Blade Dancer
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Blade Dancer
Review vom 01.02.2007
Rollenspielefans gibt es wie Sand am Meer und sie gieren nur so nach neuem Futter. Bisher hat man auf der PSP eine kleine Auswahl geboten bekommen, ob alte Klassiker wie Breath of Fire 3 und Tales of Eternia bis hin zu Neukreationen wie die Hack 'n Slay-Saga Untold Legends. Doch die Sucht ruft und Atari hat die Antwort parat. Mit Blade Dancer: Lineage of Light will man dem Verlangen nach neuen Abenteuern nachgeben und alle japanophilen lecken sich schon die Finger. Himmelblaues Haar, finster dreinschauende Kulleraugen und mit einem überdimensionierten Schwert bewaffnet, so steht er da, der tapfere Protagonist aus dem Gedankengut der Spieleschmiede HitMaker. Wir haben diesen Recken zur Seite genommen und mit ihm ein ganzes Abenteuer bestritten, doch wie gut ist es wirklich und lohnt es sich mehr als 20 Stunden mit dem Titel zu beschäftigen?
Die Quintessenz eines jeden Rollenspiels ist nicht das Kampfprinzip, ist nicht der Umfang, ist auch nicht die Persönlichkeit des Hauptcharakters, viel wichtiger ist die Story, denn bei komplexen Spielen möchte man von Anfang bis Ende gefesselt sein und den Geschehnissen gebannt entgegenfiebern. Natürlich sind auch die genannten Faktoren wichtige Elemente für einen Toptitel, trotzdem kann eine lahme Geschichte mehr kaputt machen als einem lieb ist. So leiten wir diesen Bericht mit der Story des Spiels ein und ihr könnt selbst entscheiden, ob diese den persönlichen Geschmack trifft oder nicht:
Nicht auf den einen ist ihr Schwert gezückt, gegen uns alle kehrt sich der Sturm.
Der Glanz der Sterne strahlt auf die ruhige Welt von Lunadia herab. Früher wurde diese feindselige Gegend vom finsteren Imperator beherrscht und konnte nur durch den legendären Blade Dancer namens Gerald aufgehalten werden. Als der Despot auf eine einsame Insel verbannt wurde geschah aber das Unvermeidliche, er erschuf den schwarzen Schreckensritter, der den sagenhaften Helden vernichten und voran hat man nie mehr vom Blade Dancer gehört. Finsternis überzog das Land von Lunadia…
Alle Hoffnung schien verloren doch urplötzlich wurde die Kunde laut, dass der boshafte Imperator besiegt sei. Keiner wusste wer diese Heldentat vollbracht hat und 1000 Jahre des Friedens und Wohlstands ließen die Menschen fast vergessen. Währenddessen reist der Protagonist Lance zu just dieser sagenumwobenen Insel und ist auf ein Abenteuer auf. Während seiner Reise hat er einen sonderbaren Traum, der einer Vision gleich kommt. Ein mysteriöses Mädchen fleht um Hilfe, doch was ist passiert und war doch alles nur ein Traum?
Das Abenteuer kann beginnen, denn der tapfere Recke Lance segelt Kurs Foo Island und trachtet schon nach den ersten kühnen Ereignissen. Zum Glück ist er auf der mysteriösen Insel Foo genau richtig, denn einmal angekommen gibt es jede Menge zu tun und fast jeder Einwohner ist in Nöten und bedarf der Hilfe unsere furchtlosen Helden. Nachdem die ersten Botenjobs in der Hafenstadt erledigt sind geht es in die weite Welt, der Protagonist trifft weitere Begleiter und erfährt näheres zur Geschichte der Insel, sowie zu einem geheimnisvollen Volkes namens Zeimos, einer früheren Hochkultur, die ursprünglich dieses Fleckchen Erde bewohnten. Als Lance auftritt wird man wieder an den legendären Blade Dancer erinnert, denn er trug ein ähnliches Mal auf der Stirn. Der so genannte Blace Dancer ist nach seinen Heldentaten spurlos verschwunden und nun ist wieder die Zeit der Dunkelheit angebrochen und alle Hoffnungen liegen auf unseren couragierten Helden sowie seinen Begleitern. Zu den Kameraden zählen die sweet-16 Empatin Feilis Lehitol, der mächtige Faustkämpfer Gozen und das geheimnisvolle Mädchen Tess. Sollten diese Mitstreiter im Team sein, so ändert dies auch mitunter das Verhalten der angreifenden Monstern, das auftauchen von speziellen Gegenständen sowie das Steigerungsverhalten der Lunar-Kraft. Schade ist die Tatsache, dass man nicht stark genug auf die Persönlichkeit der einzelnen Charaktere eingeht und diese somit etwas "unausgereift" wirken.
