Brave Story: New Traveller
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Brave Story: New Traveller
Review vom 03.10.2007
Nachdem die Rollenspiel-fanatische Fangemeinde auf der PSP bisher, abgesehen von einigen Ausnahmen, eher unberücksichtigt war, kommen nun erste eigenständige RPG-Titel aus Japan auch zu uns in den Westen. Den Anfang hierbei machen Spiele wie beispielsweise „Dragoneers Aria“, „Brave Story: New Traveler“ und das kürzlich auch in Europa erschienende „Tales of the World: Radiant Mythologie“. Aber damit ist noch nicht Schluss - so kommen bald erste „Final Fantasy“-Perlen auch auf Sonys portabler Multimediastation. Hierbei kennt man bereits „Final Fantasy Tactics“, welches es leider noch nie nach Europa geschaffen hat. Doch diesmal bleiben wir nicht davon verschont, „Final Fantasy Tactics: The Lions War“ erscheint nun zeitgleich in Europa und Amerika.
Doch genug der Vorrede, widmen wir uns wieder den wichtigen Teilen des Berichtes. Wie schon an der Überschrift erkennbar, werden wir uns heute voll und ganz „Brave Story: New Traveler“ zuwenden. Ein Exemplar davon erreichte uns frühmorgens, welches während des gesamten, darauffolgenden Tages in dem UMD Laufwerk diverser PSP-Konsolen rotierte. Das Ergebnis? Seid gespannt...
Rollenspiel und Reiseziel – zwei Elemente vereint in einem Game
Startet man das Spiel, wird man als junger Tatsuya irgendwo nach Japan geschickt. Dort ist man eigentlich nur dazu da, um mit Freundin Miki und Hund Kratos Gassi zu gehen. Doch, wie bei einigen Lesern wohl auch, ist die eigene PlaystationPortable wichtiger als ein Hund, welcher seinem Drang gerade keinen freien Lauf lassen kann. Nach einem kurzem Monolog seitens Miki verlässt euch der treue Hund Kratos - die Kleine passt natürlich auf und folgt ihm, doch ihr seid viel lieber mit dem Spiel beschäftigt, anstatt euch um den Köter zu kümmern. Kommt was kommen musste, fällt Miki aus unerklärlichen Gründen ins Koma. Nun erhaltet ihr von einer weiblichen Stimme, die durch einen Frosch spricht, eine Aufgabe, die das Leben des Spielers und das der kleinen Miki stark verändern werden. Also, auf ins Abenteuer, New Traveler!
Danach beginnt man mit der Charakter Erstellung: Das Aussehen kann nicht verändert werden, dennoch lassen sich aber Namen und Statuswerte bestimmen. Die Werte werden dem Spieler durch 4 Fragen zugeteilt, einen direkten Einfluss habt ihr darauf allerdings nicht. Zuletzt bekommt man noch das Schwert des Travelers, welches sich je nach Spielfortschritt in Aussehen und Kampfkraft verändert. Danach werdet ihr in die Welt namens Vision versetzt – zu Beginn Schauplatz eures Abenteuers. Sofort von Anfang an kommt die junge Yuno, welche ein paar Katzenohren hat, in eure Gruppe dazu. Sie wird den Spieler in schwierigen Spielphasen unterstützten, da sie mit ihren Heilzaubern und ihrer Schönheit dem Gegnergesocks zum Problem werden dürfte... Doch die Gruppenzusammenstellung ist damit noch längst nicht zuende, kommen ja noch ein paar Mitglieder, wie z.B. Echsenmenschen, hinzu.
Die Story des Spieles ist sehr monoton. Insgesamt wird man während des gesamten Abenteuers kaum Abwechslung bekommen: Man läuft stattdessen von einem Dungeon aus zur nächsten Stadt, wieder in den nächsten Dungeon, wieder in die nächste Stadt, usw. Obligatorischerweise kommt nach jedem Durchlauf einer gefährlichen Zone auch ein Endgegner, welcher sich jedoch kaum von den normalen Gegnern unterscheidet. Einzig die Anzahl der Lebenspunkte ist etwas erhöht worden.
