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Final Fantasy Tactics: The War of The Lions


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Final Fantasy Tactics: The War of The Lions Review vom 05.11.2007

Strategie ist die Wissenschaft des Gebrauchs von Zeit und Raum.
Während einige Kultspieleserien bei der Nachfolger-Massenanfertigung in Vergessenheit geraten und zunehmend an Bedeutung verlieren, gibt es noch immer Ausnahmen. Sie stehen wie ein Fels in der Brandung und der Name spricht für Qualität. Square Enix, die Erfolgschmiede aus Japan hat es mit dem „Final Fantasy“-Epos geschafft, Millionen Spieler zu begeistern und einige zeitlose RPG-Konzepte auf die Beine gestellt. Unterdessen man nun versucht, neue Konsumentengruppen anzulocken und diverse Spin-Offs mit niedlich-gelben Chocobos auf den Markt wirft, bleibt man auf der Playstation Portable seinen Core-Gamern treu und präsentiert das übliche PSP-Nebenprodukt, ein neues Remake. Mit Final Fantasy Tactics: War of Lions griff man in die PSone-Mottenkiste, nutze das japanische Videospiele-Pflegeset mit reichlich Aloe Vera, polierte die silberne Disk auf Hochglanz und portierte das Endprodukt auf das UMD-Format. Was dabei raus gekommen ist, rotierte bei uns in der Redaktion nun einige Zeit im Schacht und wartet darauf in Textform den Lesern präsentiert zu werden. Im vorliegenden Bericht werdet ihr nun erfahren, ob Väterchen Zeit an der PSP-Version zu Final Fantasy Tactics genagt hat, oder die Entwickler den Geist der Moderne eingefangen haben und erneut ein grandioses Spiel ablieferten.

Die Urversion von Final Fantasy Tactics erschien im Land der duftenden Kirschblütenfeste und Heimat der Koi-Karpfen schon im Jahre 1997 für die Playstation One. Während die Amerikaner zeitnah mit einer übersetzten Version bestückt wurden, war es für eine zahlreiche Anzahl von PSone-Spielern in Europa noch sehr schwer, an den besagten Titel heranzukommen. Ohne Import ging man damals leer aus und man kam nicht in den Genuss des taktischen Abenteuers von Ramza und seinem Widersacher Delita.
Vor der Produktion von Final Fantasy Tactics übernahm man einen Großteil des Entwicklerteams „Quest“ und somit ist es nicht weiter verwunderlich, dass markante Parallelen zum mittelbaren Vorbild Tactics Ogre zu erkennen sind. Denn Quest war für die Entwicklung der Ogre-Battle-Saga verantwortlich, noch zu Zeiten des Super Nintendos und später Segas Saturn. Nach all der Schmach und Weile des Wartens kommen nun auch die Europäer in den Genuss des Spiels. Dabei rotiert keine PSOne-Scheibe im Laufwerk und auch der Download des Klassikers vom Playstation-Netwerk bleibt uns erspart, denn Square-Enix hat nochmals die Programmierer ins Kämmerchen gehetzt und schickt mit Final Fantasy Tactics: War of Lions die Helden von damals erneut ins Rennen.

Der Streit beginnt immer dort, wo das Wissen aufhört.
An der Handlung an sich hat sich nicht viel getan, doch die Präsentation wurde komplett überarbeitet und mit mehr als ansehnlichen Videosequenzen im gezeichneten Stil ergänzt. Ansonsten verfolgt man noch immer mit dem Protagonisten Remza das Ziel, die fiktive Welt Ivalice vor dem Verfall durch Korruption, Ausplünderung und Untreue zu bewahren und den Fehden zwischen diversen Adelsgeschlechtern Einhalt zu gebieten. Doch als Remzas ehemaliger Kamerad Delita die liebliche Prinzessin Ovelia entführt, ist die Zeit der Worte vorbei und man lässt die Schwerter sprechen. Während die Story anfänglich sehr lange braucht, um in Fahrt zu kommen, entpuppt diese sich später als epischer Politthriller rund um Machtspiele, Intrigen und Felonie. Während die Konflikte sich zuspitzen, sorgen die mystischen Zodiaksteine dafür, dass die Machtverhältnisse sich schlagartig ändern, und die Klunker einer längst ausgestorbenen Zivilisation geraten in den Fokus der Geschichte…

