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UMD-Test vom 29.08.2006

Lord of War: Händler des Todes

Wer in letzter Zeit durch den Videospielladen seines Vertrauens geschlendert ist und durch Zufall auch einen kurzen Halt an der Video - UMD Sektion gemacht hat, dürfte gemerkt haben, dass eine Vielzahl an Filmen mittlerweile zu Spottpreisen über die Ladentheke gehen. Zwar betrifft diese Preissenkung nicht alle Filme, doch die Vermutung, dass dies das Aus für die kleinen Silberlinge mit Filminhalt sein könnte, kommt trotzdem auf. Der hohe Preis und die recht maue Ausstattung sind wohl Gründe dafür, dass viele Leute lieber zur DVD greifen, da sie ihr Geld dort besser investiert sehen. Fans der kleinen Scheibe werden diese Argumente weniger interessieren und so kämpfen sich diese täglich durch die unendlichen Weiten des Internets und suchen nach einem Streifen, der den freien Platz im Regal füllen soll. „Lord of War“ schreit sich unser heutiger Testkandidat. Ob es genau dieser Film sein soll, für den ihr 20 Scheinchen hinblättert, wollen wir euch in folgenden Zeilen erläutern…

Der Handel mit Waffen – es gibt kaum ein anderes Geschäft, welches dermaßen zwiespältig und vor allem unmoralisch sein kann – nebst gesetzlichen Grauzonen und Lücken, die es auszunutzen gilt, um möglichst schnell Gewinn mit Leid, Elend und Gewissenlosigkeit zu machen. Schon zu Beginn verdeutlicht der Film sehr schnell, worum es eigentlich geht. Bereits das ungewöhnliche Intro zeigt dem Zuschauer den „Werdegang“ einer Gewehrpatrone samt Inhalt. Nach einer langen reise findet das Geschoss sein Ziel und schockiert mit einer deutlich Unbeschönten Ansicht genau das, was in den nächsten 123 Minuten folgen, und thematisiert wird.

Yuri Orlov (gespielt von Nicolas Cage) ist Waffenhändler. Genau genommen ist er einer der Besten. Nach eher bescheidenen Anfängen in dem New Yorker Stadtteil Odessa und dem Verkauf seiner ersten Waffen steigt er gemeinsam mit seinem Bruder Vitali (gespielt von Jared Leto) nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ zu einem der mächtigsten Waffenschieber der Welt auf, denn „Vorräte“ aller Art lassen sich nach dem kalten Krieg zu genüge für teils erschreckend wenige Dollar auftreiben. Unmenschliche Diktatoren und selbst Staatsoberhäupter – Yuri Orlov versorgt sie alle und liefert, was immer verlangt wird. Dabei interessiert ihn lediglich das, was dabei für in herumkommt – Cash. Der Einsatz seiner Waren ist ihm dabei gänzlich egal, solange nur die Kasse stimmt. Nicht selten werden er und sein Bruder direkt mit dem Grauen, welches die gelieferten Waffen verursachen, konfrontiert – während Yuri im wahrsten Sinne des Wortes gänzlich unberührt davon bleibt, plagen Vitali vermehrt Gewissenskonflikte, bis es eines Tages zu einer Katastrophe kommt…

Kurz vor dem Höhepunkt seiner zwielichtigen Karriere bekommt es Orlov allerdings mit dem Interpolagenten Jack Valentine (gespielt von Ethan Hawke) zu tun, welchem er allerdings nicht selten mit viel Humor und Raffinesse durch die Finger gleitet und dem Spielfilm schon fast eine komisch-humoristische Ader verleiht, welche in einem sehr erfrischenden Kontrast zu der grauenvollen und schrecklichen Szenerie steht.

Während er auf der einen Seite ein Mann ohne Gewissen zu sein scheint, so ist er auf der anderen Seite fürsorglicher Vater und Ehemann, welcher alles für seine Familie tun würde. Trotz allem ist er sich nicht zu schade, seine Frau nicht über seine „Geschäfte“ in aller Welt aufzuklären – er ist „Geschäftsmann“, und dabei bleibt es auch.

Nach dem eher ungewollten Ausstieg aus dem Geschäft und dem Tod seines Bruders wendet sich Yuri nun voll und ganz seiner Familie zu, welche mittlerweile im Reichtum schwelgt, jedoch kurz vor dem Bankrott steht. Yuri muss allerdings feststellen, dass man nicht all zu leicht aussteigen kann – viele seine Kunden bleiben im treu und lassen ihn einfach nicht zur Ruhe kommen. Als anschließend einer seiner besten Kunden bei ihm vor der Haustür steht, muss sich Yuri endgültig entscheiden.

