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Blood Bowl


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Blood Bowl Review vom 23.10.2009

Games Workshop hat das Geschäft mit Tabletop-Spielen fest in seiner Hand. Dutzende Läden in den größeren Städten dieser Republik verkaufen nichts anderes als kleine Miniaturfiguren aus Plastik oder Metall. Das Grundprinzip ist einfach und spaßig – der Spieler stellt sich aus diesen Figuren eine eigene individuelle Armee zusammen, die er dann bemalen kann (oder muss, je nach Perspektive) und gegen die Armee eines anderen Spielers ins Feld führen darf. Das größte Problem dieses Hobbys ist allerdings der Kostenfaktor – die kleinen Figuren kosten ein Vermögen und so kann man immer froh sein, wenn es eine Videospielumsetzung gibt.

Diesmal hat es Blood Bowl in unser Testlabor verschlagen. Blood Bowl ist ein Spin-Off aus dem Warhammer-Fanasy-Universum, das sämtliche Klischees eines Fantasy-Universum im Stile der Forgotten Realms erfüllt und das mit einem gehörigen Brutalitätsgrad paart. Ursprünglich 1987 als eigenständiges Brettspiel veröffentlicht und mittlerweile nicht mehr erhältlich, erfreut sich das Spiel trotzdem unter Fans immer noch einiger Beliebtheit. Jetzt gibt es eine Umsetzung für so ziemlich alle Konsolen und Handhelds – und wir haben natürlich die Version für die Playstation Portable genauer unter die Lupe genommen.

In Blood Bowl treten verschiedene Teams aus den unterschiedlichen Völkern in einem sportlichen Wettkampf gegeneinander an, den man am einfachsten als „rundenbasiertes American Football“ bezeichnen kann. Zwei Teams stehen sich gegenüber, es gibt einen Ball und das Ziel ist es, ihn in der gegnerischen Endzone zum Touchdown zu bringen. Hier hören die Gemeinsamkeiten allerdings auf, denn Blood Bowl trägt nicht umsonst „Blut“ im Titel. Hier darf rücksichtslos drauf gebolzt werden und es ist immer hilfreich, die gegnerischen Spieler so hart zu foulen, dass sie verletzt oder gar tot vom Spielfeld getragen werden müssen. Und es gibt auch noch andere Möglichkeiten des unfairen Spieles – von Zauberern, die mit einem zielsicheren Feuerball genau im passenden Moment eingreifen, über Bestechung, Doping und vieles mehr. Die NFL ist dagegen ein Kinderspielplatz.

Das eigentliche Spiel gibt sich gegenüber diesem Szenario allerdings herzlich unspektakulär – aufgrund der miserablen Grafik bleibt von dem coolen Setting außer einem pixeligen Brei relativ wenig übrig. Was bleibt, ist das rundenbasierte Football und ein rudimentärer Managementmodus, in dem man zwischen den Spielen neue Spieler oder sonstige Verbesserungen kaufen kann.

Dieser Titel folgt den klassischen Regeln des Brettspieles. Die Spieler besitzen alle eine bestimmte Aktionsreichweite, Werte und können verschiedene Aktionen durchführen. So ist es z.B. möglich, einen gegnerischen Spieler zu foulen, einen Sprint hinzulegen oder den Ball zu passen.

Blood Bowl ist ein Spiel, das auf jeden Fall einiges an Einarbeitungszeit verlangt. Da es auf den Regeln des Brettspieles basiert, die in den Tutorials und Anleitungen nur unzureichend erklärt werden, steht der Spieler häufiger vor Problemen. Abhilfe schafft es hier, sich einfach das Regelwerk des Brettspieles von der Games Workshop-Website herunterzuladen und zu verinnerlichen – und selbst dann benötigt man einiges an Zeit, um die taktischen Finessen zu durchschauen. Und da der Schwierigkeitsgrad recht hoch ist, wird so manch einer das Spiel frustriert zur Seite legen.

Dazu kommt, dass Blood Bowl einige nervige Bugs besitzt und vor allem, dass es leider nicht schafft, den Charme eines Brettspieles zu transportieren. So spaßig es auch ist, an einem Tisch mit richtigen Figuren gegen einen menschlichen Gegner anzutreten, der Titel schafft es nicht, dieses Gefühl auch auf den Handheld zu bringen. Genau hier scheitert die Handheldumsetzung von Blood Bowl – es ist ein Spiel mit langer Einarbeitungszeit, schlechter Grafik und fehlendem Charme. Hardcore-Fans des Brettspieles dürfen einen Blick riskieren, aber für alle anderen stellt sich die Frage, ob sich die lange Einarbeitungszeit lohnt und ob man sich nicht doch lieber ein richtiges Footballspiel besorgt.

Steuerung:
Die Steuerung erfolgt ohne Probleme mit den Steuerungstasten, dafür wird man allerdings etwas brauchen, um alle Handlungsoptionen auch zielsicher auswählen zu können.

Grafik:
Blood Bowl nutzt die grafischen Fähigkeiten der PSP nicht. Die Version für Sonys Handheld sieht zwar deutlich besser aus als die für Nintendos Doppelbildschirm, aber trotzdem sind die Charaktere häßlich pixelig. So bestehen ihre Hände einfach nur aus Vierecken und die Texturen sind sehr grobpixelig. Dafür gibt es immerhin in der Arena einige grobpixelige Polygone, die ein Stadion darstellen sollen. Alles in allem bleibt aber das Gefühl übrig, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre.

Sound:
Der Sound auf der PSP kann im Gegensatz zur Grafik überzeugen. Im Hintergrund ertönen spannende Fantasy-Klänge im Stile der Soundtracks von Herr der Ringe oder Fluch der Karibik, der Applaus des Publikums kommt gut rüber und die Atmosphäre des Brettspieles wird durch Würfelgeräusche bei jeder Aktion transportiert. Hier gibt es nichts zu meckern.

Multiplayer:
Im Multiplayer lassen sich nur Einzelmatches gegen einen einzelnen Gegner spielen. Hier stehen zum einen ein Hot Seat-Modus, in dem der Handheld nach einer Runde an den Mitspieler weitergegeben wird, oder ein lokales WLAN zur Verfügung, bei dem jeder Spieler eine Kopie des Spieles besitzen muss. Leider gibt es keinen WiFi-Modus, über den im Internet gespielt werden kann.

Fazit:
Blood Bowl scheitert an zwei Faktoren. Zum einen wurde das Spiel lieblos auf unseren Handheld umgesetzt, die Grafik kann nicht überzeugen und bei den Spielen kommt kaum Stimmung auf. Zum anderen schafft es Blood Bowl nicht, das Flair des Brettspieles auf die kleinen Bildschirme zu transportieren. Wer wirklich an dem Spiel interessiert ist, sollte sich das Brettspiel kaufen.

Schickt den Schiri auf dem Totenbett nach Hause: Michael Schmalenstroer für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.



GAMEPLAY
6 von 10
Einiges an Einarbeitungszeit nötig
GRAFIK
5 von 10
Hier wäre mehr möglich gewesen
SOUND
7 von 10
Da lässt man den Sound auch mal an
FEATURES
6 von 10
Keine herausragenden Features auf der PSP
MULTIPLAYER
6 von 10
Leider nur lokal
GESAMT-
WERTUNG:
66%
Mobilitätsfaktor: [6 /10]
"Aufgrund der längeren Spiele eher ungeeignet"







Details
Spielname:
Blood Bowl

Publisher:
Koch Media

Developer:
Cyanide

Genre:
Sport

Release:
10.07.2009 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (3)

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