Full Auto 2 - Battlelines
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Full Auto 2 - Battlelines
Review vom 15.03.2007
Es gibt nichts stilleres als eine geladene Kanone.
Postapokalyptisches Szenario, heiße Reifen und jede Menge Feuerkraft - so präsentierte uns Sega in den letzten Wochen das sprichwörtliche Carmageddon mit Namen Full Auto 2 – Battlelines. PS protzende Rennboliden mit aufmontierten Waffen, die durch die Landschaft rasen und alles in Schutt und Asche legen, was unbeherzigt herumliegt oder fährt. Nachdem Burnout aus dem Hause EA noch immer die Pole-Position der Crash ’n’ Trash bezogenen Action-Racer inne hält und der Nachfolger in den Startlöschern steht, haben wir schon vorab einen Blick auf Segas neues Vehikelspektakel werfen können und wollen euch unsere Meinung natürlich nicht vorenthalten. Wird man den Genrethron stürzen können oder hat man hier einen Fall für die Schrottpresse?
Die „Full Auto“-Serie gehört noch zu den echten Greenhorns im Videospielsektor, denn die erste Umsetzung des Konzepts ist gerade mal ein Jahr alt und wurde damals auf der Xbox 360 veröffentlicht. Mit Full Auto 2: Battlelines bedient man somit das erste Mal die zerstörfreudigen Sonyfans und so erscheinen zeitnah die Neuauflagen für Playstation 3 und Playstation Portable. Man nehme ein paar Elemente aus Burnout, verbinde sie mit Twisted Metal und Destruction Derby und heraus kommt ein völlig neues Konzept. Leider schafft es auch Full Auto 2: Battlelines nicht, das Rad völlig neu zu erfinden, dennoch hat es im Vergleich zum Vorgänger einige Alleinstellungsmerkmale gegenüber artgleichen Titeln und zeigt was auf den Straßen so richtig los ist. Man glaubt es kaum, aber es gibt Racingspiele die tatsächlich über eine Story verfügen und versuchen somit ein wenig Atmosphäre ins Konzept zu bringen. Während einige Titel sogar bravourös vormachen wie dies geht, gerät die Hintergrundgeschichte von Full Auto 2 eher schnell in Vergessenheit und ist nur eine Randerscheinung vor dem eigentlichen Randalierungswahn. Doch für alle Interessierten hier die Zusammenfassung:
Drive the revolution.
Die letzten 20 Jahre waren von Naturkatastrophen überhäuft und haben viele Menschenleben gefordert. Nachdem nur ein Frühwarnsystem die letzte Hoffnung sein konnte, entschlossen sich die NSA und SecWare Industries zusammenzutun und einen lernfähigen Supercomputer zur Wetterbeobachtung zu entwickeln, der die Menschheit vor weitern Katastrophen schützen sollte. Der Supercomputer wurde auf den Namen Sage getauft und sammelte fleißig Daten nach jedem neuen Umweltdrama. Sage war in der Lage die größten Probleme zu lösen und nach einiger Zeit konnten selbst die besten Wissenschaftler der Erde nicht mehr mithalten und der Supercomputer war der einzige Grund warum die Menschheit noch am Leben ist.
Doch im Untergrund bahnte sich eine Revolution an, die Gruppe Master/Slave Organisation kurz MSO bestand aus zahlreichen Computergenies, die den Wunsch nach Veränderung hatten. Man wollte sich von Sage befreien und so begann die MSO Autos mit Waffen auszustatten und „Rennen mit tödlicher Geschwindigkeit" kurz RTGs auf der ganzen Welt zu veranstalten. Die Zerstörungen die durch diese RTGs angerichtet wurden, waren so groß, dass Sage die neuen Daten nicht schnell genug verarbeiten konnte und die Katastrophenvorhersage stark beeinträchtigt wurde. Sage Prozessor versagte und die MSO konnte nun mit Hilfe der RTGs und der neu erworbenen Macht, die Weltordnung verändern und eine neue Regierung ins Leben rufen. So verfiel die Welt wieder in Anarchie und barbarischen Grauen zurück, denn die Rennen forderten viele Opfer, auch auf Seiten der MSO. Nun ist es an der Zeit als Einzelkämpfer den endgültigen Sieg heimzufahren und zu beweisen, dass die Menschheit zusammen mit Sage in friedlicher Koexistenz leben können.
