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Könige der Wellen


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Könige der Wellen Review vom 27.09.2007

Wenn man das Wort „Lizenzspiel“ auch nur mit einem unbedarften Hauch von sich gibt, so kann das ohne Weiteres die nähere Umgebung in Angst und Schrecken versetzen. Warum das so ist, liegt genau so gut auf der Pranke wie ein schmucker Handheld. So präsentieren sich Titel zu Kinofilmen, Serien oder Comics recht oft als lieblos, ideenlos, und vor allem von einer schrecklichen technischen Seite. Fasst man all diese modrigen Zutaten zusammen, hat man den Grundstock für ein typisches Lizenzspiel, oder anders gesagt – ein Naturgesetz. Doch Regeln sind dafür da, um gebrochen zu werden, und so schickt Ubisoft die Filmversoftung des Animationsstreifens „Surf´s Up – Könige der Wellen“ in die Schlacht um den Zocker, und den höchsten Absatz. Ob der Titel zum Film genau diese grausame Regel bricht, oder eben nicht – das hat sich unser Testlabor bei einem gemütlichen Malzbier (oder waren es doch mehr?) einmal näher angeschaut.

Ein wenig verwundert ist der verdutzte Tester schon, als er sich die Verpackung des Spiels näher zu Gemüte führt. Ein Film von Sony Pictures Animation und Sony Pictures in Kombination mit Columbia Pictures – da sollte man doch eigentlich meinen, dass sich ebenfalls die Sony Studios einer Umsetzung für den hauseigenen Handhelden mit Namen PlaystationPortable gewidmet haben. Das Schnitzel hat sich dann aber doch Ubisoft gesichert – guten Appetit. Also; schnell den kleinen Silberling im UMD-Laufwerk versenkt, und ab die Post. Genauer gesagt sollte es aber eigentlich heißen „und ab das Surfboard!“. So beschäftigt sich auch die Versoftung ganz mit dem beliebten Brettsport auf der Jagd nach dem besten Wind und der größten Welle. Dem ganzen fügt man noch einige abgefahrene Locations, Rampen und Hindernisse nebst einem Haufen versierten Pinguine samt einem durchgeknallten Hahn hinzu, und schon hat man sämtliche, wichtige Zutaten für einen Racer der etwas anderen Art parat.

Tatsächlich widmet sich „Surf´s Up – Könige der Wellen“ eindeutig dem wohl am Meisten vertretenen Genre auf der PlaystationPortable – dem Funracing. Der Teufel steckt allerdings auch hier ganz offensichtlich, und diesmal nicht versteckt im Detail, und so ist das frische Werk aus den tiefsten Tiefen von Ubisoft ein Stück Innovation und bietet im wahrsten Sinne des Wortes eine frische Welle auf dem leicht angerostetem Genregestell.

Bevor es so richtig zur Sache gehen kann, stimmt das Spiel schon einmal mit einem humorvollen Vorgeplänkel auf Kommendes ein. So wird der Spieler von Zeit zu Zeit Zuschauer eines Fernsehsenders mit einem äußerst merkwürdigen Kommentator, welcher den schmalen roten Faden gehörig vorantreibt und einige Informationen zum eher nebensächlichen „Drumherum“ bietet. So orientiert sich „Surf´s Up – Könige der Wellen“ zwar nicht unbedingt direkt am Kinofilm für das jüngere Publikum, wer sich allerdings mit dem Film auskennt, findet sicherlich die eine oder andere Parallele. Überhaupt stimmt die gesamte Aufmachung auf das eigentliche Ereignis, dem Surfen ein. Da lassen sich zum Beispiel Szenen aus dem Film, neue Surfboards, Strecken und Charaktere frei schalten – vorausgesetzt, man zeigt den anderen Teilnehmern, wo der Hammer hängt, und das lässt es sich bekanntlich noch immer direkt im Ort des Geschehens in die Tat umsetzen.

