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Valkyria Chronicles 2


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Valkyria Chronicles 2 Review vom 23.09.2010

Es gibt immer mal wieder Spiele, die eine bessere Behandlung verdienen als ihnen letztendlich gewährt wird. Das Strategie-Rollenspiel „Valkyria Chronicles“ hatte auf der PlayStation 3 das Pech, zum ohnehin überfluteten Weihnachtsgeschäft des Jahres 2008 auf den Markt zu kommen. Dennoch hat der Titel wohl ausreichend Fans für sich gewinnen können, um einen Nachfolger zu rechtfertigen – wenn auch lediglich im handlicheren Format. Exklusiv für die PSP und nicht ganz so knapp vor Weihnachten hat Sega nun „Valkyria Chronicles 2“ nach Europa getragen. Ob der epischen Kriegsgeschichte im Anime-Stil der Umzug von Heimkonsole auf Handheld gut bekommen ist? Es gibt nur eine Methode, mit der wir diese Frage beantworten können: Ein ausführlicher Blick in die Lanseal Academy und den aufkeimenden Bürgerkrieg in Gallia. Wie es unser werter Lehrer sagen würde: Einheit G, ausrücken!

Konflikte, Klassenprobleme und Rassenvernichtungen
Der Schauplatz von „Valkyria Chronicles 2“ ist Gallia, ein unscheinbares europäisches Land im Jahre 1937. Nein, wir reden nicht von dem Europa, in dem wir gerade leben. Vielmehr eine Art Paralleluniversum – mit ein paar wirklich bedrückenden Gemeinsamkeiten. Denn das Leben in Gallia ist alles andere als friedlich geworden. Nach den Ereignissen des Vorgängers gab die Erzherzogin des Landes bekannt, dass sie den Darcsens zugehörig ist. Besagtes Volk ist allerdings äußerst unbeliebt unter den Bewohnern des Landes, wird es doch für einen nennenswerten Teil der zahlreichen fatalen Kriege in der Vergangenheit Europas verantwortlich gemacht. Was nun folgt, ist bei weitem nicht schwer auszumalen: Eine Vereinigung, die sich die Rebellenarmee nennt, wird flugs gebildet, um gegen die Regierung und andere Darcsens im Land vorzugehen.

Parallel dazu spielt sich das Leben des eigentlichen Hauptcharakters und seiner Truppe ab: Der Protagonist des Spiels ist ein junger Kadett namens Avan Hardins. Weil er mehr über den Tod seines Bruders Leon erfahren möchte, meldet er sich bei der Lanseal Military Academy an. Zusammen mit der lebhaften, wenn auch etwas ungeschickten Ingenieurin Cosette Coalhearth und dem Darcsen-Shocktrooper Zeri landet er in der Klasse G – die notorisch schlechteste Klasse der Lehranstalt. Schnell wird Avan aufgrund seiner aufbrausenden, optimistischen Art zum Commander der Truppe ernannt und damit eure Aufgabe klar: Ihr müsst zeigen, dass die G-Truppe nicht nur Versager hervorbringt und dürft euch nebenher auch immer wieder in Einsätzen behaupten, die mit dem bereits genannten Bürgerkrieg zwischen den Rebellen und der Regierung Gallias zu tun haben.

