Generation of Chaos
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Generation of Chaos
Review vom 28.10.2007
Es liegt Ärger in der Luft – und zwar ganz gehörig. Zwar endete die Dravanianische Revolution im Jahr 1701, hinterließ dabei aber ein vollständig zerstörtes Land. Was sich im ersten Moment wie eine kleine Lektion in frei erfundener Geschichte anhört, bleibt es vorerst auch, entwickelt sich aber recht schnell zu handfesten Prügeleien, Diplomatie, Politik, und allem, was in seiner kompletten Masse in einem Spiel auf der PlaystationPortable eher selten auftaucht. „Generation of Chaos“ nennt sich das Ganze und kommt mit einem schicken Cover daher. Was sich allerdings in der Box selbst befindet und wie sich die kleine UMD in der Praxis schlägt, dass haben wir in einem unserer gnadenlosen Testlabore einmal genauer unter die berühmte Lupe genommen.
Spielen sich mittlerweile die meisten Spiele auf annähernd sämtlichen Systemen intuitiv, gibt es doch von Zeit zu Zeit echte Spezialisten, die davon gar nichts halten und eher auf ein Gamingerlebnis der kryptischen Art und Weise setzen. Wer an dieser Stelle nur noch Bahnhof versteht und vom aufreizenden Augenschlag von Lieschen Müller so richtig Herzklopfen bekommt, liegt genau richtig. Es ist schon beinahe lächerlich, mit was sich der Spieler in „Generation of Chaos“ herumschlagen soll – und das vor allem ohne ein bitter nötig gewesenes Tutorial. Während man sich zwar mit Kürzeln wie „Shop“, „Map“, „Save“, „Move“ und Konsorten ohne Probleme in Sachen Verstehen arrangieren kann, wird es bei „SKL“, „PRS“ und „INV“ schon wesentlich schwieriger und von alleine eigentlich nicht lösbar. Zwar hilft ein Blick in die Anleitung immer weiter, aber einmal ehrlich – hätte so etwas ernsthaft sein müssen? Das eigentliche Problem an dieser Sache ist nicht nur das fehlende Tutorial, sondern besonders die Tatsache, dass man schon von der ersten Minute an genau mit dieser Problematik konfrontiert wird und bis dato nur Bahnhof versteht. Dieser Umstand wird noch lange Zeit anhalten, wenn man nicht ernsthaft gewillt ist, sich absolut intensiv mit dem Titel auseinanderzusetzen. Ein Mittelweg existiert an dieser Stelle nicht wirklich.
Komplex – und zwar im doppelten Sinn
Wer bereits Spiele wie „Medieval 2 – Total War“ (erschienen auf dem Computer) kennt, wird in „Generation of Chaos“ sofort einige Parallelen entdecken können. So startet das gute Stück auf einer großen Weltkarte. Hier sind nicht nur eigene Gebäude, Ländereien, Städte, Garnisonen und co. verzeichnet, sondern praktischerweise auch gleich die der zahlreichen anderen Parteien. Um überhaupt erst einmal ins Spiel nach der obligatorischen Charakterauswahl samt Klasse zu kommen, gilt es, die dem Zocker zur Verfügung stehenden Einheiten samt Held aus dem Hauptgebäude herauszuholen, und damit in traditioneller, rundenbasierender Manier über die einzelnen Feldmarkierungen auf der sehr großen Weltkarte zu stolzieren – Abenteuer, Ereignisse und co. natürlich mit inbegriffen. Kommt es nach einigen, überquerten Feldern zum Kampf, darf es mit der eigenen, kleinen Armee, welche aus maximal 30 tapferen Recken mit dem Held der Stunde im Gepäck am Start ist, los gehen. Vor dem Kampf darf noch Flux eine Formation und das Verhalten der Truppe festgelegt werden, und schwups – los gedroschen. Wünscht man sich an dieser Stelle ein vielfältiges, intuitives Echtzeitsystem mit einigen Raffinessen, dann bleibt von diesen Wünschen eigentlich annähernd gar nichts übrig. Zwar wird in Echtzeit –wenn auch schier unglaublich träge- gefochten, allerdings darf gerade der Hauptcharakter nicht selbst gesteuert werden, sondern nur indirekt in dem zum Beispiel für den Einsatz von besonderen Fähigkeiten, Magie, und Goodies Sorge getragen wird. Wirklich gutes gibt es insgesamt von der kompletten Aufmachung der handfesteren Art generell nicht zu berichten. Zu lahm, zu kompliziert aufgebaut, und irgendwie mag der Funken einfach nicht überspringen – trotz zahlreicher, verschiedener Einheiten, welche sich nach und nach einsetzen lassen.