Von Tieren, die plötzlich das Surfen lernten…
Besser gut kopiert, als schlecht erfunden – genau auf diesen Gedanken wird man kommen, wenn man als 16:9 Zocker schon einmal aus dem prall gefüllten Topf der Funracer genascht hat. So bietet das Spiel zahlreiche, bereits bekannte Elemente. Seien es die PowerUps, mit denen man sich selbst einen Vorteil durch zum Beispiel eine enorme Beschleunigung verpassen kann, oder all die fiesen kleine Gimmicks, mit denen das Leben der KI-Kumpanen so richtig schwer gemacht werden kann. Auch mit dabei sind die Beschleunigungsstreifen, welche annährend den gleichen Ton von sich geben wie es bereits in „Wipeout Pure“ der Fall gewesen war. Das eigentlich spannende ist die Szenerie – schon einmal Pinguine oder gar einen Hahn auf einem Surfboard um die Wette surfen gesehen? Doch es ist nicht nur dieser Punkt, der den Titel zu etwas außerordentlichem macht. So zeigt sich auch das Gameplay in einem recht schicken, und vor allem durchdachten Gewand.

Unmittelbar vor dem Start auf einer feuchtfröhlichen Rennstrecke startet ein obligatorischer Counter. In gewohnter Manier wird der X-Button schon einmal kräftig aufgeheizt, um in dem richtigen Moment auf Geschwindigkeit getrimmt zu werden – das ist genau der Drehpunkt, über welchen der Zocker schon im ersten Moment mit einem Knicks in das Stolpern gerät. So handelt es sich hier nicht um einen feurigen Rennboliden, sondern um ein Surfbrett – und das möchte zunächst bestiegen werden, bevor losgesurft werden kann. Pro surfwilligen Tier gibt es gleich mehrere Boards mit der Zeit zu ergattern, womit sich auch die Buttonkombination ändert, um auf Geschwindigkeit zu kommen.

Ist man dann erst einmal wie von Zauberhand auf Touren gekommen, neigt sich der Analognub – oder wahlweise das D-Pad - wie von selbst in Richtung oben. Dies stellt sich allerdings als vollkommen unnötig heraus, denn das Board bleibt ohne Zutun des Hobbysurfers vor dem 16:9er auf Geschwindigkeit. Trotzdem gibt es mehr als genug zu tun, und vor allem zu erleben. Während eine simple Rennstrecke relativ langweilig sein kann, bietet sich den tierischen Surfern jede Menge Rampen und auch einige äußerst schmale Bretter, um einmal so richtig zu zeigen, was in ihnen steckt. Passend dazu dürfen nach Herzenslust Tricks vollführt werden, welche ein Punktekonto so richtig anschwellen lassen. Hierzu muss in einem knappen Zeitfenster eine richtige Tastenfolge gedrückt werden. Nach ein wenig Übung stellt sich dies als gut erreichbar heraus und bringt viel Spaß – und das, obwohl die eigentlichen Kunststücke dank weniger Animationsstufen nicht wirklich spektakulär ausschauen. Insgesamt bietet das Surfspiel durch genau diese Features echte Abwechslung und vor allem die Jagd nach dem höchsten Highscore nebst einer guten Platzierung im Rennen.

Feucht, feuchter, am feuchtesten!
Auch von den einzelnen Strecken in Form diverser Cups gibt es Gutes zu berichten. So darf auf zahlreichen und bisweilen sehr unterschiedlichen Strecken nach Herzenslust gesurft werden – bis hin zu einem heißen Vulkan. Es gibt viel zu erspielen und vor allem zu sehen – so ist für Motivation gesorgt. Langezeitmotivation bietet der Titel aus dem Hause Ubisoft hingegen nicht unbedingt. Zwar sind die Strecken abwechslungsreich, aber bis die Credits über den Bildschirm flimmern, werden bei geübten Zockern nur einige Stunden ins Land ziehen. Mit für diesen Umstand verantwortlich ist auch der nicht all zu hoch angesetzte Schwierigkeitsgrad, welcher lediglich moderat ausgefallen ist und an einigen Ecken und Enden ruhig knackiger hätte sein dürfen. Auch die Tatsache, dass das Spiel selbst auf vielen Tracks verschiedene Abzweigungen samt dem einen oder anderen Geheimgang bietet, täuscht über das relativ simple Anforderungsprofil nicht hinweg – das alles tut dem Spaß aber keinen Abbruch.