In Sachen Story würde man wohl keinen Blumentopf gewinnen, doch ist sie auch eher nebensächlich, denn das Herzstück des Spiels ist eindeutig der Karrieremodus. So stehen jederzeit verschiedene Areale zur Verfügung und es gilt diese Mission für Mission abzuarbeiten. Also angeschnallt, Munition aufgestockt und rein in die Straßenschlacht. Zu Beginn stehen nur eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen sowie Waffen zur Verfügung und nach jedem Sieg gibt es neue Boni die freigeschaltet werden können. Hauptsächlich gibt es neue Designs, für die Rennboliden zu gewinnen und so kann man seinen persönlichen Stil jederzeit verändern. Ab und an wird man jedoch mit neuen Schießeisen oder Fahrzeugen belohnt, die sich in Sachen Fahrgefühl, Geschwindigkeit und Widerstandsfähigkeit unterscheiden. Leider sind bekannte Autohersteller nicht sehr zuvorkommend, wenn ihre aktuellen Modelle zerbeult und zerstückelt über die Pisten fahren und somit hat Sega sich gegen lizenzierte Edelschlitten entschieden. Dennoch erkennt man oftmals die diversen Vorbilder und somit spielt dies eine eher geringe Rolle.
Keulen sind als Vernichtungswerkzeuge etwas aus der Mode.
Das eigentliche Spielprinzip ist reines Crash 'n' Trash, sprich man fährt durch die Landschaften und lässt von Maschinengewehr über Raketenwerfer bis hin zu Laser- oder Plasmastrahlen die Rohre richtig krachen. Dabei ist die Umgebung komplett zerstörbar und herumstehende Stühle, Stände, Tische, Laternen oder sogar Bäume und parkende Autos werden bei den Kamikazefahrten einfach überrannt. Doch auch ganze Levelabschnitte wie Brückenpfeiler, Restaurants oder Hochhäuser können zerschossen werden, um Abkürzungen zu schaffen oder den Gegnern den Weg zu versperren. Sinnlose Zerstörung und die Jagd nach dem ersten Platz ist dennoch nicht zwingend das Ziel von Full Auto 2: Battlelines, denn vor jeder Mission wird man gewisse Vorgaben erhalten die ein einzuhalten gilt.
Ein Beispiel wäre "Zerstöre 7 KI-Gegner, 5 Ziele, 60 Objekte und werde mindestens Dritter." Unterschieden wird immer zwischen verschiedenen Zielen, die während des Rennens bewältigt werden müssen. Objekte sind alle Gegenstände auf den Straßen, die einfach überfahren werden kann. Zusätzlich gibt es große Ziele, wie Brückenpfeiler, Restaurants oder Benzintanks die zerstört werden, um das Spielfeld zu beeinflussen. Manchmal ist es auch von Nöten Zivilfahrzeuge zu zerstören und es kann sogar sein, dass man nicht mal direkt gegen seine Mitstreiter im Rennen gewinnen muss, sondern nur vorgegebene Ziele erfüllen soll. Diese Tatsachen sorgen dafür, dass der Missionsaufbau etwas abwechslungsreicher ist, aber dennoch hat man einen skurrilen Nachgeschmack. Es kommt einem so vor als würde kein wirkliches Schema dahinter stecken, denn einmal fährt man durch die Landschaft und kümmert sich nicht um seine Mitfahrer, dass andere Mal sind sie das primäre Ziel. In jedem Areal gilt es zudem noch einen Bossfight zu absolvieren. Hier tritt man gegen einen Rudelführer und seine Gang an und schafft man es den Anführer zu besiegen, ohne selbst in tausend Stücke zerfetzt zu werden, gewinnt man sein Fahrzeug.
Während das Geballer und Städtezerstören schon enormen Spaß machen kann, hat man doch ziemlich schnell alles gesehen. Neue Waffen, Designs und funkelnagelneue Fahrzeuge winken dem Spieler als einziger Erfolg. Dieses Schema-F zieht sich durch das gesamte Spiel und schon nach einigen Strecken wird man der Monotonie ins Auge blicken.
