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Xyanide Resurrection


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Xyanide Resurrection Review vom 31.05.2007

Huch – was haben wir denn hier? Ein schon beinahe antikes Genre findet auf unserem kleinen Schwarzen ein Zuhause? Kaum zu glauben, aber wahr – Spaceshooter leben! Das Spiel mit dem Titel Xyanide Resurrection aus dem Hause Playlogic lässt das gute, alte Spaceshootergenre neben der bereits erschienenen Gradius Collection erneut auf Sonys PSP aufflammen und stellt sich kritischen Blicken. Ob es dabei den harten Anforderungen unserer Redaktion standhält oder dem tapferen, kleinen Raumschiff schon frühzeitig die Energie flöten geht, wird sich hier und jetzt zeigen. Also – Waffen geladen, und los!

Lang, lang ist es her, und wirklich viele Spaceshooter –oftmals in einem mehr oder weniger schicken 2D look- kann der interessierte Arcadeshooterfan wohl nur noch aus dem Gedächtnis für jähe Erinnerungen herbeizaubern. Ein Faktor wird dabei wohl gänzlich aus dem Rahmen fallen – durch eine ausfeilte Story konnte keines dieser Spiele glänzen. Ganz ähnlich verhält es sich auch bei Xyanide Resurrection. Komplett auf eine Story wollten die Damen und Herren von Playlogic dann wohl doch nicht verzichten, und erwartungsgemäß kam dabei eine halbgare Geschichte herum. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Scharfrichters und Kriegers Drake, welcher die unheimlich böse Hexe Aguira stellen und vernichten will. Diese hat zahlreiche Planeten zerstört und soll deshalb zu ihrer letzten Ruhestätte geleitet werden. Doch natürlich kommt alles anders als geplant und so kollidiert Aguiras Schiff auf halber Länge mit einem Asteroiden und gerät dabei mit der mysteriösen Substanz namens Xyanide in Kontakt. Sogleich ergründet sie die besonderen Fähigkeiten und erlangt dadurch erstaunliche und nicht minder gefährliche Fähigkeiten. So ist es letztendlich an Drake, diese Gefahr endgültig zu neutralisieren. Also – in die Hände gespuckt und in das Cockpit gesetzt.

Und schwups – schon befinden wir uns im übersichtlichen Hauptmenü vor einem netten Hintergrund. Neben der Option auf den Singleplayer, Multiplayer, High Scores und Einstellungen finden wir auch die Rubrik der Extras. Durch stetigen Fortschritt im Spiel können hier neben schon fast obligatorischen Bildern auch ein animierter Comic zum Spiel frei geschaltet werden. Mit einem Klick auf den Singleplayer können wir uns zwischen dem Storymode – dem Herzstück des Spiels -, einer Quickplay Funktion sowie dem guten, alten Score Attack Mode entscheiden. Doch schnell macht sich Ernüchterung breit, denn nachdem wir uns für einen der insgesamt vier Schwierigkeitsgrade im Storymode entschieden haben, verbergen sich in der darauf folgenden Levelübersicht in Pyramidenform magere fünf Level, um den finalen Endboss zu erreichen. Deutlich zu wenig! Einziger Vorteil: Der Spieler kann sich nach dem erfolgreichen Bestehen einer Stufe dazu entscheiden, ob er eine Position nach oben in Richtung „Leicht“, oder eine Position in Richtung „Schwer“ nach unten auf der Pyramide wandern möchte. Entsprechend unterscheiden sich auch Gegner und das optische Erscheinungsbild der gewählten Mission. Insgesamt kommt Xyanide Resurrection somit auf schlappe 16 Level. Doch Achtung: „Schwer“ bedeutet hier wirklich „Schwer“. Somit wird man auf leichteren Stufen das Spiel unglaublich schnell durchgespielt haben, aber um wirklich jeden Level gesehen zu haben, werden selbst für geübte Zocker einige Tage vergehen.

