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Family Guy


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Family Guy Review vom 26.04.2007

Ganz aufgehen in der Familie heißt, ganz untergehen.
Es ist schon lange keine Seltenheit mehr, dass aus dem Fernsehen bekannte Personen urplötzlich auch in einem Videospiel aufzufinden sind. Fast jeder Kinofilm, dessen Zielgruppe die jüngere Generation verkörpert, bekommt auch ein passendes Spiel hierzu spendiert - oftmals wird dies in Insiderkreisen als eine Art von Abzocke bezeichnet. Betrachtet man die vielen Kritikpunkte über die mangelnde Qualität dieser Titel, so könnte man auf die Idee kommen, dieser Ansicht widerspruchslos beizupflichten. Jedoch sieht man auch immer wieder, dass so genannte Lizenz-Spiele durch besondere Aspekte begeistern können und dadurch schnell zum Geheimtipp avancieren.
Auch unser heutiger Testkandidat gehört zur genannten Rasse. Family Guy, so der Name des Spiels, ist eine US-amerikanische Serie, die im Jahre 1999 erstmals im Land der Pioniere und Goldwäscher ausgestrahlt wurde und auch bereits in Deutschland zu sehen war. Können Peter, Chris, Stewart und Co. auch auf der PSP überzeugen?

Das Menschenpack fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Verstande.
Nachdem man den kleinen Silberling in die entsprechende Öffnung verfrachtet hat, ist der Einstieg schnell geschehen; kleinere Sequenzen im bekannten Comic-Look gepaart mit einer handvoll recht gewagtem Humor, sind hier zu sehen. Sofort fällt ins Auge, oder besser gesagt ins Ohr, dass man sich bei der englischen Sprachausgabe viel Mühe gemacht hat. Zwar wurden Übersetzungen lediglich in Textform vorgenommen, wodurch auch einige kleine Witze bei der Auftragsbeschreibung wegfallen, dies tut dem eigentlichen Abenteuer allerdings nichts ab. Nach einer kurzen Ausführung der aktuellen Lage geht es auch schon los. Im Körper des diabolischen Kleinkind-Genies Stewie durchstreift man die eigenen vier Wände auf der Suche nach Waffen-Power-Ups, die der unscheinbaren Handfeuerwaffe des Griffin-Sprösslings erst die benötige Feuerkraft schenken. Nachdem man dies erledigt hat, ist der Einsatz des Ballerobjektes von Nöten. Mit einem Schuss auf die Mutter kann man in ihren Körper schlüpfen und so bisher nicht nutzbare, zum Weiterkommen wichtige Dinge aktivieren. Von nun an gilt es hier einige Objekte zu sammeln, dort etwas freispielen und an jeder Ecke einen unschuldigen Zivilisten den Gar aus zu machen.

Das Vorankommen ist denkbar einfach und klappt meist schon beim ersten Versuch. Hier ein Sprung, da ein Schuss und am anderen Ende noch eine Tür durchbrochen, erreicht man die angepeilten Ziele meist ohne weitere Komplikationen. Einzelne Missionsziele werden hierbei in kleinen Textboxen dargestellt, schallen aber auch in englischer Sprache aus den kleinen Boxen des Handhelds. Bei Bedarf können sie auch im Pausenmenü erneut abgerufen werden. Leider sind die Aufträge an manchen Stellen etwas unverständlich und es muss wirklich – zumindest kurz – nachgedacht werden, um den eigentlichen Sinn hinter einer bestimmten Aussage herauslesen zu können.

Aufgrund des sehr geringen Schwierigkeitsgrades stellt „Family Guy“ für die Wenigsten eine wirkliche Herausforderung dar, was die Spielzeit auf wenige Stunden beschränkt. Selbst der Gelegenheitszocker wird an kaum einer Stelle „hängen“ bleiben. Abwechslung ist zwar zu einem kleinen Teil geboten; wenn man in die Körper anderer Schlüpft, um bestimmte Aufgabenziele zu erfüllen. Im Großen und Ganzen tut sich allerdings in den wenigen Stunden der Spielzeit nicht wirklich viel und so mancher legt den Titel aufgrund der ausgeprägten Monotonie schnell bei Seite.

Wer sich als Freund der Serie bezeichnet und auch bei dem ersten Videospielauftritt den unbändigen Humor erwartet, wird leider enttäuscht werden. Vor allem dann, wenn er der englischen Sprache nicht mächtig ist. Viele mutmaßlich urkomische Dinge sind auch mit zwei zugedrückten Augen einfach unlustig!