Im Kampf steht man seinen Gegnern rundenbasiert gegenüber. Ihr gebt euren Charakteren den Befehl zum Angriff, zum Zaubern, etc. Diese werden dann innerhalb der Runde je nach Geschwindigkeitswert ausgeführt. Eine besondere Option ist es, zwei oder drei Charaktere gemeinsam angreifen zulassen. Somit kann man seinem Gegner eine ordentliche Portion Schaden zufügen oder gegebenenfalls auch die eigene Gruppe unterstützten. Mehr als drei Angreifer wird es jedoch nicht geben, da maximal 2 eurer Freunde den gefährlichen Weg begleitend miterleben. Im Laufe der Zeit lernt man neue Angriffe und Fähigkeiten, welche sich nahtlos in das vorhanden Repertoire einfügen. Diese bekommt man nach einem Level-Up, ein besonderes Skill-System gibt es aber nicht. Neben den Fähigkeiten lassen sich in typischer RPG-Weise auch Waffen und Rüstung anlegen, sowie drei verschiedene Zubehör-Bestandteile. Diese müsst ihr euch aber erst einmal selbst zurechtschmieden, wozu ihr neben den verschiedene Zutaten auch noch das Rezept benötigt. Selbiges findet man wiederum in jedem Dungeon und jeder Stadt, sie enthalten aber auch Zubereitungsinformationen für Waffen und andere Dinge und sorgen vor allem im weiteren Spielverlauf für mehr Abwechslung. So werden mit verschiedenen Zubehören nicht nur Statuswerte erhöht, sondern es wird auch die HP-Regeneration sowie der Magieverbrauch gesenkt, und neue Fähigkeiten mit freigeschalten. Insgesamt kann „Brave Story: New Traveler“ jedoch nicht wirklich mit Innovation auftrumpfen. Das Kampfsystem ist altbacken und bietet dem gewohnten Rollenspieler-Menschen kaum neues Futter, und zudem ist durch die schnelle Mana-Regeneration kaum ein Schwierigkeitsgrad zu erkennen. Schade!
Einzig die Grafik wäre zu erwähnen, welche von normal bis zu hin zum „Wow!“-Effekt reicht. Normal ist sie beispielsweise, wenn man in einem Wald isometrisch auf den Helden schaut. Der besagte „Wow!“-Effekt kommt jedoch erst im Kampf oder in den Zwischensequenzen zur Geltung. Soundtechnisch ist ebenfalls nicht zu viel zu erwarten, auch wenn ab und zu eine gelungene Sprachausgabe die Handlung fortsetzt und gelungen untermalt.
Gameplay:
Wie schon eingangs erwähnt, ist das Gameplay schon von anderen Spielen her bekannt. Die Kämpfe sind selbst Anfängern noch viel zu leicht, stellt man doch nach jedem Angriff die eigenen BP (Synonym für Bravery Points, bekannter wohl unter Magie Punkte) wieder her. Auch im späteren Spielverlauf nimmt der Schwierigkeitsgrad kaum zu. Selbst bei einem Bosskampf braucht man in den seltensten Fällen einen zweiten Anlauf. Dafür lässt sich das Spiel relativ flott und mit wenigen Ladezeiten spielen, was wieder ein Vorteil für die Mobilität ist. Während man durch Städte und Dungeons läuft, schaut man von oben direkt auf das Spielgeschehen. Tatsuya und Co. flitzen nur so durch verschiedene Wälder, Höllen, Wüsten, Schlösser, Dörfer und alle anderen von Rollenspielen gewohnten Schauplätzen. Die eigentliche Steuerung von „Brave Story“ ist einfach und selbsterklärend. Eine große Einweisung ist nicht nötig, zielsicher wandert der Zeiger durch die Menüs. Auch auf dem Feld gibt es kaum Probleme, aufgrund der komfortablen Tastenbelegung - auch hier ist also nicht mit Schwierigkeiten zu rechnen. Leider ist das Speichern nur an verschiedenen Punkten möglich, selbst auf der Landkarte ist es nicht erlaubt an Ort und Stelle seinen Spielstand auf den Memory Stick auszulagern. Somit gibt es hier wieder etwas Punkteabzug auf der Mobilitäts-Skala.
