Mytran Wars
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Mytran Wars
Review vom 12.07.2009
Rundenbasierte Spiele auf der PSP sind wahrlich keine Seltenheit: Egal ob „Tom Clancy's EndWar“, „R-Type Tactics“ oder auch „Field Commander“ - das Genre beheimatet bereits einige eindrucksvolle Titel auf dem Sony-Handheld. Als unser aktueller Testkandidat „Mytran Wars“ im August des letzten Jahres angekündigt wurde, war erst einmal nicht klar, ob das Spiel etwas bietet, was wir noch nicht gesehen haben. Rundenbasierte Strategie-Kost mit maschineller Waffengewalt ist halt etwas, das nicht unbedingt nach bahnbrechenden Innovationen klingt. Erschwerend kommt hinzu, dass die ungarischen Entwickler von Stormregion bisher noch keinen PSP-Titel erschaffen haben. Zwar haben sie mit ihrer „Codename: Panzers“-Serie bereits viele Erfahrungen im Strategie-Genre sammeln dürfen, aber eine PSP-Version stellt nun einmal eine eigene Herausforderung für einen Entwickler dar.
Doch nun erst einmal genug Skepsis - um was geht es in „Mytran Wars“ überhaupt? Wir befinden uns im 23. Jahrhundert und der epische Konflikt zwischen der Menschheit und den außerirdischen Mytrans nähert sich dem Höhepunkt. Letztere haben tonnenschwere Kampfroboter auf dem Planeten Pythar bereitgestellt, um diesen Kampf endgültig für sich zu entscheiden. Die Gründe für den Konflikt liegen auf der Hand: Mangel an allen brauchbaren Rohstoffen. Dabei wird die Story von stylischen Comic-Zwischensequenzen vorangetrieben, die selbst aber komplett in Englisch gehalten sind. Die deutschen Untertitel wurden relativ lieblos einfach am unteren Bildschirmrand hinzugefügt, ohne dass sie die Atmosphäre des Originals wirklich einfangen. Das Spiel an sich ist aber bis auf die Zwischensequenzen und die Sprachausgabe komplett lokalisiert worden.
Gameplay:
In jeder Mission, die ihr in „Mytran Wars“ erledigen müsst, stehen euch eine vorgegebene Anzahl an Einheiten zur Verfügung. Dabei wird allerdings noch unterschieden zwischen den normalen und den besonderen Einheiten: Denn stirbt der „Held“, ist die Mission gescheitert - segnet eine der normalen Mechs das Zeitliche, kann munter weiter gespielt werden. Euch stehen aber ebenfalls einige taktische Finessen zur Verfügung, die man auch berücksichtigen sollte: Stehen die Mechs in einer Linie auf dem Schachbrett-artigen Spielfeld, so bekommen sie einen besonderen Sicherheitsbonus spendiert. Dieser wird dadurch sichtbar gemacht, dass über den Köpfen der Spielfiguren kleine blaue Schilder rotieren. Sobald aber ein Mech diese Reihe verlässt, ist der Schutz aufgehoben. Genauso bekommt ihr aber auch einen verstärkten Angriffswert zugeschrieben, wenn zwei Einheiten neben einem Gegner positioniert werden. Interessant ist ebenfalls die Trefferzone: Es macht einen gehörigen Unterschied, ob ihr dem Gegner eine Ladung in den (ungeschützten) Rücken jagt, oder ob ihr zum Frontalangriff ansetzt. Das gleiche gilt natürlich auch für eure Einheiten - daher könnt ihr nach jedem Zug festlegen, in welche Richtung ihr euren Mech ausrichten wollt, damit er die Runde auch bei einem Angriff übersteht.
Pimp my Mech! … oder: Wie bastel’ ich mir eine Kampfmaschine?
Zusätzlich könnt ihr eure Einheiten aber ebenfalls noch in der eigenen Werkstatt verstärken: Eine Einheit kann mit bis zu vier Aggregaten ausgerüstet werden, die natürlich allesamt individuell ausgewählt werden können. Soll der Mech für die schnelle Erste-Hilfe eingesetzt werden oder doch mit mächtigen Fernkampfwaffen bestückt werden? Natürlich bieten sich auch Mischungen aus allen Features an, was in einigen Fällen auch ratsam ist. Die Upgrades müsst ihr allerdings allesamt erst erforschen, was natürlich eine ganze Stange Geld kostet. Und dieses ist in „Mytran Wars“ notorisch knapp bemessen. Ihr solltet zudem darauf achten, dass nach jedem eurer Angriffe der Feind die Möglichkeit hat, einen Gegenschlag anzusetzen. Dies gilt zwar auch für eure Einheiten, dennoch ist natürlich bei einer Nahkampfeinheit der Gegenschlag sinnlos, wenn sich der Feind weit weg befindet. Hier wären wir dann auch schon beim Thema Schwierigkeitsgrad angelangt. Kann man das Spiel beherrschen, auch wenn man ein Frischling im Strategie-Genre ist? Und welche Herausforderung bietet „Mytran Wars“ für die alten Strategie-Veteranen?
Wo bleibt die Motivation?