Gameplay:
Selbst für blutige Anfänger ist der Einstieg hier schnell getan. Zwar gibt es kein Tutorial dazu, wie man die Protagonisten am Besten durch die kunterbunte Landschaft navigiert, dennoch bleibt zu Beginn genug Zeit, sich mit dem Gameplay vertraut zu machen. Recht anspruchslos, dass herannahende Gegner automatisch anvisiert werden können und man bei durchgehender Bewegung nicht im Geringsten um sein Leben bangen muss. Die Langzeitmotivation mag zwar zum Start recht hoch sein, da man in der Regel erst einmal sehen möchte, was auf einen zu kommt, doch spätestens nach dem ersten Durchspielen ist diese komplett verflogen. Niemand wird die vier verfügbaren Speicherplätze wirklich ausnutzen.

Grafik:
Optisch macht das Spiel auf den ersten Blick eine gar nicht so schlechte Figur. Bei näherem Hinsehen fällt jedoch auf, dass so gut wie alle umher stehenden Objekte, wie auch die einzelnen Personen recht kantig ausgefallen sind. Die kurzen Sequenzen, die man manches Mal zu Gesicht bekommt, verdienen auch keine besondere Aufmerksamkeit. Manchmal wünscht man sich auch eine Nachjustierung der Kamera – obwohl sie nicht zwingen notwendig ist, wäre ein Rundumblick an einigen Stellen nicht verkehrt.

Sound:
Wie bereits angesprochen verfügt der Titel über eine englische Sprachausgabe, die in guter Qualität aus den Boxen schallt. Schade, dass man hier nur einen Bruchteil auch in das Deutsche übersetzt und in Textform implementiert hat. Sehr traurig, dass an vielen Passagen überhaupt keine Melodie oder sonstiges zu hören ist. Man muss sich mit nicht mehr als einer Hand voll Effektgeräuschen zufrieden geben.

Features und Besonderheiten:
Neben dem Hauptspiel, an welchem wohl nur wirkliche Neulinge auf dem Gebiet der Videospiele zu knabbern haben werden, bietet der Titel zwischendurch ab und an auch kleinere Mini-Spiele, die sich „Wegwerfspiele“ nennen. Im Grunde sind diese recht spaßig, doch leider viel, viel zu kurz. So vergehen in der Regel nur wenige Sekunden, bis man erfolgreich bzw. erfolglos aus dem Ring tritt. Schön, dass man sich nicht nur auf einen spielbaren Charakter beschränkt hat, sondern die Möglichkeit gegeben hat, in fast alle aus der Serie bekannten Verkleidungen zu schlüpfen um die besonderen Fähigkeiten auszunutzen.
Weiter haben wir die Möglichkeit, vier Spielstände anzulegen und diese unabhängig voneinander zu nutzen. Freischaltbare Sequenzen der Fernsehserie wären sehr löblich gewesen, sind aber leider nicht auffindbar.

Fazit:
„Family Guy – das Videospiel“ blüht leider das gleiche Schicksal wie so vielen anderen Titeln, die aus einer Lizenz heraus entstanden sind. Das Gameplay zeichnet sich zu meist durch die wenige Abwechslung und die stark beschränkten Möglichkeiten aus und auch technisch wäre hier deutlich mehr möglich gewesen. Das fertige Produkt kann nur dann überzeugen, wenn die Messlatte der Erwartungen ein ganzes Stück nach unten wandert. Dafür ist die Motivation während der ersten Aufgaben enorm hoch, da immer wieder ein neues Feature oder eine bisher nicht bekannte Fähigkeit entdeckt werden kann.
Wer auf der Suche nach einem Genremix zwischen Action-Adventure und Jump ‘n Run ist, sollte sich dennoch nach einer Alternative umsehen. Wer sich unter den Suchenden befindet und zudem noch ein eingefleischter Hardcorefan der Serie und Akteure ist, der darf gerne einen näheren Blick riskieren, sollte sich nach dem Kauf allerdings auf ein wenig forderndes Spiel für zwischendurch einstellen und keinen Meilenstein der Videospiel-Geschichte erwarten!

Max Zeschitz für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Take 2 für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
7 von 10
Intuitiv und gut erklärt, dafür aber wenig fordernd.
GRAFIK
6 von 10
Recht kantiger Comiclook.
SOUND
6 von 10
keinerlei Melodien und wenige Effektgeräusche
FEATURES
6 von 10
Fünf Speicherplätze und kleinere Leckereien.
MULTIPLAYER
0 von 10
Nicht vorhanden.
GESAMT-
WERTUNG:
61%
Mobilitätsfaktor: [7 /10]
"Akzeptable Ladezeiten und gut gesetzte Speicherpunkte lassen auch unterwegs eine kleine Runde zu."







Details
Spielname:
Family Guy

Publisher:
2K Games

Developer:
2K Games

Genre:
Adventure

Release:
08.02.2007 (erschienen)

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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