Nach einem erfolgreichen Kampf offenbaren sich erneut äußerst viele Möglichkeiten. Sollen die Gefangenen exekutiert oder freigelassen werden? Müssen neue Kämpfer rekrutiert werden? Müssen die eigenen Helden neu ausgerüstet werden? Wohin wird es als nächstes gehen? Insgesamt gibt es schier endlose Möglichkeiten, welche ebenso wenig vor dem Ausbau der eigenen Ländereien, Städte und co. zum eigenen Vorteil inklusive dem typischen Charakterausbau in all seinen Facetten halt machen. Das alles hört sich in der Theorie wirklich fantastisch und nach einem Haufen Spaß und Herausforderungen an, in der Praxis stellt sich der Titel aus dem Hause !Fidea Factory hingegen als komplettes Gegenteil davon heraus. Unnötig verkomplizierte Menüs, Befehle und ein breiter Katalog von Optionen und annähernd allem, was den Braten fett macht zieren in einer erdrückenden Art und Weise das Bild – ganz so, wie es schon das gesamte Kampfsystem vorlebt. Dass auf diese Weise garantiert nur bei den wenigsten Spielern so etwas wie Spielspaß aufkommen mag und vor allem kann, versteht sich leider von alleine und ist die traurige Wahrheit. Doch an dieser Stelle setzt der wohl allerschlimmste Nervfaktor erst so richtig an – ist ein Zug auf der Weltkarte beendet, ziehen sämtliche KI-Parteien nach. Dieser Prozess lässt sich zwar in seiner Geschwindigkeit verdoppelt, das gilt aber nicht für diverse Zauber, welche auf Gebäude ausgesprochen werden können. So stören zwar nicht die moderaten Ladezeiten an sich, welche mit einem komischen „Disc Access“ in blauer Schrift jedes Mal eingeblendet werden, sondern viel eher der nicht enden wollende Mammutzug sämtlicher Parteien, bevor es endlich wieder in Eigenregie weiter gehen kann – unnötig zu erwähnen, wie absolut zeit- und nervraubend dieses System ausgefallen ist.
Zahnrädchen, dreh dich – Von der technischen Seite gesehen
Grafisch präsentiert sich der Titel nicht wirklich von einer umwerfenden Seite, sondern eher sehr angestaubt. Zwar zeigt sich gerne im Getümmel der eine oder andere Zauber mit viel Wumms und Farbe, aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt die Chaosgeneration nun wirklich nicht. Dafür hat man reichlich in den Farbtopf gelangt und die ganze Palette fröhlich ausgenutzt. Unter dem Strich ist dabei ein recht knuffiger Look herausgekommen, welcher sich mittlerweile durch praktisch alle Rollenspiele zieht, welche die Welt im 16:9 Format zu bieten hat. Doch dieser Stil ist nicht sauber umgesetzt worden – so zieht sich ein merkwürdiges, sehr feines, schwarzes Muster über das Schlachtfeld und alles wirkt seltsam düster getüncht. Bekanntlich ist Grafik allerdings nicht alles, und das ist in diesem Fall auch ein recht gutes Fazit.
Tuuut, Tuuut – Für die Ohren
Auch im musikalischen Bereich sieht es nicht spektakulär, aber dafür solide aus. Nette Melodien, eine akzeptable Sprachausgabe –wenn sie denn mal zum Einsatz kommt- und annehmbare Sounds runden das Erscheinungsbild mit der Möglichkeit ab, zwischen japanischer und englischer Sprachausgabe wählen zu können. In Anbetracht an die Tatsache, dass eine Partie „Generation of Chaos“ eine sprichwörtliche Ewigkeit dauern kann, wird man auf kurz oder lang so oder so zum Lautstärkeregler in Richtung links greifen, denn ab einem gewissen Zeitpunkt wiederholt sich einfach alles und fällt dann relativ fix auf die Nerven.
Und der Rest?
Betrachtet man einmal zumindest die 1001-Menüsteuerung, geht alles gut von der Hand; das war es dann aber auch schon. Dafür ist die Steuerung in den Schlachten mehr als nur komisch und irgendwie würde man unglaublich gerne so richtig beherzt eingreifen – das bleibt aber schlicht und einfach versagt. Wer den „Spaß“ einmal selbst ausprobieren möchte, sei an dieser Stelle gewarnt – ein Tohuwabohu ist nichts dagegen.
Fazit:
Wie lange gibt es Videospiele – und wie lange gibt es Rollenspiele? Man möchte es kaum glauben, aber in „Generation of Chaos“ tobt wirklich das Gameplaychaos. Überladene Menüs, komische Befehle, welche nur im Handbuch erklärt werden und mit abartigen Abkürzungen daherkommen, unsaubere Grafiken und noch mehr sinnlose Überfüllung stehen hier ganz groß an der Tagesordnung. Eigentlich ist nichts wirklich gut an diesem Spiel – besonders das Kampfsystem, aus welchem man wirklich viel und vor allem mit wenigen (!!) Handgriffen hätte machen können, ist mit ein sehr großer Nervfaktor im Spiel. Währe dieses Werk das erste seiner Art, dann könnte man vielleicht mit einem zugedrückten Auge all diese erheblichen Mankos in ein anderes Licht rücken – aber so? Warum heißt Sonys Playstation „Portable“? Richtig! Weil man mit ihr unterwegs spielen soll. „Generation of Chaos“ ist allerdings ein schier unglaubliches „Anti-Portable“ Dank endlosen Zügen der KI-Vasallen samt nicht enden wollenden Storyeinblendungen, und das nervt insgesamt einfach nur bis zum Erbrechen. Wer von sich behaupten kann, entweder Nerven aus Drahtseilen oder ein Elefant zu sein, der Zeit wie Haare auf dem Kopf hat, sollte zugreifen – alle anderen widmen sich lieber wieder den aufreizenden Blicken von Lieschen Müller, denn die sind wesentlich spannender als diese Krücke.
Malte Latton für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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GAMEPLAY
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Das schlimmste am ganzen Spiel. |
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GRAFIK
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Geht gerade noch als nett durch. |
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SOUND
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Passend inszeniert – mehr nicht. |
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FEATURES
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Ein bisschen, ein bisschen… |
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MULTIPLAYER
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Keine Wertung. |
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GESAMT-
WERTUNG:
57%
Mobilitätsfaktor: [1 /10] "Nicht wirklich existent."
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Details
Spielname:
Generation of Chaos
Publisher:
THQ
Developer:
Idea Factory
Genre:
Rollenspiel
Release:
14.09.2007 (erschienen)
Multiplayer:
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (6)
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