Arthur und die Minimoys
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Arthur und die Minimoys
Review vom 09.05.2007
Im Laufe des mittlerweile Jahrzehnte langen Bestehens von Computerspielen musste die Industrie schon einige Male herbe Rückschläge in Kauf nehmen musste. Der große „Videospiele-Crash“ vor mehr als 20 Jahren lässt sich nicht zuletzt auf die große Anhäufung qualitativ minderwertiger Spiele zurückführen, für welche Kunden nicht bereit waren, ihr kostbares Erspartes zu investieren. Als besonders skandalös wird eine Aktion seitens Atari betitelt, bei welcher die Firma mehrere tausend Videospiele vernichtete, deren gewünschter Erfolg ausblieb. Gerüchte besagen, dass man das Lizenzspiel „E.T.“ ( der wohl größte Flop der Videospiel-History) so oft produzierte, dass die Anzahl der Cartridges die der Konsolen überstieg. Klare Informationen hierzu sind jedoch nicht vorhanden. Trotz des K.O.-Schlags in den 80ern rappelten sich die Firmen nach und nach wieder auf und versuchten von nun an all das richtig zu machen, was sie vor kurzer Zeit noch mehrere Millionen kostete. Eines hat sich jedoch nicht geändert: Noch immer kaufen Entwickler bzw. Publisher die Lizenzen großer Kino-Filme oder Marken auf, um hieraus eine Videospieladaption zu stricken. Auch unser heutiger Testkandidat darf sich in die Reihe der Lizenzspiele stellen und muss beweisen, ob er sich zum heimlichen Pflichtkauf avanciert oder als ewiger Ladenhüter enden wird.
Bevor wir auf das Spielgeschehen eingehen, zuerst eine kleine Ausführung zur erzählten Geschichte. Diese lehnt sich – wie für Spiele dieser Art nicht untypisch – an den gleichnamigen Kinofilm an. So dreht sich alles um einen kleinen Jungen mit dem Namen Arthur, der die Ferien bei seiner Großmutter verbringt, bevor ihr Haus abgerissen werden soll. Der neugierige Jungspund lässt sich natürlich nicht davon abhalten, das komplette Anwesen noch einmal zu durchforsten, um eventuell sogar Hinweise auf den Aufenthaltsort des schon vor Jahren verschwundenen Großvaters zu finden. Ehe sich Arthur versieht, befindet er sich in einer ihm unbekannten Welt, in die er mithilfe eines Fernrohrs gelangen konnte. Dort angekommen stellt er schnell fest, dass sich seine Körpergröße auf rund zwei Millimeter geschrumpft ist und seine neue Heimat jede Menge Überraschungen zu bieten hat.
Wer sich am Liebsten vor den Handheld setzt und ein neu gekauftes Spiel „einfach drauf los“ zockt, bei dem macht sich in den ersten Minuten sicherlich schon eine große Enttäuschung breit. Anfänger und Neulinge auf dem Gebiet der Videospiele freuen sich über das sehr ausführliche von eurem neuen Freund Bétamèche geleitete Tutorial, das den Einstieg in die Welt der Minimoys ungemein erleichtert. Schade aber, dass es keinen Weg gibt, dieses zu überspringen, um sofort zu starten. Vor allem, wenn man sich die intuitive Steuerung näher betrachtet – hierzu aber später mehr.
Während es dem kleinen Arthur primär darum geht, den versteckten Schatz zu finden und im Reichtum zu baden, haben die Bewohner dieses unbekannten Areals tief unter der Erde ganz andere Probleme. Der Tyrann M möchte sich mithilfe seiner Armee aus Seiden, die putzigen Winzlinge zu Eigen machen, um sie zu versklaven. Natürlich stehen wir bei diesem Kampf um Freiheit tatkräftig zur Seite, wenn Not am Mann ist – und das ist sie! So trifft man schon kurz nach der Einführung auf die ersten Widersacher, die es gilt, um die Ecke zu bringen, um Schlüssel zu ergattern, mit welchen man, welch Überraschung, ein verschlossenes Holztor öffnen kann. Weitere Aufgaben werden immer wieder in kleineren Zwischensequenzen beschrieben, sodass im Nachhinein kaum noch Fragen offen bleiben dürften – sollte man einmal eine Sequenz verpasst oder kurz weggehört haben, gibt es leider keine Möglichkeit, sich das gezeigte erneut anzusehen. So läuft man also von Aufgabe zu Aufgabe, tippt an dieser Stelle einige Schalter, befreit an anderer Stelle einen Gefangenen aus den Händen der Seiden und bekommt somit immer tieferen Einblick in die fabelhafte Welt der Minimoys. Wie die Geschichte schlussendlich endet, wollen wir natürlich nicht verraten.
