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Tactics Ogre: Let Us Cling Together


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Tactics Ogre: Let Us Cling Together Review vom 05.03.2011

Es ist das ewige Leid des europäischen Japano-RPG-Freundes: Ein paar wirkliche Schätze des Genres blieben vor uns verschlossen, weil das Genre vor allem früher noch nicht zu derartiger Mainstream-Tauglichkeit herangewachsen ist wie heute. Die „Ogre Battle“-Spiele des Entwicklers Quest waren da keine Ausnahme, ebensowenig der Rundenstrategie-Ableger „Tactics Ogre“. Doch das Rad des Schicksals hat sich mittlerweile gedreht: Square Enix ließ die Kernentwickler von Quest an Klassikern wie „Final Fantasy Tactics“ und „Vagrant Story“ schrauben, die „Ogre Battle“-Spiele sind über den europäischen Virtual-Console-Service der Wii verfügbar und „Tactics Ogre: Let Us Cling Together“ wandert neu aufgelegt und mächtig überarbeitet auf die PSP. In den 15 Jahren zwischen SNES-Erstveröffentlichung und dem jetzigen Release hat sich einiges getan – kann der geistige Vorgänger der „Final Fantasy Tactics“-Reihe sich auch heute noch behaupten?

Von Rache, Krieg und Treue
Ein großer Konflikt zerrüttet die Insel Valeria. Das einst unter dem König Dorgalua vereinte Reich ist nun Schauplatz eines Machtkampfes zwischen dem Volke Bakrams, dem Gefolge Galgastans und den Rebellen Walisters. Mitten in diesen Krieg hineingezerrt wird der Protagonist des Spiels, Denam Pavel. Er, seine Schwester Catiua und sein Kindheitsfreund Vyce verloren bei einem Angriff der Dunklen Ritter ihre Eltern. Von Rachedurst getrieben schließen sie sich dem Grafen Ronwey von Walister an, in der Hoffnung, den Mörder ihrer Familien zur Rechenschaft ziehen zu können und die blutigen Auseinandersetzungen zu beenden.

Wie genau diese Reise abläuft, dürft ihr in dem vier Kapitel umfassenden Abenteuer in groben Zügen selbst entscheiden. Während ihr nämlich der komplexen sowie spannenden Handlung folgt, werdet ihr immer wieder vor kleine Entscheidungen gestellt. An manchen Punkten entscheidet ihr so über eure Gesinnung (rechtschaffen, neutral oder chaotisch), was euch dann auf verschiedene Pfade führen kann. Allerdings müsst ihr nicht mehrere Spielstände beginnen, um alle Facetten der Story sehen zu können. Nach einmaligem Durchspielen schaltet ihr nämlich die World-Tarotkarte frei, mit der ihr zu bestimmten Punkten der Geschichte zurückkehren und andere Entscheidungen treffen könnt. Um die Handlung voranzutreiben, müsst ihr lediglich gewisse, stets gut auf der Weltkarte markierte Zielpunkte aufsuchen. Allerdings bleibt es natürlich nicht beim einfachen Herumlaufen. Schließlich ist Krieg und im Krieg wird gekämpft.

Zug um Zug zum Sieg
Sollte es zu einem Kampf kommen, dürft ihr zuerst bestimmen, wer eurer kleinen Privatarmee überhaupt daran teilnehmen soll. Wieviele insgesamt losziehen dürfen, hängt von der Schlacht ab. Es versteht sich aber von selbst, dass man bei der Wahl seiner Truppe auf eine gut ausbalancierte Mannschaft setzen sollte. Da ihr nämlich vor Beginn des Kampfes nicht wisst, was überhaupt auf euch zukommt, solltet ihr euch auf alles mögliche vorbereiten und sowohl an Nahkämpfer als auch an Schützen und Magier denken. Steht euer Team, geht es auch sogleich ins Gefecht.