Nachdem wir uns für den ersten Level entschieden haben, wechselt das Spiel in das obligatorische Waffenkaufmenü. Herrlich, was hier für Erinnerungen aus alten Zeiten wach werden! Schon damals standen eine große Auswahl an martialisch klingenden Waffen, Raketen und allerlei Gimmicks zum Kauf bereit und machten praktisch jeden Spaceshooter zu etwas Besonderem. Gerade dieser Faktor galt als unverzichtbares und schon beinahe wichtigstes Feature überhaupt. Leider versagt der Titel aus dem Hause Playlogic bereits hier auf kompletter Linie. Gerade einmal sechs Waffen (davon zwei Gimmicks, ein Schild und ein Magnet) bieten sich hier zum Kauf auf insgesamt vier Ausrüstungsslots an. Man mag an dieser Stelle vermuten, dass die wirklich großen Geschütze mit voranschreitendem Spiel noch kommen mögen, aber hier irrt man sich gewaltig. Das war alles! Immerhin kann der Spieler seine Waffen eins zu eins für den Erwerbspreis verkaufen. Dies bietet sich schon vor der ersten Mission an, denn die Grundkonfiguration des eigenen Raumschiffes mit einem Raketenwerfer und einem Fusionsgewehr ist spielerisch –wie einige der Waffen auch- einfach grauenhaft und bestenfalls für aktive Selbstgeißelung und Krämpfe in diversen Körperteilen sinnbringend. Das ist aber noch nicht alles: Praktisch während des gesamten Spiels ist lediglich ein und dieselbe Taktik im Bezug auf die Waffenauswahl erfolgreich – alles andere gleicht schon fast einem virtuellen Selbstmord. Ein weiterer, deutlicher Minuspunkt am Spiel ist die Tatsache, dass die durchaus wichtige Dauerfeuerfunktion zwar theoretisch vermerkt ist, aber in der Praxis einfach nicht funktionieren will – da hilft auch kein Bitten und Betteln und der etwas verärgerte und irritierte Tester fragt sich, was für Dinge noch kommen mögen.

Doch genug gezaudert – zumindest vorerst, denn der erste Level will in Angriff genommen werden. Sofort sticht das außergewöhnliche Design des Spiels in die Augen. Xyanide Resurrection kommt in einer Art Pseudo 3D Look daher. Der Spieler hat dabei das Gefühl, ständig in Bewegung zu sein und sich mit der Umgebung mitzubewegen, ja sogar durch sie hindurch zu fliegen. Tatsächlich bewegen sich jedoch lediglich die mal mehr und mal weniger einfallsreichen Hintergründe – das Schiff selbst kann in sämtliche Himmelsrichtungen außer vor und zurück bewegt werden und dabei niemals mit den nicht selten sehr verwirrenden Hintergründen kollidieren. Auch bei dieser sehr interessanten und durchaus stimmungsvollen Aufmachung gibt es etwas zu bemängeln – praktisch alle Hintergründe wirken sehr aufgepixelt und unscharf. Ob gewollt oder nicht: hoch aufgelöster hätte das Ganze sicherlich ein Lob verdient, sorgt aber in dieser Art und Weise eher für Unverständnis. Trotz allem muss man dem Spiel für diese besondere Aufmachung Pluspunkte anrechnen. Wer es gerne absolut schräg, verrückt und verwirrend mag, wird hier seinen Spaß finden – eindeutig.

Die unterschiedlichen Gegner als auch das eigene Schiff sind komplett in 3D gehalten und unterstreichen das verrückte Gesamtgefühl von Xyanide Resurrection. Fiese gegnerische Schiffe und allerlei mysteriöse Kreaturen erscheinen urplötzlich und wie aus dem Nichts auf dem einfachen und sehr intuitiv gehaltenen HUD des Spiels und wollen natürlich deftig unter Beschuss genommen werden. Nach deren Ableben hinterlassen sie die so genannten Xyanidekristalle. Diese sind für den Kauf der Waffen und Gimmicks wichtig, geben aber auch verlorene Lebensenergie in Form eines blauen Balkens zurück. Auch das ein oder andere Extra bekommt man von Zeit zu Zeit zu Gesicht – so können mächtige Bomben, ein Schadensverstärker und eine Bonuszone für besonders viele Punkte eingesammelt werden. Am Ende einer jeden Stufe möchte natürlich auch ein besonders dicker Obermotz zeigen, was er auf dem Kasten hat. Besondere Taktiken sind hierbei jedoch selten notwendig. Ab und zu meldet sich dann auch die gute Aguira mit völlig wirren Phrasen zu Wort, welche so manches Mal für den ein oder anderen unfreiwilligen Lacher sorgen.

Eine exakte Steuerung ist schon seit je her mindestens genau so wichtig wie wenig einfallendes Licht auf dem Display der PSP. Das steuerungstechnische Gesamtpaket ist insgesamt gut ausgefallen, hat aber hier und dort mit einigen Schnitzern zu kämpfen. Dafür ist sie aber Dank einer sehr dezenten Zielhilfe präzise. Allerdings dauert zum Beispiel die Ausrichtung der Waffen Richtung Backbord manchmal viel zu lang. Gelenkt wird mit dem Analognub, gefeuert mit X. Nach einigen Stunden stellt sich ein unwohles Gefühl im Daumen ein, denn was der Spieler hier in Sachen Navigation an den Tag legen muss, ist nicht von schlechten Eltern.

