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EA Replay


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EA Replay Review vom 02.04.2007

Wer in den letzten Jahren mit offenen Augen durch die Straßen schlenderte, an dem wird nicht vorbeigegangen sein, dass der so genannte „Retro-Look“ wieder total im Kommen ist. Großmutters Sonnenbrille ist auf Einmal wieder todschick und längst vergessene Klamotten aus vergangener Zeit dürfen sich großer Beliebtheit unter Jugendlichen erfreuen. Auch die Spielehersteller merken, wohin der Trend geht und so packt jeder Namhafte Publisher seine „alten Kamellen“ auf eine kleine Silberscheibe und präsentiert diese der breiten Masse. Während der eine Teil der Spieler diese Titel immer wieder niedermacht, ohne es je nur getestet zu haben, freuen sich andere wie wild auf eine neue Sammlung, die die geliebten Spiele aus der Kindheit enthält. Es ist kaum zwei Tage her, dass wir uns die Retro-Sammlung von Activision näher angesehen haben – wir waren positiv überrascht. Nun flatterte ein weiterer Titel dieser Art ins Haus und wartete, von uns auf Herz und Nieren durchgecheckt zu werden. EA Replay, so schreit sich dieses kleine Datenpaket. Ernst zunehmender Konkurrent für Capcom und Co. oder reine Geldmache? Wir sind dieser Frage auf den Grund gegangen…

Im schlicht animierten Hauptmenü angekommen, läuft die Auswahl recht einfach ab. Ein Klick in die linke oder rechte Richtung und schon erscheint das nächste Spiel inklusive einem kleinen Video, das einen netten Einblick in das Spielgeschehen bietet. Hier hat man auch gleich die Möglichkeit, in die Optionen zu wechseln, in welchen man unter
anderem das Bildschirmformat von dem originalen 4:3 auf das Displayfüllende 16:9 wechseln kann.

Alphabetisch geordnet, fällt uns als erstes das Spiel B.O.B. ins Auge, das im Jahre 1993 seinen Auftritt auf dem Sega Mega Drive (Sega Genesis) feiern durfte. Der Shooter versetzt den Spieler in die Rolle des Protagonisten, der sich auf dem fiktiven Planeten „Goth“ befindet und auf der Suche nach einem neuen fahrbaren Untersatz ist. Auf seiner Reise stößt man auf so einige Fieslinge, die es mit diversen Waffen zu vernichten gilt. Ein durchschnittlicher, futuristischer 2-D Shooter mit Jump n Run Elementen, die es wie Sand am Meer gibt!

Wer sich an japanischen Kampfkünsten erfreuen kann, sollte sich Budokan zu Gemüte führen, dass im Jahre 1990 erstmals veröffentlicht wurde. Es feierte nicht zuletzt durch die, für die damalige Zeit ausgereifte, Technik große Erfolge. Das stark asiatisch angehauchte Spiel bietet die Möglichkeit, zwischen verschiedenen japanischen Kampfarten zu wählen und muss sich lediglich aufgrund der grottenschlechten Handhabung vor der Konkurrenz verstecken.

Desert Strike sorgte schon vor seinem Erscheinen aufgrund der aktuellen Ereignisse für jede Menge Gesprächsstoff. Schlussendlich bekam das Spiel sogar zwei Nachfolger, von welchen ein weiterer ebenfalls den Weg auf den kleinen Silberling gefunden hat - Jungle Strike. Grundsätzlich geht es darum, als Pilot eines Kampfhelikopters verschiedene Missionen zu erfüllen. Diese werden vor dem Start in einem Briefing übermittelt. Des Weiteren ist es bei Jungle Strike möglich, sich in das Cockpit eines Kampfjets zu setzen, sofern man sich vorher von seinem Helikopter verabschiedet hat. Aus einer isomeren Sicht wird das Szenario in grafisch ansprechender Form gezeigt. Für hektische Spieler ist allerdings keiner der beiden Titel geeignet, da die obligatorischen Auftankaktionen immer wieder von statten gehen müssen und man so am Weiterflug gehindert wird. Ansonsten kann man beide Titel nur wärmstens empfehlen.

