowboy eine gute Figur macht.

Jedes Leben erzählt eine Geschichte, so auch das Dasein des furchtlosen Colton White. Es sollte eine Story werden, die die Spieler beeindruckt. Mit diesem Ziel vor Augen hat man sich den Künsten des Drehbuchautoren Randall Johnsonn bedient, der unter anderem die Story zum Hollywooderfolg „Die Maske des Zorro“ oder die Scripts zum Film „The Doors“ vom Regisseur Oliver Stone geschrieben hat. So schafft man es nahezu mühelos, dass das Konzept aufgeht und das der Wildwest-Zocker von Anfang bis Ende gefesselt vor dem Schirm sitzt.

Der Jäger Colton White ist mit seinem Vater unterwegs, um das Abendessen zu erlegen. Als sie beim Rückweg auf einem Flussdampfer halt machen, werden sie von feindlichen Soldaten abgefangen und Colts alter Herr wird tödlich verwundet. In den Armen seines Sohnes haucht er noch einige letzte Worte aus, von wegen, er sei nicht sein richtiger Vater, er habe ihn belogen und um der Wahrheit auf die Schliche zu kommen, muss er in die Stadt namens Dodge City reisen. Rachelust, Korruption und die Feindseeligkeit des Wilden Westen lassen unseren Protagonisten zu einem echten Gunslinger werden, der Wahrheit und Gerechtigkeit auf der Spur.

Was der Geschichte an Tiefgang fehlt, wird durch die gelungene Präsentation wett gemacht. Vor allem die sehr gut getroffenen Sprechrollen wären hier positiv hervorzuheben. So leihen unter anderen der Millenium-Serienheld Lance Henriksen oder der Leinwandschauspieler Tom Skerritt den Charakteren ihre ganz individuelle Stimme.

Das Spielkonzept ähnelt Vorbildern wie Grand Theft Auto, Mafia und Co., nur dass das Setting im Wilden Westen angesiedelt ist. Coltons Vater hat zu Beginn des Spiels nützliche Hinweise parat, die das Steuerungskonzept, sowie den Umgang mit der Waffe erklären. Nach dem Tutorial und der Storyeinleitung ist man auf sich selbst gestellt, muss dem roten Faden der Erzählung folgen und kann nebenher noch zahlreiche Sidequests und Nebenaufgaben lösen.

Während der Suche nach unterhaltsamen Elementen haben die Entwickler des Spiels auch einen Zwischenstopp bei Max Payne oder Matrix gemacht und kurzerhand den "Bullet-Time-Modus“ übernommen. Getreu dem Motto: „Er zieht seinen Colt schneller als sein eigener Schatten“, kann man durch einen gezielten Knopfdruck, das Schießeisen ziehen und seine Gegner automatisch und in Zeitlupe anvisieren. Dieses Specialfeature sorgt für jede Menge Freiraum bei den Kämpfen, kann aber gerade im einfachen Schwierigkeitsgrad den Spielspaß oftmals verderben, da man es nahezu unbegrenzt nutzen kann. Erst in den höheren Härtegraden, muss man sparsam mit seiner Sonderfertigkeit umgehen, da der Energiebalken rapide abnimmt bei der Verwendung.

Während man im Rockstar-Vorbild und anderen Konsorten an jeder Ecke einen bereiften Untersatz parat stehen hat, wird man sich bei GUN auf die Hilfe seines getreuen Pferdes verlassen müssen. Ein kurzer Pfiff genügt und das verlässliche Reittier eilt herbei. Ohne seinen Gaul wird man auch in den großen und kargen Western-Landschaften seine Probleme haben, denn die Laufwege können sich sehr schnell ausdehnen.

Colton White verkörpert den typischen einsamen, rast- und heimatlosen Helden, der die randalierenden Bandit jagt, den Unterdrückten hilft und mehr oder weniger auf der Seite des Gesetzes steht – mit seiner eigenen tödlichen Interpretation des Rechts im Hintergedanken. In Nebenaufgaben wird nach Gold gesucht, die Stadt beschützt, dem Rancher ausgeholfen seine Herde in Schach zu halten oder ähnliches. Vorteil dieser Geschichte ist, dass man durch Nebenaufgaben seine Fertigkeitspunkte verbessern kann. So wird man besser Reiten können, schneller seine Waffe ziehen können oder man erhält einfach mehr Lebenspunkte. Sollte also versucht werden, das Spiel möglichst rasch durchzuzocken, indem man einfach dem roten Storyfaden folgt, können spätestens die Endgegner zu einer richtigen Herausforderung werden. Doch auch der Storyspieler wird mit hilfreichen Items oder Waffen belohnt. Von handelsüblichen Pistolen, über Gewehre bis hin zu Pfeil und Bogen sowie Wiskeybomben, hat der einsame Held alles griffbereit in der Satteltasche. Apropos Wiskey, ein kurzer Schluck aus dem Flachmann hilft Colt immer aus verzwickten Lagen zu entfliehen, da der anonyme Alkoholiker mit dem hochprozentigen Stoff seine Lebensenergie auffrischt. Kein Alkohol ist auch keine Lösung…

Spielerisch macht GUN Showdown eine sehr gute Figur, doch nach einer gewissen Spielzeit wird man feststellen, dass das Cowboyfieber schnell verflogen ist, sobald man die kargen Landschaften durchreitet. Die berüchtigten Badlands, sowie Goldwäscherflüsse und die Weiten der Prärie wird man immer zu Gesicht bekommen und hier gehört eine gewisse Leere einfach mit ins Bild. Doch wenn man sich in der Stadt aufhält und gerade keine Mission absolvieren muss, sind sogar die Dorfbewohner in den Haustern barrikadiert und lassen sich nicht blicken. Wer die Einöden-Bundestaaten der USA kennt, wird zwar mit den Umgebungskulissen zufrieden sein, doch das auch diese Einsamkeit der Towns scheinbar zu Geisterstädten mutieren lässt, sorgt für eine nachdenkliche Stimmung. Erst wenn ein Siqequest oder eine Mission gestartet wird, hat man das Glück, hier und da jemanden zu begegnen, denn ansonsten trifft man nur auf die Trigger-Charaktere, die gerade jene Aufgaben aktivieren.