Neben einem Multiplayer mit satten 8 Spielern sticht besonders die gute, musikalische Kulisse hervor, die mit satten Rocksounds zu gefallen weiß. Wem das nicht ausreicht, der kann eine eigene Musikbox im MP3-Format auf dem MemoryStick in einem simplen Ordnerverzeichnis mit bis zu 20 Tracks erstellen. Wer sich Sorgen wegen der Bitrate macht, kann hier tief durchatmen. So werden insgesamt 11 verschiedene Raten unterstützt, welche auch noch im Handbuch aufgeführt sind. In Sachen Ladezeiten wird der Hobbysurfer in spe ebenfalls positiv überrascht – während zwar im Multiplayer via Game Sharing mit Ladezeiten von bis zu 40 Sekunden gerechnet werden muss, sind es im Singleplayer zwischen den einzelnen Strecken im schlimmsten Fall 5 Sekunden (auf dem alten PlaystationPortable-System getestet). Im Anbetracht an die gute, grafische Aufmachung kann sich dieses Bild mehr als nur sehen lassen. Technisch betrachtet kommt „Surf´s Up – Könige der Wellen“ allerdings nicht immer so aalglatt davon. So gibt es von Zeit zu Zeit Freezes zu beklagen, sprich – das Geschehen friert für einige Sekunden einfach so ein, läuft dann aber tadellos weiter, und sorgt für zahlreiche, spaßige Stunden.

Fazit:
“Surf´s Up – Könige der Wellen“ ist kein Lizenzspiel von der Stange. Endlich ist der Fluch mit dem Namen „generell schlecht“ gebrochen, denn das, was Ubisoft hier auf die PlaystationPortable zaubert, braucht sich im Grunde genommen überhaupt nicht zu verstecken. Sowohl grafisch, als auch im eher arcadelastigen Gameplay schneidet die Surforgie einfach gut ab. Die gesamte und vor allem frische Aufmachung bringt neuen Wind auf den Handhelden der Stunde, punktet im Detail und ist mit bis zu acht Spielern auch im Multiplayer präsent. Ein besonderes Lob geht an die Musikkulisse, welche sogar mit der Möglichkeit daherkommt, Customtracks in das Spiel zu importieren. Mit schmalen Ladezeiten in Sachen Singleplayer fällt ein oft zitiertes Manko auf Sonys Taschenspieler unter den Tisch. Etwas verwunderlich sind gelegentliche Freezes, die aber Dank dem großen Gott der Videospiele nicht all zu oft vorkommen. So bleibt unter dem Strich ein alles andere als schlechtes Lizenzspiel übrig, das aus der Masse mehr als eindeutig hervorsticht.

Malte Latton für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
7 von 10
Grundsolide und gut inszeniert.
GRAFIK
7 von 10
Nette Effekte runden das Spielerlebnis ab.
SOUND
9 von 10
Was will man mehr?!
FEATURES
7 von 10
Da ist so einiges im Kasten.
MULTIPLAYER
7 von 10
Mit bis zu 8 Spielern ins Getümmel.
GESAMT-
WERTUNG:
71%
Mobilitätsfaktor: [8 /10]
"Kurze, knappe Ladezeiten."







Details
Spielname:
Könige der Wellen

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Ubisoft

Genre:
Fun-Racing

Release:
20.09.2007 (erschienen)

Multiplayer:
2-8 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

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