Zuviel wollen wir natürlich an dieser Stelle nicht verraten, denn wir wollen doch den Spaß nicht verderben und euch selbst an dieses zeitfressende und überaus komplexe Taktik-Abenteuer ran lassen. Sollte die Story allein schon fesseln, so wird das Gameplay das Übrige tun. Doch sollte man Neulinge warnen, denn bei Final Fantasy Tactics: War of Lions wird man ins kalte Wasser geworfen und darf sich selbst im komplexen Taktikdickicht zurechtfinden; tut man dies nicht, ist ein gnadenloser Untergang vorprogrammiert. Zudem gehört der Schwierigkeitsgrad zur Kategorie „Mehr als Frustrierend“ und ein Gelegenheitsspieler könnte verleitet werden, seinen Sony-Edelhandheld an die nächstliegende Wand zu katapultieren.

Gameplay:
Doch genug der warnenden Worte, hin zum eigentlichen Spielprinzip: Final Fantasy Tactics wird hauptsächlich auf einem gerastertem Terrain gespielt und aus der isometrischen Perspektive begutachtet. Dabei gibt es zahlreiche Charaktere, die sich in unterschiedlichen Attributen unterscheiden. Während der Bogenschütze einen geringen Verteidigungswert hat, ist er der ideale Kämpfer in gebirgigen Gebieten. Der Nahkämpfer eignet sich für Täler und weite Wiesen und kombiniert mit einem Magier im Schlepptau, wird man so manche Schlacht gewinnen können. Bis man soweit ist, das vielschichtige Jobsystem zu durchschauen und die Vorteile dessen zu nutzen, wird einige Zeit vergehen. Hat man sich dann doch damit angefreundet, so wird reichlich rumprobiert, die Berufungen wie Unterhosen gewechselt und so lange am Konzept herumgefeilt, bis man sein wahres Dream-Team auf die Beine gestellt hat. Ein bisschen Schwarze Kunst hier, ein wenig Manpower da und die Komposition wird noch abgerundet mit einem gewandten Samurai-Krieger.

Rundenweise werden den Recken Befehle erteilt, man kommandiert sie durch die Gegend, attackiert Feinde, wirft mit Heiltränken umher oder spricht einen mächtigen Zauberspruch aus. Dabei fällt schon von Beginn an die enorme taktische Tiefe des Titels auf. So spielen die Höhenunterschiede der Karten eine bedeutende Rolle und schaffen -vorausgesetzt man nutzt sie auch - einen enormen Vorteil. Das Gleiche gilt für Angriffe von hinten, bei denen sich der Feind schlechter wehren kann. Die Positionierung der Helden ist ebenfalls enorm wichtig. Ritter kämpfen an der Front, während Bogenschützen und Zauberer besser im Hintergrund gehalten werden. Selbst die Umgebungsbeschaffenheit spielt eine enorme Rolle: Bei Schnee läuft es sich nur halb so gut und im Wald kann man sich besser vor Angriffen decken. Dies sind nur einige der Aspekte, die man bei den Auseinandersetzungen beachten sollte bzw. muss, um erfolgreich zu sein. So kann es auch mal sein, dass ein mittelschwerer Kampf locker eine Stunde Zeit frisst. Für Genrefans dürfte diese Stunde aber im Flug vergehen.

Nach den Kämpfen stapft man auf der Weltkarte umher, organisiert seine Party, heuert neue Kämpfer an, trainiert diese oder geht schnurstracks zur nächsten Mission über. Doch auch hier sollte man mit Bedacht vorrücken, überhastete Schritte können schnell den Tod einer ganzen Truppe bedeuten. Nach und nach werden neue Fähigkeiten freigeschaltet, neue Charakterklassen können genutzt werden und die taktische Vielfalt breitet sich noch ein stückweit mehr aus. Bis man den Creditsbildschirm bestaunen darf, können aber gut und gerne mehr als 50 Stunden Spielzeit vergehen. Wer es richtig ruhig angeht und auch wirklich jede taktische Raffinesse ausprobieren mag, kann auch gut und gerne mehr als 70 Stunden in das Spiel investieren, ohne dabei gelangweilt zu sein. Somit ist Final Fantasy Tactics einmal mehr ein echter Zeitfresser!

