Sega Rally
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Sega Rally
Review vom 22.10.2007
Der zehnte Monat im Jahr, mancherorts fallen trotz unaufhaltsamer globaler Erwärmung die ersten Schneeflocken, große Discounter verkaufen bereits Unmengen an Lebkuchen, Adventskalendern und anderen weihnachtsangehauchten Krimskrams und auch für Spieler beginnt mit dem Ende des Sommerlochs eine ganz besondere Zeit. Die Zeit, in der bekanntlich für jeden Gamer etwas dabei sein wird. Zwar muss noch einige Male geschlafen werden, bis das Christkind die Glocken läutet, doch gibt es für einen geneigten Zocker bekanntlich nichts schöneres, als sich die Zeit des Wartens mit allerhand Software-Leckereien zu versüßen. Mit SEGA Rally erschien ein Titel, an dem nur wenigen Rally-Fans ohne mit der Wimper zu zucken vorbei schreiten können. Massenhaft Hype rund um den Titel, welcher für verschiedenste Plattformen erscheint, doch wie schlägt sich die Variante für die portable Playstation wirklich?
Sicherlich war es für SEGA nicht leicht, sich im Genre des virtuellen Rally-Sports der PSP zu etablieren, erschien mit Colin McRae Rally 2005 Plus schon vor langer, langer Zeit ein Spiel, das so gut wie alle Wünsche des Simulations-Fans erfüllen, wenn nicht sogar übertreffen, konnte. Schnell landet man auch nach dem Einschalten des Handhelds und dem Erstellen des Profils im Hauptmenü, in welchem man von vielerlei verschiedenen Unterpunkten angelächelt wird. Natürlich darf ein Karriere-Modus nicht fehlen und wer nur eine viertel Stunde hineinschnuppert, wird nicht nur erkennen, dass man bei SEGA mit Monotonem Game-Design nichts am Hut haben möchte und stattdessen – trotz des immergleichen Spielprinzips – möglichst viel Abwechslung mit ins Spiel bringen will. Natürlich zählt im Endeffekt weiterhin nur, wer der Erste im Ziel ist.
Die Karriere unterteilt sich dabei in verschiedene kleine Turniere, welche nacheinander absolviert werden müssen. Nicht immer ist es von Nöten, sich den ersten Platz zu sichern, denn erst nach mehreren verschiedenen Rennen werden alle gesammelten Punkte addiert und der Fahrer mit der höchsten Summe darf sich schlussendlich aufs Treppchen verfrachten. Beendet man einzelne Meisterschaften, so schaltet man hiermit eine neue frei, in welcher nun mit anderen Fahrzeugen angetreten werden darf. Neben dem Hauptaugenmerk, der Karriere, bietet SEGA Rally auch die üblichen weiteren Spielpunkte, wie ein „schelles Rennen“ oder die berühmte Jagd um die Bestzeit.
Stichwort Fahrzeuge: Allesamt lizenziert und die recht hohe Anzahl lässt so manchem Spieler die Augen leuchten. So findet man nicht nur die aktuellen Rally-Karossen wie den Mitsubishi Lancer Evolution, sondern auch fast vergessene Gefährte wie den Lancia Super Delta HF aus dem Jahre 1992. Dennoch läuft hier nicht alles richtig, denn weder im Menü, noch sonst wo sind Informationen darüber zu finden, welches Fahrzeug die bestimmten gewünschten Eigenschaften erfüllen kann und so kann man lediglich durch eine Testfahrt herausfinden, ob der gewählte Wagen wirklich das hält, was das Aussehen verspricht. Schade. Doch besteht immerhin die Möglichkeit, den fahrbaren Untersatz bzw. die Bereifung unabhängig vom Fahrzeugtyp auszuwählen. So stehen vor einem jeden Rennen drei verschiedene Arten zur Verfügung, die – wer hätte es gedacht – jeweils für ein bestimmtes Terrain optimal abgestimmt wurden.
Dass man im Vergleich zu New-Gen-Konsolen einige Abstriche machen muss, versteht sich fast von selbst, dennoch hat man darauf geachtet, dass der Spieler keine großartigen Unterschiede feststellen kann und so packte man einige neue Strecken auf die kleine Scheibe und veränderte die Fahrphysik. Zweiteres gehört mit zu den wichtigsten Faktoren, die über den Kauf oder Nicht-Kauf eines Rally-Titels entscheiden und wer einmal Hand an ein älteres McRae Rally-Spiel gelegt hat, wird sich entweder sofort mit der realistischen Physik angefreundet, oder den Controller schnell wieder in die Ecke gepfeffert haben. SEGA hat hier einen akzeptablen Zwischenweg gewählt und verzichtet zwar nicht auf eine großzügige Priese Simulation, gestaltete die Fahrphysik jedoch so, dass auch Neulinge und Fans von Fun- und Arcade-Racern innerhalb weniger Minuten an das Gameplay gewöhnt sein werden. So zeigt sich die Einsteigerfreundlichkeit auch darin, dass das Spiel kleinere bis mittelschlimme Fehler verzeiht und man nicht direkt von der Strecke katapultiert werden wird. Auch nimmt das Anecken mit einem Zaun kaum Geschwindigkeit, was vor allem die Freunde der puren Simulation stören, alle anderen jedoch erfreuen wird. Schade aber, dass man komplett auf ein Schadensmodell verzichtet hat. Dass sich die angesprochene Fahrphysik je nach Beschaffenheit der Fahrbahn verändert, ist ebenso verständlich und genretypisch.
