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Untold Legends: Brotherhood of the Blade


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Untold Legends: Brotherhood of the Blade Review vom 13.09.2005

Zur Hölle mit dem Teufel

Gesucht: Schnuckelige Prinzessin in den Händen grausamer Orks zwecks Befreiungsaktion. Chiffre: Mächtiger Held mit riesigem Schwert und dem Intellekt eines Zweijährigen.

Gesucht: Mächtiger Artefakt zwecks Weltbeherrschung und Monstermeuchelung Chiffre: Möchtegernzauberlehrling mit Hang zu langen Kutten und leichtbekleideten Mädchen.

Willkommen zum munteren Monsterprügeln für die Playstation Portable. Untold Legends - Brotherhood of the Blade (UL) aus dem Hause Activision schlägt in die klassische Hack ’n Slay Richtung, die schon unzählige Titel wie Baldurs Gate Dark Alliance oder (das darf hier einfach nicht fehlen) die Diablo-Reihe aus dem Hause Blizzard einschlugen. Als erstes „Rollenspiel“ (warum es keins ist erfährt der geneigte Leser weiter unten) auf Sonys neuestem Briefbeschwerer hat die Bruderschaft der Klinge es natürlich recht einfach, in den Regalen aufzufallen. Wer genug vom Tross der Rennspiele hat, der riskiert gerne einen Blick. Nur, ob sich dieser auch lohnt?

Die Geschichte von UL ist schnell erzählt. Der Spieler ist der Behüter des Städchens Aven, das es trotz 2000jähriger Geschichte nicht geschafft hat, über ein paar Straßen und einen einzigen Händler hinaus zu kommen. Zu Beginn erledigt man zunächst noch harmloses Spinnengetier, im weiteren Verlauf steigert sich die Gegnergröße um ein Vielfaches und selbst Bildschirm füllende Ungetüme laufen einem recht schnell wutschnaubend hinterher. Heisa Monsterhatz! Ähnlich den Konkurrenten für PC und Heimkonsole ähneln sich die Gegner jedoch recht häufig, sind dafür aber jeweils liebevoll gestaltet. Auch, wenn sie nur der klassischen RPG-Stammbesetzung entspringen (immerhin sucht man Schleimbollen vergeblich).

Als Hüter zieht der Held nun von Mission zu Mission, hat ein paar Nebenaufträge zu erledigen und metzelt dabei allerlei Getier nieder. Dieses schleppt, warum auch immer, in den meisten Fällen Tränke, Rüstungen oder Schwerter mit sich rum, die es einzusammeln gilt. Ein Blick ins Inventar zeigt, ob man den tapferen Recken damit ausstatten sollte oder nicht. Überflüssiges Material kann beim bereits erwähnten Händler abgeladen werden, der per Teleporter ständig erreichbar bleibt. Dafür gibt es im ganzen Spiel auch nur eine einzige Stadt mit einer winzigen Handvoll Non Player Characters (NPCs).
Story-Sucher, bitte weitergehen, es gibt hier nichts zu sehen… Im Einzelspielermodus macht UL eine ganze Weile richtig viel Spaß. Nach ein paar Stunden beginnt man sich jedoch zu fragen, ob das wirklich alles ist. Ständig neue Viecher vermöbeln, immer auf der Suche nach dem perfekten Accessoire, zum Händler hin, vom Händler wieder zurück – trotz Diablo-Prinzip stellt sich Langeweile ein. Das liegt nicht zuletzt an der Story, aber auch an den bei jedem Spielstart per Zufall erstellten Karten, die doch eine Spur zu eckig, zu eintönig und vor allem zu wenig belebt sind. Rätseleinlagen hat man völlig außen vor gelassen, scheinbar wollte man mit dem ersten Action Adventure niemanden überlasten.

Rollenspielelemente kommen auch auf, sind jedoch recht spärlich gesät. Für jeden erschlagenen Gegner und gelösten Quest erhält man Erfahrungspunkte, die irgendwann zum Levelaufstieg führen. Jetzt kann man wählen, welche Bereiche stärker forciert werden sollen. Richtig viele Unterschiede gibt es jedoch nicht. Auch der bei Spielen dieser Art gern eingesetzte Fertigkeitenbaum bleibt ohne große Überraschungen und bietet gut abgehangenes Hack ‚n Slay Einerlei. Das lässt sich im Übrigen auch über die Figuren sagen, die zur Auswahl stehen. Der klassische Ritter, der magische Druide, die Alchimistin und der weibliche Berserker (in der deutschen Übersetzung politisch korrekt nicht als „Emanze“ bezeichnet...) – sie alle unterscheiden sich meist nur marginal. Ob Ritter oder Berserker, Druide oder Alchimistin, insgesamt gibt es Netto eigentlich nur zwei Klassen, aber Brutto insgesamt eben vier.

Gameplay:
Gleich zu Beginn fallen einem die recht hohen Ladezeiten von Untold Legends unangenehm auf. Zwar sind die Ladebildschirme sehr schön anzusehende Zeichnungen, auf die Dauer werden diese aber auch leicht öde. Das Wechseln von einem Ort zum Nächsten oder zurück zum Händler wird zur Tortur. Besonders, weil man letzteren recht häufig auf ein Schwätzchen besucht. Die Abschnitte, in denen der Held sich bewegt, sind auch nicht wirklich so groß, um diesen Umstand zu rechtfertigen.

