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Dungeons and Dragons Tactics


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Dungeons and Dragons Tactics Review vom 29.10.2007

Während sich Sonys PlaystationPortable lange Zeit über den Begriff „Racer“ definierte, ist es mittlerweile schon beinahe ein anderes Wörtchen, welches wie ein Gespenst durch die Gameplaywelt geistert und bis jetzt praktisch immer ein Garant für zumindest solide Spiele ist. Die Rede ist von „Tactics“ – sei es in Final Fantasy, im kommenden Socom, Jeanne d´Arc oder einfach in Titeln, denen dieses Prädikat fest eingraviert ist, aber nicht auf der Packung steht. Unter vielen nicht weniger bekannt ist die „Dungeons and Dragons“ Reihe – eine Spielserie von schon fast epischem Ausmaß. Werwölfe, Gnome, Monster, Unholde, Fallen, Abenteuer und allem drum und dran – gepaart mit einer schier endlosen Spielzeit und nicht minder enden wollenden Setup-Möglichkeiten der eigenen Heldentruppe samt eigenem Regelwerk gibt es das Spiel schon in allen möglichen Facetten eine echte Ewigkeit. Vor geraumer Zeit hat ein „Dungeons and Dragons“-Titel nun auch das Format 16:9 mit dem Vermerk „Tactics“ erreicht. Addiert man beide Begriffe, bekommt man ohne Umschweife „Dungeons and Dragons Tactics“ heraus. Wir haben uns einmal die formschöne UMD ausgiebig angeschaut, uns Hals über Kopf in ein großes Abenteuer gestürzt und sind zumindest mit einem blauen Auge davon gekommen; mit einem großen Bericht im Gepäck.

Es wirkt schon ein wenig exemplarisch – „Ein Spiel nach den Regeln von D&D 3.5“. Bevor es überhaupt so richtig losgehen kann, muss man an dieser Stelle zwar einräumen, dass der Titel mit diesem, zunächst kryptisch klingenden Regelwerk, nicht zwingender maßen zur die Bettlektüre eines jeden Zockers gehört, aber nichts desto trotz bleibt „Dungeons and Dragons Tactics“ ein Rollenspiel mit überaus komplexen Taktikelementen. Was sich nach leichter Gameplaykost mit Tiefgang anhört, zeigt sich in der Praxis aber insgesamt als recht zäher Taktik-RPG-Schinken mit einigen Hürden. Ob das prinzipiell schlecht oder gut –oder irgendetwas dazwischen ist-, dass ergibt sich in den nächsten Minuten auf schier magische Weise von selbst. Primär geht es in dem eher außergewöhnlichen Spiel wie in annähernd allen anderen Spielen mit dem Ansatz „Rollenspiel“ um Ehre, Rum, Gold, Güter und auch einen roten Faden. Dieser zeigt sich zwar insgesamt verhalten und irgendwie nebensächlich, ist aber trotzdem vorhanden und hüpft von Quest zu Quest.

Standardisiert geht es auch in diesem Mammutwerk von Anfang an in die Vollen. So kann sich zunächst ein eigener Charakter aus einer großen Anzahl an möglichen Klassen, und vor allem Völkern ausgewählt werden. Doch das ist erst die absolute Spitze des Eisberges. Wer annähernd schon einmal in Kontakt mit dem speziellen System des klassischen „Pen & Paper“-Spiels in Kontakt gekommen ist, wird nicht verwundert sein. Alle anderen werden sicherlich staunen. So können hier nach der Klassenwahl auch Attribute, Talente, Gesinnung und Fähigkeiten festgelegt werden. Dies gestaltet sich derartig umfangreich, dass man allein schon hiermit recht viel Zeit verbringen kann, wenn man möchte. Wer darauf keine Lust hat, kann die Charaktererstellung auch automatisch vonstatten gehen lassen. Eines ist sicher – ein schlechtes, bzw. unspielbares Ergebnis kommt hierbei zum Glück nicht heraus. Noch schnell die Mitstreiter gewählt, und schon kann das Abenteuer in die Vollen gehen.