Die farbenfrohe Umgebung bietet allerlei Unbekanntes, das es zu entdecken gilt und hierbei wird man stets von zwei Helfern (Bétamèche und Prinzessin Selenia) begleitet, die für manche kleinere Rätsel unerlässlich sind. Dabei hat man die Möglichkeit, via kurzem Druck auf die R-Taste zwischen den Protagonisten zu wechseln, um die Vorzüge einer Person nutzen zu können. So kann der gescheite Bétamèche kleine Geschosse aus seinem Ärmel zaubern, während seine Schwester mit ihrem Schwert allerhand Pflanzen zerschlagen und somit ein Weiterkommen sichern kann. Im Gegenzug hierzu hat Arthur die Fähigkeit, zu klettern oder Angreifer um ihr Equipment zu bringen. Hinzu kommt, dass für manche Aktionen mehrere Charaktere von Nöten sind, wenn beispielsweise drei Schalter zur gleichen Zeit aktiviert werden müssen oder besonders viele Angreifer über den Schirm hopsen. Diese sind zwar zu meist recht schnell bekämpft, wer dennoch mal einen Schlag kassieren musste, kann sich auf die Suche nach Libelleneiern machen, mit welchen man im Anschluss seine Energie wieder aufpolieren kann.
Es ist schade, dass bei manchen Dingen sofort auffallen, dass sie lediglich ins Spiel integriert wurden, um die Spielzeit ein wenig zu strecken. So gilt es beispielsweise manches Mal, einen Abschnitt erneut zu durchforsten, nur um sich ein einziges Item anzueignen.
Gameplay:
Hier gibt es wenig zu bemängeln. Nachdem man zu Beginn ein sehr ausführliches Tutorial bewältigt hat, ist man voll und ganz bereit für das große Abenteuer. Sollten dennoch Fragen offen bleiben, so helfen die kleinen Freunde mit nützlichen Hinweisen oder es erscheint auf dem Bildschirm eine Nachricht mit der auszuführenden Aktion.
Grafik:
Auch hier ist alles im grünen Bereich. Eine schöne Darstellung der Charaktere in Zusammenhang mit einer kantenlosen Umgebung rundet das Gesamtbild ab. Schade allerdings, dass die Zwischensequenzen sehr verwaschen wirken und in einer niedrigeren Qualität daherkommen, als man sie vom „normalen“ Spiel gewöhnt ist.
Sound:
In diesem Bereich punktet der Titel vor allem durch die schöne Sprachausgabe, bei welcher allerdings nicht die aus dem Film bekannten Stimmen von Bill Kaulitz, Nena und Co. zu hören sind. Ferner stoppt die Sprachausgabe nicht selten komplett – und das ohne zu erkennenden Grund. Wirkliche Musik oder gar wohlklingende Melodien schallen nicht all zu oft aus den kleinen Boxen der Multimediakiste, hier reichen jedoch die Effektgeräusche aus, um die Atmosphäre zu untermalen.
Features und Besonderheiten:
Neben dem Hauptspiel findet sich im Main-Menü auch noch der „Kapitel“ Modus, in welchem man bereits verlassene Areale erneut betreten und die dort zu erfüllenden Aufgaben ein zweites Mal erledigen kann. Des Weiteren gibt es während des Spiels die Möglichkeit, die „Minimoy-Runen“ aufzurufen, bei welchen es sich um kleine Karten handelt, die nützliche Informationen beinhalten. Sie sind jedoch nur dann verfügbar, wenn man sie bereits freigespielt hat.
Fazit:
Lizenzgurke? Nein! Mit „Arthur und die Minimoys“ bringt Atari ein ausgewogenes Action-Abenteuer-Spiel auf die portable Playstation, das zwar mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen hat, im Gesamten aber eine solide Figur macht. Das nach einigen Stunden tristen Gameplays und die kleineren technischen Macken, wie beispielsweise ein aussetzender Ton, kosten zwar Punkte, der Spielspaß wird hierdurch jedoch nur bedingt eingeschränkt. Ob man es negativ verbucht, dass man die Originalstimmen von Arthur und Co., die unter anderem von Tokio Hotel Frontmann Bill Kaulitz und Nena stammen, nicht impliziert hat, bleibt jedem selbst überlassen. Unterm Strich ist der Titel aus dem Hause Atari ein recht einfach gestricktes Abenteuer, das jedoch für ältere Spieler schnell zu monoton wird und dann lediglich durch die schöne Optik überzeugen kann. Wer die Möglichkeit hat, sollte vor einem Anspielen in keinem Fall zurückschrecken!
Max Zeschitz für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an Atari für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Intuitiv und eingängig. |
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GRAFIK
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Überraschend gut, wenn auch in den Zwischensequenzen nur Durchschnitt. |
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SOUND
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Nette Effektgeräusche und eine Sprachausgabe - leider nicht mit Origialstimmen. |
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FEATURES
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Sidequests sorgen auch zwischendurch für Spaß. |
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MULTIPLAYER
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Bis zu vier Spieler können zusammen über den Schirm hopsen, wenn jeder ein eigenes Spiel besitzt. |
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GESAMT-
WERTUNG:
69%
Mobilitätsfaktor: [6 /10] "Mäßige Ladezeiten aber anehmbares Konzept für unterwegs."
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Details
Spielname:
Arthur und die Minimoys
Publisher:
Atari
Developer:
Atari
Genre:
Adventure
Release:
17.03.2007 (erschienen)
Multiplayer:
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:
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