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Darkstalkers Chronicle: The Chaos Tower


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Darkstalkers Chronicle: The Chaos Tower Review vom 31.08.2005

Comeback der Spielhalle!
Jeder kann sich bestimmt an einen Urlaub erinnern, in dem man stundenlang in der Hotellobby sein Kleingeld an die vielen Spielautomaten verfüttert hat, um seinen Highscore beim favorisierten Prügler zu knacken.
Leider ist es so, dass dieses Privileg in Deutschland kaum vorhanden ist. In der Bundesrepublik gibt es im Gegensatz zu anderen Ländern keine richtige Spielhallenkultur, was vor allem daran liegt, dass die Games-Tempel nur für Leute ab 18 geöffnet sind - und die spielen bekanntlich etwas weniger. Dennoch werden beim Wort Spielautomat Erinnerungen an die gute alte Zeit mit Ryu, Ken und ChunLi wach.
Einige Wenige werden sich außerdem vielleicht noch an den Namen Darkstalkers Chronicle erinnern.
In Japan als Vampire Chronicle berüchtigt, war dies ein starker Konkurrent von Street Fighter und Co. und sorgte später auch auf der Dreamcast für viel Furore.
Capcom bringt nun eine Compilation, also eine Sammlung der besten Aspekte aller bis dato erschienenen Dreamcast-Ablegern, für die PSP auf den Markt, um auch den mobilen Spiele-Jüngern den Flair der Darkstalkers Reihe näher zu bringen. Was das Game zu bieten hat und wie es unter den Launchtiteln abschneidet, erfahrt ihr in unserem Test.

Monotones Knöpfedrücken oder innovative Fightingaction?
Legt man die UMD in den Schacht der PSP wird man nach einem erfreulich kurzen Intro vom Startbildschirm begrüßt. Hier hat man die Qual der Wahl zwischen mehreren Modi. Diese präsentieren sich der alten Schule gerecht sehr Spielhallentypisch. Alles ist altbacken und wohlbekannt. Bis auf einen Modi sieht der geübte Zocker nichts Neues. Doch zu diesem Schmankerl zu gegebener Stelle mehr.
Das Spiel verfügt über 18 mehr oder weniger aus vorherigen Teilen bekannte Kämpfer, die in zig Arenen gegeneinander antreten, um am Ende den King aller Fighter zu krönen. Jeder der Kämpfer hat eine eigene Geschichte und somit einen triftigen Grund für den Kampf auf Leben und Tod. Das besondere ist dabei das Charakterdesign, das sich oftmals an Märchen wie Rotkäppchen orientiert. Dennoch wird hier selbst aus dem süßesten Mädel eine heiße Nikita mit Killerinstinkt. Man könnte meinen, Rotkäppchen würde sich auf einem Rachefeldzug für ihre Großmutter befinden.

Während der Kämpfe geht es wie in jedem Beat'em Up nur um das eine: Kräftig austeilen und Punkte kassieren, um den Highscore zu knacken. Dafür stehen einem zahlreiche verschiedene Moves zur Verfügung, die von der Kategorie lustig und ulkig bis hin zu brutal und mörderisch variieren. Der vorhin erwähnte Modus, der so genannte Towermode, stellt es euch zur Aufgabe, mit einer bestimmten Menge von Lebenspunkten, die in Form einer oder mehrerer Energieleisten angezeigt werden, so viele Kämpfe wie möglich auszutragen. Dies mag bis jetzt zwar wie ein gewöhnlicher Survival Mode klingen, ist aber in der Tat viel mehr als das. Denn das Spiel reagiert auf euren Kampfstil und passt die Gegner diesem an. Kämpft ihr nur mit Feuergeschossen und anderen Specialmoves, wird euer nächster Gegner locker mit den Attacken fertig werden und ihr müsst euch eine andere Strategie ausdenken. Außerdem habt ihr die Möglichkeit, viele Goddies frei zu spielen, die ihr jedoch selbst finden müsst, indem ihr im Towermode kreativ seid und euch auf verschiedene Kampfstile bei individuellen Gegnern festlegt. In dieser Idee steckt so unglaublich viel Suchtpotential, dass es einfach auf Anhieb Spaß macht und so für eine gehörige Dauermotivation sorgt.

Natürlich ist ein menschlicher Gegner um einiges besser als eine KI, die aber in diesem Spiel besonders in den höheren Levels sehr intelligent reagiert, jedoch fast nie frustrierend wirkt und immer wieder motiviert, und deshalb hat Capcom, wie es sich für ein gutes Kampfspiel gehört, einen Multiplayer spendiert.
Hier könnt ihr euch stundenlang mit Freunden messen und zeigen, wer der Boss im Raum ist.

