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Tiger Woods PGA Tour 08


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Tiger Woods PGA Tour 08 Review vom 04.11.2007

Es grünt so grün in Nachbars Garten – was man vielleicht in heißen Sommertagen neidvoll in Richtung fremdes Grün werfen möchte, findet in dieser Jahreszeit schon bald keine Beachtung mehr. Umso besser, dass dafür der virtuelle Rasen so grün ist, wie der große, böse Hulk selbst. Doch es kommt noch besser, als erwartet: EA Sports schickt wieder einmal eine dicke, fette Sportlizenz ins Rennen um den geneigten Zocker. Dabei geht es diesmal um den hochberühmten Tiger Woods, welcher mit der neuesten PGA Tour -genauer gesagt „08“- so richtig das Eisen schwingen wird.

Wie man sich „Tiger Woods PGA Tour 08“ praktisch-virtuell vorzustellen hat, offenbart euch unser durchtrainiertes Review zum PSP-Spiel. Was darf man von der diesjährigen Lizenz erwarten: ordentliches Powerplay oder nur flach gemähten Rasen?

Es darf wieder ordentlich gedroschen werden.
Schön schön, es geht also wieder an das alljährliche Procedere, was EA Sports in genüsslicher Bequemlichkeit serviert. Steigt man an dieser Stelle in das eigentliche Geschehen ein, darf es ganz obligatorisch an das Erstellen eines eigenen Charakters gehen. Schon hier zeigt sich eine unglaubliche Komplexität. Es ist verblüffend, was man so alles am eigenen Charakter modifizieren kann. Von einem echten Traummann bzw. Traumfrau bis hin zu einer echten Monstrosität mit absolutem Lachfaktor lässt sich hier jeder noch so bescheuerte, oder wunderschöne Golfer erstellen. An erster Stelle machen sich die Lizenzen recht schnell in der Bekleidung des modischen Golfers von „08“ bemerkbar. Adidas darf natürlich an erster Stelle stehen und schlägt gerne mit 300 virtuellen Dollars pro Schuhpaar zu Buche. Das tut nicht nur im echten Leben weh, sondern auch im virtuellen. Da kommt es nur allzu gelegen, direkt in die Karriere eines professionellen Rasenlatschers treten zu dürfen, schließlich wollen all die teuren Dinge, die man so trägt, erst gekauft werden. Schnell noch wenige Statuspunkte auf einzelne, wichtige Fähigkeiten gelegt, und schon kann es zur Sache gehen.

Während der Titel selbst zahlreiche, verschiedene Optionen von einer Karriere bis hin zum freien Spiel bietet, stellt letzteres eindeutig das Spielherzstück dar. Hier zeigt sich das Sprungbrett zu Ruhm um Ehre am deutlichsten. Wer sich besonders an simulationslastige Titel in unterschiedlichen Genres erinnert, der wird diesen Umstand entweder hassen oder lieben. Fakt ist allerdings, das wir es hier mit keinem Arcadetitel, sondern einer waschechten Simulation mit all ihren Tücken, aber auch Features zu tun bekommen. So kommt ein ausführliches Tutorial gerade gelegen, um all das zu erlernen, was im Leben eines Pros nützlich sein kann. Einziges Manko: Dem Englischen sollte man schon recht sicher mächtig sein, denn sonst könnte es zu echten Komplikationen kommen. Zwar werden die einzelnen Schritte nicht nur in Schrift, sondern auch Sprache gut begleitet und zeigen über dies hinaus auch deutlich in einem Bild, worum es jetzt eigentlich geht, doch trotzdem fühlt man sich garantiert wie ein Homo Technicus im Wald - ohne Steckdose. Überhaupt verwundert die Tatsache, dass das Spiel rund um Tiger Woods und co. nicht ernsthaft synchronisiert ist. Zwar ist die Dokumentation auf Deutsch gehalten, der Rest ist und bleibt allerdings Englisch. So darf sich durch die einzelnen Abschnitte gehangelt werden und man möchte kaum glauben, wie umfangreich, kompliziert und schwierig es ist, ein annähernd gutes Ergebnis zu erzielen. Während sämtliche Tasten auf Sonys PlaystationPortable gut genutzt werden, geht ein Lob an den Einsatz des Analognubs. Um den Ball abzuschlagen, muss mit diesem zunächst Schwung geholt werden, um ihn anschließend nach vorne zu drücken - annähernd wie ein echter Daumengolfer. Sämtliche Einzelheiten der Steuerungen seien an dieser Stelle zwar nicht erwähnt, aber das Spiel lässt den Zocker insgesamt niemals mit all den Möglichkeiten im Stich.