Nun darf sich der Spieler auf einer Weltkarte, welche nach und nach wächst, in den zur Verfügung stehenden Orten unter Verwendung einer Flagge frei hin- und herbewegen. In den einzelnen Ortschaften kann dann zum Beispiel gespeichert oder geladen, die hiesigen Geschäfte betreten, oder eine allgemeine Info über den entsprechenden Flecken eingeholt werden. Passend dazu darf natürlich auch nicht die Option fehlen, die eigenen Recken im Falle eines Level-Ups entweder manuell, oder automatisch aufzuwerten. Zwar wurde hier an jede nur erdenkliche Option inklusive der Möglichkeit, neue Abenteuer zu kaufen und zu verkaufen gedacht, bedenkt man allerdings den typischen Tiefgang eines Dungeons and Dragons-Titels, dann hapert es bereits hier gewaltig an der Umsetzung. So gibt es keinen visuellen Abenteuerrucksack pro Held in der Truppe, sondern lediglich Beschreibungen in Form von Schrift. Das man bei all den Auswahlmöglichkeiten und vor allem Boni, welcher so mancher Gegenstand mit sich bringt, recht schnell gänzlich die Orientierung verliert, ist schon beinahe vorprogrammiert. So lassen sich Waffen und Co. nur schwer untereinander ohne Nervfaktor vergleichen, und das geht nach einer gewissen Zeit wirklich an die Abenteurersubstanz. Vorbilder gibt es in der Videospielegeschichte zwar unglaublich viel, aber ein Dungeons and Dragons folgt generell recht gerne einer… sagen wir traditionellen Linie. Wer nach dieser Marter endlich so etwas wie Dynamik im Gameplay an sich, also im Feld erwartet, wird wieder einmal eines wesentlich anderen belehrt werden.

Generell läuft das Spiel unter dem Punkt „Abenteuer“, welches in annähernd jedem besuchten Ort mindestens einmalig vorhanden ist, komplett rundenbasierend ab. Solange die Truppe auf keinen Gegner trifft, kann sich zwar in der Erkundungsphase unabhängig vom typischen Initiative-Wert bewegt werden, aber trotzdem darf jeder Charakter einzeln seinen Zug absolvieren. Trifft man dann auf einen, bzw. mehrere Gegner, wechselt das Spiel in den Kampfmodus. Von nun an geht es streng nach einer vorgeschriebenen Zugreihenfolge zur Sache. Ab diesem Punkt geht es wieder einmal recht althergebracht zu. Attacke, Laufen, Gegenstände, Magie – all das lässt sich hier zum Einsatz kommen; vorausgesetzt, man verfügt über entsprechende Fähigkeiten.

Von Würfeln, Regeln und der personifizierten Trägheit
Ungewöhnlich präsentiert sich hier wieder das D&D-3.5-Regelwerk, welches für echte Kopfschmerzen sorgt. So zeigen sich annähernd sämtliche Kämpfe in einem absolut zähen, langatmigen und drögen Prozess. Zwar werden sich Fans garantiert die Finger lecken, aber noch weniger Dynamik als in diesem Spiel gibt es bei aller Liebe definitiv nicht. Es kostet schon sehr viel Zeit und Nerven, wenn drei Kämpfer aus dem eigenen Lager einen simplen Guhl zigmal einfach nicht treffen wollen, obwohl sie direkt fröhlich draufhauen. Der disponierte Rollenspieler wird sich an dieser Stelle an die Video-Persiflage namens „The Gamers“ erinnern und schmunzeln. So verhält es sich durchgängig im gesamten Spiel, und das hat seinen Grund. Wieder einmal kommt es auf den hohen Grad der Detailtiefe an. Im Hintergrund werden hier Trefferwürfe, Rüstungswürfe, Gelegenheitsangriffe, Komplexitätswürfe, Trefferpunkte, usw. ausgelotet. All das läuft anhand eines digitalen Würfels ab, welcher so einiges in Null Komma Nichts ermittelt. „Dungeons and Dragons Tactics“ ist also ein reines Spiel gegen den zwanzigseitigen Würfel – nur in einem grafischen Gewand. Natürlich lässt sich ein mögliches Ergebnis, bzw. Wahrscheinlichkeiten mit einem Level-Up der einzelnen Figuren beeinflussen, aber schlussendlich ist und bleibt es ein Glücksspiel, und das bekommt der Zocker an sehr vielen Partien wirklich unangenehm zu spüren. Wo tatsächlich der Clou, bzw. die Raffinesse an diesem Regelwerk liegt, das werden wohl nur Fans beantworten können, denn wenn das Rollenspiel mit Fantasie und Papier ausgetragen wird, wird der Würfel nicht immer bierernst genommen und der Entscheid des Meisters und Geschichtenerzähler ist mehr wert. Fakt ist allerdings, dass wir es hier schnell mit der ganzen Härte eines berechnenden Titels zu tun bekommen, welche sich von Anfang bis Ende durch das Spiel zieht und in dieser Form eigentlich nicht für Unterwegs geeignet ist und über dies hinaus auch noch gerne Dinge vorgaukelt, die eigentlich im besten Fall nettes Beiwerk sind.

