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Jeanne D'Arc


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Jeanne D'Arc Review vom 22.11.2007

Mit der Geschichte nehmen es Videospiele schon immer nicht so genau. Da werden schon mal riesige, feindlich gesonnene Monsterkrabben in ein historisches Game eingebaut, jagen letzte Ninjas wie einst Peter Pan ihren eigenen Schatten und die Russen legen die USA in Schutt und Asche. Ein paar Fantasy-Figuren neben eine historisch verbriefte Figur zu setzen, klingt da fast wie das Normalste der Welt. Wie sich das Ganze dann zu einem der besten Playstation Portable Spiele des Jahres 2007 zusammenfriemelt, erfahrt ihr in unserem Test.

Jeanne D’Arc gab es wirklich. Damit mal alle Gerüchte zerstreut werden. In die Geschichte ging sie als Retterin Frankreichs ein, die glaubte, die Stimme Gottes zu hören, die ihr bei ihren Schlachten gegen die Engländer zur Seite stand. Nach einem Verrat ihrer Landsleute wurde sie jedoch gefangen genommen und an Großbritannien verkauft. Nach kurzem Prozess schmorte sie auf dem Scheiterhaufen, was sie nicht daran hinderte, eine der ganz großen Heiligen Frankreichs zu werden. Nach ihrer Rehabilitierung durch den Papst kannte bald jedes Kind die Geschichte der heiligen Johanna. Aber war der König von England wirklich von Dämonen besessen? Schenkt man der neuesten Spielentwicklung von Level 5, den Jungs hinter Dragon Quest VIII für die Playstation 2, glauben, dann waren noch mehr Kräfte am Werk, als man in den Büchern lesen kann.

Vor vielen, vielen Jahren wurde eine böse dämonische Kraft von fünf Rittern mit Hilfe von fünf magischen Armbändern versiegelt. Doch wie so oft, bleibt es nicht bei der Verbannung, das Böse kehrt zurück und fährt in Prince Charles, der heiratet dann Camilla und am Ende setzen sie ganz viele Lokführer in die Welt… Aber nein, das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden. Stattdessen fährt der fiese Dämon in den noch blutjungen König Edward, zettelt einen Krieg mit Frankreich an und will nebenbei noch die Weltherrschaft an sich reißen. Feiner Bursche.
Währenddessen, im Land von Weisbrot, Wein und Käse, lebt die junge Jeanne mit ihrem Vater und ihrer besten Freundin in Frieden und knapp über der Hartz IV-Grenze. Eines Tages findet das blonde Girlie im Wald einen verletzten Soldaten und wird aus dem Nichts mit überirdischen Kräften bestückt, die es ihr zur Aufgabe machen, Frankreich und nebenbei die ganze Welt zu retten. Feines Mädel.
Mehr soll an dieser Stelle von der genialen Story dieses Spiels nicht verraten werden, hat Level 5 doch aus dem historischen Stoff eine der besten Geschichten der letzten RPG-Jahre gebastelt.

Gameplay:
Nach ersten, einleitenden Worten geht es auch schon ins Tutorial, in dem jeder Move und jeder Schritt ausführlich erklärt wird. Anfänger werden zunächst einen Moment brauchen, bis sie mühelos einen Kampf nach dem anderen absolvieren. Fortgeschrittene und Kenner von Spielen wie Final Fantasy Tactics und Fire Emblem fühlen sich dagegen sofort heimisch.
Jeder Level besteht aus einem Schlachtfeld, in dem verschiedene Aufgaben ausgeführt werden müssen. Mal heißt es „Versohl allen Gegnern den Hintern“, mal „Rette dich und deine Leute zum Ausgang“. Egal was euer Auftrag ist, der Weg dorthin führt im Normalfall nicht an einem Kampf vorbei. Hier gilt es, in isometrischer Perspektive seine Soldaten richtig zu positionieren und ihre jeweiligen Sonderfähigkeiten auszunutzen. Jeanne D’Arc gehört dabei zu den leichteren Strategie-RPGs auf dem Markt – gerade die Fähigkeiten der Hauptfigur entscheiden oft über den Sieg und lassen einen leichtes Spiel haben. Sobald man einmal einen bestimmten Level (Stichwort „Drachen“) erfolgreich hinter sich gelassen hat, ist mit ein wenig Training sowieso keine Hürde mehr zu hoch. Das ändert sich erst nach dem ersten Durchspielen, wenn sämtliche Level und Gegner ein paar Stufen nach oben geschraubt werden und der sanfte Golem von Nebenan auf einmal zur Killermaschine mutiert. Aber bis es soweit ist, hat man dank der guten Erfolgskurve und der ab und an auftauchenden strategischen Ansprüche (Stichwort „Krönung“) viel Spaß und Laune. Einen großen Anteil daran hat natürlich die gute Story, die mit einer ähnlichen Überraschung wie Final Fantasy VII aufwarten kann (im Gegensatz zu dem Square-Klassiker ist aber bei Jeanne D’Arc nichts für die Ewigkeit!).