Grafik:
Optisch hat man den Mittelweg zwischen Tradition und Moderne gefunden. Während die Spielgrafik nahezu identisch mit der Orginalversion ist und nur aufgrund der besseren Auflösung der PSP ein wenig „reifer“ wirkt, sorgen die zahlreichen neuen Zwischensequenzen für echten atmosphärischen Tiefgang. Dennoch hätte man auch etwas mehr an den Texturen arbeiten und das überarbeitete Werk noch mehr aufpolieren können. Gerade was die Übersicht anbelangt, bekommt man es oftmals mit schlechten Blickwinkeln zu tun, die auch via Kamerajustierung nicht gänzlich behoben werden können. Selbst vor temporären Ruckeleinlagen, wenn zu viel auf der Karte gestritten wird, blieb die PSP-Version nicht verschont.

Sound:
Die kolossalen Klänge des Klassikers bringen erneut den Genrefan zum dahinschmelzen. Gespickt mit sehr guten Sprachsamples und akzeptablen Kampfgeräuschen, bekommt der Spieler eine gelungne Soundkulisse von Anfang bis Ende. So müssen sich epische Spiele anhören und die Klangwelten von Hitoshi Sakimoto und Masaharu Iwata bleiben einfach zeitlos.

Features und Besonderheiten:
Mehr als 20 Charakterklassen wie die Newcomer Onion Knight und Dark Knight warten darauf, ausprobiert zu werden. Während der Einsteigerheld immer als Knappe oder Chemiker anfängt, können neue Job-Klassen hinzugewonnen werden und selbst diese gewinnen Erfahrungspunkte. Im späteren Verlauf kann man sich somit entscheiden, welche Fähigkeiten der jeweiligen Klasse genutzt werden und welche man eventuell von einer vorhergehenden Klasse mitnimmt. Auch was die Vielfalt der Waffen und Rüstungsgegenstände anbelangt, wird man immer Raum für Optimierungen finden und neues Kampfbesteck in den diversen Shops erwerben können. Währen die eigentliche Menüführung etwas überladen wirkt, wird man sich dennoch nach einiger Zeit damit anfreunden und die dadurch taktischen Möglichkeiten ausreizen.

Multiplayer:
In Sachen Multiplayer können lokale Streitereien sowohl gegeneinander als auch miteinander ausgefochten werden. So ist es möglich, in den Tavernen direkte Duelle zu starten oder auch kooperative Schlachten zu schlagen. Dabei sollte man jedoch im Auge behalten, dass die Truppenstärke in etwa gleich sein sollte, damit ein faires Spiel zustande kommt. Bei unausbalancierten Truppen, wird man keine Freude finden. Vorteil am Mehrspielergeplänkel ist, dass man dadurch neue und einzigartige Ausrüstungsgegenstände ergattern kann.

Fazit:
Mit „Final Fantasy Tactics: War of Lions“ hat Square Enix zwar erneut einen Griff in die Mottenkiste gewagt, aber dennoch bewiesen, dass das Konzept mit seinen 10 Jahren auf dem Buckel nicht eingerostet ist. Das überaus umfassende Spielsystem gepaart mit den neuen Elementen wie atmosphärischen Zwischensequenzen, neuen Job-Klassen sowie Charakteren und der traditionell epischen Story verweilt auch heute noch in der spielerischen Obrigkeit. Wer dieses taktische Abenteuer in der Vergangenheit verpasst hat und sich vor echten Herausforderungen in Sachen Komplexität und Härtegrad nicht fürchtet, sollte schleunigst seinen Händler des Vertrauens aufsuchen und seinen Edelhandheld mit einer weiteren UMD bereichern. Es lohnt sich!

Plant bereits den nächsten Angriff: Kevin Jensen [Iceman] für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
9 von 10
Überdurchschnittlich komplex und vielschichtig.
GRAFIK
7 von 10
Altbackene Optik, aber atmosphärische Zwischensequenzen.
SOUND
9 von 10
Vorsicht: Wahre Ohrwurmgefahr!
FEATURES
8 von 10
Bis man alles optimiert hat, können Stunden vergehen.
MULTIPLAYER
7 von 10
Kooperativ, anyone?
GESAMT-
WERTUNG:
86%
Mobilitätsfaktor: [5 /10]
"Final Fantasy Tactics im Sofa ist bequemer als unterwegs."







Details
Spielname:
Final Fantasy Tactics: The War of The Lions

Publisher:
Square Enix

Developer:
Square Enix

Genre:
Strategie

Release:
27.10.2007 (erschienen)

Multiplayer:
ja

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (17)

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