Dieses läuft strikt rundenbasiert ab. Begonnen wird mit der schnellsten Einheit, die sich dann auf dem Feld fortbewegen, eine Unterstützungs-Fähigkeit benutzen und eine Offensiv-Aktion durchführen darf. Wieviel ihr davon nutzt, solltet ihr von der aktuellen Situation abhängig machen. So können Nahkämpfer etwa weiter entfernte Gegner mit Steinen beschmeißen, diese allerdings richten nur wenig Schaden an und sorgen auch noch dafür, dass eure Einheit länger bis zum nächsten Zug warten muss. Mit jeder Aktion verlängert sich nämlich diese Erholungszeit.

Manipulation des Schicksals: Die Chariot-Karte
Auch empfiehlt es sich, die Gegner gezielt auszuschalten – gerade bei den vielen Aufträgen, in denen ihr lediglich eine bestimmte Person umlegen müsst. Einfach ist das Strategie-RPG nämlich nicht. Unüberlegtes Vorgehen kann schnell dazu führen, dass eure Truppen von anstürmenden Feinden dezimiert werden. Sollte dies passieren, habt ihr für einen gewissen Zeitraum die Chance, den Verbündeten wieder ins Leben zurück zu holen – andererseits verliert sie eines von dreien. Das sollte man vor allem deswegen im Hinterkopf behalten, da die Einheit nach dreimaliger Schwerverletzung komplett ins Gras beißt und für zukünftige Kämpfe nicht mehr nutzbar ist.

Glücklicherweise mindert eine Neuerung des Remakes den Frust bei unglücklichen Schlachtenverläufen: Per Chariot-Tarotkarte, die über die L-Taste aufrufbar ist, könnt ihr nämlich das Geschehen um bis zu 50 Züge zurücksetzen und euer Vorgehen überdenken. Solltet ihr euch also zum Beispiel mit der Flugbahn eines Zaubers verschätzt und ihn direkt in den Rücken eines Kameraden gejagt haben, könnt ihr diesen Fehler durch einen einfachen Tastendruck korrigieren. Und sollte euch der vorherige Verlauf auf lange Sicht doch besser gefallen haben, könnt ihr auch problemlos zu diesem zurückkehren – sofern bis dahin nicht schon wieder 50 Züge verstrichen sind.

Wer den Krieg gewinnen will, muss hart trainieren
Die Chariot-Karte allein garantiert aber natürlich noch keinen Sieg. Die eigenen Leute müssen auch gut vorbereitet werden. Zu diesem Zweck könnt ihr ein wenig über die Weltkarte wandern, um ein paar Zufallsgefechte zu bestreiten und so Erfahrungs- sowie Fertigkeitspunkte zu sammeln. Im Vergleich zum SNES- und PS1-Original, wo Erfahrung noch nach jeder Aktion einer Figur gewonnen wurden, findet die EP-Abrechnung allerdings erst am Ende des Kampfes statt. Erfreulicherweise müsst ihr aber nicht jede einzelne Einheit in liebevoller Kleinstarbeit hochzüchten – die Erfahrungspunkte gehen nämlich in die Stufe der Charakterklasse insgesamt. Solltet ihr etwa die Krieger-Klasse auf dem Level 14 haben, befinden sich alle Einheiten dieser Klasse auf dem Level. Auch, wenn ihr sie erst später von einer anderen Charakterklasse zum Krieger wechseln lasst.

Ebenfalls nicht unwichtig bei der Ausbildung sind auch die Spezialfähigkeiten. Mit Fertigkeitspunkten, die wiederum von jedem Mitglied euer Truppe einzeln gesammelt werden, könnt ihr eure Leute mit allerlei passiven und aktiven Skills ausstatten. So wird Zauberern mit der richtigen Fertigkeit der Zugriff auf bestimmte Magiearten gewährt, Feld-Alchemie erlaubt die Nutzung stärkerer Medikamente und Verstärkungsfähigkeiten wie der gewaltige Schuss des Schützen sorgen für mehr Schmerzen in den feindlichen Reihen. Die richtige Wahl der Skills kann ich manch Gefecht über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Musikalisch ein Hochgenuss, optisch ein zweischneidiges Schwert
Auf grafischer Ebene bleibt „Tactics Ogre“ hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wer ein gestochen scharfes Update auf dem Level der „Final Fantasy“-PSP-Umsetzungen erwartet, dürfte angesichts der verwaschen wirkenden Nahansicht – die übrigens die Standard-Perspektive ist – eher enttäuscht sein. Erst sobald man aus dem geschehen rauszoomt zeigt sich, wie schön das Schlachtfeld eigentlich aussehen kann. Immerhin wird es dadurch auch etwas übersichtlicher. Und sollte jemand bei der isometrischen Kameraperspektive immer noch Probleme haben, Positionen genau feststellen zu können, kann dieser wahlweise auch eine Vogelverspektive im Stile von etwa „Fire Emblem“ für Nintendo-Konsolen nutzen.