Schlüpfe in die Rolle des rebellischen Teenagers Polterguy und vertreibe in der Gestalt eines Toten die Familie des bösen Vito Sardini aus ihrem Eigenheim. Dabei sind verschiedene Zauber von Nöten und auch die Möglichkeit, von dem Mobiliar Besitz zu ergreifen bleibt nicht ungeachtet. Schafft man es, die Sardinis aus allen vier Häusern zu verjagen und dabei noch genügend des begehrten Ektoplasmas, einen widerlicher grüner Schleim, zu sammeln, so bekommt der Junge sein Leben zurück. Eine nette, wenn auch etwas ungewöhnliche Idee für ein Videospiel, die auf kurze Zeit wirklichen Spaß macht – wer sich länger damit beschäftigt, wird das Spiel jedoch aufgrund der Eintönigkeit wieder wechseln.

Ein Sportspiel der etwas anderen Art ist Mutant League Football. Hier kloppen sich nicht irgendwelche hoch bezahlten Profil-Sportler herum, sondern Mutanten. Im Grunde ist die Sportart genauso aufgebaut, wie man es aus dem Fernsehen kennt, die Vorgeschichte ist jedoch eine andere. Nachdem die Galaxie nach einer Vielzahl von Naturkatstrophen in Schutt und Asche lag, entwickelte sich eine Art Orden, der sich wiederum in kleinere Sekten aufteilte. Um Kämpfe zu vermeiden, entschied man sich dafür, die Meinungsverschiedenheiten auf sportlichem Wege zu klären. Natürlich kann das Spiel, vor allem im Bezug auf das Gameplay, nicht mit heutigen Titeln mithalten, dennoch macht es auch auf dem Multimedia-Handheld eine gute Figur.

Road Rash, sowie der zweite und dritte Teil der Reihe gehören zu den Spielen, die man auch heute noch gerne auf der Flimmerkiste ansieht. Die Möglichkeit seinen Kontrahenten während des Rennens einen Schlag ins Gesicht zu versetzen, machte die Titel schon damals aus und daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Illegale Straßenrennen sind noch immer das Fundament dieses Titels und auch die kleinen Antipathien gegenüber den Konkurrenten sind weiterhin präsent. Drei Klassiker, die sich leider sehr stark ähneln!

Rund um das Erlangen der Weltherrschaft geht es in Syndicate, wo man mit bis zu vier schicken Agenten als Vertreter eines großen Konzerns diverse Aufträge zugesandt bekommt, die beispielsweise verlangen, bestimmte Personen aus dem Weg zu räumen oder diverse Gegenstände aufzutreiben. Eigentlich scheint alles super zu sein, doch man sollte sich nicht zu früh freuen, denn leider handelt es sich bei der hier verfügbaren Fassung nicht um den PC-Teil, sondern um die verhältnismäßig schlechte Umsetzung der Mega Drive Version.

Auch bei Ultima 7: The Black Gate beging man den Fehler, nicht die PC-Fassung auf die kleine Scheibe zu packen. Stattdessen nahm man die abgespeckte Version des SNES zur Hand und versagte vielen Rollenspiel-Fans somit die Chance, ihren geliebten Klassiker auch auf der Portablen von Sony genießen zu können.

Wing Commander aus dem Jahre 1992, damals vom PC portiert, findet man neben dem Nachfolger Wing Commander Secret Missions (ebenfalls die SNES Fassung) auch wieder. Doch irgendwo hat es bei der technischen Umsetzung leider gehakt. So macht an einigen Stellen der Sound Probleme, was so manchem Retro-Liebhaber die gute Laune schnell verderben kann. Ansonsten blieb hier alles beim Alten und jene, die das Spiel vom Super Nintendo kennen, werden – abgesehen von kleinen Makeln – auch hier nicht enttäuscht.