Es ist typisch, dass jedes Rollenspiel mit einem eigenen Kampf- und Magiesystem daherkommt und auch Blade Dancer macht hier keine Ausnahme. In Sachen Kampfsystem hält man sich eher klassisch: Zufallskämpfe wurden in Form von umherwandernden Totenschädeln abgehandelt, wie man es beispielsweise von anderen bekannten Rollenspielserien her kennt. Man kann also genau planen, ob man seine Charaktere durch Kämpfe hochleveln möchte, oder doch vor schwächlichen Gegnern flieht, um etwas Zeit zu sparen. Im Gefecht wird nacheinander in zeitlicher Abfolge draufgehauen, je nachdem wie schnell sich der Taktgeber auflädt. Sollte man also zu lange im Optionsmenü rumwuschteln und versuchen Items zu nehmen, kann es passieren, dass der Gegner vor der eigentlichen Handlung angreift. Schnelligkeit ist gefragt.
Magie ist gleich Wille mal Vorstellung minus Zweifel.
Zum Thema: Lunar-Kraft. Während man üblich einen Manabalken verfügt, der mit bestimmten Tränken aufgefrischt werden kann, sieht es in diesem Falle gänzlich anders aus. Die so genannte Lunar-Kraft ist Teil der Welt und wenn man diese Kräfte während des Kampfes bündelt, kann man mächtige Attacken, Zauber und Kombos starten. Aufladen kann man diesen ominösen Mondsaft dadurch, dass man in der Schlacht kritische Treffer austeilt oder abbekommt. Alle Lunar-Fähigkeiten werden vom gemeinsamen Energiebalken genutzt. Sprich egal wie viele Kämpfer im Feld sind, die spezielle astrale Energie wird von allen gleichermaßen benutzt und nicht jeder Charakter im Einzelnen verfügt, über einen sonst üblichen Manabalken. Dies bedeutet jedoch auch, dass man diese gemeinsame Energie für Gruppenattacken der mächtigen Sorte nutzen kann, um Endgegner mit einer vernichtenden Kombo zu töten.
Was nicht passt, wird passend gemacht!
Schöpferische Kraft ist schon etwas Tolles und grade bei Blade Dancer spielt die Fantasie eine ganz besondere Rolle. Über 650 Gegenstände, Waffen und Tränke waren darauf vom Spieler selbst gestaltet zu werden. Das spannende Konzept ist, dass man aus zahlreichen Objekten mittels des speziellen Handwerkfeatures neue kreieren kann. Im Handumdrehen wird aus Kräutern und frischem Wasser ein Heiltrank oder aus einem Sandknochengriff und Einsenklinge ein entsprechendes Schwert. Mit entsprechenden käuflichen Rezeptlisten, weiß man sofort, welche Gegenstände man zu einem neuen Objekt zusammenpanschen kann, ansonsten heißt es probieren, probieren und nochmals probieren.
Was zur Spieldauer und dem Konzept zu sagen ist, wäre dass man viel Zeit für dieses Spiel reservieren sollte. Weite Welten, lange Laufwege und zahlreiche Monsterkämpfe stehen an. In Kombination mit einer eher langsam in Fahrt kommenden Story kann dies schnell in geballte Eintönigkeit ausarten. Doch wer ein echter RPG-Fan ist, kennt dieses Gefühl zu genüge und wird tapfer warten bis er das Weiße in den Augen seines Feindes sieht und Stück für Stück hochleveln.