„Lord of War“ wurde mit teils völlig unmoralischen und sehr kontroversen, teils schockierenden Monologen des Yuri Orlovs passend inszeniert und geschmückt. Dieses Werk ist äußerst trickreich, denn nur all zu schnell zieht der Film den interessierten Zuschauer auf die Seite des charismatischen Waffenhändlers und lässt den Interpolagenten schon fast in einem bösen Glanz erscheinen – tatsächlich ist die eigentliche Rollenverteilung genau entgegen dieser Suggestion und drängt eben diesen Agenten in die Rolle des lästigen Störenfriedes. Mit schon fast pervers-satirischen Sprüchen und Ansichten versucht Nicolas Cage in seiner Rolle sein Treiben zu rechtfertigen und glänzt dabei durch schauspielerisches Talent. Die visuellen Qualitäten des Films wissen in Punkto Kameraeinstellung, Inszenierung und Vertonung absolut zu überzeugen. Von Beginn bis hin zum Ende fesselt „Lord of War – der Händler des Todes“, denn hier stimmt einfach alles. Vor allem das geniale Intro in Verbindung mit den oben genannten Monologen führen den Zuschauer in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus. Insgesamt steckt in diesem Film äußerst viel Inhalt. Trotz allem sucht man verschachtelte Hinweise oder einen undeutlichen roten Faden vergebens – somit bleibt das Gebotene auf keinen Fall leichte Kost, allerdings trotzdem ein Werk mit sehr viel Inhalt, welchen man sehr gut bereits nach dem ersten Durchlauf erfassen und verstehen kann.


Besonders interessant sind auch einige Hintergrundinformationen zum Film. So handelt es sich bei den - im Film gezeigten - Kalaschnikow-Maschinengewehren nicht etwa um Attrappen oder Nachbauten, sondern um echte, geladene Schusswaffen. Man begründete den Einsatz von scharfen Feuerwaffen damit, dass diese tödlichen Waffen um einiges günstiger zu erwerben sind als ungefährliche Attrappen der Selbigen.

Auch die aneinander gereihten Schützenpanzer sind kriegstüchtige Fahrzeuge. Diese wurden extra für den Dreh von einem tschechischen Waffenhändler geliehen. Die Nato musste außerdem verständigt werden; ansonsten hätte diese anhand von Satellitenbildern von einem nahenden Krieg ausgehen und sofortige Maßnahmen einleiten können.

Technik und Features:
Die Anpassung an die kleine Multimedia Kiste ist bis auf geringe Mängel durchweg gelungen. Das animierte Hauptmenü mit beruhigender Hintergrundmusik ist zwar nett anzusehen, aber die Überschriften der einzelnen Menüpunkte hätten einen Tick größer ausfallen können. Schwarze Balken an den Rändern sucht man durch das optimierte Bildformat (1.78:1) vergebens. Die Bildqualität ist über die komplette Laufzeit exzellent, sodass sich der zahlende Käufer über keinerlei Schlieren oder Hell - Dunkel Fehler zu beklagen hat.

Leider ist weder die Deutsche-, noch die Englische Tonspur das, was den mobilen Multimediafan überzeugen kann. Beide Tonspuren sind extrem leise ausgefallen, was den Film für Bus und Bahn recht unbrauchbar macht. Dem gemütlichen Filmgenuss im auf dem heimischen Sofa steht mit dem richtigen Zubehör (Kopfhörer, Soundstation) allerdings nichts im Wege. Die Untertitelspuren können jedoch durch ihre Schärfe und ihr perfektes Timing überzeugen.

Im Bezug auf die Extras bringt Sony auch mit diesem Film nichts Neues. Wie so oft, so finden sich auch auf dieser Scheibe nur zwei Trailer zu mehr oder minder aktuellen Streifen. (The Da Vinci Code – Sakrileg, Stealth – Unter dem Radar)

Fazit:
„Lord of War – der Händler des Todes“ ist insgesamt schon ein Meisterwerk für sich, welches sich sogar auf reale Begebenheiten aus der Vergangenheit, der Gegenwart und mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf zukünftige Ereignisse in diesem „Geschäft“ bezieht. Somit ist dieser Film praktisch immer aktuell und bietet reichlich Stoff für Unterhaltungen. Es handelt sich hierbei um eine erstklassige Politsatire im Spielfilmgewand, welche von der typischen Amerikanisierung dieses Genres völlig absieht. Obwohl dieses Werk äußerst viel Inhalt vermittelt, geschieht dies niemals über verschachtelte oder untransparente Wege. Im Klartext – hier wird eine äußerst schreckliche und brutale Machenschaft unbeschönt und direkt an den Zuschauer weitergegeben.

Vielen Dank an Sony Pictures Home Entertainment für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



INHALT
Realitätsgetreu im Spielfilmgewand - Spitze!
XXXXXXXXXX
TECHNIK
Zu leiser Sound bei perfekter Optik!
XXXXXXXXXX







Details

Publisher:
Sony Pictures

Regisseur:
Andrew Niccol

Schauspieler:
Nicolas Cage, Jared Leto, Bridget Moynahan

Länge:
122 Minuten

Sprachen:
Deutsch, Englisch

Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch

Genre:
Aktion

Release:
18.08.2006 (erschienen)

Filmpreise:


Altersfreigabe:
Frei ab Jahre


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