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UMD-Test vom 29.09.2006

The Producers

Huch, was haben wir denn hier? Richtig – erneut ein Musical, gepackt auf eine UMD. Dann wollen wir die kleine Scheibe doch einmal genauer betrachten. Zunächst fällt natürlich der etwas merkwürdige Beiname auf – „Frühling für Hitler“. Was sich dahinter verbirgt? Eine Geschmacklosigkeit, oder womöglich der ganz große Fang? Eins vorne weg: Diesmal könnten die Lachmuskeln extrem strapaziert werden, also Vorsicht…

Wir befinden uns in den späten 60er Jahren. Max Bialystock, ein schillernder Produzent am weltberühmten Broadway, steht nach einer gefloppten Produktion kurz vor dem Ende seiner Karriere. Die einzige Rettung scheint er in seinem Buchhalter Leo Bloom zu sehen: Unter Hilfe eines „ausgeklügelten“ Tricks will Max steinreich werden. Es benötigt allerdings einiger Überzeugungsarbeit, bis der eher zurückhaltende Leo dieser fixen Idee zustimmt und sich plötzlich selbst vor seinem geistigen Auge als berühmter Broadwayproduzent sieht – nebst dem versprochenen, dicken Bankkonto. Somit kündigt Leo kurzerhand seinen tristen Job, um seine neue „Karriere“ zu verfolgen. Die eigentliche Idee klingt recht einfach: Ein möglichst schlechtes Stück soll auf den Broadway gebracht werden. Während möglichst hohe Gelder seitens eines geeigneten Investors aufgetrieben werden, soll das eigentliche Stück floppen und der Rest des Geldes – ihr ahnt es schon – direkt in Max´ und Leo´s Tasche fließen. Soweit zu dem Plan. Doch was wäre ein Musical ohne Höhe und Tiefen? Richtig – sicherlich nur halb so spannend.

So stoßen die beiden „Producers“ auf ihrem Weg nach einer möglichst miesen Besetzung und einem Investor auf teilweise extrem bizarre Erscheinungen. Natürlich müssen zunächst die Rechte an dem Stück gesichert werden – mit allerlei Hürden und Problemen. Doch es kommt sogar schlimmer, deutlich schlimmer: Das Stück wird wider Erwarten ein Hit. Gut für das Publikum, schlecht für Max und Leo. Denn wie sollen sie ihren Investoren tausend Prozent Gewinn erklären?

Die Storyline wird –logisch für ein Musical – zum großen Teil in musischen Passagen vorangetrieben. Dabei wurde besonders Wert auf klassische Elemente gelegt. Zum Beispiel die typischen Anzüge, Glamour, Songs und Kostüme der späten 60er Jahre. Ein entsprechender Chorus samt Sängern wurde hierzu gewählt. Diese Elemente bestechen vor allem durch Detailreichtum und glasklaren Stimmen. Die unterschiedlichen Tanzeinlagen fügen sich nahtlos in das Geschehen ein und überzeugen auf ganzer Linie. Der direkte, gesprochene Dialoganteil ist ungleich höher als in vergleichbaren Musicals. Somit sind ca. fünfzehnminütige „Dialogmarathons“ keine Seltenheit.

„The Producers“ möchte in erster Linie den Zuschauer bis auf die Knochen erschüttern. Dies gelingt durch überwiegend bizarre Gags und Darstellungen. Betrachtet man zum Beispiel allein den Beinamen „Frühling für Hitler“, welchem man durchaus noch eine gewisse Ernsthaftigkeit prognostizieren könnte, so wird dies im Musical gänzlich anders aufgegriffen und in eine Satire in Reinkultur verwandelt. Nicht selten schießt die Inszenierung dabei über jedes Maß an Moral und Ethik hinaus. Die teils extrem taktlosen und barschen Gags über die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland werden sicherlich nicht bei jedem Anklang finden können. Zwar wird die aus einem Gag resultierende Pointe nicht selten im letzten Moment noch einmal von einem bösen Stirnrunzeln des Zuschauers in ein Lächeln verwandelt, trotz allem bewegt man sich hier wirklich hart, und manchmal auch hinter einem gesunden Limit. Ein dickes Fell seitens des Zuschauers ist hierbei also deutlich von Vorteil.

Weiter geht es mit den absolut schrägen Kostümen, welche allerdings vor Details und Kreativität nur so strotzen - neben allerlei Klischees, welche in dem Musical mehr als gut bedient werden. Trotz allem seien diese Punkte nicht unbedingt als Negativkritik dargestellt. Diesem Werk hat es mehr als gut getan, zwar Klischees und geschichtliche Ereignisse satirisch aufzuarbeiten, dabei aber an der Oberfläche zu bleiben. Somit lassen sich war gesellschaftliche Tabus ausmachen, aber nicht näher konkretisieren – alles in allem sehr geschickt inszeniert.

Technik und Features:
Technisch gesehen braucht sich „The Producers“ nicht zu verstecken. Leichte Wischeffekte gibt es aber trotzdem, welche allerdings nur vereinzelt auftreten. Die in englischer Sprache vorgetragenen Musikpassagen wurden zwar mit deutschem Untertitel versetzt, aber nicht immer optimal übersetzt.

Fazit:
In erster Linie haben wir es hier mit einem eher anspruchslosen, aber sehr bissig inszenierten Musical zu tun. Vorsicht – die bisweilen sehr barschen und bizarren Gags sind bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Der Bogen wird zwar oft Überreizt, aber trotz allem kann dieses außergewöhnliche Werk viel Spaß und Freude bereiten. Ein Tipp zum Schluss: bloß nicht zu ernst nehmen, dann läuft es wie von allein.

Malte Latton für PlaystationPortable.de

Vielen Dank an Sony Pictures Home Entertainment für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



INHALT
Entweder man liebt es, oder man hasst es. Etwas dazwischen wird es nicht geben.
XXXXXXXXXX
TECHNIK
Leichte Verwischeffekte, ansonsten einwandfrei.
XXXXXXXXXX







Details

Publisher:
Sony Pictures Home Entertainment

Regisseur:
Susan Stroman

Schauspieler:
Nathan Lane, Matthew Broderick, Uma Thurman, Will Ferrell

Länge:
ca. 129 Minuten

Sprachen:
Deutsch (Dolby Digital 2.0) Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch

Genre:
Musikal

Release:
10.10.2006 (erschienen)

Filmpreise:


Altersfreigabe:
Frei ab Jahre


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