Gameplay:
Ein übersichtliches Menü und vor allem Tiefgang in Sachen Optionsmöglichkeiten bestimmt Blade Dancer. Man wird locker mehr als 20 Stunden an diesem Titel sitzen, Waffen schmieden, Gegner erledigen, neue Fertigkeiten erlernen und den Geheimnissen der Insel auf die Schliche kommen. Dennoch bedarf es viel, viel Geduld, denn der Leerlauf bei Blade Dancer, kann selbst eingeschworene Rollenspieler zur Verzweiflung bringen.
Grafik:
Optisch gesehen haben wir es mit einem durchschnittlichen PSP-Spiel zu tun. Mäßige Texturen gepaart mit einigen Animéfiguren sowie Intro- und Zwischensequenzen erwarten den Spieler. Man wird zwar nicht die Kinnlade auf den Boden fallen lassen, doch bekommt man als Rollenspieler zumindest ein wenig optische Abwechslung geboten. Kein Technikwunder, aber immerhin gutes Mittelmaß.
Sound:
Fußspuren im Sand. Die Geräuschkulisse von Blade Dancer trägt leider auch nicht viel zur Verbesserung des Gesamtbildes bei. Während der ewigen Fußmarsche und zu Stadtbesuchen, wird man zwar einige hübsche Melodien zu hören bekommen, doch ansonsten ist die Monotonie des Spielers bester Freund. Zumindest kann die stellenweise auftretende Sprachausgabe auftrumpfen und sorgt für einige Pluspunkte in diesem Sektor.
Features und Besonderheiten:
Ein im wahrsten Sinne des Wortes „ausgedehntes“ Abenteuer, spezielle Lunar-Fähigkeiten, Handwerksfähigkeiten und einige Charaktere warten darauf vom Spieler entdeckt zu werden. Als besonderen Clou gibt es die Möglichkeit einige Dungeons des Hauptspiels im Netzwerk mit seinen Freunden zu spielen. Leider hat man jedoch auf einen Onlinemodus in diesem Falle verzichtet. Englischmuffel können sich auch freuen, denn das Spiel wurde komplett ins Deutsche übersetzt. Doch wirklich gelungen ist etwas anderes, denn Sprach- und Sinnfehler gehören zum Alltag.
Fazit:
Blade Dancer gehört zwar nicht zu den wirklichen Tophits im der Rollenspielsektor, dennoch hat das Konzept einen gewissen Charme und Genrefans werden diesen Lückenfüller dankend aufnehmen. Es gibt leider hier und da kleinere Mängel, sodass man viel Geduld mit dem Spiel haben und vor dem Kauf wissen sollte, dass es fast schon in die Richtung der ganz alten Klassiker geht. Moderate Nutzung von Storyelementen, viele, viele Kämpfe und weite Laufwege bestimmen das Spiel. Wer gerne seine Charaktere hochstuft, Waffen bastelt und gegen finstere Monster kämpft, wird nicht falsch machen.
Kevin Jensen für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an Atari für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Langatmiges Rollenspiel mit vielen Kampfeinlagen. |
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GRAFIK
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Optisch bewegt man sich auf durchschnittlichem Niveau. |
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SOUND
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Nette Melodien, die auf Dauer etwas eintönig sind. Gute Sprachausgabe. |
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FEATURES
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Zahlreiche Waffen und Objekte zur Eingenkreation. |
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MULTIPLAYER
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Auch lokal im Multiplayer kann man Dungeons erkunden. |
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GESAMT-
WERTUNG:
70%
Mobilitätsfaktor: [6 /10] "Mäßige Ladezeiten und lange Laufwege."
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Details
Spielname:
Blade Dancer
Publisher:
Atari
Developer:
Hit Maker
Genre:
Rollenspiel
Release:
21.12.2006 (erschienen)
Multiplayer:
ja
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:
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