Zwar ist die Tiefe im Bezug auf Charakterentwicklung sicherlich absolut einzigartig in großen Teilen der Zockerwelt, dies geht aber auch mit der Tatsache daher, dass von allen Möglichkeiten garantiert 80 % Füllwerk sind – und zwar im besten Fall. Die Wahlmöglichkeiten pro Charakter und Klasse sind zwar unendlich lang, aber am Besten spielt es sich noch immer mit mächtigen Raufbolden mit möglichst vielen HP. Da sich insbesondere der Schwierigkeitsgrad in einigen Abenteuern als unausgegoren und sprunghaft erweist, haben Barden, Magier und alle „leichten“ Klassen sehr schnell das Nachsehen. Etwas Gutes hat das Ganze dann aber doch – so lässt sich der Schwierigkeitsgrad recht frei ständig neu justieren. Sieht man einmal von den exotischen Spielregeln ab, welche sich zum Glück einfach im Vorbeigehen erlernen lassen wenn man weiß, was ein Würfel ist, spielt sich der Titel ganz rollenspielklassisch.

Gegen allerlei Monster in den Kampf ziehen, Gold ernten und ganz nebenbei die Heldengruppe mit verschiedenen Gegenständen aufleveln und vor allem aufpowern – das ist der typische Sammlertrieb, und „Dungeons and Dragons Tactics“ unterstützt diese große Leidenschaft vieler Rollenspieler mit direkt auf dem jeweiligen Charakter dargestellten Gegenständen. Besonders bei den Waffen kann es dabei zu einer wirklich angsteinflößend wirkenden Gruppe kommen. Das Spielinterface an sich ist hingegen spartanisch, aber durchdacht und intuitiv gehalten. Etwas hässlich und ungeschickt kommt hingegen das rundenbasierend-typische Gitternetz in einem schrecklich hässlichen, knalligen und unpassend-klatschigem Blau samt weißem Bewegungspfeil, und gelben Angriffsfeldern daher. Wirft man einmal einen Blick auf das Design der einzelnen Abenteuer-Maps, dann kommen sofort gemischte Gefühle hoch. Insgesamt zeigen sich diese nämlich in der Regel viel, viel zu groß. In Kombination mit den überwiegen zähen Kämpfen und all den Möglichkeiten führt all dies schnell zu mehr Frust, statt Lust und Motivation. Das man durch all diese Faktoren fix zu einer minimalen Spielzeit von 40 Stunden und wesentlich mehr kommt, ist somit alles andere als ein Weltwunder.

16:9 in Bewegung – Die Grafik
Unter diesem Punkt präsentiert sich der Titel moderat-realistisch. Sieht man einmal von einigen, nicht wirklich erwähnenswerten Zaubersprüchen selbst auf einem hohen Grad ab, gibt es in Sachen Effekte nicht wirklich viel, was hier auch nur annähernd vom Hocker reißt. Interessanter wird es hingegen schon bei den zahlreichen und vor allem höchst unterschiedlichen Kreaturen. Diese sind insgesamt wirklich sehr abwechslungsreich gehalten und auch hübsch anzusehen. Gleiches gilt auch für die eigene Heldentruppe, welche optisch nett, aber nicht von unglaublicher Schönheit gesegnet ist. Geht man jetzt noch den Weg zu Ende und kommt auf die ebenfalls netten, aber insgesamt recht detaillosen, aber dafür unterschiedlichen Umgebungen zu sprechen, dann bleibt unter dem Strich zwar keine schlechte Präsentation, aber bei weitem auch nicht der Hammer schlecht hin zu Tage. Hier lautet das Stichwort und Gebot der Stunde eher moderat bis nett. Das hat insgesamt aber auch seine Vorteile, denn auf diese Weise lässt es sich relativ gut rundenbasiert von A nach Z stolpern, ohne, dass irgendetwas wie zum Beispiel Details im Wege stehen. Ohne Kompromisse unschön zeigen sich dagegen die Bewegungen sämtlicher Figuren in den Abenteuern. Ziemlich abgehackt ist hier das Gebot der Stunde, und das macht schon nach wenigen Stunden keinen Spaß und ist wirklich schade. Dafür sind immerhin die Kampfanimationen selbst flüssig gehalten.