Eine besondere Neuerung in diesem Jahr ist die so genannte „Player Confidence“, also die Spieler-Zuversicht. Zusammengefasst bedeutet dies, dass jeder Spieler natürlich über einen gewissen Gemütszustand verfügt. Das Leistung und der emotionale Zustand miteinander verknüpft sind, kommt hier auch zur Geltung. Schlägt also nun der Golfer eine Serie von absolut miserablen Schlägen, sinkt die eigene Zuversicht und die Leistung, er spielt also „schlechter“. Ist genau das Gegenteil davon der Fall, dann hat man zwar nicht den Supermann bzw. die Superfrau auf dem Platz, muss sich aber auch weniger unglücklichen Schlägen hingeben, und der Faktor Glück bzw. Unglück wird niedriger oder steigt an. Um diese Zustände zu beeinflussen, gibt es die „Mental Games“. Befindet sich der Spieler in einer schlechten Situation, dann schlägt der Caddy ein Time Out vor. Hier geht es um einige Minispiele wie zum Beispiel die Schuhe in einer bestimmten Zeit säubern, Autogramme geben, Fans ausfindig machen, usw. Wird eine Aufgabe in der vorgegebenen Zeit erfüllt, dann gewinnt der Spieler wieder mehr Zuversicht und bekommt seine Gefühle in den Griff - dies schlägt sich dann natürlich in der Spielweise nieder. Ist einmal ein solches Spiel freigeschaltet, kann es zu jeder Zeit im Hauptmenü noch einmal angewählt und gespielt werden.

Recht interessant, aber altbewährt ist der Skilltree. Während sich zunächst einige Punkte auf unterschiedliche Fähigkeiten legen lassen, dürfen es mit steigendem Erfolg auch noch mehr sein. Dabei herrscht hier ein breites Spektrum an Möglichkeiten vor, und es dauert schon eine gewisse Weile, bis ein Golfer auf dem einen oder anderen Gebiet ein echter Experte ist. Schlussendlich darf hier auch niemals die Komponente „Mensch hinter dem virtuellen Mensch“ vergessen werden, und so helfen selbst die dicksten Skills nichts, wenn man sich nicht in der Materie auskennt - zumindest in den wichtigen Ansätzen. Während sich ein realer Golfer ständig auf seine geschulten Augen verlassen muss, gibt „PGA Tour 08“ schon einige Hilfen mehr. Das ist auch gut und richtig so, sonst würde es womöglich nie zu einem erfolgreichen Einlochen auf dem Rasen kommen. Von der berühmten und mittlerweile zu Hundertfach adaptierten Gefällekamera hat sich auch eine Shotcam hinzugesellt, welche den zu erwartenden Verlauf der Kamera anzeigt. Dieses Feature ist nicht nur praktisch, sondern praktisch überlebenswichtig. Auf diese Art und Weise muckelt man sich von Platz zu Platz, fährt Erfolge oder Misserfolge ein und steigt in der Karriereleiter genüsslich auf bzw. ab.

Bitte eine ruhige Hand – Die Grafik
Golf, das sind in erster Linie gepflegte, gerade Strecken, Grün in Grün, ab und zu ein verheißener, gar schüchterner Baum, ein lieblicher See und die eine, oder andere Sandbank unter blauem Himmel und der strahlenden Sonne. Das dies nicht unbedingt ein wahres Eyecandy für die meisten Zocker ist, ist nicht wirklich eine Überraschung. Trotzdem: Das hier Angesprochene ist insgesamt sehr gut inszeniert, wirkt über dies hinaus sehr realistisch. Seien es die Bewegungen der Golfer, die verschiedenen Kamerafahrten samt Führungshilfen, welche sich außerdem sehr gut und geschmeidig in das Gameplay einfügen - viel zu meckern gibt es nicht. Allerdings hätten es an einigen Ecken und Kanten schon doch das eine oder andere Detail mehr geben dürfen. Hässlich ist das, was man hier geboten bekommt, aber auf gar keinen Fall - lasst den Ball rollen!