Teilweise wird auch während den Levels neuer Content von der UMD in den Speicher geschaufelt, was zu Ruckel-Einlagen, besonders bei Endkämpfen, führt. Auch im Inventar werden die einzelnen Waffen, Rüstungen und Items jedes Mal neu geladen, was wieder für Verzögerungen und eine kürzere Batterielebensdauer sorgt.

Dagegen kann die Steuerung überzeugen. Zwar bewegen sich die tapferen Recken bei einem Schlag manchmal, als würden sie Holiday on Ice nachspielen, das Analogpad erlaubt aber genaue Geschwindigkeitszu- und abnahmen. Die Tasten sind trotz einiger Doppelbelegungen gut zu bedienen und typisch für ein Hack n Slay: Button smashing at it’s best! Hier merkt man Untold Legends auch seinen dennoch einigermaßen hohen Mobilitätsfaktor an: Selbst wenn man im gleißenden Sonnenlicht nahezu blind durch die Gegend tappt und um sich schlägt, man trifft immer den Richtigen!

Grafik:
Größtenteils flüssig marschiert man munter durch eine sehr bunte Fantasy-Welt, die stufenlos gezoomt und gedreht werden kann. Die Heldenfiguren sind sehr gut animiert, die Gegner zahlreich und ebenfalls mit einer großen Menge an Animationsphasen versehen. Der Spielausschnitt könnte aber eine ganze Spur weiter oben sitzen (nicht umsonst war die 800x600 Auflösung von Diablo 2 so beliebt).

Die Level sind auf Grund des Zufallsprinzips recht ähnlich aufgebaut und nicht besonders anspruchsvoll „designt“. Bildschirmfüllende Endgegner entschädigen jedoch für diesen Umstand.

Nicht schön sind jedoch die ab und an auftretenden Ruckler, die besonders im Multiplayermodus zur Höchstform auflaufen. Wenn Alchimist nebst Golem und Druide plus wandelndem Sturm durch die Gegend marschieren, geht der PSP-Prozessor ächzend in die Knie.

Sound:
Fantasy-Spiele bestechen in den meisten Fällen mit ihrer tollen Musik. Manch einer erinnert sich sicher noch an die tollen Melodien eines Elder Scrolls.
Beim Erinnern wird’s auch bleiben: Untold Legends hat einen uninspirierten, langweiligen Soundtrack, den gerade einmal die tollen Soundeffekte aus dem Morast ziehen. Die paar Melodie-Fetzen, die im Loop immer wieder von vorne gespielt werden, neigen dazu, den schönen Button mit der Note an der Unterseite der PSP zu drücken...

Features und Besonderheiten:
Lang hat man an UL, das ist Fakt. Viele Items wollen gefunden, viele Monster geschlachtet und viele Level erhöht werden. Wenn man bei dem eintönigen Gameplay so lange durchhält.
Sehr löblich ist die gute deutsche Übersetzung (ein „Schappoo“ an dieser Stelle dafür), so dass auch hierzulande jeder alles von der dünnen Story mitbekommt.

Multiplayer:
Besonderes Augenmerk liegt vor allem auf dem Multiplayer. Wie schon Diablo (und da isses wieder, das Teufelchen...) macht das Monsterschlachten immer mehr Spaß, wenn man ein paar Kumpels dabei hat, denen man Gold und Items vor der Nase wegklauen kann. Trotz Ruckelorgien eine unglaublich spaßige Sache, die nächtelang unterhalten kann. Wer also die gleichen Interessen und vier Freunde zur Hand hat sollte UL auf jeden Fall eine Chance geben. Gamesharing wäre natürlich die cremé de la cremé gewesen.

Fazit:
*Hack* Metzel *Kau*
Untold Legends ist ein flüssig von der Hand gehendes, Anfangs sehr großen Spaß machendes Hack ‚n Slay mit Designschwächen. Ein abwechslungsarmes Gameplay und lange Ladezeiten machen das Spielen jedoch nach einer Weile zur Tortur (besonders, wenn man noch die schreckliche Musik dazu hören muss).

Steuerungstechnisch, grafisch und vor allem im Multiplayer aber ein gutes Spiel, dem Fans des Genres eine Chance geben sollten. Und das nicht nur mangels Alternativen. Wir freuen uns auf die Fortsetzung.


Christian Nork [Trunx] für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



GAMEPLAY
5 von 10
Eintönig mit guter Steuerung
GRAFIK
6 von 10
Hübsch anzusehen mit Designschwächen
SOUND
3 von 10
Grausam anzuhören mit guten Effekten
FEATURES
7 von 10
Auch ohne Gamesharing gut
MULTIPLAYER
7 von 10
Drei Freunde schnappen und losmetzeln
GESAMT-
WERTUNG:
74%
Mobilitätsfaktor: [6 /10]
"Immer wieder für ein Spiel gut"







Details
Spielname:
Untold Legends: Brotherhood of the Blade

Publisher:
Sony Online Entertainment

Developer:
Sony Online Entertainment

Genre:
Rollenspiel

Release:
01.09.2005 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

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