Grafik:
In Sachen Optik gibt es wie erwähnt den kompletten 360°-Rundumblick. Während man durch die vorgerenderten Videohintergründe saust, kann man sich semi-frei bewegen und auf alles Ballern was nicht Niet- und Nagelfest ist. Die Grafik an sich ist recht gelungen, verfügt über atemberaubende Lichteffekte, nur die Hintergrundvideos, die ein Teil der Gesamtoptik sind, kommt oftmals eintönig und verpixelt daher.

Sound:
Soundtechnisch haben wir es hier mit einer runden Sache zu tun. Da gibt es nichts zu meckern. Eine Synchronisation der Stimme von Aguira wäre wünschenswert gewesen. Die musikalische Untermalung ist dezent – sie reißt zwar niemandem vom Hocker, negativ fällt sie aber auch nicht auf.

Features und Besonderheiten:
Als gäbe es nicht schon einige Kritikpunkte, gesellt sich das Speichersystem nun auch noch dazu. Ein einziges Mal gelang es mir, das Spiel zu laden. Danach ging es einfach nicht mehr – aus mir unerklärlichen Gründen konnte ich meinen Spielstand nicht mehr laden. Ohne jedwede Fehlermeldung. Wenn da nicht die böse Hexe Aguira ihre Hände im Spiel hatte, oder Playlogic am Ende irgendetwas übersehen haben mag, wird wohl bis zum Ende aller Tage in den unendlichen Weiten des Weltalls verschollen bleiben.

Zumindest hat man den künsterlischen Aspekt ausgelebt und dem Spiel zahlreiche freispielbare Elemente spendiert. Neben den typischen Artworks kann man sogar ein schön animiertes Graphic-Novel freispielen. Hier ein Lob an dieser Stelle.

Multiplayer:
Der Multiplayermodus hingegen trudelt gefährlich in Richtung schwarzes Loch – hier kann lediglich mit einem Freund ausgetragen werden, wer am Ende einer Mission die höchste Punktzahl erreicht hat. Eine Ko-op Kampagne oder ähnliches hätte den ohnehin nicht weltbewegenden Spielspaßlangzeitfaktor erhöhen können.

Fazit:
Ein Stückweit Digitalkust. Schade, schade - was hätte Playlogic hier auf die Beine stellen können, und was ist dabei im Endeffekt übrig geblieben? Xyanide Resurrection kann auf der einen Seite mit außergewöhnlich künstlerischen Elementen punkten, ignoriert aber auf der anderen Seite elementare Mainfeatures wie zum Beispiel eine halbwegs große Waffen-, und vor allem Levelauswahl. Der Multiplayermodus wirkt absolut lieb- und ideenlos dahin geworfen. Im Speichersystem steckt zudem der Wurm drin und wurde die zu geringe Anzahl an Leveln betont? Die Dauerfeuerfunktion, welche in keinem Genre wichtiger sein könnte als in diesem, funktioniert einfach nicht, obwohl sie in der Anleitung angegeben ist. Trotz all dieser teils gravierender Missstände kann Xyanide Resurrection Spaß machen. Wer sich erst einmal mit dem eher außergewöhnlichen Gameplay vertraut gemacht hat, wird hier einige spaßige Stunden in einer absolut schrägen Welt verbringen können und das zu einem Niedrigpreis von unter 30€. Für Genrefans eindeutig ein Blick wert, obwohl noch einige Mängel glatt gebügelt werden könnten.

Malte Latton für PlaystationPortable.de

Herzlichen Dank an Atari für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
7 von 10
Außergewöhnlich, aber deutlich zu wenig Vielfalt
GRAFIK
7 von 10
Sehr kreativ, aber leider, leider pixelig
SOUND
6 von 10
Eine durchaus runde Sache, aber nichts besonderes
FEATURES
7 von 10
Immerhin ein Comic zum frei spielen
MULTIPLAYER
4 von 10
Au Backe – das tut weh
GESAMT-
WERTUNG:
70%
Mobilitätsfaktor: [5 /10]
"Kurze Ladezeiten, aber ein hektisches Gameplay – mäßig für unterwegs geeignet. "







Details
Spielname:
Xyanide Resurrection

Publisher:
Atari

Developer:
Playlogic

Genre:
Shoot em Up

Release:
01.03.2007 (erschienen)

Multiplayer:
2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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