Das bedeutet Krieg, mein werter Herr!
Zu diesem Zweck kämpft ihr euch nach und nach durch diverse Aufträge, die ihr über euren Lehrer Brixham im Besprechungsraum erhaltet. Zuvor könnt ihr einen Blick auf die Missionsbedingungen und Wetterlage werfen, um eure Einheit optimal auf die Schlacht vorzubereiten. Etwa, indem ihr aus eurer umfangreichen Gemeinschaft insgesamt 19 Leute heraussucht – wobei das Hauptcharakter-Trio bestehend aus Cosette, Avan und Zeri in jeder Konstellation enthalten sein muss. Außerdem kann bei Bedarf euer einziges Einsatzvehikel umgebaut werden. Braucht ihr einen schlagkräftigen Panzer, der aus anderen Schwergeräten Kleinholz macht? Oder vielleicht doch eher einen flinken Truppentransporter, der mit seiner Beschaffenheit Eis zerschmettert und notfalls auch feindliche Infanterie mit einem Flammenwerfer rösten kann? Die richtige Vorbereitung kann – vor allem im späteren Verlauf – schnell über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Denn allen voran handelt es sich bei „Valkyria Chronicles 2“ immer noch um ein Strategie-Rollenspiel. Zu Beginn einer Schlacht ist es euch möglich, bis zu sechs Einheiten im gesamten Einsatzgebiet zu platzieren, davon bis zu fünf gleichzeitig in einem Teilgebiet. Ist das erledigt, beginnt das rundenbasierte Gefecht. Über eine taktische Karte pickt ihr geschwind den Soldaten, mit dem ihr losziehen wollt, heraus. Dafür wird, je nach Einheit, eine gewisse Menge Kommandopunkte notwendig. Für einfache Fußsoldaten etwa müsst ihr nur einen KP opfern, während großes Gerät wie zum Beispiel Panzer schon zwei Punkte verschlingt. Habt ihr eure Wahl getroffen, schaltet das Spiel in eine Third-Person-Ansicht und gibt euch die Möglichkeit, euren Schützling per Analogstick durch die Gegend zu scheuchen. Allerdings sind euch da gewisse Grenzen gesetzt: Jede Einheit kann sich nur so lange bewegen, wie sie Aktionspunkte hat – verdeutlicht durch einen orange-gelben Balken am unteren Bildrand. Sind die AP aufgebraucht, bleibt euch nichts anderes übrig als auf der Stelle stehen zu bleiben. Euch steht zwar frei, den Zug abzupfeifen und durch Einsatz eines weiteren Kommandopunktes euren Soldaten noch weiter laufen zu lassen, allerdings fällt die AP-Regeneration innerhalb einer Phase stetig kleiner aus. Den vollen AP-Balken könnt ihr erst nach der Phase eures Gegners wieder nutzen.

Pro Zug dürft ihr aber natürlich nicht nur herumlaufen, sondern auch Feinde unter Beschuss nehmen. Per Quadrat-Taste wird in den Kampfmodus gewechselt. Mit dem Analogstick für grobe Richtungsangaben und dem Steuerkreuz für die Feinabstimmung nehmt ihr nun den Gegner ins Visier und feuert auf Knopfdruck so viele Schüsse ab, wie es euch euer Magazin erlaubt. Doch obacht: Solltet ihr in Reichweite des Feindes sein, holt dieser daraufhin auch zum Gegenschlag aus. Überhaupt ist die Opposition während eures Zuges beileibe nicht so passiv, wie man es von anderen Rundenstrategiespielen kennt. Die Soldaten haben kein Problem damit, euch bei euren Aktionen selbst auf's Korn zu nehmen. Wer also nicht zügig agiert, handelt sich im Sperrfeuer noch ernste Verletzungen zu. Ebenfalls nicht außer Acht lassen solltet ihr die auf den Maps verstreuten Flaggen. Solltet ihr diese für euch gewinnen, könnt ihr nicht nur an ihnen Verstärkung ordern, sondern über bestimmte auch das Gebiet wechseln – aufgrund der Aufteilung der Karte in mehrere Teilabschnitte eine nicht zu unterschätzende Funktion.

Ein Fahrzeug, fünf Basis-Klassen und jede Menge Grind
Ihr könnt eure Runde so lange fortsetzen, wie ihr Kommandopunkte verfügt. Solltet ihr allerdings eure Phase vorzeitig beenden, nehmt ihr alle übrig gebliebenen KP mit in eure nächste Runde. Sofern ihr sie nach dem Zug eures Gegners noch erlebt... Eure Aufträge stacheln euch übrigens nicht immer zu einem reinen Kampf bis zum letzten Mann an. Bei manchen gilt es, die Hauptbasis des Gegners zu erobern. Andere Missionen wiederum verlangen, dass ihr per Truppentransporter einen NPC durch das Schlachtfeld geleitet. Und dann gibt es noch Verteidigungsaufträge. Was jedoch wieder alle Einsätze gemeinsam haben: bei erfolgreichem Abschluss gibt es – je nach Leistung – Geld, Erfahrungspunkte, Materialien und Credits. Ersteres könnt ihr in Waffen- und Rüstungsupgrades sowie Fahrzeugteile investieren. Hin und wieder werden auch bestimmte Rohstoffe für die Anfertigung gebraucht. Mit EP hingegen könnt ihr neue Befehle bei Welkin Gunther, dem mittlerweile im Ruhestand befindlichen Protagonisten des ersten „Valkyria Chronicles“, erwerben, die ihr im Tausch gegen Kommandopunkte im Gefecht aktivieren könnt.

