SWAT: Target Liberty
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SWAT: Target Liberty
Review vom 09.12.2007
Na los Kinder, wir müssen Mamis Tag ruinieren.
Ein ganz normaler Tag in New York City. Während die Polizeistreife mit zwei mittelschweren und fingerverschmierten Donutmampfern durch die Straße fährt, kommt ein Funkruf: „Entführung beim Times Square! Alle Einheiten zum Times Square, ich wiederhole, eine Geiselnahme im Times Square, alle Einheiten unverzüglich auf den Weg machen!“. Während Robert seinen Partner kurz anschaut, drückt er aufs Gaspedal und mit Blaulicht und tosendem Martinshorn geht es in die belebte Innenstadt. Hubschrauber kreisen am Zielort, gepanzerte Transporter stehen vor der Tür und während Robby gemütlich eingeparkt, marschiert schon das SWAT-Team mit drei gefangenen und einem erschossenen Geiselnehmer aus der Eingangstür des schokosüßen Hershey’s Store. Mürrisch fragt Robert: „Warum mussten wir überhaupt kommen, erstens ist hier die NYPD des Times Square direkt zu Hause und zweitens ist das „Special Weapons and Tactics“-Team doch sowieso verantwortlich für Übergewicht bei uns Streifenbullen…
Und damit Hosentaschenspieler auch mal in den Genuss der mehr oder minder gewaltfreien Krisenverhandlungsteams kommen können, hat Vivendi Games die hauseigene Videospielserie nun auf Sonys Edelhandheld gebannt. „SWAT: Target Liberty“ stürmt bereits los und wir haben die Kameras gezückt, die Püschelmikrofone ausgepackt und sind mit an der Stirn aufgeklebten Presseausweis live vor Ort gewesen. Ob unser waghalsiges Vorhaben einige Opfer in den eigenen Reihen zur Folge hatte, oder wir heil aus der Geschichte rauskamen, erfahrt ihr wie immer im Testbericht.
Erinnert mich daran, ein paar Kevlar-Aktien zu kaufen.
Wer ein guter Sondereinsatz-Cop werden will, der muss zunächst bei Papa Schlumpf alle nötigen Tipps und Tricks einstudieren. „Klotzen statt Kleckern“ lautet die Devise, während man im Tutorial das Handling erlernt. Das stets adrett wirkende Trio aus einem Hauptmann und zwei Commis kann via schier unendlichen Tastenkombinationen fast alles machen: festnehmen, Türen sprengen, Handschellen anlegen, mit oder ohne scharfer Munition ballern, aber vor allem steht das Simultanschleichen im Vordergrund, bei dem so manche Synchronschwimmerin neidisch würde. Also nicht vergessen, hoch das Beinchen und nun eintauchen, drehen und auf das spätere gemeinschaftliche Abtrocknen freuen. Hach, ist das Leben schön. Nachdem man gelernt hat, wie die Waffen gezückt werden, oder man wie ein Kampfstier durch die Gegend brüllt: „Police! Weapons down, now!“ können auch die richtigen, ernsten Einsätze beginnen. Was für echte Kerle, denn hier wird mit tödlichen Kugeln geschossen. Lediglich das Sondereinsatzkommando kann auf Gummigeschosse zurückgreifen. Drei Schwierigkeitsstufen stehen dabei zur Wahl und sind demnach mit der Dicke der Kevlar-Weste einzustufen, denn während sich die KI der Gegner nur minimal verändert, hält man im einfachen Spielmodus noch einem ganzen MG-Magazin stand und die harten Kerle werden schon nach ein paar Schüssen das Zeitliche segnen.
Bevor man eine Mission beginnt, üblich eine Geiselnahme, ein Terrorverdacht oder einfach nur das personifizierte Chaos in der Stadt, gilt es zunächst das Missionsbriefing zu lesen, seine Leute zu rekrutieren und auszustatten und dann mit dem Dreamteam in die Schlacht zu ziehen. Der Nachteil an der Gesichte ist, dass es fast egal ist, für welche Waffen man sich entscheidet, denn wer nicht mit Gummigeschossen oder Taser rumballert, wird am Ende harte Strafen kassieren und nicht alle freispielbaren Goodies, wie Videos eines echten New Yorker SWAT-Teams oder Artworks freispielen können. Selbst neue Waffen können von Mission zu Mission einfach in der Gegen rumliegen und sind dann permanent für die Zukunft verfügbar. Missionstechnisch sieht das Spiel wie folgt aus. Eine Truppe an Superbullen rennt durch die Straßen, um Gebäudeecken oder nicht so schöne Viertel New Yorks, und muss dort aufräumen. Dabei gilt es meist sehr vorsichtig zu agieren, denn bekanntlich liegt in der Ruhe die Kraft. Wenn erstmal ein wildes Geballer entsteht, ist es schwierig Ruhe in das Geschehen zu bringen – überall stürmen neue Gegner herbei und die Situation eskaliert mit dem Resultat, dass zahlreiche unschuldige Bürger ihr Leben lassen. Und wie sagte schon der serbische Schriftsteller Danilo Kiš so schön? „Wer um Hilfe ruft, nimmt in Kauf, dass die Polizei kommen könnte."
Officer am Boden, ich wiederhole: Officer am Boden!
