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UMD-Test vom 03.10.2006

Rent

Viele Spielfilme erfreuen sich großer Beliebtheit und Anziehungskraft. Schnell aneinander gereihte Actionszenen, brutaler, schneller, und vor allem immer spektakulärer – diese Faktoren zeichnen vermeintlich „großes“ Kino aus. Dass es auch ganz anders gehen und man trotz allem sehr gut unterhalten werden kann zeigt unsere jüngste Filmrezension, welche eine sehr ungewöhnliche UMD unter die Lupe genommen hat. Ohne der Spannung die Spitze zu nehmen: gerade das eher kränkelnde Medium der Video UMDs hat hier etwas ganz besonderes spendiert bekommen…

Das weltberühmte Musical „Rent“ (zu Deutsch: „Miete“) von Produzent Jonathan Larson versetzt den interessierten Zuschauer in die frühen 90er Jahre eines heruntergekommenen Viertels in New York. Eine junge Gruppe von teilweise höchst unterschiedlichen Charakteren versucht hier irgendwie über die Runden zu kommen, denn East Village, so der Ort des Geschehens, ist alles andere als ein reicher Stadtteil. Wie es sich für ein Musical gehört, werden natürlich zunächst sämtliche Personen dargestellt – leicht überspitzte Darstellungen sind dabei natürlich gewollt.

Hobbyfilmer Mark (gespielt von Anthony Rapp) trauert immer noch über die zerstörte Beziehung zu seiner Exfreundin Maureen (gespielt von Idina Menzel). Diese hat sich mittlerweile anderweitig orientiert und ist nun mit der eher resoluten Anwältin Joanne (gespielt von Tracie Thoms) zusammen. Mark hat einen Mitbewohner in seinem heruntergekommenen Apartment – Roger, (gespielt von Adam Pascal) der Musiker. Er ist auf der Suche nach „dem einen Song“. Schon im sehr frühen Verlauf wird die durchaus witzige und aufheiternde Szenerie unterbrochen als klar wird, dass seine Junkiefreundin an Aids verstorben ist – zu allem übel wurde Roger damit allerdings auch noch infiziert. Resigniert und verzweifelt kommen ihm die Annäherungsversuche der hübschen Nachtclubtänzerin Mimi (gespielt von Rosarie Dawson) eher lästig vor. Wie es aber in der Natur des Mannes liegt, lässt er sich früher oder später auf sie ein. Wie sich im Verlauf des Stücks zu allem Unglück herausstellt, ist auch sie mit dem HIV Virus belastet. Damit ist die ungewöhnlich lange Darstellerbesetzung allerdings alles andere als belegt. Der Aushilfsprofessor Tom Collins (gespielt von Jesse L. Martin), welcher seine Freunde Mark und Roger besuchen möchte, wird auf offener Straße von mehreren Zwielichten Gestalten verprügelt und seiner Jacke beraubt. Glück im Unglück – auf diese Weise lernt er durch Zufall die Drag Queen Angel (gespielt von Wilson Jermaine Heredia) kennen welche ihm zur Seite steht. Es kommt, wie es kommen muss und Tom verliebt sich unsterblich in sie.

Dieses insgesamt eher traurige Dasein wird jäh von dem Miethai Benny (gespielt von Taye Diggs) beendet, als dieser sämtliche Bewohner des Blocks mit scheinbar guten Absichten auf die Straße setzen will – ein großes, neues Studio soll errichtet werden und Arbeit für alle bringen. Diesem eher heuchlerischen Angebot geht jedoch niemand nach. Somit löst Benny ungewollt eine Reihe tragischer Ereignisse aus, doch an dieser Stelle möchte ich nicht zuviel verraten – schaut es euch einfach selbst an.