Letztere sollen besonders durch die Missionsziele gefordert werden. Denn es gibt nicht nur ein normales Primär- oder vielleicht zusätzlich ein Sekundärziel. Die Entwickler haben zudem geheime Missionsziele integriert, die somit zusätzliche Motivation bieten. Anfänger bekommen vor Spielbeginn ein ausführliches Tutorial gestellt, in dem alle wichtigen Grundlagen vermittelt werden. Auch der Schwierigkeitsgrad zieht im Verlauf des Spiels langsam an und wird zwar fordernd, aber nie unfair. Nach und nach werdet ihr aber feststellen, dass sich in „Mytran Wars“ schnell so etwas wie Monotonie einstellt. Die Missionsziele bieten trotz optionaler Zusätze wenig Abwechslung und so besteht eure Hauptaufgabe darin, die feindlichen Einheiten vom Spielfeld auszulöschen. Auch die immer neu hinzukommenden Waffensysteme können da nicht sonderlich lange motivieren.
Es fehlt ganz einfach an Tiefgang und dem besonderen Etwas - eine Sache, die Entwickler „Stormregion“ in jedem Fall vernachlässigt hat. Dafür dürft ihr es neben dem normalen Kampagnenmodus auch im „Gefecht“ versuchen. Hier geht es allerdings nicht um die einfache Auslöschung des Gegners, sondern darum innerhalb eines bestimmten Rundenlimits zu einer bestimmten Position zu gelangen - ist die Rundenanzahl verstrichen und befinden sich die Einheiten nicht an dem Zielpunkt, werden sie ganz einfach vom Spielfeld entfernt. Wer am Ende dann keinerlei Einheiten mehr besitzt, hat logischerweise verloren.
Grafik:
Die optische Präsentation von „Mytran Wars“ kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Vor allem die verschiedenen Szenarien wie zum Beispiel Dschungel, Raumschiff oder Eiswelt wissen zu gefallen. Besonders die kleinen Details zeigen, dass die Entwickler doch ein wenig Herzblut investiert haben: Bewegt ihr euren schweren Mech durch die Dschungelwelt eines Planeten und schreckt auf einmal einen Schwarm Vögel auf, ist diese Situation sinnbildlich für die kleinen grafischen Finessen des Spiels. Zwar reizt der Titel die technischen Fähigkeiten der PSP keineswegs aus, aber ansehnlich ist das Spielgeschehen allemal. Dass die Zwischensequenzen des Spiels in einer skurrilen, aber durchaus stylischen Comic-Grafik gehalten wurden, passt zwar nicht wirklich zum Spiel, stört aber auch nicht weiter. Lediglich die eingangs bereits erwähnten deutschen Untertitel wirken ganz einfach deplatziert.
Sound:
Hinsichtlich des Sounds liefern uns die Entwickler eine mehr oder weniger solide Umsetzung ab: Die komplette Sprachausgabe ist auf Englisch gehalten, kann aber durchaus überzeugen. Das haben wir schon schlechter auf der PSP erlebt. Musikalisch wurde dafür eher gegeizt: Recht sanfte Beats sind zu vernehmen und unterlegen das Spielgeschehen dezent.
Multiplayer:
Die Entwickler von Stormregion haben besonders auf einen umfangreichen Mehrspielermodus geachtet - egal ob Ad-Hoc, Game-Sharing oder Hot-Seat: Hier können sich andere Spieleschmieden eine Scheibe abscheiden. Lediglich der fehlende Online-Modus sorgt für Abzüge in der B-Note. Gerade das rundenbasierte Spielprinzip bietet sich doch nun wirklich an, auch Online-Gefechte zu ermöglichen.
Fazit:
Mit „Mytran Wars“ bieten uns die Entwickler einen durchaus annehmbaren Genre-Vertreter. Dieser offenbart allerdings schon nach den ersten Spielstunden, dass die augenscheinliche Fassade des Spiels oftmals einer gewissen Oberflächlichkeit entspricht: Kurz gesagt - das Spiel bietet ganz einfach zu wenig Tiefgang. Zwar sorgen Features wie die Werkstatt oder der „Gefecht“-Modus für kurzweiligen Spielspaß, aber darüber hinaus bietet uns der Titel der ungarischen Entwickler zu wenig Abwechslung. Sci-Fi Story, solide Technik und teilweise explosives Gameplay werden Genre-Fans dennoch gefallen. Auch der umfangreiche Mehrspielermodus weiß zu überzeugen - auch wenn ein Onlinemodus schmerzlich vermisst wird.
Setzt sich in seinen Mech und macht erst mal einen Spaziergang: Jakob Koch [el-burro] für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
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GAMEPLAY
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Bekannte Rundenstrategie - allerdings ohne eigene Note. |
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GRAFIK
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Ansehnliche Landschaften, farbenfrohe Comic-Sequenzen - kurzum: Ein Kessel buntes. |
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SOUND
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Die dezent spacigen Beats dürften nicht jedermanns Geschmack sein. |
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FEATURES
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Zu wenig Tiefgang, dafür ein umfangreicher (Offline-)Mehrspielermodus. |
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MULTIPLAYER
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Ad-Hoc, Game-Sharing oder Hot-Seat, allerdings kein Onlinemodus. |
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GESAMT-
WERTUNG:
70%
Mobilitätsfaktor: [5 /10] "Kurze Ladezeiten, dafür langatmige Gefechte - eher etwas für die Couch zu Hause."
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Details
Spielname:
Mytran Wars
Publisher:
Koch Media
Developer:
Stormregion
Genre:
Strategie
Release:
12.07.2009 (erschienen)
Multiplayer:
1-2 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:
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