Gameplay:
Obwohl man bei GUN Showdown jede Menge Tasten benötigt, hat man die Konvertierung auf die PSP gut gelöst. Mit der Steuerung wird man nach einiger Eingewöhnungszeit zurecht kommen und auch knifflige Schleichaufgaben oder Präzisionsschlüsse mit dem Scharfschützengewehr meistern können. Die Zielhilfe im "Bullet-Time-Modus" hilft ungemein, den Einstieg ins Spiel zu erleichtern, gehört aber auch zu den Elementen des Spiels, die den Schwierigkeitsgrad stark drücken. Egal ob zu Fuß oder auf dem Pferd, man wird relativ bald lernen, mit Colton umzugehen und seine Fähigkeiten zu nutzen. Exklusiv für die PSP hat man einige neue Sidequests spendiert und neue Waffen hinzugefügt.

Grafik:
Optisch gesehen musste man auch bei der PSP-Version einige Kürzungen in Kauf nehmen. Blut oder Sterbeszenen der US-Fassung waren etwas zu viel für die 16er USK-Wertung und so hat man die rote Welle einfach wegrationalisiert. Auch ansonsten musste man bei den Texturen einige Abzüge hinnehmen, damit das Spiel auch auf dem Sony Edelhandheld flüssig von statten geht. Trotz dieser Tatsache hat man es mit einer gelungenen Westernoptik zu tun und man fühlt so, als würde man eine kleine Zeitreise in die rauen Zeiten Amerikas unternehmen.

Sound:
Die musikalische Begleitung des Spiels kann durchaus überzeugen. Passende Klänge und gelungene Soundeffekte tragen ihr Stück zum positiven Gesamteindruck des Spiels bei. Zudem sorgen die Videosequenzen mit Sprachausgabe für richtiges Storyambiente und man kann sich glücklich schätzten, dass man hier nicht versucht hat deutsche Synchronstimmen zu nutzen. Die Thematik ist passend und in diesem Falle sind Untertitel angebracht.

Features und Besonderheiten:
Während man das Hauptspiel gut innerhalb von zehn Stunden oder weniger durchspielen kann, wird der Genießer mit den zahlreichen Nebenaufgaben noch eine Weile beschäftig sein. Ob man nun im Pony-Express Botendienste erledigt oder für die Sicherheit in der Stadt sorgt, ist einem zu jeder Zeit selbst überlassen, doch als Belohnung winken immer wichtige Fertigkeitspunkte. Wer mal keine Lust auf den Storymodus hat, kann auch im schnellen Spiel einige Sidequests starten oder sich am Pokertisch begnügen.

Multiplayer:
Speziell für die PSP hat man nun einen Multiplayermodus am Start. So kann man mit bis zu vier Spielern am Deathmatch teilhaben, Poker spielen, oder muss im Spielmodus Goldkreuz, das Objekt der Begierde, möglichst lange in seinem Besitzt halten. Dieser Modus kann durchaus überzeugen und gehört zu den spannendsten Neuerungen für die PSP-Fassung.

Fazit:
Bei der Wertung von GUN Showdown für die PSP hat man es nicht einfach. Die Umsetzung des Spiels ist mehr als gelungen und man bekommt ein unvergleichliches Westernabenteuer im Hosentaschenformat geboten, was bisher ohne Konkurrenz da steht. Cowboy Fans können ohne Bedenken zugreifen, sollten sie nicht das Spiel schon auf der Heimkonsole oder dem PC durchgespielt haben. Denn wer die vorherigen GUN-Versionen kennt, wird zu wenig Neues entdecken und möglicherweise enttäuscht sein. Dazu kommt noch der Fakt, dass die PC- und Konsolenfassung oftmals in den Schnäppchenregalen für unter 20€ zu finden ist und die PSP-Version zum Vollpreis daherkommt. Wer über diese Tatsachen hinwegsehen kann und schon immer mal durch die Badlands reiten wollte, um auf Verbrecherjagd zu gehen, wird mit GUN Showdown vollauf zufrieden sein.

Kevin Jensen für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
8 von 10
Willkommen im Wilden Westen!
GRAFIK
8 von 10
Schwächere Texturen als bei der Konsolenvariante, aber dennoch akzeptabel.
SOUND
7 von 10
Gelungene Cowboy-Akustik und knackige Sounds.
FEATURES
9 von 10
Storymodus, Nebenaufgaben, viele Waffen, Multiplayer und mehr.
MULTIPLAYER
7 von 10
Als Gunslinger um die Wette ballern.
GESAMT-
WERTUNG:
81%
Mobilitätsfaktor: [6 /10]
"Mäßige Ladezeiten und große Welten. "







Details
Spielname:
GUN Showdown

Publisher:
Activision

Developer:
NGB

Genre:
Adventure

Release:
10.12.2006 (erschienen)

Multiplayer:
1-6 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Screenshots:

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