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Midnight Club 3 : DUB Edition


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Midnight Club 3 : DUB Edition Review vom 08.09.2005

Don't join the hype
Da hab' ich die Meute gerade so abgehängt. Nur noch wenige Meter bis zum Ziel. Schweiß rinnt mir von der Stirn. Jetzt bloß keinen Fehler machen. Die Rote Markierung ist bereits in Sichtweite. Noch eine kleine Kurve. Verkehr. Verkehr! VERKEHR! Wo kommen die ganzen Autos auf einmal her? Die wollen mich ärgern! Zielsicher steuert mein Wagen auf einen Bus zu. Mist, den zu rammen kann ich mir nicht leisten! Dann ist die Rundenzeit dahin und alles war umsonst...

Dann, im letzten Augenblick, die Rettung: Meine Fokus-Leiste ist wieder voll! Beim Druck auf den Auslöser scheint die Welt mit einem Mal still zu stehen. Nur noch Zeitlupe. Elegant zieht mein aufgemotztes Fahrzeug am Hindernis vorbei, kurz bevor die Realzeit wieder einsetzt schalte ich noch Nitro hinzu - geschafft! Der Sieg ist mein.

Action pur in Rockstars erstem Playstation Portable Game. Aus dem Hause der Macher von Grand Theft Auto kommend, hat die Midnight Club Reihe bereits auf der Playstation 2 einen ausgezeichneten Ruf als Need For Speed Underground Alternative. Mit dem zweiten Titel aus dem Hause Electronic Arts hat der vorliegende Racer sogar so viel gemeinsam, dass es verwundert, dass hier keine gegenseitigen Plagiatsklagen ausgetauscht wurden. Aber der Reihe nach:

Vor ein paar Jahren erschien das reichlich erfolgreiche B-Movie The Fast and the Furious, das international für Aufsehen sorgte und Vin Diesel zur Action-Ikone des 21. Jahrhunderts stilisierte. Die schwache Fortsetzung (trotz einer bezaubernden Devon Aoki) konnte den Erfolg dieses neuen Stils, dem illegalen Straßenrennen in getunten Importautos zu knalliger Hip-Hop-Mucke, auch nicht bremsen. Need For Speed Underground legte die Messlatte bereits sehr hoch. Nächtliche Verfolgungsjagden und wilde Tunereien gehören seitdem zum guten Ton, so dass sogar die neueste Ridge Racer Version ihre eigenen zwei Nacht-Stadt-Strecken erhielt.

Midnight Club 3 Dub Edition schlägt in die selbe Kerbe. Als Rennsportanfänger mit ein wenig Geld in der Tasche kommt man nach San Diego, um sein Glück bei illegalen Wettbewerben zu versuchen. Die anfänglich gekaufte Karre wird nach den ersten Erfolgen (und dem ersten Zaster) recht schnell am Straßenrand geparkt und ein neues, schickes Importauto mit allem möglichem Schnickschnack vom Nitro-Einspritzer bis hin zur Neonbeleuchtung am Bodenblech bestückt. Der Fantasie des Spielers sind dabei kaum Grenzen gesetzt, in Sachen Tuning übertrifft der Rockstar-Titel die NFS:U-Version für die PSP bei Weitem. Spätestens, wenn der eigene Nickname aufs Nummernschild geschrieben wird, hat einen die Welt von MC3 gepackt.

Anstatt jedoch wie in z.B. Ridge Racer von einem Rennen zum nächsten gereicht zu werden, kann der Spieler in insgesamt drei großen Städten "cruisen" und sich seine Missionen und Herausforderungen selber suchen. Hier und da fahren verrückte Gestalten herum, die euch zu neuen Rennen provozieren. Stadtrennen, veranstaltet vom amerikanischen DUB-Magazin (was auch der Grund ist, weshalb man grundsätzlich nur Original-Karossen und keine Fantasie-Produkte fährt), sowie eine ganze Menge anderer Aufgaben warten darauf, von euch gemeistert zu werden. Auf Grund der Größe der Stadt und der vielen Tuning-Möglichkeiten, Fahrzeuge, etc. ist der Langzeitspielspaß enorm. Wer auf der Suche nach langer Unterhaltung ist, der liegt bei MC3 genau richtig.