Während das Missionsgeschehen sich doch sehr schnell als äußerst monoton rausstellt, bekommt der geneigte Sondereinsatz-Gesetzeshüter zumindest zahlreiche Videos erzählt, wie die Geschichte von Kurt Wolfe und seinem Aufräumtrupp. Nach jedem erfolgreich bestandenem Einsatz wird auch das Team mit neuen Erfahrungen belohnt, die manchmal die Fertigkeiten des Trios aufrüsten. Da wären Genauigkeit, Einschüchterung, Befragung, Beobachtung und Führungsstil. Je nach Mission können „befragten“ Terroristen schneller Informationen entlockt werden oder die Schussgenauigkeit der Cops erhöht sich. So spielt man ein oder zwei ausgedehnte Nachmittage lang, bis auch schon die Credits den Screen schmücken.
Gameplay:
Die Komplexität des Spiels ermöglicht keinen Direkteinstieg, ohne zunächst das Tutorial auszuprobieren. Es gibt zahlreiche Tastenkombinationen zum Kommandieren der Truppe, zum bestimmten Öffnen der Türen, zum Schießen und für mehr. So kann man selbst entscheiden, ob eine Tür ganz normal geöffnet wird, aufgetreten, aufgesprengt oder man eine Vormarschtaktik via Blendgranate wünscht. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt und so bedarf es schon einer gewissen Einübungszeit, um sich an das Konzept zu gewöhnen.
Grafik:
Optisch gesehen machen die Videosequenzen und echten Videoaufnahmen eines New Yorker SWAT-Teams eine sehr gute Figur. Die ganze Grafik des Spiel beläuft sich auf die typische PSP-Kost. Egal ob man ein „Dungeons & Dragons“, ein „Warhammer“ oder eben ein „SWAT“ vor sich hat, die Optik ist gelungen, aber auch nicht erstaunlich. Alle Level sind mit netten Details ausgestattet, wie die papierüberfluteten und reichlich überfüllten Büroräume oder die verlotterte U-Bahnstation. Nett ansehnlich, aber mehr nicht.
Sound:
In Sachen Sounds können die Sprachsamples am besten überzeugen, wenn beispielsweise der nette Freund und Helfer wieder durch die Gegend brüllt, um den Dicken zu markieren. Die musikalische Untermalung ist angenehm, aber schafft ebenfalls keine übermäßige atmosphärische Hingabe - wie die optischen Komponenten zuvor schon. Zudem muss bedacht werden, dass Ballergeräusche eh das sind, was am häufigsten ertönt. Sicherlich nicht jedermanns bevorzugte Musikrichtung.
Features und Besonderheiten:
Neben dem eigentlichen Hauptspiel gibt es zahlreiche Elemente, die den wachsamen Spieler bei Laune halten. Ein RPG-artiges Aufwerten der Truppe, freispielbare Videos, Artworks sowie ein Multiplayermodus gehören zu den wohl markantesten Features, die sich allesamt recht ordentlich in das Konzept einordnen.
Multiplayer:
Im Mehrspielermodus können 2 bis 4 geneigte Ordnungshüter zeigen, was sie auf dem Kasten haben. In den Spielmodi „Rodeo Round-Up“ oder „The Great Escape“ gilt es beispielsweise, die vorhandenen Multiplayermaps unsicher zu machen, dabei möglichst viele Feinde, mit Zeitdruck im Nacken, zu erledigen oder zu verhindern, dass eine Terroristengruppe aus einem Einsatzgebiet fliehen kann.
Fazit:
„SWAT: Terget Liberty“ ist eine taktische Sondereinsatzsimulation, die nur in den Grundzügen gelungen ist. Es fehlt einfach der nötige Pepp, damit das Spiel nicht nach der zweiten oder dritten Mission zum reizlosen Einheitsbrei wird. Zwar haben die Entwickler versucht, mit RPG-Elementen und freispielbaren Goodies einen gewissen Spielreiz zu erzeugen, dennoch bleibt lediglich ein recht annehmbares Spiel für Genrefans, die aber mit einem „Killzone Liberation“ besser bedient wären. Dem Titel mangelt es einfach an taktischem Tiefgang, an spielerischer Raffinesse und Umfang. Schade eigentlich, denn hier wäre mehr drin gewesen. Gerade im Bezug auf die großen Brüder des Spiels erkennt man, dass das Potential auf alle Fälle vorhanden ist.
Geht stets taktisch vor (und auch zurück): Kevin Jensen [Iceman] für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an Vivendi Games für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Komplexe und eintönige Tastencombos, aber bedienbar. |
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GRAFIK
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Einfacher PSP-Standard mit netten Detailelementen. |
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SOUND
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Auch hier keine Glanzleistung - vor allem „dudelt“ das Gewehr. |
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FEATURES
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Einige Elemente, die den Spieler bei Laune halten. |
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MULTIPLAYER
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Spaßig, wenn man Leute mit SWAT in greifbarer Nähe kennt. |
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GESAMT-
WERTUNG:
60%
Mobilitätsfaktor: [7 /10] "Der Einsatz gelingt auch unterwegs einwandfrei."
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Details
Spielname:
SWAT: Target Liberty
Publisher:
Vivendi Games
Developer:
3G Studios
Genre:
Strategie
Release:
nicht bekannt
Multiplayer:
Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Screenshots:
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