Im Bezug auf den Umfang lässt sich kaum meckern und vor allem dann nicht, wenn man sich die Terrainvielfalt vor Augen führt. Es gibt kaum Areale, die hier nicht befahren werden können. Von eisiger Kälte über tropische Hitze auf sandigem Boden bis hin zu oder Schotter und geteertem Weg ist für wirklich jeden etwas dabei. Und das auch noch ziemlich ausgewogen.
Grafik:
Was die kleine Power-Kiste aus dem Sony-Lager wirklich kann, wurde in der Vergangenheit zwar schon oft gezeigt, doch sieht man nicht nur an optischen Highlights wie God of War: Chains of Olympus, dessen Veröffentlichung noch aussteht, sondern auch unser heutiger Testkandidat. Denn auch bei SEGA Rally werden Grafik-Fetischisten kaum Abstriche machen müssen und vollends auf ihre Kosten kommen. Die Weitsicht ist schier unglaublich, die verschiedenen Areale kommen schick und klar daher und auch im Detail lies sich SEGA nicht lumpen und so erfreut das Blitzlicht eines Fotoapparats ebenso wie der Punkt, dass das Auto wirklich erst dann mit Dreck und Morast verschönert wird, wenn man auch wirklich über entsprechenden Untergrund heizt.
Sound:
Genretypisch fällt natürlich auch hier zu aller Erst die Stimme des Beifahrers sofort auf. Zwar wurde die englische Stimme nicht in die deutsche Sprache synchronisiert, doch da das Repertoire der Kommandos des Beifahrers auf einige wenige beschränkt, stellt dies kein weiteres Problem dar. Statt einer – nicht Otto-Normalverbraucher freundlichen – kryptischen Aussage schallt dem Spieler zum Beispiel ein einfaches „Easy left“ um die Ohren. Auch die Motoren- und Umgebungsgeräusche gehen noch in Ordnung, mehr leider nicht. Die Musik ist wie immer Geschmackssache und sorgt dennoch nicht unbedingt für pures Racing-Feeling.
Features und Besonderheiten:
Neben den obligatorisch freischaltbaren Fahrzeugen, Strecken und Meisterschaften ist es vor allem der Mutliplayer, der besonders schön ausgefallen ist. Hier hat man sich ausnahmsweise wirklich mit den Möglichkeiten des Handhelds auseinander gesetzt und so verfügt SEGA Rally nicht nur über einen lokalen Multiplayer, welcher auch das zu selten vorhandene Game-Sharing unterstützt, sondern ebenfalls über die Möglichkeit, sich in den Weiten der Online-Welt zu duellieren. Dies funktionierte während unserer Testphase ohne Abstürze oder derartige Zwischenfälle.
Fazit:
Sega Rally lässt sich zwar nicht direkt mit den Spielen der McRae-Reihe vergleichen, da man vor allem im Bezug auf die Fahrphysik einen etwas arcadelastigeren Weg eingeschlagen hat, muss sich jedoch nicht zwingend hinter ihnen verstecken. Der Umfang ist bei einem etwas geringen Schwierigkeitsgrad gut und auch technisch bewegt man sich auf hohem Niveau – leider leiden die Ladezeiten hierunter. Die Frage zwischen Colin McRae Rally 2005 Plus und SEGA Rally kann nicht eindeutig geklärt werden, da beide Spiele ihren eigenen Charme haben und in verschiedenen Bereichen eine bessere Figur als der jeweils andere Titel machen. Kurzum sollten Spieler, die Simulationen meiden, aber dennoch nicht auf den Rally-Spaß verzichten wollen, auf jeden Fall zu SEGA Rally greifen.
Max Zeschitz für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Einsteigerfreundlich, aber weniger Simulation. |
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GRAFIK
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Detail- und Abwechslungsreiche. Fein! |
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SOUND
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Motoren und Effektgeräusche in Ordnung. |
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FEATURES
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Freischaltbares, Multiplayer, Lizenzen uvm. |
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MULTIPLAYER
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Offline, online, game-sharing. Dafür wenig Modi. |
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GESAMT-
WERTUNG:
80%
Mobilitätsfaktor: [6 /10] "Etwas zu lange Ladezeiten, aber noch im akzeptablen Bereich."
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Details
Spielname:
Sega Rally
Publisher:
Sega
Developer:
Bugbear Entertainment
Genre:
Racing
Release:
20.09.2007 (erschienen)
Multiplayer:
ja, auch online
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (16)
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