Wenigstens weiß der überarbeitete Soundtrack des Spiels durch die Bank weg zu überzeugen. Die treibenden Melodien sind ein Fest für die Ohren und können sich getrost zur Elite der Game-Soundtracks zählen. Wer allerdings auch bei dem Remake auf Sprachausgabe hofft, dürfte abermals eine Enttäuschung erleben. Bis auf die Übergänge zwischen den Kapiteln sind keine der Sequenzen des Spiels vertont worden. Ebenfalls schade ist, dass Square Enix darauf verzichtet hat, das Spiel einzudeutschen. Englischkenntnisse sind Pflicht, wenn ihr euch mit „Tactics Ogre“ auseinandersetzen wollt.

Wie für moderne PSP-Titel üblich könnt ihr „Let Us Cling Together“ auch auf eurem Memory Stick installieren. Die etwas mehr als 650MB große Datei verkürzt die Ladezeiten allerdings nur minimal – die sind nämlich auch von Haus aus schon ziemlich kurz, sodass der einzige Unterschied, den man in der Regel bemerkt, in dem fehlenden UMD-Lesegeräusch besteht.



Fazit:

„Tactics Ogre: Let Us Cling Together“ ist eines dieser wenigen, gesegneten Spiele, denen der Zahn der Zeit absolut nichts auszumachen scheint. Nun gut, das Remake hat sich ein paar Freiheiten mit dem Spielsystem erlaubt und die Charakterentwicklung einer gehörigen Aktualisierung unterzogen. Doch die Kernelemente, also die komplexe Handlung mit ihren zahlreichen, interessanten Akteuren sowie die fesselnden Gefechte, haben nichts von ihrer Faszination verloren. Im Gegenteil: Durch Neuerungen wie die Chario-Tarotkarte wird das Spiel sogar um einiges zugänglicher, da sich manch Fehler so schnell rückgängig machen lässt – ohne dass „Tactics Ogre“ dabei seinen teils recht knackigen Schwierigkeitsgrad einbüßt. Fans von „Final Fantasy Tactics“ und Strategie-RPGs im Allgemeinen sollten sich dieses Kleinod auf keinen Fall entgehen lassen. Der 15 Jahre alte Genre-Haudegen schafft es auch heute noch problemlos, den Spieler für unzählige Stunden an den Bildschirm zu binden.

Gefesselt vom Rad des Schicksals: Tjark Michael Wewetzer für PlaystationPortable.de




GAMEPLAY
9 von 10
Nur noch ein Zug, dann gehe ich in's Bett. Ach, noch ein Zug kann nicht schaden. Und noch einer. Und noch einer...
GRAFIK
9 von 10
In der Nahansicht leider etwas verwaschen, dafür sind die Artworks bildschön und einmal rausgezoomt ist auch das Schlachtfeld erträglich.
SOUND
8 von 10
Ein Meisterwerk der Videospielmusik. Sprachausgabe gibt’s aber leider nur wenig.
FEATURES
9 von 10
Nebenquests, ein vielfältiger Charakterklassen-Katalog und verschiedene Story-Pfade laden auch nach dem Durchspielen zu neuen Gefechten ein.
MULTIPLAYER
2 von 10
Nur der Kampf gegen Geistdaten anderer Spieler – kein direktes Gegeneinander.
GESAMT-
WERTUNG:
89%
Mobilitätsfaktor: [8 /10]
"Die Gefechte können einiges an Zeit verschlingen. Dafür gibt es eine Schnellspeicherfunktion."







Details
Spielname:
Tactics Ogre: Let Us Cling Together

Publisher:
Square Enix

Developer:
Square Enix

Genre:
Rollenspiel

Release:
25.02.2011 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (17)

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