Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn
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Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn
Review vom 08.11.2010
Mit Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn erscheint seit Der Herr der Ringe – Taktiken aus dem Jahr 2006 erstmals wieder ein Titel für die PSP. Doch in den vier Jahren hat sich einiges getan – hatte damals noch Electronic Arts die „HdR“-Lizenzen inne, ist nun Warner Bros. Interactive für den aktuellen Teil verantwortlich. Als Entwickler treten die Mannen von TT Fusion auf, die auf der PSP beispielsweise für "Lego Star Wars III: The Clone Wars" oder auch "Lego Harry Potter - Die Jahre 1-4" verantwortlich waren. In unserem aktuellen Testkandidaten liegt der Fokus nun auf Aragorn, der euch die Story der bekannten Trilogie noch einmal aus seiner Sicht erleben lässt. Kann das Spiel mit den bisherigen Konsolen-Teilen mithalten oder wird PSP-Besitzern lediglich eine lauwarme Portierung geboten?
Ein Herz für Kinder
Bevor ihr den Storymodus beginnen dürft, müsst ihr euch auf einen der beiden verfügbaren Schwierigkeitsgrade festlegen. Seid ihr eher ein Hobbit oder doch ein Waldläufer? Der dritte Schwierigkeitsgrad ist noch nicht freigeschaltet und steht erst nach dem Abschluss der Kampagne zur Verfügung. Selbst Genre-Neulinge müssen sich aber keine Sorgen machen, dass sie mit dem Anspruch des Spiels nicht zu Recht kommen – das gesamte Spiel fällt selbst für Anfänger viel zu leicht aus. Wie der Name des Spiels schon vermuten lässt, darf die „Herr der Ringe“-Story aus der Sicht von Aragorn noch einmal erlebt werden. Dabei trefft ihr natürlich auf die bekannten Charaktere und Schauplätze. Vorangetrieben wird das Geschehen durch eine Mischung aus gezeichneten Standbildern und animierten Sequenzen. Sehr löblich ist die Tatsache, dass sowohl Text als auch Stimmen in deutscher Sprache gehalten wurden. Bekanntlich ist dies auf der PSP schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr.
Das Gameplay kann als eine Mischung aus Hack’n Slay und Rätseleinlagen beschrieben werden – alles wie oben bereits erwähnt in einem fast schon unverschämt seichten Anspruch. Man muss sich schon wirklich anstrengen, um einmal das Zeitliche zu segnen und an einem der Checkpoints neuzustarten. In den verschiedenen Levels folgt ihr meist einem Hauptquest, daneben stoßt ihr in den Schlauchlevels immer wieder auf optionale Nebenquests, die z.B. das Einsammeln bestimmter Gegenstände oder das Töten bestimmter Gegner beinhalten. Auf eurem Weg durch die Welten hilft euch übrigens eine kleine Mini-Map, die via Steuerkreuztaste ein- und ausgeschaltet werden kann. Dort sind dann auch wichtige Orte wie Türen oder Schatztruhen gekennzeichnet.
Skill me, Baby!
Publisher Warner Bros. Interactive wirbt damit, dass Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn neben Casual-Spielern ebenfalls „erfahrene“ Spieler ansprechen soll. Als Argument dafür wird das Skill-System angeführt, welches euch erlaubt sowohl Ausrüstung als auch Fähigkeiten nach euren Wünschen anzupassen. Dies funktioniert bei der Ausbildung der Spezialfähigkeiten auch recht gut: Für jeden besiegten Gegner bekommt ihr Erfahrungspunkte, die ihr nach einer gewissen Zeit in Skill-Punkte umwandeln könnt – damit ist es möglich eine Reihe an Spezialfähigkeiten für den Schwert- und Bogenkampf sowie die Verteidigung auszubilden. Allerdings braucht ihr für den Einsatz jedes Mal etwas von der blauen Leiste am oberen Bildschirmrand, was gemeinhin wohl als Mana bezeichnet wird. Dieses Mana wiederum wird aufgeladen, indem ihr Gegner besiegt.
Gleiches gilt auch für die Gesundheitsanzeige, die sich nach jedem erledigten Feind wieder ein Stück auflädt. Wie bereits erwähnt, müsst ihr euch wirklich anstrengen, damit ihr ins virtuelle Jenseits geschickt werdet. Das Spiel bietet ebenfalls ein Ausrüstungssystem, das sich aber leider doch nicht so individuell gestaltet, wie erhofft: Ihr habt hier die Möglichkeit verschiedene Slots mit Gegenständen zu versehen – dazu gehören beispielsweise Schwert, Bogen oder auch verschiedene Kleidungsstücke. Im Laufe des Spiels findet ihr immer wieder passende Dinge, die ihr ausrüsten könnt. Leider halten sich die äußeren Veränderungen in Grenzen, sobald ihr einen neuen Gegenstand anlegt. Ganz nett: In einem der Anfangslevels müsst ihr erst einige „Zutaten“ sammeln und bekommt dann Zugang zu einem Raum, in dem ihr dann ein stärkeres Schwert schmieden könnt.