Die Musikkulisse – was darf es sein?
Was sich bereits mit der Grafik angekündigt hat, wird hier konsequent weiterverfolgt. Epische Klänge, schüchterne Melodien, knappe Sounds. Das ist insgesamt nicht wirklich gut gelungen und geht in Kombination mit dem ständigen „Bestätigen“-Geräusch wirklich auf die Nerven. Das bisschen Gestöhne eigener Charaktere oder feindlich gesinnter Kreaturen geht auf kurz oder lang wirklich derbe auf die Nerven und man stellt das Spiel ganz automatisch auf stumm. Zwar lassen sich Sounds und Musik optional und unabhängig voneinander ein- und ausstellen, aber wie bei vielen Titeln zuvor sollte man sich auch in „Dungeons and Dragons Tactics“ lieber Musik nach Wahl zu Gemüte führen, und auf das Gebotene verzichten.

Der liebe Spaß mit der Steuerung.
Wer zwischen den Zeilen ließt, wird spätestens jetzt schon mitbekommen haben, dass hier etwas nicht ganz koscher ist. Ist man erst einmal über das schrecklich anmaßende Gitternetz hinweg, lässt sich selbst der Bewegungspfeil besonders in Kurven oder Ecken sehr schlecht, bis gar nicht navigieren. So bedarf es so manches Mal einen Anlauf mehr, um eine unschöne Stelle zu meistern. Das hätte nicht wirklich sein müssen – zwar gibt es nicht immer derartige Probleme, aber auch hier ist wieder erhöhte Nerv-Gefahr geboten. Auch die frei drehbare Kamera ist so knochendröge wie das Gameplay. Der Drehwinkel will einfach nicht sinnvollen Einsatz finden und lässt sich nicht ausreichend kippen, um nützlich zu sein. Steht man zum Beispiel mit einem Bein in einer Tür oder einem Torborgen, muss ständig die Perspektive gedreht werden, um irgendwie etwas zu sehen, denn leider werden Hindernisse nicht transparent – wieder ein weiterer Punkt für das Anti-Nervenkostüm.


Fazit:
Es ist alles andere als einfach, hier ein passendes Fazit zu finden, und so dauert das mindestens genau so lange, wie einen einzigen Werwolf mit einer Level-Vier-Truppe zu erledigen (welch Graus bei Vollmond…). Auf jeden Fall bleibt festzuhalten, dass „Dungeons and Dragons Tactics“ definitiv kein Taktik-Rollenspiel von der Stange ist, und sogar über ein eigenes Regelwerk verfügt. Der Vorteil von diesem System ist eindeutig die Komplexität, welche absolut ungeheuerlich, aber nachvollziehbar ist. Dadurch gibt es schier endlose Möglichkeiten im Gameplay, welche allerdings eher durch Masse, und eher wenig durch Funktionalität und praktischen Wert glänzen. Nachteilig wirkt sich all das auf das Gameplay, und insbesondere den Spielfluss aus. So gibt es garantiert keinen anderen Titel in den jungen Jahren der PlaystationPortable, welches so zäh wie ein dröger Schinken ist. Aus diesem Grund kann man hier nur eine Empfehlung für echte Fans von Dungeons and Dragons aussprechen – alle anderen werden aus dem Stehgreif höchstens dann Gefallen finden, wenn man selbst einige Stunden auf Probe mit „Tactics“ verbracht hat. Grafik, Sound und Steuerung gesellen sich hervorragend zu dem nervraubenden Gesamtbild. Zu all den Mali gibt es dafür auf der „Haben“-Seite immerhin ein intensives Rollenspielerlebnis mit 40 Stunden und mehr Spielzeit, ein gewaltiger Umfang und das wohl umfangreichste Gesamtkonzept, seit es Kinderschokolade gibt.

Malte Latton für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Atari für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
7 von 10
Komplex; einfach zu langsam!
GRAFIK
6 von 10
Moderat bis nett – reißt niemanden vom Hocker.
SOUND
5 von 10
Nach einer Zeit hoher Nervfaktor…
FEATURES
7 von 10
Unglaublich viele Möglichkeiten.
MULTIPLAYER
5 von 10
Nettes Beiwerk, mehr nicht.
GESAMT-
WERTUNG:
69%
Mobilitätsfaktor: [2 /10]
"Aufgrund von Langatmigkeit definitiv nicht für unterwegs geeignet!"







Details
Spielname:
Dungeons and Dragons Tactics

Publisher:
Atari

Developer:
Kuju Entertainment

Genre:
Rollenspiel

Release:
14.09.2007 (erschienen)

Multiplayer:
ja

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (10)

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