Das ist jedoch nicht der einzige Zweck der EP. Viel wichtiger ist die Entwicklung eurer Truppe. Auf dem Übungsgelände investiert ihr eure hart verdienten Erfahrungspunkte in die Level der fünf Basisklassen: Scouts (Späheinheiten), Shocktrooper (Kurzdistanz-Kampfeinheiten), Lancer (die mit dem Raketenwerfer), Engineer (Zuständig für Heilung und Reparaturarbeiten) und Armoured Tech (Verteidiger, die eine Schlagwaffe schwingen). Ihr müsst also eure Schützlinge nicht einzeln hochziehen, weswegen jede Einheit gleichermaßen im weiteren Verlauf nützlich bleibt, ohne sie vorher durch ständiges Wiederholen von Missionen erst praktisch zu machen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keinerlei Grind gibt. Wer nämlich seine Figuren in eine der fortgeschrittenen Charakterklassen aufsteigen lassen möchte, benötigt bestimmte Credits dafür. Diese werden am Ende eines jeden Gefechts prinzipiell je nach Beteiligung der Einheit ausgeteilt. Praktisch jedoch ist ein Großteil der Verteilung dem Zufall überlassen. Häufige Wiederholung der Missionen wird damit zur Pflicht – es sei denn, man möchte auf helfende Hände wie den Scharfschützen oder Fechter verzichten.

Unser Bündnis macht uns stark
Doch die Einsatzwiederholungen können auch etwas gutes mit sich bringen. Mit jedem Einsatz eines Charakters stärkt sich nämlich die Freundschaft zwischen Avan und eben dieser Figur. In verschiedenen kleinen Zwischensequenzen erfahrt ihr dann etwas mehr über eure Kameraden, bis ihr ihnen letztendlich in einer Mission aushelfen müsst. Solche spezifischen Aufträge führen dazu, dass ihr neue Potentiale in euren Begleitern erweckt – und diese Potentiale, bei denen es sich um spezielle Fähigkeiten, die gewisse Attribute kurzzeitig stärken oder schwächen, können sich im Gefecht als ziemlich hilfreich erweisen.

Apropos Kameraden: „Valkyria Chronicles 2“ verfügt auch über Multiplayer-Modi. So könnt ihr euch einerseits mit einem menschlichen Gegner duellieren und schauen, wer die bessere Taktik oder stärkere Mannschaft am Start hat, oder aber Aufträge kooperativ erledigen. Dabei dürft ihr nicht nur so ziemlich jede Mission auswählen, die ihr bereits freigeschaltet habt – Ja, das schließt auch Story-Missionen ein! – sondern ist auch noch mit bis zu drei Freunden möglich. Im vierköpfigen Team ziehen sämtliche Spieler gleichzeitig, bevor der Gegner an die Reihe kommt. Agieren mehrere Leute in einem Gebietsteil, erhalten alle aktiven Kämpfer für ihre Aktionen einen Sonderbonus, etwa mehr Aktionspunkte. Durch geschicktes Abstimmen der Aktionen und Absprachen zwischen den Teilnehmern kann jede noch so harte Mission gleich um einiges einfacher werden. Und gemeinsam macht die Credits-Jagd auch gleich noch ein wenig mehr Spaß. Einen Haken hat die Sache allerdings: Jeder Spieler muss natürlich über ein eigenes Exemplar des Spiels verfügen. Eine Game-Sharing-Option gibt es nicht. Auch ein Online-Modus wird leider schmerzlich vermisst.