Steuerung: Hadoken! Erde an Hadoken! - Wieso klappt das nicht?
Diese Frage werden sich Besitzer des Spiels öfter stellen und endgütig auch das Problem von Darkstalker Chronicle erkennen. Am Knackpunkt jedes Fighters versagt nicht, wie so oft, das Spiel, sondern die PSP selbst. Durch das schwammige Steuerkreuz werden Combos und Specialmoves, die aufwendige Tasteneingaben erfordern, zu einer Tortur.
Selbst Joystickhelden, die alle Street Fighters und Mortal Kombats der Welt gemeistert haben (zu denen der Tester auch zählt), stehen vor einer harten Nuss. Dieser Aspekt führt unter Umständen zu Frustration und dies wiederum resultiert darin, dass die UMD dann doch recht schnell in der Ecke landet. Nur ganz hartnäckige, deren angeknackster Stolz sie dazu verleitet, weiterzukämpfen, werden auch in höheren Levels, in denen Combos buchstäblich über Leben und Tod entscheiden, mit erhobenem Kopf und stolzer Brust, wie ein Phoenix siegreich aus dem Gefecht emporsteigen. Bis dahin verbrennt man sich aber gehörig die Finger.

Grafik: 2D = "Wie uncool"?
Ganz im Gegenteil. Darkstalkers Chronicle liefert ein furioses Feuerwerk an prachtvollen Farben und geschmeidigen Bewegungen ab. 2D ist nicht tot - und das ist auch gut so! Jedem Grafikfetischisten, der glaubt, ohne Partikeleffekten und anderem 3D-Fachchinesisch nicht leben zu können, sei eins gesagt: Gebt dem Spiel eine Chance! Durch die hervorragende Auflösung des PSP Screens wird euch ein rasiermesserscharfes Bild präsentiert, das seinesgleichen sucht. Genial animierte Charaktere toben und tollen durch die prächtigen Arenen und sorgen mit brutalen, aber auch lustigen Specialmoves für ein großes Grinsen auf dem Gesicht des Zockers.

Sound: Capcom liebt den GameBoyColor!
Capcom hat es noch immer nicht gelernt. Die Musik im Spiel ist wieder einmal zweischneidig. Geniale Kompositionen, die jedoch wie GameboyColor Musik klingen, kitzeln nicht annähernd das aus der PSP, wozu sie im Stande ist. Hier wurde viel verschenkt, doch reißt die gute Qualität der Stücke das wenigstens teilweise wieder raus. Die Soundeffekte sind akzeptabel und so, wie sie sich für einen Fighter gehören. Knackige Schlaggeräusche und lustige japanische Stimmen (besondern die Damen sind drollig) wissen zu gefallen.

Features: Gute Kost für harte Kämpfer!
Ein toller Towermode, der euch wochenlang motivieren kann, einzigartige Charaktere und ein Multiplayer für die Ewigkeit. Damit kann sich Darkstalkers sehen lassen. Hinzu kommt noch, dass die KI überzeugt und besonders im hohen Schwierigkeitsgrad einem Fingerakrobaten alles abverlangt. Dennoch gibt es auch einige negative Seiten. Die Ladezeiten sind ab und an ein wenig zu viel des Guten (vor allem, wenn nur eine Runde zu Kämpfen ist und jeder Gegner neu geladen werden muss...) und auch das Fehlen von freischaltbaren Charakteren trübt den positiven Gesamteindruck. Ansonsten kann man gewohnte Capcom-Qualität erwarten und wird als Kampfspielveteran mit den Features mehr als zufrieden sein.

Fazit:
Darkstalkers Chronicle: The Chaos Tower hätte das Zeug dazu, eines der besten Spiele des PSP-Launches zu werden. Wäre da nicht die Steuerung. Gute Grafik und ein genialer Towermode, der in diesem Genre auf diese Art und Weise wirklich innovativ ist, sprechen für sich und lassen eine mögliche Offenbarung andeuten. Leider bricht das Steuerkreuz der PSP dem Spiel das Genick. Zu frustrierend gestaltet sich die Action auf dem Screen und lässt Spieler verzweifeln. Ob die Steuerung per Analog-NUB besser von Hand gegangen wäre? Ich wage es zu bezweifeln. Zum Schluss kann PlaystationPortable.de nur für die ganz Harten der Beat'em-Up Szene eine Kaufempfehlung aussprechen. Die anderen sollten es jedoch (falls sie dem Genre nicht total abgeneigt sind) mindestens einmal anspielen oder aber auf das angekündigte Street Fighter Alpha warten.

Paul Schütz [Juste Belmont] für PlaystationPortable.de



GAMEPLAY
5 von 10
Die Quintessenz vermasselt
GRAFIK
6 von 10
Geniale 2D-Optik
SOUND
3 von 10
Hübsche Musik auf Gameboy-Niveau
FEATURES
7 von 10
Viel drin, ohne aufzufallen
MULTIPLAYER
8 von 10
Nichts geht über einen Versusmode!
GESAMT-
WERTUNG:
72%
Mobilitätsfaktor: [6 /10]
"Trotz häufiger Ladezeiten unterwegs gut spielbar"







Details
Spielname:
Darkstalkers Chronicle: The Chaos Tower

Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom Production Studio 5

Genre:
Fighting

Release:
01.09.2005 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

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