Grafik:
Die Grafik ist einer der Parts, welche in diesem Spiel eine besondere Erwähnung findetn sollten: Mit jeder Menge Blend-, Blur- und Flare-Effekten geht „Brave Story“ hier einen neuen Weg. Auch die Texturen der Haare fielen dem Tester hierbei besonders auf. Insgesamt ist die Anime-Aufmachung des Spiels gelungen und der wohl beste Aspekt von „Brave Story“. Hier wurde wahrlich ein Meisterwerk auf das Display gezaubert, welches selbst andere Vertreter der grafisch anspruchsvolleren Titel in den Schatten stellt. Einige der Zwischensequenzen sind sogar voll automatisch ablaufend und demonstrieren die wahre Pracht des Spiels. Alle Animationen der Helden sind ausgefallen und nachvollziehbar. Weiterhin sind die Modelle scharf modelliert, mit den ein oder anderen Effekt-Spielereien versehen. Vor allem im Kampf, wenn manche Spezialtricks ins Spiel kommen, sieht man wie gut hier die Grafik von „Brave Story: New Traveler“ funktioniert. Doch dass nicht alles Gold ist was glänzt, wissen auch die meisten RPG-Spieler. So ist es zeitweise doch etwas langweilig, immer durch die gleichen Dungeons zu laufen. Die meisten Zwischensequenzen sind aus der Standardansicht, so das auch hier schnell die Motivation verschwindet. Mit Sehnsucht wartet man auf den nächsten animierten Part des Games, doch kann es sich manchmal um Stunden handeln bis man wieder einen zu Gesicht bekommt. Ein nettes Gimmick ist das Schwert eines Travelers, welches sich in dem Spiel stetig verbessert. Dafür muss man es mit fünf Edelsteinen aufrüsten. Nach einem Fund bekommt das Schwert ein komplett neues Aussehen, wobei man bemerken muss, dass diese Waffe fast so groß ist wie der Protagonist selbst.
Sound:
Die Untermalung mit der Musik ist, kurz gesagt, unauffällig. Leise im Hintergrund dudeln die verschiedenen Stücke vor sich hin, das Augenmerk liegt hier viel eher auf der Grafik. Während des Kampfes gibt es zwar hier und da noch ein paar Effekte und auch die Gruppe hinterlässt ab und zu einen anderen Laut, aber auch hier ist im Großen und Ganzen nichts Auffälliges festzustellen. Nett dafür ist aber die Sprachausgabe, welche ab und zu einsetzt. In fließendem Englisch bekommt man so die Stimmen der verschiedenen Charaktere zu hören. Leider umfassen diese Dialoge nicht den Löwenanteil des Spieles, sodass nur wenige dieser Zwischensequenzen zu den besten Stellen von „Brave Story: New Traveler“ gehören können.
Features und Besonderheiten:
Viel ist in diesem Kapitel nicht zu erwähnen: Nett ist immerhin das „Fang den Vogel“-Spiel, in dem ihr nebenbei auch noch einige Piepser fangen könnt. Diese lassen sich dann noch trainieren, sodass man mit ihnen gegen andere Spieler auf der Welt von Vision kämpfen kann. Dies war es aber schon mit den Besonderheiten. Neben dem verschiedenen Aussehen des Schwertes und der Sprachausgabe gibt es hier leider nicht viel aufzuzählen. Ein Wireless-Modus ist zwar auch mit drinnen, dieser beschränkt sich aber lediglich auf das erwähnte Minispiel mit den Zwitschervögeln.
Fazit:
Es hätte mehr werden können. Die untermalende Story bietet gute Ansätze, scheitert jedoch an der viel zu monotonen Ausführung. Der Sound passt zwar ins Geschehen, aber bietet nicht den von erfolgreichen Rollenspielen gewohnten Ohrwurm. Und wo bleibt bitte die Abwechslung auf der langen Reise? Die ganze Zeit durch Dungeons zu rennen und Endgegner besiegen ist auf die Dauer recht langweilig - ein paar nette Minigames, interessante Dialoge und ein verbessertes Kampfsystem wären hier nötig gewesen. Dennoch bietet „Brave Story: New Traveler“ für ein Rollenspiel auf der PSP ungesehene Dinge, welche vor allem für Zocker, die sonst gelangweilt auf das monotone Puzzle-Display schauen, interessant sind. Für Profis kann aber nur eine bedingte Kaufempfehlung gegeben werden.
Hans Kratochwil für PlaystationPortable.de
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GAMEPLAY
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Solide aber monoton. |
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GRAFIK
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Nett anzuschauen und konkurrrenzfähig. |
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SOUND
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Nette Sprachausgabe, aber die Musik ist zu eintönig. |
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FEATURES
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Bis auf ein Minispiel nicht wirklich umfangreich |
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MULTIPLAYER
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Kein richtiger Multiplayer, sondern nur ein Minispiel. |
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GESAMT-
WERTUNG:
67%
Mobilitätsfaktor: [7 /10] "Kurze Ladezeiten, teilweise aber sehr dunkel"
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Details
Spielname:
Brave Story: New Traveller
Publisher:
Sony Computer Entertainment
Developer:
Game Republic
Genre:
Rollenspiel
Release:
nicht bekannt
Multiplayer:
nein
Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Screenshots:
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