PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de
SONY PSP
Playstation Portable.depowered by 4players translate2english
Home News Spiele PSN UMDs Artikel Community RSS
Jetzt anmelden!   |   Login:   Nickname:    Passwort:      Passw. vergessen?   
Du bist nicht eingelogged.

Tour de France 2008 - Radsport Manager


  • Testbericht
  • Screenshots (4)
  • News & Videos (1)
  • User (0)
  • Spiel Kaufen
Tour de France 2008 - Radsport Manager Review vom 27.10.2008

Die Tour de France ist das größte und bekannteste Radrennen der Welt. Gerade zur Zeit von Jan Ullrich und Lance Armstrong herrschte ein unglaublicher Hype um diese sportliche Top-Veranstaltung – zumindest solange, bis eine Reihe von unschönen Dopingskandalen nicht nur die einstigen Helden entzauberte, sondern den Radsport allgemein in den Augen vieler diskreditierte. Wer vorne fährt, muss gedopt sein. Die besten Tage der Tour sind also fürs erste gezählt und es bleibt abzuwarten, ob sie sich noch einmal aus dem Dopingsumpf befreien kann, den auch die Presse immer enger schnürt.

Nun gibt es aber eine Sache, der definitiv keine Sportart entkommen kann: Videospielumsetzungen. Bei Fußball oder Autorennen bieten sich virtuelle Nachbildungen perfekt an, bei Langstreckenfahrradfahren allerdings eher nicht. Gerade da es im Radsport eher um körperliche Ausdauer geht, ist eine Versoftung recht schwierig umzusetzen. Die cleveren Entwickler entschieden sich deshalb für ein Managementspiel, und kauften sogar die offizielle Lizenz. Alle Teams und Fahrer der wirklichen Tour de France finden sich im Spiel, ebenso die Etappen - ob das geholfen hat, heil und siegreich am Ziel anzukommen?

Wer seine PSP liebt, der schiebt.
Es gibt vier verschiedene Renntypen: Etappe, Sprint, Bahn und Klassiker. In den Etappenrennen übernehmen wir die Rolle des Trainers und Teamstrategen und können unseren Fahrern Anweisungen geben. So darf man ihnen per Knopfdruck befehlen, anzugreifen. Drei sagenumwobene Kommandos stehen zur Auswahl, was das Ganze eher öde macht. Dazu kommt, dass die Kollisionsabfrage fehlt - die Fahrer radeln einfach wild durcheinander hindurch, was leider jeden Eindruck eines richtigen Radrennens zerstört. Kombiniert man diese geringen Einflussmöglichkeiten mit der miesen Grafik und der Kollisionsabfrage, sieht das Ergebnis noch dürftiger aus... Man kann den hässlichen Fahrern beim Radeln zugucken, ein paar Knöpfe drücken und das war’s. Packendes Gameplay sieht anders aus.

Noch schlimmer wird es bei den Sprintetappen: Hier übernehmen wir direkt die Kontrolle über unseren Fahrer und müssen ihn sicher ins Ziel bringen. Das Problem versteckt sich im glatt gelogenen Satzteil „übernehmen wir die Kontrolle“. Die Steuerung ist dermaßen verkorkst, dass der Fahrer nicht vernünftig kontrolliert werden kann: Vor allem in den Kurven fährt man häufiger gegen Wände, was allerdings aufgrund der auch hier mangelhaften Kollisionsabfrage nicht zu Stürzen führt, sondern nur zu einem Geschwindigkeitsverlust.

Zwischen den Rennen darf der Spieler sich als Manager des Rennstalls betätigten, den Fahrern Trainingseinheiten verpassen, neue Fahrer kaufen und so weiter. Hier gibt es die üblichen Managementfeatures, aber die Motivation fehlt. Warum sollte ich einen meiner Fahrer passend trainieren, wenn die Rennen so dermaßen langweilig gestaltet sind? Und was bringt es, sich einen neuen Fahrer zu kaufen, wenn er dann doch genauso aussieht wie die anderen?

Nicht nur die schlechte Spielmechanik während der Radrennen bricht auch dem Managementteil das Rückgrat - zwar kann man die Rennen auch simulieren lassen, aber selbst dann kommt keine Freude auf. Da alles in simplen Menüs abläuft, wird der optische Spielablauf schnell eintönig und die Motivation geht rapide in den Keller. Schickt man z.B. einen Fahrer zum Training, verbessern sich seine Eigenschaftenbalken etwas.

Zusammengefasst versagt „Tour de France“ auf kompletter Linie. Sowohl die Rennen als auch der Managementteil sind schlecht umgesetzt und wollen einfach keinen Millimeter Spaß zulassen. Die zentralen Gameplayelemente präsentieren sich so mangelhaft und unzureichend in ihrem Konzept, dass dadurch das ganze Spiel im Test durchfällt. Zwei schlechte Teile machen nämlich noch lange kein gutes Spiel. Selbst enorme Radsportenthusiasten dürften bei „Tour de France“ nicht lange bei der Stange bleiben.