Der gute alte Flipperautomat fasziniert schon seit vielen, vielen Jahren Jung und Alt. Doch nicht erst seit gestern gibt es diese Highscorejagd auch in virtueller Form – 1993 wanderte Virtual Pinball das erste Mal über die Ladentheke. Im Jahre 2007 feiert das Spiel sein Revival. Leider kann das gelungene Cover nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gameplay veraltet ist, und die einzelnen Tische nicht wirklich überzeugen können.

Gameplay:
Hier das bekannte Bild: Während sich eine Hand voll der Titel einer wunderbaren Emulation erfreuen dürfen, hat man bei anderen sehr zu kämpfen. Auch der Punkt, dass die Entwickler im Bezug auf das Gameplay riesige Fortschritte gemacht haben, lässt das zu manch unschöne Handling sofort hervorstechen.

Grafik:
Der Grafik-Prozessor der PSP kann Urlaub machen! Ebenso grafikverliebte GTA-Kids, denn hier hat sich seit mehr als zehn Jahren nichts verändert. Leider wirken manche Titel etwas trist und langweilig, während andere durch ihre knalligen Farben sofort auf sich aufmerksam machen.

Sound:
Die rockige Musik im Hauptmenü ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack und auch bei so manchem Titel kommt die Frage auf, wer sich diesen schrecklichen Soundtrack ausgedacht hat. Viel schlimmer ist allerdings, dass die alten Melodien dann nicht mal in einer akzeptablen Qualität daherkommen, sondern eher blechern oder kratzig klingen.

Features und Besonderheiten:
Während Activisions Collection hier noch wahnsinnig punkten konnte, sieht es bei Electronic Arts ganz anders aus. Eine kleine Saat Extras zu jedem Spiel, wie beispielsweise eine Abbildung des Original-Covers, oder nützliche Passwörter, wird einem hier geboten. Nichts wirklich Nennenswertes. Des Weiteren hat man die Möglichkeit, die Spiele im originalen 4:3 Modus zu spielen oder sie auf den kompletten Screen zu strecken. Ein Multiplayer für drei Spiele ist ebenfalls mit an Bord, doch ist dieser nur dann möglich, wenn jeder Spieler eine eigene Version des Spiels sein Eigen nennen kann.

Fazit:
EA griff die Videospiele der 90er Jahre auf, die schon damals so viele Spieler begeistern konnten und liefert diese in gesammelter Form zu einem vergünstigten Preis ab. Jedoch ist die Anzahl von 14 Spielen nicht gerade hoch und wenn man bedenkt, dass man sich bei manchen Titeln der abgespeckten Versionen bediente, ist das Geld in anderen Spielen dieser Art wohl besser investiert. EA Replay ist bei Weitem keine schlechte Retro-Sammlung, doch hätte der eigentlich vorbildliche Entwickler und Publisher etwas mehr auf die Wünsche des Konsumenten eingehen müssen, um einen Volltreffer zu landen.

Max Zeschitz für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an EA für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.



GAMEPLAY
6 von 10
Von unverschämt bis vorbildlich ist alles dabei.
GRAFIK
7 von 10
Willkommen in den 90ern.
SOUND
5 von 10
Die Musik ist Geschmackssache, die Fehler beim Sound sind dennoch da.
FEATURES
6 von 10
Nichts wirklich nennenswertes.
MULTIPLAYER
4 von 10
Kein Gamesharing, nur drei Spiele unterstützt.
GESAMT-
WERTUNG:
59%
Mobilitätsfaktor: [7 /10]
"Recht flotte Ladezeiten und auch das Angebot lässt eine kurze Runde zu."







Details
Spielname:
EA Replay

Publisher:
EA

Developer:
EA

Genre:
Sonstiges

Release:
22.02.2007 (erschienen)

Multiplayer:
1-3 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

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