Hat man die ersten paar Kämpfe absolviert, geht die Steuerung locker von der Hand und selbst große Schlachten werden schnell geschlagen. Wichtig ist dabei die richtige Ausrüstung. Zu der zählen nicht nur Waffen und Rüstungen, sondern auch kleine Steinchen, die für Spezial-Fähigkeiten sorgen. Anfangs sind das normale Dinge wie ein besonderer Angriff. Später gesellen sich starke Zaubersprüche und spielfeldweite Attacken dazu, die sich mit Hilfe einer der Spielfiguren sogar mixen und zu immer besseren Aktionen umbauen lassen. Rezept-Listen gibt es im Internet bereits zu Hauf.

Wo so viel Licht ist, da verbirgt sich auch Schatten. Ein paar Dinge in Jeanne D’Arc wirken deplaziert, wie die kleinen Schätze, die man in den Leveln finden kann. Anfangs sind die Geldgeschenke noch willkommen, aber irgendwann wirken sie einfach nur noch lächerlich, wenn man mit einem zerstörten Gegner das Fünffache gewinnen kann.
Zu den „Dingen, die Geschmackssache sind“ gehört auch das System von Sonne, Mond und Sterne: Je nach Ausrüstungsgegenstand (Sol, Luna oder Stella) wirken sich die Angriffe wie im Schere-Stein-Papier-Prinzip aus. Benutzen kann man es, brauchen tut man es aber nicht. Plumpe Waffengewalt geht genauso.

Grafik:
„Endlich kein Remake“, möchte man fast stöhnen. Mit einer eigenen, neuen Grafikengine ist Jeanne D’Arc ähnlichen Spielen wie Final Fantasy Tactics weit überlegen. Wunderschöne Effekte, gut animierte Figuren und detailreiche Arenen laden immer wieder zum Spielen ein.
Die Story wird zwischen den Leveln per Anime-Zeichentrickfilmen erzählt, die ebenfalls sehr detailliert und farbenfroh sind.

Ruckler sind selten und treten erst im späteren Verlauf des Spiels bei den ganz großen Gegnern auf, wenn parallel dazu noch dutzende von Feuerbällen vom Himmel regnen.

Sound:
Achtung, Ohrwurmgefahr! Jeanne D’Arc beeindruckt mit schönen Kompositionen, die einem schnell in die Gehörgänge kriechen, Anker werfen und für lange Zeit verweilen. Manche Stücke nutzen sich aber mit der Zeit ab, so dass die Hand dann doch mal zum Lautstärkeregler greift.

Sehr gut gelungen ist die Sprachausgabe, die in den Zwischensequenzen zur Geltung kommt. Mit französischem Akzent behaftetes Englisch macht Jeanne und ihre Kumpanen richtig sympathisch. Die Engländer mit ihrer steifen Aussprache wirken dagegen genauso fies, wie sie sein sollen.

Features und Besonderheiten:
Hier wurde wirklich an keiner Ecke gespart. Neben vielen Leveln und Extra-Missionen beeindruckt vor allem das Rezepte-System, mit dem sich neue Fähigkeiten mixen lassen. Eine Arena sowie ein „+“-Modus nach dem ersten Durchspielen sorgen dafür, dass selbst nach dem 20 Stunden Hauptspiel nicht so schnell die Luft raus ist.
Zwar hat jede Figur ihre feste Klasse, die im Spiel auch nicht variiert werden kann. Dafür sorgen die vielen Gegenstände und Fähigkeiten dazu, dass man längere Zeit im übersichtlichen Menü verbringt.

Leider fehlt dem Spiel gegenüber Final Fantasy Tactics der Multiplayer. Kämpfe zusammen oder gegen Andere sind daher ein No-Go…

Fazit:
Wow, was für eine Frau! Jeanne D’Arc schafft es, auch die letzten PSP-Kritiker zu überzeugen. Hochwertige Strategie, eine tolle Story sowie eine ausgezeichnete Präsentation lassen das Game von Level 5 auf eine der höchsten Wertungen klettern. Im Strategie-Sektor macht diesem Spiel so schnell niemand etwas vor. Da können auch die kleinen Nachteile wie etwas zu einfacher Schwierigkeitsgrad oder der fehlende Multiplayer nichts dran rütteln. Die kleine Jeanne ist ein ganz heißer Kandidat für den Titel „Spiel des Jahres 2007“!

Christian „The Lion“ Nork für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Importfun.de für die freundliche Übersiedelung des Testmusters aus New York nach München.



GAMEPLAY
9 von 10
Spannend, übersichtlich und immer im „Flow“.
GRAFIK
9 von 10
Wunderschöne Level und Zwischensequenzen im zeitgemäßen Look.
SOUND
8 von 10
Akute Ohrwurmgefahr und gute Synchronisation.
FEATURES
8 von 10
Hat man Jeanne durchgespielt, geht der Spaß erst richtig los.
MULTIPLAYER
0 von 10
Nicht vorhanden.
GESAMT-
WERTUNG:
89%
Mobilitätsfaktor: [7 /10]
"Ladezeiten beim Menüöffnen stören den sonst flüssigen Spielablauf."







Details
Spielname:
Jeanne D'Arc

Publisher:
Sony Computer Entertainment

Developer:
Level 5

Genre:
Action Adventure

Release:
nicht bekannt

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (18)

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