Die Rennen sind in den meisten Fällen ein einfaches Abklappern von Checkpoints, die durch Pfeile markiert hell in der Nacht erstrahlen. Daneben gibt es die allseits beliebten Rundenrennen und verrückte Einzelrennen, in denen man gegen die Zeit seiner Gegner fährt.
Beim dem ganzen Spaß verliert man leider ab und an den Überblick. So kann es auch schon einmal vorkommen, dass man falsch abbiegt und ein Rennen sofort verloren ist. Besonders in den späteren Herausforderungen, wenn der Schwierigkeitsgrad und vor allem die Spielgeschwindigkeit nach oben gehen, führen erst mehrere Versuche zum Erfolg.

Einen großen, gravierenden Nachteil besitzt das Spiel leider: Es ist beinahe eine 1:1 Umsetzung der Playstation 2 Fassung. Das bringt mit sich, dass man versucht hat, so viel wie möglich in so kurzer Zeit wie möglich in die immerhin mit 1,7 GB gut vollgestopfte UMD zu stecken. Schon bei der amerikanischen Fassung gab es Beschwerden, dass die Ladezeiten geradezu enorm sind. 70 Sekunden Warten, bis ein Spiel beginnt, sind dort keine Seltenheit.
Rockstar versprach, für Europa nachzubessern und siehe da: Immerhin die Hälfte haben sie im Durchschnitt hinbekommen: 30 bis 45 Sekunden dauert es jedes Mal, bis ein Rennen geladen wurde. Trotzdem kein Zuckerschlecken: Wer nur mal eben eine Runde gegen Gegner drehen will, sagen wir ca. 2:30 Minuten, der muss zusätzlich eine ganze Minute hinzurechnen, bis er wieder beim Cruisen oder in der Werkstatt angekommen ist. Wohl dem, der beim Spielen neben sich ein gutes Buch liegen hat. Das zieht die Mobilitätswertung natürlich stark nach unten und auch der Spielspaß geht schon beim vierten oder fünften Mal Däumchen drehen in den Keller (was er da macht, können wir nur ahnen...). Man merkt, dass diese Portierung mit der heißen Nadel gestrickt wurde, was schade ist, da MC3 ansonsten wirklich das Zeug zum Klassiker hätte.

Denn gute Ideen sind zu Hauf vorhanden. Neben dem Anfangs erwähnten Fokus-Modus, der die Zeit für ein paar Sekunden verlangsamt und so die verrücktesten Manöver ermöglicht, haben größere Fahrzeuge z.B. einen Aggro-Modus, der es erlaubt, den Stadtverkehr einfach mal so durch die Luft zu wirbeln. Nicht besonders realistisch, macht aber Spaß! Und wer eine ernste Simulation verlangt, sollte sowieso eher zu DTM2 greifen.


Gameplay:
Spielerisch zeigt sich MC3 von seiner besten Seite. Anfangs noch im Schneckentempo, rast man gegen Ende mit einem Affenzahn um die Häuser, dass sich schwierige Kurven wirklich nur noch im Fokus-Mode nehmen lassen.
Die Steuerung ist recht überfrachtet, ermöglicht aber trotzdem guten Zugriff auf alle wichtigen Funktionen. Einzig beim Lenken mit dem Digipad hat man ein leicht schwammiges Gefühl, was aber auch auf die Verarbeitung der Playstation Portable zurück zu führen ist. Je nach Fahrzeug steuert es sich ohnehin unterschiedlich, Motorräder sind auf Grund ihrer Unfallanfälligkeit nur mit viel Übung zu meistern.

Im Optionenmenü lassen sich die Drift-Eigenschaften des Rennboliden individuell konfigurieren, damit man auch als Ridge Racer Fan anständig um die Kurven "surfen" kann. Doch Vorsicht, denn soviel Realismus muss sein: Trotz fehlendem Schadensmodell ist das Auto nicht unzerstörbar und ab einem gewissen Beschädigungsgrad verliert man ein paar Sekunden, bis es wieder auf die Strecke zurück gesetzt wird.

Grafik:
Die Umsetzung von der Playstation 2 darf man durchaus als gelungen betrachten. Bis auf die fehlenden Passanten ist alles drin, was rein gehört. Sogar Ampeln lassen sich munter abrasieren und durch die Gegend schleifen.
Die Autos sind erstaunlich detailliert (Stichwort Nummernschild) und jede Veränderung in der Werkstatt hat man sofort auf dem hochauflösenden Schirm. Die Städte wirken durch die vielen Autos lebendig und sind bei Nebel, Regen oder einfach nur beim Cruisen eine Pracht, die flüssiger kaum möglich ist. Von ein paar hässlichen Popup-Erlebnissen einmal abgesehen.
Geht es jedoch in glasklaren Nächten auf die Rennstrecke, hat die CPU mehr zu rechnen und der Prozessor geht ab und zu für einen kurzen Moment empfindlich in die Knie. Das ist meist zu verkraften, kann einem jedoch im dichten Gedränge auch schon einmal die Erstplatzierung kosten - und ohne die gewinnt man die Runde nicht.