Mit Schwert und Bogen
Der geringe Anspruch des Spiels wird vor allem bei den stupide agierenden Gegnern offensichtlich – meist werdet ihr mit einer kleinen Gruppe von drei bis vier Widersachern konfrontiert, die dann mit ihren beschränkten Mitteln versuchen, euch Lebensenergie abzuziehen. Dies gelingt ihnen aber nur bedingt und so müsst ihr auch nur in seltenen Fällen gegnerische Angriffe per Tastendruck blocken. Die Entwickler schienen sich dieser Tatsache bewusst gewesen zu sein und haben deshalb Gegner integriert, die eine etwas höhere Lebensanzeige haben, als die restlichen und somit ein wenig länger der Bearbeitung brauchen. Auch die Endgegner in den Levels lassen den Anspruch stark vermissen. Zwar müsst ihr nicht immer bloß mit einem normalen Angriff auf die Bosse los, aber auch der Angriff via Fackel artet sehr schnell in bloßen Button-Mashing aus.
Aragorn darf die KI-losen Gegner sowohl mit Schwert als auch Bogen ins Jenseits schicken, was hier zumindest ein wenig Abwechslung in die immer gleichen Aktionen bringt. Für den Bogen müssen im Übrigen immer wieder neue Pfeile eingesammelt werden, damit genug Munition vorhanden ist. Es dürfte aber auch hier ziemlich schwer fallen, ständig ohne entsprechende Pfeile im Köcher herumzulaufen – vor allem an den Stellen, wo der Bogen unbedingt benötigt wird, findet sich in den meisten Fällen eine Kiste samt der benötigten Munition. Die Steuerung erfolgt dabei über den Analog-Nub, die Waffen sind auf die vier Aktionstasten gelegt worden. Das Steuerkreuz wird beispielsweise dafür verwendet, um die Karte aufzurufen oder auch die Spezialfähigkeiten zu verwalten. Letztere werden dann mittels Schultertaste in Kombination mit der benötigten Aktionstaste ausgeführt. Insgesamt haben die Entwickler hier gute Arbeit geleistet und liefern eine ordentliche Bedienung auf der PSP ab.
Brauchbare Technik?
Auch wenn die PSP-Version im Vergleich mit der Wii- und PS3-Version sowohl spielerisch als auch technisch nicht mithalten kann, vermag vor allem die grafische Präsentation zu überzeugen. Ihr durchstreift viele bekannte Orte aus den Filmen - auch wenn das Spiel sicherlich nicht zu den grafischen Highlights auf der PSP zählt, ist das Gezeigte dennoch ansehnlich und läuft vor allem flüssig. Die Charaktermodelle wurden in einem leichten Comic-Look gehalten, wissen aber durch viele Details zu gefallen. Hinsichtlich der Ladezeiten haben sich die Entwickler ebenfalls keine Blöße gegeben und liefern hier eine solide Leistung ab. Eine der klaren stärken des Spiels ist der Sound: Wie bereits erwähnt, wurde Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn komplett lokalisiert, weswegen auch deutsche Stimmen aus den PSP-Lautsprechern tönen. Sicherlich kann man über den Gehalt der Dialoge streiten, qualitativ sind sie aber vollkommen in Ordnung. Durch die "Herr der Ringe"-Lizenz ist natürlich auch die grandiose Filmmusik mit im Spiel enthalten - klarer Pluspunkt an dieser Stelle.
Fazit:
Man merkt, dass die Entwickler zuvor mit eher kindgerechten Spielen beauftragt waren, denn auch 'Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn' richtet sich klar an eine junge Zielgruppe. Neben den anspruchslosen Gegnern lässt auch das Skill-System keinen wirklichen Anspruch erkennen - und auch die gesamte Präsentation ist mit anderen "HdR"-Titeln von den Konsolen nicht vergleichbar. Durch den zwar recht ansehnlichen Comic-Look werden aber selbst dunkle Levels nicht den Ansprüchen der Filme gerecht. Gameplaytechnisch hat man sich an bekannten Vorbildern wie God of War orientiert, die Umsetzung ist aber nie konsequent genug. Somit kann das Spiel zwar den Fans der Filme empfohlen werden, allen anderen dürfte aber der geringe Anspruch eher abschrecken.
Ist trotzdem ein Fan von Aragorn: Jakob Koch für PlaystationPortable.de
Vielen Dank an Warner Bros. für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
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GAMEPLAY
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Anspruchslose Gegner und Rätseleinlagen samt belanglosen Skill-System - hier wäre mehr drin gewesen |
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GRAFIK
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Saubere Technik samt schönen Landschaften und gelungenen Charaktermodellen |
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SOUND
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Neben deutschen Stimmen kann sich auch der Soundtrack hören lassen |
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FEATURES
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Ordentliche Kampagne, daneben ist auf der PSP aber nichts zu holen |
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MULTIPLAYER
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Fehlanzeige |
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GESAMT-
WERTUNG:
70%
Mobilitätsfaktor: [6 /10] "Zwar teilweise helle Levels und kurze Ladezeiten, aber mager verteilte Speicherpunkte"
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Details
Spielname:
Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn
Publisher:
Warner Bros.
Developer:
TT Fusion
Genre:
Action Adventure
Release:
08.02.2010 (erschienen)
Multiplayer:
nicht vorhanden
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:
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