Ein audiovisuell hochwertiges Kriegsepos? Nicht ganz...
Bei der Umstrukturierung von der PS3 auf die PSP wurden allen voran die Cutscenes ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Nur zu verständlich ist es, dass man anstelle von Sequenzen in Ingame-Grafik auf vorgezeichnete Anime-Szenen zurückgreift. Dennoch verlässt sich „Valkyria Chronicles 2“ häufig auf Standbild-Dialoge im Manga-Stil. Klar, auch das gab's schon im Heimkonsolenvorgänger, ein wenig schade wirkt das dennoch. Die eigentliche Spielgrafik selbst musste bei der Umsetzung auf ein schwächeres System natürlich auch Federn lassen. Dennoch sind zumindest die Charaktermodelle und generellen Umgebungen immer noch schön anzusehen, die comichaften Soundeffekt-Wörter unterstützen die Gefechtsatmosphäre gut. Um Ladezeiten zu verkürzen, empfiehlt sich übrigens die 440MB fressende Dateninstallation. Zwar lassen sich die Gefechte auch ohne noch relativ flüssig spielen, doch man bemerkt durchaus, dass es mit vorgespeicherten Daten auf dem Memory Stick deutlich weniger Ladepausen gibt – gerade beim Wechsel zwischen Kartenabschnitten.

Wesentlich weniger Schaden hat der famose Soundtrack genommen, für den sich wieder einmal Hitoshi Sakimoto verantwortlich zeigt. Ob lockeres Übungsgeplänkel oder dramatischer Schlachtverlauf: Die Hintergrundmelodien des Composer-Veteranen fügen sich wunderbar in das Szenario ein. Die englischen Sprecher auf der anderen Seite tun dies nicht ganz. In der Regel leisten sie hervorragende Arbeit, doch manchmal lässt die Leistung auch ein wenig nach. Und was Freunde der japanischen Vertonung sauer aufstoßen dürfte: Die Tonspur in Originalsprache glänzt leider durch Abwesenheit. Und wo wir gerade bei Sprachen sind: Wie auch schon beim ersten Teil hat Sega leider auf eine deutsche Lokalisierung verzichtet. Bis auf das Handbuch ist das Spiel komplett in englischer Sprache.



Fazit:

Wie groß war die Befürchtung, dass wir mit „Valkyria Chronicles 2“ einen Titel bekommen, der mit der Brillanz seines Heimkonsolen-Vorgängers in keiner Weise Schritt halten kann? Diese Befürchtungen lassen sich, zumindest in Sachen Handlung, nicht vollständig begraben, doch generell ist Sega der Sprung auf den Handheld äußerst gut gelungen. Die Aufteilung der Missionsschauplätze in kleinere Kartenhäppchen sorgt für ein zusätzliches Bisschen taktische Vielfältigkeit, das Spiel geizt nicht mit Herausforderungen und Umfang und die Gefechte motivieren ungemein. Es stellt sich sehr schnell ein Spielfluss ein, der einen immer weiter durch die Geschichte treibt – oder die Motivation zum Sammeln von Credits aufrecht erhält. Wenn ihr auf Strategiespiele steht und es mit dem typischen heißblütigen Helden von großem Mut und geringer Intelligenz aushalten könnt, solltet ihr euch „Valkyria Chronicles 2“ auf keinen Fall entgehen lassen.

Bevorzugt in der Realität eigentlich das Pazifistendasein: Tjark Michael Wewetzer für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.




GAMEPLAY
9 von 10
Spannende Taktik-Gefechte mit gelungener Steuerung
GRAFIK
8 von 10
Schöner Pastellfarben-Look im Gefecht, richtig animierte Zwischensequenzen gibt es jedoch leider zu wenige
SOUND
9 von 10
Ein fantastischer Soundtrack von Composer-Urgestein Hitoshi Sakimoto begleitet euch durch die Kämpfe – mit suboptimalen englischen Sprechern
FEATURES
9 von 10
Ein gewaltiger Missionspool wartet darauf, von euch bewältigt zu werden. Ebenso stehen gut 30 Charakterklassen zur Auswahl
MULTIPLAYER
8 von 10
Koop-Optionen für einen Großteil der Missionen und ein Versus-Modus sorgen für heiße Schlachten im Freundeskreis
GESAMT-
WERTUNG:
86%
Mobilitätsfaktor: [7 /10]
"Die Missionen können schon etwas an Zeit verschlingen, sind in der Regel jedoch flott bewältigt"







Details
Spielname:
Valkyria Chronicles 2

Publisher:
Sega

Developer:
Sega

Genre:
Rollenspiel

Release:
01.09.2010 (erschienen)

Multiplayer:
2-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

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