Musik auf dem Golfplatz? Wer weiß…
Was erwartet man in Sachen Sounds und Musik wohl von einer waschechten Golfsimulation... Im Prinzip nicht viel, aber genau das ist es, was wichtig und gut ist. An erster Stelle darf natürlich ein passender Kommentator nicht fehlen. Dieser hat sich hier ordentlich eingefunden und kommentiert die einzelnen Schläge. Ein unglaublich breites Repertoire fährt dieser zwar nicht unbedingt auf, aber trotzdem weiß das Gebotene sehr zu gefallen, was auch für die Abschlagsounds gilt. Die Aufschreie des Publikums sind zwar auch vorhanden und wirken satt, gehen aber irgendwann ab einem gewissen Zeitpunkt schon auf die Nerven. Mehr darf man allerdings bis auf einige Musikstücke in den Menüs nicht erwarten, trotzdem lautet hier das Gebot der Stunde „Qualität vor Quantität“, und das ist auch gut so.

Features im Sonderangebot
Sieht man einmal von den Mental Games, der Möglichkeit, seinen eigenen Golfer bis zum Abwinken selbst zu gestalten und dem Simulationscharakter des gesamten Titels ab, gibt es so einige Cups, den Pro Shop und natürlich einen Multiplayermodus samt Spielerstatistik mit interessanten Einzelheiten zu sehen. Sogar ein Onlinemodus wurde dem Titel spendiert. Hier sind unter Umständen allerdings Fingerfertigkeiten gefragt, bevor es dann losgehen darf. Ist diese Hürde dann einmal überwunden, warten diverse Partien Golf mit unterschiedlichen Einstellungsmodi und Facetten darauf, ausprobiert zu werden - inklusive Wettsystem. Ebenfalls mit von der Partie: die Möglichkeit, selbst Screenshots zu erstellen, und diese anschließend mit Freunden zu teilen. Ein Feature, welches mittlerweile immer größere Beliebtheit erlangt und für sich einnehmen kann. Die Möglichkeit, eigene MP3-Dateien in das Spiel zu implementieren, runden eine breite Palette an Features ab.

Fazit:
EA Sports hat wieder einmal eine gelungene Simulation auf den Markt gebracht, an der Golffreunde im 16:9 Format nur schwer vorbeikommen werden. All zu viele Neuigkeiten darf man zwar nicht erwarten -sieht man einmal von den Mental Games ab-, aber insgesamt ist das, was hier aufgefahren wird, mehr als sehr solide. Zwar erscheint „PGA Tour 08“ durch die Tatsache, dass wir es hier mit einer rassigen Simulation zu tun haben, als ein durch die Bank weg schwieriges Spiel, welches einiges an Einübung benötigt, bevor es dann so halbwegs sicher beherrscht werden kann. Wer also Interesse daran hat, einmal etwas vollkommen anderes auszuprobieren und dabei in ein durchaus spannendes Genre einzutauchen, hat hier eine sehr gute und gelungene Möglichkeit dazu. Wirklich negative Dinge gibt es insgesamt nicht zu berichten – sieht man einmal von dem natürlichen Schwierigkeitsgrad und der Tatsache ab, dass es auf einem Golfplatz nun mal nicht all zu viel für das Auge gibt.

Spielt Golf nicht per Wii-Remote: Malte Latton für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an EA Sports für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
8 von 10
Sehr durchdacht und mit vielen Feinheiten ausgerüstet.
GRAFIK
7 von 10
Gut gelungen, angesichts der mageren Umgebung aber nicht grandios.
SOUND
6 von 10
Minimalistisch, aber meist passend inszeniert. Ordentlicher Kommentator.
FEATURES
7 von 10
So einiges an Unterhaltungs-Modi vorhanden!
MULTIPLAYER
6 von 10
Virtuelles Golfen zu zweit? Schon vorhanden, aber verbesserungswürdig.
GESAMT-
WERTUNG:
79%
Mobilitätsfaktor: [7 /10]
"Durchaus für sportliche Sessions außerhalb des Wohnzimmers geeignet."







Details
Spielname:
Tiger Woods PGA Tour 08

Publisher:
EA

Developer:
EA Canada

Genre:
Sport

Release:
26.10.2007 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

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