Zunächst muss man sich im Klaren darüber werden, dass „Rent“ kein Spielfilm im eigentlichen Sinne ist. Der Zuschauer bekommt es hier mit einem erstklassig inszenierten Musical mit vielen verschiedenen und teils skurrilen, fantastischen Elementen zu tun. Ganz so, wie es sich für ein Musical gehört, gibt es insgesamt einen sehr geringen Anteil an gesprochenem Text. Dafür wird der überwiegende Teil des eigentlichen roten Fadens in musischen Passagen vorangetrieben und wiedergegeben. Besonders spannend zu betrachten ist dabei die Kombination aus frechen, bunten und teils auch obszönen Texten in Verbindung mit der eher grauen und tristen Vorstadtumgebung, was sich insgesamt sehr gut gegenseitig ergänzt. Außerdem wurde genügend Raum und auch Zeit für traurige und nachdenkliche Songs gelassen, welche Rückblicke auf die jeweilige Lebensgeschichte des vortragenden Charakters darstellen. Oft wirkt es ganz so, als würden die einzelnen Vorträge wie aus dem Nichts kommen, was sehr zu der guten Atmosphäre des Stücks beiträgt. Dabei wurde besonders darauf geachtet, den Bogen mit zu langen Passagen nicht zu überspannen. Somit kann es der geneigte Beobachter zwar bis zur nächsten Einlage kaum Abwarten, diese lässt aber in der Regel alles andere als lange auf sich warten. Instrumental betrachtet wurde eher dezent gearbeitet, was aber den Stimmen der original Broadwaydarstellern des Musicals im Film sehr entgegenkommt. Diese überzeugen durch glasklare, Gänsehaut verursachende Stimmlagen und Vorträge. Dieser Faktor ist ein weiterer Punkt, welcher „Rent“ in hellem Licht erstrahlen lässt. Der Zuschauer darf hier absoluten Vollprofis in Vollendung zuhören, welche nebenbei auch noch tänzerisch komplett überzeugen – und das vor einer bewusst ärmlich gehaltenen Szenerie. Sehr faszinierend sind dabei außerdem die Texte – teils völlig absurd und überraschend zugleich würde es wohl niemandem einfallen, solche teils in Dialogform gehaltenen Passagen musisch dermaßen darzustellen. Nicht selten bedienen sich die einzelnen Künstler dabei äußerst vulgärer Ausdrücke, welche allerdings nicht geschnitten wurden - und das ist auch gut so.

Insgesamt kann der findige und aufmerksame Zuschauer äußerst viel aus diesem Musical erfahren. Sei es nun über die Situation an sich oder über die zahlreichen und gut ausgeleuchteten Persönlichkeiten der unterschiedlichen Charaktere. Es ist zum Beispiel möglich, den Film aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, was den Wiederanschauwert deutlich steigert. Ob man Mark, Angel oder Tom mehr Aufmerksamkeit schenken möchte, bleibt wohl jedem selbst überlassen.

Technik und Features:
Gigantische Effekte und co. wird man zwar vergebens suchen, aber definitiv nicht vermissen. „Rent“ überzeugt mit ganz anderen Dingen, brauch sich aber unter diesem Punkt auch nicht zu verstecken, denn – das Gesamtkonzept stimmt und lässt praktisch keine Wünsche offen.

Es ist schon erstaunlich, was Regisseur Chris Columbus hier gestaltet hat. Wie die originale Inszenierung auf dem Broadway wohl ausschauen mag, werden nur die wenigsten Leser dieser Rezension wissen. Eins ist allerdings mehr als klar – was hier Platz auf einer UMD gefunden hat, ist erstklassig. „Rent“ macht Spaß und hat außerdem den nötigen Tiefgang und vor allem die Ernsthaftigkeit, um nicht als simple Spielfilmbagatelle in einem Stück Plastik zu enden.

Fazit:
„Nichts ist tadellos“ – getreu diesem Motto muss man sich auf dieser UMD schon mit der Lupe auf die Suche nach Kritik aufmachen. Die Tatsache, dass „Rent“ kein Spielfilm ist, ist auch gleichzeitig die größte Schwäche dieses Werks – im Prinzip kann das Musical an sich sicherlich sehr viele begeisterte Video UMD Fans erreichen, doch trotz allem wird sich ein Nicht-Musical-Fan wohl eher nicht daran wagen. Das Genre an sich ist einfach zu speziell und trotz der versuchten „Verspielfilmung“ ist und bleibt „Rent“, was es ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Zu guter letzt muss man sich im Klaren darüber werden, dass dieses Stück komplett auf Englisch ausgefallen ist. In so fern man begreifen möchte worum es geht, sollte man in dem gut strukturierten und vor allem übersichtlichen Menü den deutschen Untertitel aktivieren. Dieser lässt zwar diverse Passagen in Sachen Übersetzung aus, aber ohne dieses nette Feature wäre das Musical selbst für gutes Schulenglisch leider nicht zu begreifen.

Malte Latton für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Sony Pictures Home Entertainment für die freundliche Beretstellungs des Rezensionsexemplars.



INHALT
Ein wundervoll inszeniertes Musical, welches von A-Z einfach nur Spaß macht.
XXXXXXXXXX
TECHNIK
Teilweise eigenwillige hell/dunkel Kontraste, aber sauber umgesetzt.
XXXXXXXXXX







Details

Publisher:
Sony Pictures Home Entertainment

Regisseur:
Chris Columbus

Schauspieler:
nthony Rapp, Adam Pascal, Jesse L. Martin...

Länge:
135 Minuten

Sprachen:


Untertitel:


Genre:
Musikal

Release:
02.09.2006 (erschienen)

Filmpreise:


Altersfreigabe:
Frei ab Jahre


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