Abzüge im Mobilitätsfaktor gibt leider das Ambiente: Ein Spielen im Freien ist auf Grund des dunklen Settings beinahe unmöglich, im Bus kann man es vollständig vergessen. Dagegen spielt es sich im heimischen Bett geradezu herrlich.
Kleine Videosequenzen nach jedem wichtigen Rennen, in dem der Spieler Prestige geerntet hat, treiben die 08/15 Storyline etwas weiter und ermöglichen den Zugriff auf weitere Rennen und die zwei restlichen Städte Atlanta und Detroit, die sich jedoch nicht großartig unterscheiden. Nachts sind alle Katzen grau gilt auch für Rennspiel-Cities.

Sound:
Was wäre ein Tuning-Racing-Game ohne anständige Sounduntermalung? Genau, einfach Atmosphärenlos. Aus diesem Grund darf eine ganze Riege der unterschiedlichsten Künstler ran, die von Marylin Manson-Rock bis hin zu fetten Hip-Hop-Beats reicht. Nicht unbedingt Jedermanns Sache, aber absolut passend zum Szenario und unglaublich schweißtreibend. Wenn ein Lied zudem nicht gefällt, genügt ein Knopfdruck und der nächste Interpret brüllt sich die Kehle wund.
Die Soundeffekte klingen realistisch, wie es sich gehört, hätten jedoch noch etwas prägnanter sein dürfen. Regen könnte man ruhig laut prasseln hören und Nebel verschluckt, den Naturgesetzen nach, auch das eine oder andere Geräusch - normalerweise.

Features und Besonderheiten:
Drei riesige Städte, dutzende von Tuningmöglichkeiten und ein riesiger Fuhrpark. Spielerherz, was willst du mehr? Bis auf den Online-Modus drängeln sich sämtliche Features des großen Bruders von der PS2 auf der UMD zu einem appetitlichen Cocktail zusammen. Stundenlanger Spielspaß ist drin, wenn man von den teilweise sehr störenden Ladezeiten absieht.

Der Multiplayermodus erlaubt spannende Verfolgungsjagden für nur vier Spieler, außerdem wird leider ein weiteres Mal das Gamesharing nicht unterstützt.
Besondere Unterschiede von der PS2-Fassung lassen sich auch nicht ausmachen, hier hätte man mehr aus der Neuauflage herausholen können.

Fazit:
Midnight Club 3 Dub Edition besticht durch seinen riesigen Umfang und die tollen Tuning-Möglichkeiten, die bisher in dieser Art auf keinem Handhelden zu finden waren. Schöne Grafik und riesige Städte gehen jedoch leider auf Kosten der Ladezeiten. Diese sind, trotz Verbesserungen gegenüber der US-Version, weiterhin enorm und in einem mobilen Spiel nicht entschuldbar. Freunde des schnellen Spiels sollten also nicht zugreifen.
Für eine Fortsetzung würden wir uns außerdem mehr PSP-speziefische Features wünschen, eine verbesserte Anpassung und natürlich das bisher kaum genutzte Gamesharing. Dann könnte die MC-Reihe beweisen, was in ihr steckt. Trotzdem: Im direkten Vergleich ist Midnight Club 3 das bessere Need For Speed: Underground


Christian Nork für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Take 2 für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars



GAMEPLAY
4 von 10
Ladezeiten-Genickbruch
GRAFIK
7 von 10
Riesige Städte mit Slowdown-Gefahr
SOUND
7 von 10
Fette Beats bei schwacher Geräuschkulisse
FEATURES
7 von 10
Viel zu Entdecken, aber Schwächen in der B-Note
MULTIPLAYER
5 von 10
Kein Gamesharing, nur vier Spieler
GESAMT-
WERTUNG:
77%
Mobilitätsfaktor: [1 /10]
"Hey, bei den Ladezeiten hab' ich schon drei Bücher durch!"







Details
Spielname:
Midnight Club 3 : DUB Edition

Publisher:
Rockstar Games

Developer:
Rockstar Leeds/ San Diego

Genre:
Racing

Release:
01.09.2005 (erschienen)

Multiplayer:
1-4

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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