Gameplay:
Vor dem Rennen kann man sein Gefährt bekanntlich mit diversen Waffen ausstatten. Entweder man bündelt seine Feuerkraft nach Vorne und muss aufpassen, dass der Kofferraum nicht mit Blei gefüttert wird, oder man schnallt sowohl Vorne wie Hinten einen großen Blaster, Mienen, Mörser oder sonstiges auf. Die Steuerung ist abhängig vom jeweiligen Rennboliden und variiert von wendig bis hin zu extrem hölzern. In Sachen Tastenbelegung hat man alles richtig gemacht und der Spieler kann direkt loslegen. Lustig ist auch neben der Turboboostfunktion, dass man eine Art umgekehrten Bullet-Time-Modus aktivieren kann, um eventuell einen Crash verhindern oder ein sich vor einem verpassten Item platzieren kann.
Grafik:
Optisch schafft man es nicht an die Klasse eines Burnouts, doch das liegt eher daran, dass die Partikelexplosionen bei den Fahrzeugmodellen nicht ganz so ausgeprägt sind, wie bei der Konkurrenz. Ansonsten jedoch wird man gerade zerstörungstechnisch eines zu sehen bekommen. Von großen Explosionen über herunterstürzenden Objekten bis hin zu niedergemähten Parkbänken oder Marktständen. Nahezu jederzeit wird etwas dem Erdboden gleich gemacht und dabei bleibt die Framerate konstant flüssig, ohne jegliche Ruckler oder andere Negativeffekte. Nur in Sachen Clippingfehlern und Kollisionsabfrage hätten die Entwickler sich noch etwas mehr bemühen sollen.
Sound:
Fetzige Rockmusik und knackige Sounds, so wünscht man sich das Ambiente bei einem solchen Spiel. Zwar schafft man es auch hier nicht an die Qualität der EA-Pocket-Trax heranzukommen, dennoch hat man einen guten Ansatz und bekommt ordentlich was auf die Ohren. Geschmäcker sind gerade bei Musik sehr verschieden, doch hier man nichts falsch gemacht.
Features und Besonderheiten:
Neben zahlreichen Missionen, zusätzlichen Events für zwischendurch und jeder Menge Stahl wird der geneigte Mehrspieler auch einen entsprechenden Modus finden. Besonders löblich ist die Tatsache, dass Full Auto 2: Battlelines via Gamesharing an weitere PSP-Besitzer weitergegeben werden kann. Ein wenig Zerstörungswut für unterwegs gefällig?
Fazit:
Die Messlatte in Sachen Rennspielen ist gerade auf der PSP nicht sehr niedrig gesteckt und Full Auto 2: Battlelines hat es nicht leicht sich in diesem Sektor zu etablieren. Die Konkurrenz ist groß und es braucht schon mehr als die üblichen Standards, um den Genrethron zu stürzen. Obgleich dieser Titel das Rad nicht neu erfindet, hat es einige Aspekte die durchaus unterhaltsam sind und den geneigten Genrefan amüsieren werden. Dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack, wenn man sich das recht monotone Missionsprinzip anschaut und auch über kleinere Mängel in der Programmierung kann man nicht hinwegtäuschen. So bleibt das Fazit eindeutig: Für Fans!
Kevin Jensen für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Nettes Konzept, aber nix wirklich Neues. |
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GRAFIK
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Viel Zerstörungswut, etwas schwache Partikelexplosionen. |
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SOUND
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Rockige Musik, fetzige Sounds. |
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FEATURES
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Hier wäre mehr drin gewesen. |
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MULTIPLAYER
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Last die Schlachten beginnen. |
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GESAMT-
WERTUNG:
73%
Mobilitätsfaktor: [7 /10] "Durchschnittliche Ladezeiten und gute Hosentaschentauglichkeit."
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Details
Spielname:
Full Auto 2 - Battlelines
Publisher:
Sega
Developer:
Pseudo Interactive
Genre:
Racing
Release:
23.03.2007 (erschienen)
Multiplayer:
1-8 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (8)
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