Gameplay:
Die Steuerung ist, wie schon im Abschnitt über die Sprintetappen angesprochen, schlecht. In den Menüs funktioniert das Zurechtfinden noch halbwegs ordentlich, allerdings stellt sich hier das gleiche Problem wie so häufig: Die PSP ist einfach nicht für Menüs geeignet und daher mutet auch die Navigation in „Tour de France“ etwas hakelig und unbeholfen an - zu allem Übel stören Ladezeiten. Während der Etappenrennen tut die Steuerung einerseits was sie soll, aber da man quasi nur drei verschiedene Knöpfe drücken kann, ist das wohl eine Selbstverständlichkeit. Die Sprintetappen zeigen dann das komplette Versagen der Steuerung: Hier wird der Fahrer direkt gesteuert. Direkt gesteuert trifft es aber wiederum auch nicht - es fühlt sich eher an wie der Versuch, betrunken eine Badewanne einen steilen Berg herunterzuschieben. Bei Glatteis. Der Fahrer wird mit dem D-Pad gelenkt, kriegt es aber absolut nicht hin, um Kurven zu fahren. Selbst mein altes Hollandrad schafft es, einigermaßen schnell um Kurven zu fahren. In der „Tour de France“ benötigt man dafür allerdings einen Kurvenradius, der jenseits von gut und böse ist.

Grafik:
Die optische Gestaltung lässt sich mit einem einzigen Adjektiv beschreiben: gruselig. Die Umgebungsgrafiken sehen wenig detailliert aus und lassen nicht das Tour de France-Fernseherlebnis aufkommen, bei dem es ja gerade auch um das Betrachten bildschöner Landschaften geht. Auch die Fahrer sind nicht die erhofften Polygonwunder und unterscheiden sich quasi überhaupt nicht von ihren Nebenmännern. Viel gravierender wirkt sich allerdings die fehlende Kollisionsabfrage aus: Die Rennfahrer überholen nicht, sondern fahren einfach durch den Gegner hindurch! Besonders in Pulks wirkt das Ganze sehr absurd und führt zu einem sichtlich schlechten Eindruck, da damit das Radsportgefühl zerstört wird. Die Menüs im Managementteil sind solide in 2D-Grafik gestaltet, wenn auch gleichzeitig sehr bildarm. Schade.

Sound:
Hmm... Hören wir bloß nicht richtig hin, oder ertönen während der Rennen tatsächlich nur ganz minimale Soundeffekte? Kaum zu glauben, aber leider wahr: „Musik“ während des Radfahrens ist komplett ausgeschlossen worden. Auch die angesprochene Geräuschkulisse ist extrem minimal geraten und beschränkt sich auf ein leichtes Rattern, das entweder den Tour-Hubschrauber oder das Pedalentreten darstellen soll. Insgesamt schlicht und einfach nicht akzeptabel. Und letztlich führt das akustische Dilemma dazu, dass die Rennen ausgesprochen steril wirken. In den Menüs gibt es zur Abwechslung mal den ein oder anderen Musiktrack, die allerdings eher in einen Fahrstuhl passen würden.

Features und Besonderheiten:
Neben dem Hauptmodus bietet das Sportspiel nicht viel. Es gibt ein paar textbasierte Tutorials, in denen kurz die Grundlagen des Spiels und des Radsports erklärt werden. Ansonsten fährt man eine Highscore-Speicherung und als Bonus das Freischalten bestimmter Rennklassiker auf, die die längst verlorene Motivation aber nicht mehr zu erretten wissen.

Multiplayer:
Wow: „Tour de France“ bietet auch einen Multiplayermodus, in dem man seine Freunde im lokalen WiFi herausfordern kann... Wieso man das allerdings bei dieser Spielmechanik machen sollte, bleibt uns dann doch etwas unklar.

Fazit:
Diese „Tour de France“ scheitert nicht an Dopingskandalen, sondern an komplett fehlendem Spielspaß. Sowohl der Management- als auch der Rennteil besitzen eine dermaßen schlechte Spielmechanik, dass über die gesamten Modi hinweg keine Motivation aufkommen mag. Daher kann man nur raten: Finger weg! Schaut euch lieber die richtige Tour im Fernsehen an oder macht selbst eine entspannte Radtour in die Umgebung. Da hat man mehr von und spart sich das Geld für dieses Spiel.

...Dann doch lieber Autorennen: Michael Schmalenstroer [Satan Claus] fährt für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
3 von 10
Sportspiel mit sportlich unfairer und vor allem unbegabter Steuerung.
GRAFIK
3 von 10
Komplettunfall: Hässliche Landschaften, sterile Menüs.
SOUND
2 von 10
Geräusche, Musik - wer hat euch bloß entführt...?
FEATURES
2 von 10
Wenig: Seichte Tutorials und freispielbare Langweiler.
MULTIPLAYER
2 von 10
Das will man auch nicht zu zweit spielen.
GESAMT-
WERTUNG:
42%
Mobilitätsfaktor: [6 /10]
"Halbwegs kurze Rennen ermöglichen eine Spieleinlage z.B. während einer Radtour."







Details
Spielname:
Tour de France 2008 - Radsport Manager

Publisher:
Koch Media

Developer:


Genre:
Sport

Release:
23.02.2007 (erschienen)

Multiplayer:
-

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

Jetzt Bestellen:
Zum Shop